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Gigaset MobileDock LM550 im Test: Mobilfunk-Anrufe am Haustelefon

Auf der IFA hat Gigaset nicht nur sein erstes Smartphone, das Gigaset ME, vorgestellt, sondern auch das MobileDock LM550. Wie der Name schon sagt, handelt es sich um einer Art Dockingstation. Ihr könnt euer Smartphone per Bluetooth mit dem MobileDock LM550 koppeln und dieses ist wiederum per DECT mit eurem Festnetz-Telefon verbunden. So sollen Anrufe des Smartphones ganz bequem auf das heimische DECT-Telefon weitergeleitet werden. Wir haben das MobileDock LM550 einem Test unterzogen und können sagen: Gute Idee, hat jedoch noch einiges an Verbesserungspotenzial.

Verarbeitung des Gigaset MobileDock LM550

Die Verpackung sparen wir uns bei diesem Testbericht, denn die tut eigentlich nichts zur Sache. Daher widme ich mich direkt der Verarbeitung. Das MobileDock ist sehr gut verarbeitet und hat keine störenden Spaltmaße. Gut gelungen ist die Gummioberfläche, welche für den nötigen Grip des Smartphones sorgt. Durch zwei hervorstehende Halterungen auf der Vorderseite kann das Smartphone absolut nicht vom MobileDock herunterrutschen. In der Mitte der Oberseite befindet sich der Power-Button, womit das Gerät einfach an und ausgeschaltet werden kann. Auf der rechten Seite befinden sich LEDs zur Statusanzeige der DECT- bzw. Bluetoothverbindung.

Gut gemacht ist auch die Kabelführung auf der Rückseite, die Kabel fliegen nicht störend herum. Das USB-Ladekabel finde ich jedoch ein bisschen zu lang, das hätte auch kürzer oder direkt in das MobileDock auf der Vorderseite integriert sein können. Für einen festen Stand des MobileDock LM550 sorgen vier Gummifüße. Das Gewicht des MobileDocks könnte zwar höher sein, es reicht jedoch um einen festen Stand zu ermöglichen.

Insgesamt ist die Verarbeitung jedoch gut gelungen und die schlichte Optik passt zum Verwendungszweck.

App & Einrichtung

Eingerichtet wird das Gigaset MobileDock LM550 per Android-App. Windows-Nutzer haben leider noch Pech gehabt, für iOS-Inhaber gibt es das MobileDock LM550i – das ist dann weiß und unterstützt iOS, kostet aber auch 10 Euro mehr. Schade, dass das MobileDock nicht einfach mit allen Systemen kompatibel ist. Die kostenlose App kann einfach aus dem jeweiligen App Store geladen werden. Nach dem Start wird man durch die komplette Einrichtung geführt.

Voraussetzung fürs Smartphone oder Tablet ist mindestens Bluetooth 4.0 und Android 4.4. Beim iOS-Pendant wird iOS 7.1 vorausgesetzt.

Mit der App kann das MobileDock LM550 einfach gesteuert werden um festzulegen mit welchem Festnetz-Mobilteil man die Anrufe entgegen nimmt. Sofern man die Anruferanzeige am Smartphone aktiviert hat, kann auch der Name und die Telefonnummer weitergereicht werden. Beispielsweise die DECT-Telefone der S- und C-Reihe von Gigaset können die Daten dann anzeigen.

Nach der Ersteinrichtung kann das MobileDock auch mit weiteren Geräten einfach per Bluetooth gekoppelt werden. Die App ist auf den neuen Smartphones nicht mehr notwendig, man stellt einfach eine Bluetooth-Verbindung her. Zwei Smartphones können gleichzeitig mit dem MobileDock LM550 verbunden sein.

Funktionsumfang

Neben der Anrufweiterleitung ist auch noch eine Ladestation mit integriert. Mit einem kurzen USB-Kabel kann das Smartphone einfach mit dem MobileDock verbunden werden und wird dann mit 1.500 mAh geladen.

Die Rufweiterleitung funktioniert auch mit Anzeige von Name und Telefonnummer einwandfrei. Interessant ist auch, dass angezeigt wird von welchem Smartphone der Anruf weitergeleitet wird. Gerade wenn man mehr als ein Smartphone verbunden hat, kann das Missverständnissen vorbeugen. Die Anzeige funktioniert jedoch nur mit kompatiblen Geräten, wie beispielsweise den DECT-Telefonen der C- und S-Klasse von Gigaset. Alle anderen Telefone werden einfach nur einen internen Anruf anzeigen.

