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Gigaset GS3 – Das Farbwechsler-Smartphone im Test

Gigaset hat im Oktober nicht nur das GS4 vorgestellt, sondern auch das etwas kostengünstigere GS3. Dieses wird im Gegensatz zum größeren Bruder nicht mit „Made in Germany“ beworben und deshalb wohl in Fernost zusammengesetzt. Dafür ist das Smartphone deutlich günstiger als das GS4, und es hebt sich durch Zusatzfunktionen wie beispielsweise eine austauschbare Gehäusehülle von der Masse ab.

Im Inneren des Smartphones arbeitet ein Mediatek Helio A25, dem vier GB Arbeitsspeicher zur Seite gestellt werden. Das 6,1“-Display löst mit 1560×720 Pixel auf und der interne Speicher des rund 160 Euro (Aktuell: € 164,40 *) teuren Gerätes ist 64 GB groß. Dazu gibt es zwei rückseitige Kameras und erneut die Option zum Akkutausch sowie zum kabellosen Laden.

Wie sich das GS3 in der Praxis schlägt, und ob wir das Gerät empfehlen würden, klärt unser folgender Test.

Spezifikationen

Betriebssystem: Android 10
Display: 1560 x 720 Pixel, 6,1″, 450 cd/m²
Kamera (hinten): Hauptkamera: 13 MP F2.0
Weitwinkel: 8 MP F2.2
Kamera (vorne): 8 MP
Schnittstellen: USB-C 2.0, 3,5mm-Klinke, WLAN 802.11a/b/g/n/ac, Bluetooth 5.0, NFC
Sensoren:  Beschleunigungssensor, Annäherungssensor, Gyroskop, Lichtsensor, Kompass, Fingerabdrucksensor
SoC: Mediatek Helio A25
CPU: 4x 1,80 GHZ Cortex-A53 + 4x 1,50 GHz Cortex-A53
GPU: PowerVR GE8320
RAM: 4 GB
Speicher: 64 GB
Akku: 4.000 mAh, kabelloses Laden
Abmessungen: 156 x 74 x 9,5 mm
Gewicht: 172 g
Einschübe: 2x Nano-SIM + 1x microSD
Preis: € 164,40 *

Lieferumfang

Wer sich nicht vorher über das GS3 informiert hat, der dürfte beim Auspacken des Smartphones überrascht werden, denn das Gerät wird in zwei Teilen geliefert. Die Rückenabdeckung, die in diversen Farben für vier Euro zum Nachkaufen angeboten wird, ist nämlich nicht ab Werk angebracht, sondern sie liegt getrennt verpackt bei. Sie wird am Anfang einfach auf die Rückseite gedrückt.

Zusätzlich legt Gigaset dem GS3 noch ein USB-Netzteil mitsamt Ladekabel und einige Anleitungen bei. Einen Öffnungs-Schlüssel gibt es nicht, denn dieser ist aufgrund der abnehmbaren Rückseite nicht notwendig: Durch diese hat man ohnehin einen direkten Zugang zum microSD- und den beiden SIM-Slots.

Verarbeitung & Design

Im Gegensatz zum auffällig designten Gigaset GS4, das durch die Glasrückseite und die Rosegold-Akzente hervorsticht, ist das GS3 deutlich schlichter, konventioneller gestaltet. Erneut wird fast die gesamte Vorderseite vom Display überdeckt, das einzig durch die Kamera-Notch durchbrochen wird. Die Positionierungen der Buttons sind ebenso üblich: Die Power-Taste und die Lautstärkewippe sind rechts, der USB-C-Anschluss unten und die Klinkenbuchse oben.

Die Rückseite des Smartphones ist, wie bereits erwähnt, zunächst unbedeckt. Hier können der Akku ausgetauscht sowie SIM- und microSD-Karten eingesetzt werden, bevor man die Rückseite aufdrückt. Dann wird sie durch Clips in Position gehalten und sitzt bündig und fest. Um sie wieder zu entfernen, muss man sie einfach über eine der zwei Einkerbungen an der Unterseite des Geräts abziehen. Das erfordert etwas Kraft, ist aber problemfrei machbar.

