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Amazfit Active Max Test: Wie gut ist die günstige Fitness-Smartwatch?

Die Amazfit Active Max ist eine durchdachte Fitness-Smartwatch, die mit einer außergewöhnlich langen Akkulaufzeit, einem hellen AMOLED-Display und einem umfangreichen Sensorpaket punktet. Und das alles für knapp unter 170 Euro. Wer eine robuste Sportuhr mit zahlreichen Sensoren sucht, ohne dafür ein kleines Vermögen ausgeben zu wollen, findet in der Active Max einen ernstzunehmenden Kandidaten. Doch auch Schwächen gibt es und die schauen wir uns im Test genau an.

Technische Daten der Amazfit Active Max

Produktname Active Max
Betriebssystemkompatibilität Android und iOS
Konnektivität Bluetooth 5.3, BLE, GPS (Dualband und 6 Satellitenortungssysteme), NFC, WiFi 2,4 GHz,
Features Beschleunigungssensor, Gyroskopsensor, Geomagnetischer Sensor, Barometrischer Höhenmesser, Umgebungslichtsensor, Temperatursensor, Blutsauerstoff
Display AMOLED (1,5 Zoll, 480 x 480 Pixel, 322 PPI) bis zu 3.000 nits
Akkulaufzeit bis zu 25 Tage
Abmessungen (H x B x T) 48,5 x 48,5 x 12,2mm
Gewicht 39,5 g (ohne Armband)
Wasserdichtigkeitsgrad 5 ATM
Preis € 169,90 *

Amazfit Active Max Test: Design und Verarbeitung

Eines vorweg: Die Amazfit Active Max ist nicht für zierliche Handgelenke gemacht. Mit einem Gehäusedurchmesser von 48,5 mm, einer Höhe von 12,2 mm und einem Gewicht von 39,5 Gramm ist sie ein echter Brocken am Arm und genau das ist, je nach Perspektive, ihr größtes Feature oder ihr größtes Problem. Wer schmalere Handgelenke hat, sollte sich das Gerät unbedingt vorab anschauen. Wir reden hier von Apple Watch Ultra– oder Huawei Watch Ultimate 2-Größe.

Amazfit Active Max

Das Gehäuse selbst besteht aus einer Kombination aus Aluminiumlegierung (Gehäuse und Tasten) und Kunststoff (Rückseite mit metallischer Beschichtung). Das ist ehrlich gesagt der Punkt, an dem man am deutlichsten spürt, dass man kein Premiumgerät in der Hand hält. Die höherpreisigen Modelle von Amazfit wie der T-Rex 3 Pro oder die Balance 2 kommen mit Titan und Saphirglas. Die Active Max muss sich mit Mineralglas begnügen. Das ist kein Drama, aber ein Unterschied, den man kennen sollte.

Amazfit Active Max

Was mich hingegen positiv überrascht hat, ist die Qualität der Verarbeitung im Alltag: solide Spaltmaße, keine klappernden Tasten, kein billiges Knarzen. Das Armband aus Silikon mit den vielen kleinen Belüftungslöchern ist atmungsaktiv und durch die vielen Rasterpunkte lässt es sich präzise an unterschiedliche Handgelenkgrößen anpassen. In meinen Augen ein echter Vorteil. So präzise und bequem sitzt kaum eine andere Smartwatch. Zumindest bei mir.

Positiv zu erwähnen ist das Lünetten-Design: Eine 24-Stunden-Skala ziert den Rand, die dezent im Glas eingearbeitet ist und dem Ganzen einen sportlichen, aber nicht aufdringlichen Charakter verleiht.

Ausstattung und Features der Active Max

Die Ausstattung der Amazfit Active Max ist für einen Straßenpreis von knapp 170 Euro beeindruckend umfangreich. Das Herzstück ist ein 1,5 Zoll großes AMOLED-Touchscreen-Display mit einer Auflösung von 480 × 480 Pixeln und einer Pixeldichte von 323 PPI – scharfe Schriften, satte Farben, keinerlei pixeliger Brei. Die Spitzenhelligkeit von 3.000 Nits ist ein echter Hingucker und ermöglicht sehr gute Ablesbarkeit auch bei direkter Sonneneinstrahlung. Allerdings gibt es hier eine kleine Einschränkung: Sobald der Akku unter 30 % fällt, drosselt die Uhr automatisch die maximale Helligkeit. Das mag man als Sparmaßnahme akzeptieren, ist aber im Alltag gelegentlich spürbar.

