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Testbericht: Icefox Thunder (Outdoor Smartphone)

Ein Smartphone muss für euch viel aushalten? Ihr seid auf dem Bau, in den Bergen oder an anderen Orten unterwegs an denen ein Smartphone extrem belastet wird und auch mal einen Fall aushalten muss? Dann ist ein Outdoor Smartphone für euch wohl genau das richtige. Ob das Icefox Thunder, welches als Outdoor Smartphone mit Wasser– & Staubdichtheit sowie Stoßfestigkeit beworben wird, den Bedingungen gerecht wird erfahrt ihr in unserem Testbericht.

Technische Daten

  • Prozessor Qualcomm Snapdragon 200 MSM8212 Quadcore 4 x 1,2 GHz
  • 4 GByte ROM / 1 GByte RAM
  • 4“ WVGA LCD (480 x 800 Pixel), Gorilla Glas, Wet-Finger-Tracking
  • Dual-SIM-fähig
  • microSD-Karten bis 32 GByte
  • Hauptkamera 8 MPixel
  • Frontkamera 0,3 MPixel
  • WLAN IEEE 802.11b/g/n
  • Bluetooth 3.0 Class 2
  • GPS-Modul integriert
  • Näherungssensor (Proximity)
  • Magnetfeldsensor (Kompass)
  • Beschleunigungssensor
  • Lichtsensor
  • 2930 mAh Li-Ionen-Akku
  • Standbyzeit mit einer SIM-Karte: 360 Stunden
  • Standbyzeit mit zwei SIM-Karten: 120 Stunden
  • Gewicht 254 Gramm

Lieferumfang

  • 1 x IceFox Thunder Smartphone
  • 1 x Kopfhörer
  • 1 x 2930mAh Li-Ionen-Akku
  • 1 x USB-Kabel
  • 1 x Netzteil (100-240V 50Hz)
  • 1 x Bergsteiger Schließe
  • 1 x Benutzerhandbuch

Icefox-Thunder-2

Wie ihr sehen könnt, ist der Lieferumfang umfangreicher als man es von anderen Smartphones kennt. Es sollte jedoch eine Bergsteiger Schließe dabei sein, ich nehme an damit ist ein einfacher Karabiner gemeint – jedoch ist nichts in die Richtung dabei. Stattdessen sind der Eingabestift, der kleine Schraubenzieher zum Öffnen des Akkudeckels, sowie Ersatzklappen für Audio- und USB-Eingang dabei. Sicherlich auch nicht verkehrt, doch dann sollte man den angegebenen Lieferumfang auch dementsprechend anpassen.

Sowohl der Kopfhörer, als auch der Eingabestift sind leider sehr billig verarbeitet und somit kaum zu gebrauchen.

Inbetriebnahme

Bevor es losgehen kann, muss man zunächst den Akku einsetzen, denn dieser ist noch nicht eingebaut. Also fix die Rückseite aufschrauben und Akku einsetzen. Dort können auch direkt die beiden SIM-Karten und die microSD-Speicherkarte eingesetzt werden.

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Nachdem alles sitzt und der Deckel wieder drauf ist, kann es nun also losgehen. An der Oberseite des Outdoor Smartphones befindet sich der Powerbutton, welcher, wie man es von Android-Geräten gewohnt ist, kurz gedrückt gehalten werden muss.

Da es sich um ein reines Android 4.3 handelt, werde ich auf die Einrichtung nicht weiter eingehen, denn diese ist einfach und nichts besonderes.

Leistung

Die Leistung des Icefox Thunder überzeugt leider nur teilweise. Beim AnTuTu Benchmark bekommt das Outdoor Smartphone noch nicht mal 50% der Punkte von aktuellen Topmodellen. Natürlich muss man dabei auch den Preis beachten, doch viel erwarten kann man da leider nicht. Zwar können Spiele weitestgehend ohne Probleme gespielt werden, doch sobald es um Multitasking geht und einige Apps am laufen sind, ist das Icefox Thunder leider schnell überfordert und die Apps sind/werden extrem langsam oder hängen sich sogar komplett auf. Solange man nicht viel mehr dem Smartphone macht, sollte es jedoch ausreichend sein.

Ich habe es mir natürlich auch nicht nehmen lassen mal ein Spiel auf dem Icefox Thunder zu spielen. Ausprobiert habe ich das Spiel Muscle Run. Wie AnTuTu Benchmark bereits vorausgesagt hat, lief das ohne Probleme. Sobald man aus dem Spiel raus gegangen ist, ohne es komplett zu beenden, fingen die Probleme jedoch an. Von einer anderen App habe ich sogar die Meldung bekommen, dass das Smartphone extrem langsam läuft. Sobald ich die im Hintergrund weiterlaufenden Apps beendet hatte, hat sich das jedoch gegeben.

Was mir jedoch sehr negativ aufgefallen ist, ist die Auflösung von lediglich 480 x 800 Pixeln. Wie ihr an den Screenshots aus Muscle Run auch erkennen könnt, ist die Schrift, sobald sie ein wenig filigraner ist, sehr schlecht oder gar nicht mehr lesbar.