Ansonsten ist die Rückseite wie bei vielen anderen Smartphones gestaltet: Die Kunststoffabdeckung ist einfarbig und wird lediglich durch das Gigaset-Logo an der Unterseite und den Power-Button verziert, der in allen Farbvarianten rot ist. Allzu auffällig ist das GS3 somit nicht gestaltet, doch wir finden das schlichte Design durchaus gelungen. Die Möglichkeit zum Nachkaufen einer andersfarbigen Rückenabdeckung für einen günstigen Preis, und der optionale Gravur-Service von Gigaset, machen das Smartphone außerdem trotzdem noch besonders.

Auch haptisch gefällt uns das GS3: Das Smartphone liegt sehr gut in der Hand und die Kunststoffoberfläche ist angenehm. Lobenswert ist auch die Verarbeitungsqualität: Das Gerät ist verwindungssteif und überall druckstabil – auch an der abnehmbaren Rückseite. Optisch ist nahezu alles am GS3 einwandfrei, bei genauem Hinsehen ist einzig das Blitzlicht auf der Rückseite nicht ganz zentriert.

Software, Leistung & Akkulaufzeit

Anstatt auf eine herstellerspezifische Benutzeroberfläche setzt Gigaset auf ein sauberes Android 10, das zudem ohne störende Zusatzapps auskommt. Neben den notwendigen Apps, wie beispielsweise Kamera und SMS, sind lediglich die Google-Dienste installiert, die für die Nutzung des Play Stores immer dabei sein müssen. Für übrige Apps und Daten verbleiben somit gute 51 GB, die sich durch den microSD-Slot unter der Rückseite erweitern lassen.

Mit dem Einsatz des Mediatek Helio A25 als SoC hat Gigaset das GS3 recht stark zurechtgestutzt: Die acht A53-Kerne sind für den normalen Multimedia-Gebrauch zwar ausreichend, doch im Vergleich zu manchen Konkurrenzmodellen mit A73-Kernen muss das Smartphone hier deutlich zurückstecken. Glücklicherweise reagierte das Smartphone in unseren Tests trotzdem stets flüssig, und die Startzeit von Apps ist in Ordnung. Wie zukunftsfähig der SoC ist, lässt sich aber nur schwer einschätzen.

Auch die Entsperrfunktionen sind, wie schon beim GS4, gut umgesetzt: Der Fingerabdrucksensor und die Gesichtserkennung reagieren zügig und in unseren Tests fehlerfrei.

Geekbench 5 SingleCore: 140
Geekbench 5 MultiCore: 851
3DMark Slingshot Extreme: 372
3DMark Slingshot: 709
PCMark Work Performance: 5.925
PCMark Storage: 2.970

Gut gefällt uns auch die Akkulaufzeit des GS3, denn hier liefert Gigaset eine in unseren Augen beachtliche Leistung ab: Bei minimaler Helligkeit kann sich das Smartphone im PCMark Work über 20 Stunden halten, bei maximaler Helligkeit (450 cd/m²) sind es noch 9:18 h.

Display, Kamera & Multimedia

Bei Themenbereichen wie der Leistung, der Ausstattung oder dem Design reicht oft schlicht der Blick ins Datenblatt – und so war es auch beim Gigaset GS3: Man bekommt genau das, was dieses vermuten lässt. Spannender ist die Multimediahardware, denn diese lässt sich schlechter beziffern.

Das Display des Smartphones erfüllt die Erwartungen: Die Farbdarstellung ist über weite Bereiche klar, mehr dürfte man wohl erst mit einem Aufpreis erwarten. Auch die Auflösung ist noch hoch genug, um keine Pixel erkennen zu können – wenn man in normaler Distanz bleibt. Etwas störend fanden wir lediglich die Helligkeit: Die maximale Stufe ist in unseren Augen definitiv angemessen und für den Alltagseinsatz hell genug, wenn man Hochsommer-Sonnentage einmal ausnimmt. Für dein Einsatz bei Nacht hätten wir uns aber eine etwas niedrigere Mindesthelligkeit und zudem eine feinere Helligkeitseinstellung gewünscht, denn diese ist beim GS3 nicht fließend sondern nur neunstufig.