Amazfit Active Max

Ein Always-On-Display (AOD) ist ebenfalls an Bord. Wer die Zeit mit einem schnellen Blick ablesen möchte, ohne das Handgelenk zu drehen, schätzt dieses Feature. Es kostet natürlich Akku. Und nicht gerade wenig, aber dazu später mehr.

Sensorseitig gibt es wenig zu klagen: Accelerometer, Barometer, GPS-Empfänger, Gyroskop, Kompass, optischer Herzfrequenzsensor und Temperatursensor sind alle mit dabei. Das GPS unterstützt fünf Satellitensysteme (GPS, GLONASS, Galileo, BeiDou, QZSS) – allerdings nur auf einer Frequenz. Wer Dual-Frequenz-GPS braucht, wie es die teureren Geschwister T-Rex 3 Pro und Balance 2 bieten, muss tiefer in die Tasche greifen. Für die meisten Alltagssportler ist das aber kein Problem.

Amazfit Active Max

Bezüglich der Konnektivität bietet die Active Max Bluetooth sowie NFC für kontaktloses Bezahlen. WLAN fehlt dagegen komplett, ebenso wie eine LTE-Option oder ein eingebautes EKG-Modul. Für längere Outdoor-Abenteuer abseits der Zivilisation fehlen zudem barometrische Unwetterwarnungen und Satellitennotrufe, wie sie etwa Garmin-Premiummodelle bieten. Für den ambitionierten Einsteiger und Freizeitsportler ist die Ausstattung jedoch absolut ausreichend.

Amazfit Active Max

Der interne Speicher beläuft sich auf 4 GB. Das ist gegenüber dem Vorgänger Active 2 eine drastische Steigerung. Dort waren nur rund 180 MB freier Speicher verfügbar. Jetzt können Offline-Karten, Musik, Zifferblätter und Drittanbieter-Apps gemeinsam auf der Uhr leben, ohne dass man ständig abwägen muss, was Platz bekommt und was nicht.

Zuverlässige Tasten- und Touchsteuerung

Die Bedienung der Amazfit Active Max kombiniert zwei physische Tasten mit einem Touchscreen. Die obere Taste öffnet das Hauptmenü und dient gleichzeitig als Zurück-Button zum Zifferblatt. Die untere Taste ist mit einem Schnellzugriff auf die Sportprofile belegt. Beide Tasten haben eine leichte Rändelung, die das taktile Feedback verbessert. Dabei klappt die Bedienung selbst mit Handschuhen tadellos.

Amazfit Active Max

Das Betriebssystem Zepp OS läuft angenehm flüssig. Durch Wischen nach links und rechts navigiert man zwischen den Widget-Seiten, nach unten kommt man zu den Benachrichtigungen, nach oben öffnet sich das Kontrollzentrum mit Schnelleinstellungen wie Nicht-Stören, Schlafmodus, Taschenlampe und dem Gerät-suchen-Feature. Das ist intuitiv und nach kurzer Eingewöhnungszeit sehr angenehm zu bedienen.

Amazfit Active Max

Ein kleiner Kritikpunkt fällt auf: Die Scroll-Sensitivität ist innerhalb des Systems nicht einheitlich. Die App-Liste reagiert sehr sensitiv auf Wischgesten. In den Einstellungen ist die Sensitivität dagegen merklich gedämpfter. Diese Inkonsistenz nervt auf Dauer ein wenig, besonders weil sie sich nicht anpassen lässt.

Der KI-Assistent Zepp Flow ist per Tastenklick schnell aktiviert und versteht Anfragen auf Deutsch einwandfrei. Die Ausgabe erfolgt allerdings auf Englisch, was etwas nervt. Für Kalendereinträge, Sprachnotizen und Web-Suchen direkt von der Uhr aus ist das Feature aber dennoch nützlich und für diese Preisklasse ungewöhnlich.
Android-Nutzer können auf Benachrichtigungen mit vordefinierten Antworten oder über eine QWERTY-Tastatur reagieren. Sprache-zu-Text ist ebenfalls möglich, funktioniert aber auf Englisch zuverlässiger als auf Deutsch. iPhone-Nutzer sind etwas eingeschränkt: Das direkte Beantworten von Nachrichten über die Uhr ist auf iOS nicht möglich, die meisten anderen Funktionen hingegen schon.

Amazfit Active Max

Anrufbenachrichtigungen können mit einer einstellbaren Verzögerung angezeigt werden – beispielsweise erst nach drei Sekunden. Praktisch für alle, die ihr Telefon ohnehin griffbereit haben und nicht bei jedem eingehenden Anruf noch zusätzlich am Handgelenk vibriert bekommen wollen. Das ist ein kleines Detail, das aber zeigt, dass Amazfit durchaus mitdenkt.