Problematisch wird es, wenn man die Verbindung hergestellt hat, aber dennoch sein Smartphone nutzen möchte. Man kann Anrufe zwar weiterhin am Smartphone annehmen, das Festnetz-Telefon klingelt dann aber weiter und man kann weder etwas hören, noch dem Gesprächspartner etwas mitteilen. Man muss die Anrufe also zwingend am DECT-Telefon annehmen. Außerdem gibt es noch Probleme mit Drittanbieter-Anrufen – heißt Anrufe über Facebook, WhatsApp & Co. Anrufe von WhatsApp werden beispielsweise gar nicht weitergeleitet, Anrufe über die Facebook-App jedoch schon. Allerdings funktioniert das Telefonieren mit der Facebook-App dann auch nicht so wie es sein sollte, denn man muss dann sowohl am DECT-Telefon, als auch am Smartphone den Anruf annehmen – leider ein wenig umständlich.

Die Idee ist also gut, allerdings muss man dann auch konsequent das DECT-Telefon nutzen und selbst dann kann es noch zu Problemen kommen. Für reine Mobilfunk-Weiterleitungen funktioniert das ganze jedoch gut.

Verbindungsqualität zwischen Smartphone und DECT-Telefon

Die Verbindungsqualität zwischen DECT-Telefon, MobileDock und Smartphone ist gut. Beachten muss man dabei jedoch, dass Bluetooth eine sehr geringe Reichweite hat, man muss das Smartphone als wirklich in der Nähe des MobileDocks lassen, ansonsten kommt es schnell zu Verbindungsabbrüchen. Anders sieht das bei der DECT-Verbindung aus, die verträgt bis zu 50 m in Gebäuden und 300 m im Freien. Man kann mit dem DECT-Telefon also überall rumlaufen.

Die Sprachqualität hat keine spürbare Änderung zum Gespräch am Smartphone. Wenn der Sound am Smartphone klar wiedergegeben wird, kommt er auch am DECT-Telefon klar an. Hat das Smartphone allerdings einen schlechten Audiochip, kommt die Sprache auch so am DECT-Telefon an. Ich rede hier bewusst vom Audiochip und nicht von den Lautsprechern des Smartphones – die sind irrelevant.

Fazit zum Gigaset MobileDock LM550

Auf der IFA hat mich die Idee des Gigaset MobileDock LM550 begeistern können. Die versprochene Weiterleitung der Anrufe funktioniert auch einwandfrei. Wer wirklich nur die Anrufe seines Mobilfunkanbieters in den heimischen vier Wänden bequemer annehmen möchte, für den ist das MobileDock auf jeden Fall einen Blick wert.

Mir fehlt noch die Funktion auch ausgehende Anrufe direkt vom DECT-Telefon ausführen zu können. Wenn man Anrufe tätigen möchte, muss man leider immer erst das Smartphone in die Hand nehmen zum Wählen und dann das DECT-Telefon zum Telefonieren nutzen. Außerdem sollten Anrufe anderer Apps entweder blockiert und nur auf dem Smartphone ausgeführt werden, oder richtig weitergeleitet werden. Schade finde ich außerdem, dass man vorm Kauf entscheiden muss ob man Android- oder iOS-Geräte koppeln möchte – was ist wenn man ein neues Smartphone mit anderem Betriebssystem bekommt?

Die idee ist auf jeden Fall gut, Anrufe können auch einwandfrei angenommen werden, allerdings fehlen noch einige wichtige Funktionen. Da finde ich es bequemer per App (z. B. von FRITZ!Box oder TP-Link) die Festnetz-Telefonate auf das Smartphone weiterzuleiten, denn der Rest funktioniert dann auch noch. Die 60 Euro für die Android-Variante bzw. 70 Euro für die iOS-Variante finde ich momentan noch zu viel. Sobald ausgehende Anrufe und Drittanbieter-Apps auch einwandfrei funktionieren, kann ich das Gigaset MobileDock LM550 jedoch mit gutem Gewissen empfehlen. Ich denke das sollte mit einem App-Update machbar sein. Wem das nicht so wichtig ist, kann natürlich auch jetzt schon zugreifen.

Bewertung80

Gigaset MobileDock LM550

Verarbeitung
App
Funktionsumfang
Verbindungsqualität

Noch nicht ganz ausgereift!

Eingehende Anrufe können einwandfrei angenommen werden, ausgehende Anrufe müssen jedoch vom Smartphone gewählt werden. App-Anrufe werden zwar teilweise weitergeleitet, müssen jedoch auf dem DECT-Telefon und Smartphone angenommen werden. Ein Update könnte helfen.

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Simon Lüthje

Ich bin der Gründer dieses Blogs und interessiere mich für alles was mit Technik zu tun hat, bin jedoch auch dem Zocken nicht abgeneigt. Geboren wurde ich in Hamburg, wohne nun jedoch in Bad Segeberg.

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