Auch bei den Lautsprechern liefert Gigaset das Erwartbare ab: Die höchste Lautstärke-Stufe scheppert zwar bei manchen Liedern etwas, doch ist sie auch für das Bespielen von Wohnräumen oder kleinen Gartenpartys laut genug. Der untere und mittlere Lautstärkebereich liefert eine saubere Qualität ab, die für normale Alltagsbeschallung ausreichend ist. Gut gefallen haben uns zudem die Klangwiedergabe über die Klinkenbuchse sowie das verbaute Mikrofon: Beide liefern eine tadellose, rauschfreie Qualität ab.

Von der Kamera kann man indes keine Glanzleistung erwarten: Die Kombination aus normaler und Weitwinkelkamera am Heck liefert eine für schnelle Aufnahmen und Selfies ausreichende Qualität ab, doch beim genaueren Hinsehen wirken Details schnell verwaschen. Für Nachtaufnahmen steht ein Nachtmodus zur Verfügung, der in unseren Augen aber nur einen geringen Effekt hat. Der Panorama-Modus, mit dem Rundum-Aufnahmen erstellt werden können, hat uns dafür aber gut gefallen.

Fazit

Auch wenn dem Gigaset GS3 das Prestige-trächtige „Made in Germany“-Label fehlt, so ist es doch ein spannendes Smartphone mit durchaus interessanten Akzenten. Für einen Preis von 160 € (aktuell € 164,40 *) kombiniert das Gerät die ungewöhnlichen Eigenschaften kabelloses Laden und wechselbarer Akku. Zusätzlich gibt es noch die Option auf eine wechselbare, gravierbare Rückseite und viele Kartenschächte: Zwei SIM-Karten und eine microSD-Karte sind gleichzeitig möglich. Abseits davon gibt es hingegen eine durchschnittliche Ausstattung.

Kernelemente wie die Verarbeitungsqualität, das Display oder die Klangqualität sind gut umgesetzt. Hervorstechend ist in unseren Augen außerdem die Akkulaufzeit, doch es gibt auch ein paar Kritikpunkte. Die Kamera könnte besser sein, eine (annähernd) stufenlose Helligkeitsverstellung des Displays haben wir vermisst und ein stärkerer SoC würde natürlich nie schaden. Doch im Preisbereich des Gigaset GS3 muss man immer, bei jedem Gerät die einen oder anderen Abstriche machen, und unter diesem Gesichtspunkt finden wir das Smartphone gelungen.

Wer für kabelloses Laden einen Einsatzzweck sieht, oder lange Laufzeiten mit dem Smartphone plant, bei denen doch allzu oft ein fest verbauter Akku in die Quere kommt, der sollte sich das GS3 genauer anschauen. Die Option zur nachträglichen Farbänderung und der Gravurservice machen das Smartphone zudem als Geschenk interessant, denn viele der etwas weniger fachkundigen Nutzer dürften sich an den genannten Kritikpunkten wohl nicht sonderlich stören. Wenn Cover, Wechselakku und kabelloses Laden allerdings keine Verwendung finden, ist man mit einem „durchschnittlichen“ Smartphone, das keine Besonderheiten aber dafür eine etwas bessere Hardware bietet, besser beraten.

Gigaset GS3

Verarbeitung
Hardware
Multimedia
Performance
Akku
Preis-Leistungs-Verhältnis

81/100

Das GS3 kombiniert eine solide Basis mit ungewöhnlichen Sonderfunktionen.

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Valentin

Durchgeknallter Vollzeitnerd

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Im Inneren des Smartphones arbeitet ein Mediatek Helio A25, dem vier GB Arbeitsspeicher zur Seite gestellt werden. Das 6,1“-Display löst mit 1560×720 Pixel auf und der interne Speicher des rund 160 Euro (Aktuell: € 159,08*) teuren Gerätes ist 64 GB groß. Dazu gibt es zwei rückseitige Kameras und erneut die Option zum Akkutausch sowie zum kabellosen Laden.
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