Amazfit Active Max Akkulaufzeit: Der Star der Show

Kommen wir zum vielleicht stärksten Argument der Amazfit Active Max: der Akku. Amazfit gibt bis zu 25 Tage im Smartwatch-Modus mit reduzierten Messfunktionen an. Im realen Test mit aktiviertem Always-On-Display, kontinuierlicher Blutsauerstoffmessung und Schlaftracking hielt die Uhr gut 10 Tage durch, was in etwa der Herstellerangabe für intensive Nutzung entspricht. Schaltest du das AoD aus, lässt sich die Laufzeit nochmal um gut drei bis vier Tage verlängern.

Amazfit Active Max

Was mich wirklich beeindruckt hat: Mit eingeschaltetem GPS hält der Akku laut Hersteller bis zu 64 Stunden. Wer dabei auch noch Musik abspielt, kommt immer noch auf rund 22 Stunden GPS-Laufzeit. Das sind Werte, die man sonst eher von deutlich teureren Outdoor-Smartwatches kennt. Im Vergleich zum Vorgänger Active 2 mit rund 21 Stunden GPS-Laufzeit ist das eine erhebliche Verbesserung.

Amazfit Active Max

Amazfit hat bei der Angabe der Akkulaufzeit für intensive Nutzung übrigens ungewöhnlich transparent gearbeitet: Die zugehörigen Nutzungsparameter werden ganz konkret aufgeschlüsselt. Inklusive der Anzahl der Benachrichtigungen, Trainingseinheiten, NFC-Zahlungen und Anrufe pro Woche.
Geladen wird über ein proprietäres Magnetladekabel mit USB-C-Anschluss auf der anderen Seite. Wobei die Active Max denselben Ladepuck verwendet, wie beispielsweise das Helio Strap (unser Test).

App-Anbindung: Die Zepp-App

Die Zepp-App, über die man die Uhr konfiguriert und alle Gesundheitsdaten einsieht, ist umfangreich. Vielleicht sogar zu umfangreich für Einsteiger. Wer gerne in Graphen versinkt und jeden Schlafzyklus, jede Herzratenvariabilität und jeden Stresswert detailliert analysieren möchte, wird hier glücklich. Wer eine schlanke, aufgeräumte App-Erfahrung sucht, könnte anfangs von der Informationsdichte erschlagen werden.

Zu den Highlights der App zählen die KI-gestützte Schlafroutine (man kann sogar eintragen, was man vor dem Schlafengehen getan hat – z. B. gelesen oder gespielt – und die KI errechnet daraus individuelle Schlafkennzahlen), das BioCharge-System (ein kombinierter Vitalitätswert von 0–100, der körperliche und mentale Erholung zusammenfasst) sowie Zepp Coach, der basierend auf dem eigenen Fitnesslevel individuelle Trainingspläne erstellt.

Die Zepp-App lässt sich außerdem mit Apple Health, Google Health, Strava, Komoot und Adidas Running verbinden – für die meisten Sportler dürfte das die wichtigsten Plattformen abdecken. Über 400 zusätzliche Mini-Apps können aus dem integrierten App-Store geladen werden, darunter Meditations-Tools, Fokus-Timer und Reise-Utilities.

Amazfit Active Max im Praxistest

Nach mehreren Wochen intensiven Alltagseinsatzes, darunter Krafttraining, Cardio, Radfahren, Wandern und tägliches Schlaftracking, kann ich sagen: Die Active Max liefert für ihren Preis wirklich gute Messergebnisse.
Die GPS-Genauigkeit hält sich auf beachtlichem Niveau. Im Vergleich mit einer Pixel Watch 4 zeigen sich beim Tracken von Runden auf engem Raum keine groben Abweichungen. Für eine Uhr in dieser Preisklasse mit Single-Frequency-GPS eine erfreuliche Leistung.

Amazfit Active Max

Im städtischen Umfeld oder bei Baumüberdachung nimmt die Genauigkeit naturgemäß etwas ab, bleibt aber für Trainingsaufzeichnungen vollkommen praxistauglich.
Die optische Herzfrequenzmessung überzeugt im Ruhezustand und bei gleichmäßigen Ausdauerläufen.

Bei intensiven Intervalltrainings mit schnellen Herzfrequenzwechseln nach oben und unten hinkt der optische Sensor gelegentlich aber deutlich hinterher. Hier liefert meine Pixel Watch 4 beispielsweise schneller und akkurater Ergebnisse. Zumal die automatische Aktivitätserkennung der Active Max nicht immer tadellose funktioniert.

