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Synology: Unterbrechungsfreie Stromversorgung (USV) anschließen

Das deutsche Stromnetz zählt statistisch gesehen zu den weltweit ausfallsichersten. Stromausfälle entstehen jedoch trotzdem sporadisch, meist ohne Vorankündigung. Beispielsweise können diese auch durch Bauarbeiten oder defekte Geräte im Haushalt verursacht werden. Meist schreibt die DiskStation genau in diesem Moment Daten auf das RAID, sodass diese nicht nur verloren gehen, sondern sich fallweise gleich das gesamte Volume verabschiedet. Die Überprüfung nimmt darauf nicht selten einige Stunden in Anspruch. Mit einer USV an deinem NAS sind Stromausfälle wesentlich entspannter. Wir erklären dir, wie du deinen Speicher mit einer Notstrombatterie verbindest und was du dabei beachten solltest.

Probleme durch plötzliches Herunterfahren

Ein Stromausfall selbst stellt nicht direkt ein Problem für dein NAS dar, sofern sich dieses im Leerlauf befindet. Solange keine Daten auf die Festplatten geschrieben werden, kann im schlimmsten Fall zwar der Schreib- und Lesekopf auf die Plattenoberfläche treffen, wodurch die HDD unbrauchbar wäre. Jedoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass dieser Fall eintritt, äußerst gering.

Viel plausibler ist, dass gerade ein Schreibvorgang stattfindet oder Daten im Cache, beziehungsweise im Arbeitsspeicher zwischengespeichert, aber nicht auf die Datenträger geschrieben worden sind. Diese sind bei unterbrochener Stromzufuhr weg. Nutzt du nur eine einzelne Festplatte, können die teilweise geschriebenen Dateien einfach automatisiert bereinigt (gelöscht) werden, sodass keine Fehler im Dateisystem verbleiben. Sind mehrere Datenträger im Spiel, beziehungsweise nutzt du ein Raid, und gerade deshalb besitzt du ja deine DiskStation, wird es komplizierter. Mehrere Festplatten mit unterschiedlich geschriebenen Datenbeständen führen in jedem Fall zu einer Inkonsistenz des Volumes. Dieses wird beim nächsten Hochfahren zeitaufwändig überprüft und verlangsamt, je nach Große, die Geschwindigkeit deines NAS über Tage hinweg. Ein Datenverlust ist auch hier nicht ausgeschlossen. Oftmals bemerkst du diesen erst, wenn du eine bestimmte Datei öffnest und diese nicht mehr lesbar ist.

Die Wahl der passenden USV

Du benötigst für das sichere Herunterfahren deiner DiskStation nicht unbedingt die größte am Markt erhältliche USV mit hunderten Minuten Laufzeit – auch, wenn du damit längere Stromausfälle gänzlich überbrücken könntest. Es geht vielmehr darum, ein Zeitfenster zu schaffen, in der das NAS die laufenden Schreibvorgänge abschließen und die Volumes im Anschluss aushängen kann. Sobald keine Zugriffe mehr auf die Platten erfolgen, richtet ein Stromausfall in der Regel keinen Schaden an.

Achte beim Kauf der Backup-Batterie auf jeden Fall darauf, dass diese einen USB-Anschluss besitzt und mit deiner DiskStation verbunden werden kann. Ebenso bist du bei einem Modell mit Schuko-Anschlüssen (wie konventionelle Steckdosen) flexibler als mit speziellen Kaltgeräte-Buchsen. Ansonsten bräuchtest du dafür auch noch Adapter.

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Bedenke außerdem, dass Switches und Modems ebenso eine Stromversorgung benötigen, wenn du während der Notstromversorgung auf dein NAS (zum Beispiel über das Internet) zugreifen möchtest. Das gilt zum Beispiel auch für Benachrichtigungen über das geplante Herunterfahren, welche ansonsten nicht mehr gesendet werden könnten.

Setze im Idealfall auf ein Modell, das zudem vor Unter- oder Überspannungen, Frequenzabweichungen sowie Oberschwingungen schützt. Spare lieber etwas bei der Überbrückungs- beziehungsweise Autonomiezeit. Eine Zeitspanne von 5 bis 10 Minuten sollte locker ausreichen, um deine DiskStation in Sicherheit zu bringen.

