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Synology: Fotosammlung organisieren mit KI

Mit der anfangs noch überschaubaren Menge an Bildern der Digitalkamera-Ära, stieg die Zahl der Fotografien seit der Erfindung von Smartphones in schwindelerregende Höhen. Auch du hattest bestimmt schon mit deiner persönlichen digitalen Bilderflut zu kämpfen und dabei bestimmt bemerkt, wie konzentrations- und zeitraubend die Archivierung ist.

Doch wie wäre es, wenn du einfach all deine Fotografien unsortiert in einem Ordner ablegen könntest und das Sortieren und Taggen würde ein unsichtbarer Helfer übernehmen? Genau dafür wurde Synology Moments entwickelt. Hier erfährst du, wie du das Paket einrichtest und mit welchen Möglichkeiten du deine Sammlung in Verbindung mit künstlicher Intelligenz aufwerten kannst.

Vorbereitungen und Installation

Wie immer beginnt unsere Prozedur im Paket-Manager auf der Weboberfläche des NAS. Klicke auf die App „Moments“ und auf den Installieren-Button. Sollten damit verbundene Softwarepakete noch fehlen, werden diese ebenso mit einem Klick auf „Ja“ mitinstalliert (zum Beispiel Node.js oder die Web Station). Im gleichen Zug lässt sich die Anwendung zudem in der Firewall freigeben, sofern du diese nutzt.

Klicke auf den Öffnen-Button, um die Oberfläche von Synology Moments in einem neuen Tab deines Browsers zu starten. Bookmarke dir am besten gleich die Adresse, da du diese bestimmt noch öfter aufrufen wirst. Nach einem kurzen Tutorial, in welchem du die Unterstützung für Live-Photos aktivieren kannst, herrscht noch gähnende Leere, die du aber gleich füllen wirst.

Hochladen und zurücklehnen

Bildmaterial lässt sich am einfachsten über den Hinzufügen-Button hochladen. Klicke auf das Plus-Icon im rechten oberen Bereich oder den Hochladen-Button. Navigiere zum Ordner deiner Wahl, markiere deine Bilder und klicke auf den Öffnen-Button. Im Folgenden erscheint die Upload-Warteschlange und informiert dich über den Fortschritt.

Sind erste Bilder auf der Disk Station, kannst du die künstliche Intelligenz hochfahren, die dann alles weitere übernimmt. Klicke auf den Button „For You“ und auf „Jetzt starten“.

Die Analyse kann etwas Zeit in Anspruch nehmen, den Status kannst du aber jederzeit über den Bereich „Alben“ einsehen. Hier werden dir dann diverse Kategorien angezeigt, nach welchen deine Motive sortiert wurden. Außerdem beherrscht Moments eine Personenerkennung, sodass du Bilder auch nach den darauf abgelichteten Menschen filtern kannst.

Die App kann jedoch noch mehr. In Verbindung mit dem mobilen Clienten auf iOS oder Android hast du die Möglichkeit, Fotos direkt vom Smartphone hochzuladen – völlig automatisch. Lade dir hierfür die App „Synology Moments“ aus dem jeweiligen Store.

Nach erfolgter Anmeldung mit deinen Zugangsdaten für dein NAS landest du in der Bilderübersicht. Wahlweise lassen sich die Fotos entweder über den Hochladen-Button transferieren, oder du wechselst in den Reiter „Mehr“ und aktivierst dort die automatische Fotosicherung.

Tippe darauf und folgend auf „Foto-Sicherung aktivieren“, um die Einstellungen für den Upload zu öffnen. Wähle dann den Ordner, den Moments auf neue Bilder überwachen soll (bei Android zum Beispiel den DCIM-Ordner). Natürlich kannst du auch alle Ordner sichern, aber dann landen auch Bilder aus WhatsApp oder anderen Messengern auf deiner Disk Station. Und du möchtest ja der Bilderflut Herr werden.

Wähle noch aus, ob alle bereits vorhandenen oder nur neue Fotos gesichert werden sollen. Bei größerem Bildmaterial oder Videos könnte ein Haken bei „Nur WLAN-Upload“ sinnvoll sein, da du sonst dein Kontingent an mobilen Daten möglicherweise schnell aufbrauchst. Tippe auf „Fertig“, um den Foto-Upload zu starten. Schießt du nun mit deiner Smartphone-Kamera ein Bild, wird dieses in Kürze auch auf deinem NAS erscheinen und automatisch getaggt werden.

Ist deine DiskStation mit dem Erkennen fertig, klicke im oberen Bereich des Moments-Webinterface auf „Alben“. Dort findest du eine Sortierung nach Personen, Themen und Orten. Ein Klick darauf bringt dich zu den einzelnen Kategorien.

Moments versus Photo Station

Synology Moments zielt vor allem auf Privatanwender ab, die damit Schnappschüsse und Handyfotos archivieren können, ohne den Überblick zu verlieren. Per künstlicher Intelligenz wird eine grobe Gliederung geschaffen und die Alben können nach Orten, Themen oder Personen durchsucht werden. Wenn du mehr benötigst, bist du bei der Photo Station besser aufgehoben. Letztere richtet sich an professionelle Fotografen und bietet dir eine breitere Palette an Funktionen. So kannst du damit zum Beispiel die EXIF-Informationen von Bildern bearbeiten, manuelle Tags vergeben oder dir die Fotos nach Aufnahmeort sortiert auf einer Landkarte anzeigen lassen. Automatisiert ist hier jedoch, abgesehen vom Foto-Import, leider nichts. Auch die KI fehlt. Synology plant jedoch mit dem neuen DSM-Release 2021, Moments und Photo Station in einer App zusammenzuführen.

KI-Tagging im professionellen Umfeld

Als Fotograf wirst du mit Moments nicht glücklich werden. Es bietet zwar eine Fülle interessanter Features, die das Sortieren deiner vielen Schnappschüsse auf ein erträgliches Niveau bringt. Auch die Übersicht geht selbst bei tausenden Bildern nicht verloren. Jedoch fehlen einige wichtige Profi-Funktionen. So ist es zum Beispiel nicht möglich, die Dateien mit eigenen Tags zu versehen oder diese sinnvoll in anderen Anwendungen wie Adobe Lightroom zu bearbeiten. In diesem Fall bist du mit einer manuellen Sortierung und einer Ordnerstruktur nach deinen Vorlieben, beziehungsweise mit der Photo Station besser beraten.

Ein weiteres Problem kann auftreten, sobald du eine zu große Menge an Bildern gleichzeitig hinzufügst, sodass der Arbeitsspeicher zur Bildanalyse auf deinem NAS allmählich voll wird. Der gefürchtete „Swap Death“ folgt darauf. Deine DiskStation lagert nun den RAM auf den RAID aus und ist kaum noch ansprechbar. Hier hilft entweder (lange) warten oder ein Neustart (Stecker ziehen) mit anschließender Raid-Überprüfung.

Was denkst du über das Thema? Hier geht es zu den Kommentaren!

Simon Lüthje

Ich bin der Gründer dieses Blogs und interessiere mich für alles was mit Technik zu tun hat, bin jedoch auch dem Zocken nicht abgeneigt. Geboren wurde ich in Hamburg, wohne nun jedoch in Berlin.

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