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Synology: Die DiskStation als Werbeblocker im Netzwerk

Möglichkeit 2: Pi-Hole über Docker installieren

Die einfachere Variante ist, einen Adblocker direkt über Docker zu installieren. Dieses Paket ermöglicht dir, bereits vorkonfigurierte Container auf deiner DiskStation zu starten. Der einzige Wermutstropfen daran: Es werden bei Weitem nicht alle Modelle unterstützt. Docker benötigt einen x86- oder x64-Prozessor. Die J-Serie und viele ältere Modelle fallen dadurch weg.

Beginne die Installation ebenfalls über das Paket-Zentrum. Scrolle zu den Dritthersteller-Apps und klicke auf den Installieren-Button bei „Docker“. Öffne Docker im nächsten Schritt. Das eingeblendete Hilfefenster kannst du mit einem Haken „nicht mehr anzeigen“ und schließen. Klicke in der linken Leiste auf „Registrierung“, um zur Containerauswahl zu gelangen.

Du kannst im Suchfeld direkt nach dem Begriff „Pihole“ suchen. Pi-hole ist eine frei verfügbare Software, welche als DNS-Server fungiert und dabei unerwünschte IP-Adressen mit Hilfe einer Blacklist blockiert. Ursprünglich wurde diese für den Raspberry Pi entwickelt, steht mittlerweile jedoch auch als Container zur Verfügung. Ein Klick auf das Paket (The official Pi-hole Docker image from pi-hole.net) und den Download-Button bringt dich zur Versionsauswahl. Die vorausgewählte „latest“-Version ist bereits eine gute Wahl. Klicke auf „Auswählen“ und wechsle in den Reiter „Abbild“.

Dort siehst du den Downloadfortschritt (rund 330MB) und kannst im Anschluss den Container per Start-Button hochfahren.

Im nächsten Schritt kannst du dem Container einen Namen geben. Die Ressourcenbeschränkung solltest du jedoch nicht aktivieren. Klicke auf den Button „Erweiterte Einstellungen“ und aktiviere „Automatischen Neustart aktivieren“, sodass der Container nach Fehlern oder einem Neustart des NAS ebenso startet. Eine Verknüpfung auf dem Desktop spart lästiges Suchen.

Pi-Hole konfigurieren und Kennwort festlegen

Jetzt geht es ans Eingemachte. Navigiere zum Reiter „Netzwerk“ und setze einen Haken bei „Dasselbe Netzwerk wie Docker Host verwenden“. Dadurch sparst du dir diverse Portfreigaben und -umleitungen zwischen Container und NAS-System.

Begib dich nun weiter zum Reiter „Umgebung“. Hier müssen für den reibungslosen Betrieb noch zwei Variablen erstellt werden. Zum einen die Variable „Server_IP“ mit der IP-Adresse deiner DiskStation als Wert. Zum anderen solltest du noch die Variable „WEB_PORT“ erstellen und im Wertefeld einen nicht belegten Port eintragen, zum Beispiel 8081.

Ein Klick auf den Übernehmen-Button schließt das Einstellungsfenster. Jetzt nur noch den Weiter-Button betätigen und du siehst nochmals eine Zusammenfassung deiner Einstellungen, welche du per Klick auf „Übernehmen“ festlegst und gleichzeitig den Docker-Container startest.

Bei einer konventionellen Installation würdest du an dieser Stelle ein Einmalpasswort für den Login erhalten, beim Docker-Container ist dies jedoch nicht der Fall. Dazu ist es notwendig, dieses selbst zu erstellen. Navigiere in den Reiter „Container“, wähle Pihole und klicke auf „Details“.

Betätige im Bereich „Terminal“ den Erstellen-Button, sodass du ein Terminalfenster erhältst, in dem du Befehle eingeben kannst. Klicke auf „Bash“, und du landest in der Befehlszeile für diesen Container.

Der Befehl pihole -a -p ermöglicht dir, entweder ein eigenes Passwort zu erstellen oder dieses gänzlich zu entfernen, indem du das Feld einfach leer lässt. Tippe diesen in die Konsole, bestätige mit der Eingabetaste und tippe dein neues Passwort ein. Die Konfiguration ist nun abgeschlossen und du kannst das Fenster schließen.

Funktioniert alles ordnungsgemäß, ist Pihole jetzt unter deiner NAS-IP-Adresse sowie dem von dir gewählten Port und dem Verzeichnis „admin“ ansprechbar. In unserem Beispiel auf http://192.168.0.109:8081/admin. Navigiere in deinem Browser dorthin, um die Installation abzuschließen.

Klicke auf „Login“ und logge dich mit deinem zuvor erstellten Passwort ein. Wähle „Settings“ in der linken Menüleiste und öffne den Reiter „DNS“. Die Liste der Upstream-DNS-Server muss frei von Häkchen sein, wähle hier also alles bereits Angewählte ab.

Trage nun die IP-Adresse deines Routers im Bereich „Upstream DNS Servers“ ein. Aktiviere außerdem das Häkchen bei „Custom 1 (IPv4)“. Stelle außerdem sicher, dass „Listen only on interface eth0“ gewählt ist, sofern du nur eine einzige LAN-Verbindung an deiner DiskStation nutzt. Bei aktiver Kanalbündelung müsstest du „Listen on all interfaces“ aktivieren. Scrolle nach unten und speichere deine Einstellungen per Save-Button.

Ausnahmen hinzufügen

Viele Seiten verlangen, dass du deinen Adblocker deaktivierst, um deren Inhalt betrachten zu können. Zudem leben außerdem die meisten Seiten von Werbeeinnahmen, sodass du mit der Deaktivierung deines Werbeblockers die jeweilige Webseite unterstützt. Dazu musst du diese nur in die Whitelist einfügen.

Wechsle bei Pihole in den Reiter „Whitelist“ und trage im Feld „Domain“ die Adresse deiner Wahl ein – einmal mit und einmal ohne „www“ davor. Setze außerdem einen Haken bei „Add Domain as wildcard“, sodass du auch bei Subdomains die Blockierung aufhebst. Ein Klick auf den Button „Add to Whitelist“, und die Domain wird nicht mehr blockiert.

Einstellungen auf dem Rechner übernehmen

Zuletzt ist es noch notwendig, dass du deinem Rechner mitteilst, Pihole beziehungsweise das Synology NAS als DNS-Server zu nutzen, sodass alle Anfragen über die DiskStation laufen und gefiltert werden können. Öffne dazu die Netzwerkeinstellungen deines Rechners. Bei Windows 10 gelangst du dort am schnellsten über die Suche im Startmenü hin, suche hier einfach nach „Netzwerkverbindungen anzeigen“.

Rechtsklicke auf deine Netzwerkverbindung (über die du mit dem Internet verbunden bist) und wähle „Eigenschaften“. Doppelklicke auf „Internetprotokoll, Version 4 (TCP/IPv4)“, wähle „Folgende DNS-Serveradressen verwenden“ und trage die IP-Adresse deiner DiskStation beim bevorzugten DNS-Server ein. Bestätige beide Fenster mit „OK“.

Ab jetzt werden deine Web-Anfragen über das NAS geleitet und nach der dort vorhandenen Blacklist unerwünschte Inhalte herausgefiltert.

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Simon Lüthje

Ich bin der Gründer dieses Blogs und interessiere mich für alles was mit Technik zu tun hat, bin jedoch auch dem Zocken nicht abgeneigt. Geboren wurde ich in Hamburg, wohne nun jedoch in Berlin.

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