Behalte dir zudem im Hinterkopf, dass die Batterien nach einigen Jahren zu tauschen sind und wähle am besten ein Modell, bei dem du das selbst ohne Weiteres durchführen kannst.

Installation und Inbetriebnahme

Nachdem du die USV aufgestellt und ans Stromnetz angeschlossen hast, fahre deine DiskStation entweder über den Power-Button oder das Webinterface ordnungsgemäß herunter. Schließe das Netzteil nun an die Steckdose der USV an. Verbinde diese außerdem über den USB-Port (meist Typ A, im Idealfall liegt hier auch ein Kabel bei) mit einem freien USB-Anschluss deines Netzwerkspeichers. Schalte die Batterie ein und anschließend das NAS. Simuliere den Stromausfall jedoch erst, nachdem die Batterie einige Stunden geladen wurde.

Öffne im nächsten Schritt das Webinterface deiner DiskStation und wechsle zur Systemsteuerung. Navigiere zum Reiter „Hardware & Energie“. Setze im Bereich „Allgemein“ unter „Verhalten nach Stromausfall“ unbedingt einen Haken bei „Automatisch neu starten, wenn das Problem mit der Stromversorgung behoben wurde“. Jetzt fährt dein NAS automatisch wieder hoch, nachdem dieses von der USV zuvor vom Stromnetz getrennt wurde.

Wechsle nun zum Reiter „USV“, um deine unterbrechungsfreie Stromversorgung zu konfigurieren. Ein Haken bei „USV-Unterstützung aktivieren“ teilt deiner DiskStation mit, auf deren Befehle über den USB-Port zu lauschen. Wird die Stromzufuhr nun unterbrochen, gibt die USV den Status an das NAS weiter, sodass dieses darauf reagieren kann. Du kannst des Weiteren eine Zeitspanne festlegen, nach welcher in den sicheren Modus gewechselt und jeglicher Datenverkehr eingestellt wird. Mit einem Klick auf den Button „Geräteinformationen“ kannst du außerdem Infos zu deiner USV abrufen, wie zum Beispiel den Zustand der Batterien oder den Ladestand.

Je nach Modell kannst du außerdem wählen, dass ein Signal an deine USV gesendet wird, sobald die DiskStation bereit zum Herunterfahren ist. Kurz darauf geht dann deine Backup-Batterie ebenfalls vom Netz, um nicht unnötig ihre Akkuladung zu verbrauchen. Das hat vor allem den Vorteil, dass die Akkus bei einem kurz darauffolgenden weiteren Stromausfall noch geladen sind.

Über den Button „Zugelassene Synology NAS-Geräte“ kannst du weitere DiskStations herunterfahren lassen, die nicht direkt per USB an der USV hängen. Wechsle dafür auf dem jeweiligen NAS ebenso in die USV-Einstellungen und wähle dort im Feld „Netzwerk-USV-Typ“ den Synology USV-Server. Ein weiteres Eingabefeld erscheint, in welchem du die IP-Adresse jenes Geräts eingibst, welches direkt mit der unterbrechungsfreien Stromversorgung verbunden ist.

Bestätige die Einstellungen jeweils mit dem Übernehmen-Button. Ist die Batterie mittlerweile geladen, kannst du zum Testen einfach deine USV vom Stromnetz nehmen. Das NAS sollte nun die gewählte Dauer weiterlaufen, danach herunterfahren und, wenn ausgewählt, ebenso die USV abschalten. Sobald du diese wieder an die Steckdose anschließt, wird auch deine DiskStation wieder hochfahren, ohne Schaden genommen zu haben.

Mehr Datensicherheit durch eine USV

Selbst bei einer sehr geringen Wahrscheinlichkeit eines Stromausfalls ist es dennoch ratsam, mit dieser kleinen Investition für etwas mehr Sicherheit zu sorgen. In geschätzt 99 von 100 Fällen wird deine DiskStation einen Stromausfall unbeschadet überstehen. Für die Lebensdauer deiner Datenträger ist eine saubere und kontinuierliche Stromversorgung aber maßgebend. Und meistens tritt genau dann ein Problem auf, wenn du nicht darauf vorbereitet bist.

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Simon Lüthje

Ich bin der Gründer dieses Blogs und interessiere mich für alles was mit Technik zu tun hat, bin jedoch auch dem Zocken nicht abgeneigt. Geboren wurde ich in Hamburg, wohne nun jedoch in Berlin.

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