Screenshot_2014-10-19-12-56-35

Kamera

Die Kamera kann mich nicht überzeugen. Zwar kommt die Kamera mit 8 Megapixeln, doch die Qualität ist leider unter aller sau. Doch seht euch die Bilder und das Video selber an, die sagen mehr als tausend Worte.

Das erste Bild ist ohne Deckenbeleuchtung, allerdings mit automatischem Blitz entstanden. Das zweite Bild dagegen ist mit Deckenbeleuchtung entstanden. Beide Bilder sind total verrauscht, genauso wie das Video:

Die Frontkamera mit 0,3 Megapixeln muss man eigentlich gar nicht erwähnen, da man schon an der Pixelanzahl die Bildqualität erkennt. Dennoch habe ich auch mit ihr ein Foto (Selfie) gemacht und bin auch über diese Bildqualität erschrocken. Ich stand dabei übrigens unter einer Lampe.

Icefox Thunder Frontkamera

Natürlich muss man bei dem Preis Kompromisse eingehen, doch ich finde, gerade bei einem Outdoor Smartphone ist die Kamera eins der wichtigsten Sachen. Wenn ich Wandern gehe und extra schon etwas robustes mitnehme und vielleicht auf meine Kamera verzichte, weil diese die Strapazen nicht so gut wegstecken würde, dann würde ich trotzdem gerne Fotos machen, die man sich noch ansehen mag. Für ein kurzes Foto auf der Baustelle mag die Kamera da vielleicht noch ausreichen, doch wenn man mehr erkennen und sich später über seine Urlaubsfotos freuen möchte, braucht man definitiv eine bessere Kamera.

Belastbarkeit

Icefox-Thunder-3Was ist das wichtigste an einem Outdoor Smartphone? Natürlich die Belastbarkeit. Mit Staub- und Wasserdichtheit, sowie Stoßfestigkeit wird geworben.

Mit dem IP68-Zertifikat ist das Icefox Thunder ausgestattet, doch was bedeutet das? Die erste Kennziffer, also die 6, steht für den Berührungsschutz. Die 6 sagt dabei aus, dass das Smartphone einen vollständigen Berührungsschutz hat und geschützt ist gegen das Eindringen von Staub. Die 8 dagegen steht für den Wasserschutz und sagt aus, dass das Icefox Thunder auf unbestimmte Zeit vor dem Eindringen von Wasser geschützt ist. Das ist beides sehr gut. Doch was fehlt bei dem Zertifikat? Es ist leider nicht geregelt, bis zu welcher Tiefe das Gerät wasserdicht sein muss. Bei dem Icefox Thunder liegt die Grenze bei nur einem Meter. Wer mit dem Smartphone auf Unterwassertour gehen wollte muss sich also eher etwas anderes suchen.

Wie sieht es denn mit dem Fallen aus? Bis zu einer Höhe von 1,5 Metern soll das Icefox Thunder dem Fall gewachsen sein. Durch die Gummierung an allen Seiten federt das Smartphone einen Fall sehr gut ab und hüpft noch ein wenig herum. Passieren tut dabei nichts und das Icefox Thunder überlebt den Fall ohne Probleme. Aufpassen sollte man jedoch bei Böden mit kleinen, spitzen Gegenständen, wie etwa Steinen in den Bergen. In meinem Test hat das Glas zwar keinen Riss bekommen,wie in anderen Tests des Icefox Thunder teilweise, doch leichter Kratzer oder Einkerbungen sind zurückgeblieben. Doch da muss man schon eine Menge Pech haben, dass das Smartphone da schlecht landet. Selbst wenn es flach auf die Vorderseite fällt kommt das Glas nämlich, zumindest bei einem geraden Boden, nicht auf.

 Fazit

Wenn man alle Faktoren beachtet, ist das Icefox Thunder nur bedingt empfehlenswert. Die Leistung überzeugt leider nicht, da bietet ein Huawei für 100 Euro schon mehr und kommt auch mit einer besseren Kamera daher.  Wer unbedingt ein Outdoor Handy benötigt, sollte vielleicht lieber zu einem alten Nokia greifen, die sind ja bekanntlich härter als Stein. 😉 Wer jedoch unbedingt ein Smartphone für den Outdoor-Gebrauch benötigt, ist mit dem Icefox Thunder eigentlich nicht schlecht bedient. Zwar sollte man nicht zu viel erwarten, doch zwischendurch man Whatsapp, Facebook oder andere Apps nutzen ist absolut kein Problem. Für tolle Urlaubsfotos sollte man sich jedoch noch mit einer anderen Kamera ausstatten. Auf dem Bau ist das Icefox Thunder jedoch gut aufgehoben und auch ein Bier kann ohne Probleme geöffnet werden. 😉

Wer weitere Informationen zu dem Icefox Thunder sucht, wird auf der Icefox Hompage oder ihrer Facebook-Seite fündig. Gekauft werden kann das Icefox Thunder bei Amazon für 159 Euro + 10 Euro Versand.

Wie bei allen Smartphones empfehlen wir auch hier den Einsatz einer Glasfolie zum Schutz des Displays.

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Simon Lüthje

Ich bin der Gründer dieses Blogs und interessiere mich für alles was mit Technik zu tun hat, bin jedoch auch dem Zocken nicht abgeneigt. Geboren wurde ich in Hamburg, wohne nun jedoch in Berlin und arbeite bei Caseking.

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