Beim Laufen auf dem Laufband dauerte es rund 11 Minuten, bis die Smartwatch überhaupt eine Aktivität feststellte. Statt 20 Minuten wurden entsprechend nur rund neun Minuten aufgezeichnet. Ärgerlich. Ähnliches zeigte sich bei meinem darauffolgenden Krafttraining, bei dem nur rund 41 Minuten (von 60) aufgezeichnet wurden. Hier hat Amazfit weiterhin Verbesserungsbedarf.

Erwähnenswert ist die One-tap-Measuring-Funktion: Ein einziger Tastendruck startet eine simultane Messung von Herzfrequenz, Blutsauerstoffsättigung, Stresslevel und Atemfrequenz. Das ist praktisch und schnell, auch wenn die Messwerte natürlich keine medizinische Diagnose ersetzen. Funktioniert aber ähnlich gut wie bei Huawei.
Im Sportbereich unterstützt die Active Max über 170 Sportprofile. Von Laufen und Radfahren über Schwimmen (bis 5 ATM wasserfest) bis hin zu exotischeren Disziplinen wie Drachenboot fahren, Schaufeln oder Square Dance.

Amazfit Active Max

Wer Laufdaten braucht, bekommt die volle Packung: Kadenz, Schrittlänge, vertikale Oszillation, Bodenkontaktzeit, Laufleistung in Echtzeit, Herzfrequenzzonen und mehr. Hier unterscheidet sich die Active Max kaum von den deutlich teureren Modellen.

Das PAI-System (Personal Activity Intelligence) ist eine meiner liebsten Funktionen: Basierend auf Trainingsintensität und -dauer vergibt die Uhr täglich Punkte. Laut einer Langzeitstudie der Norwegischen Universität für Wissenschaft und Technologie mit über 230.000 Teilnehmern über 35 Jahre sollen Menschen mit einem PAI-Wert von 100 oder mehr ein geringeres Risiko für Bluthochdruck, Herzerkrankungen und Typ-2-Diabetes haben. Ob man das glaubt oder nicht: als Motivationsinstrument funktioniert PAI hervorragend.
Was fehlt: EKG-Messung, Sturzerkennug, Satellitennotruf und barometrische Unwetterwarnungen. Wer auf diese Features angewiesen ist, muss zur Premium-Konkurrenz von Garmin oder Apple greifen.

Amazfit Active Max Test: Fazit

Die Amazfit Active Max ist eine Smartwatch, die genau weiß, was sie ist und das sehr gut macht. Sie ist kein Garmin-Killer, keine Apple-Watch-Alternative für Eco-System-Fans und auch keine Luxusuhr. Sie ist der große, ausdauernde Alleskönner der Mittelklasse für knapp 170 Euro.

Was sie richtig gut macht: Die Akkulaufzeit ist schlicht außergewöhnlich für diesen Preis. Das Display ist hell, scharf und schön anzusehen. Die Sensoren liefern im Alltag meist zuverlässige Werte. Der Funktionsumfang übersteigt, was man für dieses Geld erwarten würde. Was sie nicht so gut macht: Die Scroll-Sensitivität ist inkonsistent. Der KI-Assistent antwortet auf Englisch, auch wenn man auf Deutsch fragt, die automatische Workout-Erkennung funktioniert nur dürftig. Und wer EKG, Sturzabsicherung oder echte Abenteuer-GPS-Features braucht, muss mehr investieren.

Für wen ist die Amazfit Active Max also gemacht? Für ambitionierte Freizeitsportler, die eine verlässliche, gut ausgestattete Smartwatch suchen, die wochenlang ohne Laden auskommt. Für alle, die ein größeres rundes Display-Gehäuse möchten und nicht bereit sind, dafür 400 Euro oder mehr auszugeben.

PRO

  • Bärenstarker Akku
  • Tolles Display
  • Präzise Sensorik
  • Attraktiver Preis
CONTRA

  • Sehr wuchtig
  • Automatisches Tracking ungenau
  • keine drehbare Krone
  • Software-Probleme

Amazfit Active Max

Verarbeitung
Alltagstauglichkeit
Sport-Funktionen
Akku
Preis-Leistungs-Verhältnis

88/100

Ausdauernde, vielseitige und zuverlässige Fitness-Smartwatch zu einem attraktiven Preis. Die ideale Wahl für preisbewusste User, die ein rundes Gesamtpaket suchen.

Philipp Briel

Ich bin leidenschaftlicher Gamer seit meiner frühen Kindheit und habe neben dem PC nahezu jede Spielekonsole bereits besessen. Auch Technik begeistert mich, vor allem brenne ich für Peripherie, PCs, Notebooks und Gadgets.

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