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iFLYTEK AINOTE Air 2 Test: E-Ink-Tablet für Profis und Studierende

Das iFlytek AINOTE Air 2 ist ein im September 2025 vorgestelltes E-Ink-Tablet, das sich gezielt an Profis, Studierende und Produktivitätsfans richtet. Mit einem Schwerpunkt auf KI-gestützter Transkription, Notizen und intelligentem Dokumentenmanagement. Nach intensiver Nutzung im Alltag kann ich sagen: Dieses Gerät ist kein Allrounder, aber was es tut, macht es erstaunlich gut.

Technische Daten des iFlytek AINOTE Air 2

Produkt AINOTE Air 2
Abmessungen 193 mm x 137,5 mm x 6,5 mm
Gewicht 231 g
Display 8,2 Zoll HD E-Ink
Auflösung 1.440 x 1.920 Pixel
Speicher 4 GB RAM + 32 GB Systemspeicher
CPU Quad-Core 1.8 GHz
Konnektivität Wi-Fi 6; Bluetooth 5.0
Preis € 549,00 *

iFlytek AINOTE Air 2 Test: Design und Verarbeitung

Schon beim ersten Anfassen fällt auf, wie durchdacht das Design der AINOTE Air 2 ist. Das Gehäuse besteht aus Metall und vermittelt eine solide, hochwertige Haptik, ohne dabei klobig zu wirken. Die Abmessungen von 193 × 137 × 5 bis 6,4 mm machen das Tablet außerordentlich schlank und mit einem Gewicht von lediglich 231 Gramm lässt es sich problemlos den ganzen Tag in der Tasche tragen. Die Screen-to-Body-Ratio von 88,5% sorgt dafür, dass die Ränder angenehm schmal sind, ohne die Handhabung zu beeinträchtigen.

iFlytek AINOTE Air 2

Die Rückseite ist matt texturiert. Das sieht elegant, ist aber leider ein echter Fingerabdruckmagnet. Eine praktische Besonderheit ist die flache Rückseite und das trotz verbauter Kameras: Sie erlaubt es, das Tablet flach auf dem Tisch abzulegen, ohne dass es wackelt. Ein kleines, aber im Schreiballtag extrem hilfreiches Detail. Der Power-Button ist mit einem Fingerabdruckscanner kombiniert und sitzt gut erreichbar an der Oberseite. Das Design ist bewusst unauffällig gehalten, was ich persönlich sehr schätze.

iFlytek AINOTE Air 2

Die 5-Megapixel-Kamera an der Rückseite wirkt zunächst ungewöhnlich für ein E-Ink-Tablet, erfüllt aber ihren Zweck als Dokumentenscanner. Die Qualität ist dabei nicht überragend. Für professionelle Scans würde ich mir eine höhere Auflösung wünschen. Aber für schnelle Digitalisierungen im Alltag reicht sie aus. Der mitgelieferte Stylus ist zudem eine hervorragende Ergänzung. Er lässt sich magnetisch seitlich am Tablet befestigen. Der Magnet hält recht gut, aber nicht so sicher wie bei einem iPad und Co. Bei einem unglücklichen Stoß kann der Stift trotzdem herunterfallen

Ausstattung und Features des iFlytek AINOTE Air 2

Das Herzstück der AINOTE Air 2 ist ihr 8,2-Zoll-E-Ink-Display mit einer Auflösung von 1440 × 1920 Pixeln bei 293 PPI. Die matte, texturierte Oberfläche reduziert Spiegelungen effektiv und verleiht dem Schreiben ein papierähnliches Gefühl. Die Helligkeit ist in 24 Stufen für warmes und kaltes Licht regulierbar. Ideal für unterschiedliche Lichtverhältnisse und langes Lesen ohne Augenermüdung.

iFlytek AINOTE Air 2

Allerdings gibt es keine Möglichkeit, die E-Ink-Einstellungen wie die Seitenaktualisierungsrate anzupassen, was beim schnellen Tippen oder Blättern zu ruckeligen Animationen führen kann. Apropos ruckelig:

Unter der Haube steckt ein Quad-Core-Prozessor mit 1,8 GHz, 4 GB RAM und 32 GB internem Speicher. Das mutet zwar durchaus leistungsstark an, doch recht schnell fällt im Test auf, dass das AINOTE Air 2 sämtliche Animationen, Menüwechsel und Anpassungen mit einer merklichen Latenz umsetzt – was mitunter, aber nicht nur, auch an der E-Ink-Technologie liegt. Man gewöhnt sich zwar dran, im Alltag dürfte das alles aber gerne etwas schneller vonstatten gehen.

iFlytek AINOTE Air 2

Der Speicher ist ein kritischer Punkt: Es gibt keinen microSD-Kartenslot und 32 GB fühlen sich bei intensiver Nutzung schnell knapp an. Zumal sich darauf auch nur rund 6 Stunden Audioaufnahmen speichern lassen. Für Konnektivität sorgen WiFi 6 und Bluetooth 5, dazu ein USB-C-Anschluss zum Laden oder Übertragen von Daten. Neben dem Tablet selbst sind vier Mikrofone und ein Lautsprecher verbaut. Der Klang des Speakers ist durchaus ordentlich, wobei diese natürlich für die Darstellung von Audio-Notizen ausgelegt sind, die klar verständlich wiedergegeben werden.

Das Betriebssystem ist Android 11, allerdings ohne Google Play Store oder die Möglichkeit, Apps zu installieren. Stattdessen stellt iFlytek eine kuratierte App-Auswahl bereit, darunter Kindle, Libby, Kobo Books, WPS Office, Outlook und APKPure. Dabei kommt das E-Ink-Tablet mit vielen Dateiformaten wie PDF, EPUB, TXT, MOBI, AZW3, DOC(X), XLS(X), PPT(X), JPEG, JPG und PNG problemlos zurecht.

Das absolute Alleinstellungsmerkmal ist die KI-gestützte Spracherkennung und Transkription in Echtzeit. Unterstützt werden 15 Sprachen, darunter Deutsch, Englisch, Chinesisch, Japanisch, Koreanisch, Französisch und Spanisch. Die Echtzeit-Übersetzung unterstützt 10 Sprachen. Das Betriebssystem ist allerdings auf Englisch und diverse asiatische Sprachen beschränkt, ein deutsches Menü gibt es also leider nicht.

Besonders cool: Darüber hinaus wandelt das Gerät Handschrift in Text um und erkennt dabei beeindruckende 83 Sprachen. Die konvertierte Handschrift wird dabei direkt in Texte umgewandelt und kann dann über das Menü in Notizen, Tasks und vielen weiteren Parametern abgelegt und durchsucht werden. Als KI-Assistent ist ChatGPT 4o integriert, der jedoch nicht mit dem Internet verbunden ist und dadurch in der Praxis stark eingeschränkt wirkt.

Akkulaufzeit des iFlytek AINOTE Air 2

Die iFlytek AINOTE Air 2 kommt mit einem 2.600-mAh-Akku. Ein Wert, der auf dem Papier bescheiden klingt und es technisch gesehen auch ist. Das extrem schlanke Gehäuse lässt schlicht keinen größeren Akku zu. In der Praxis relativiert sich diese Zahl jedoch deutlich: Da es sich um ein E-Ink-Tablet handelt, verbraucht das Display im Ruhemodus so gut wie keinen Strom und auch bei der aktiven Nutzung zeigt sich das Air 2 extrem sparsam.

iFlytek AINOTE Air 2

In meinem Alltag habe ich die AINOTE Air 2 mehrere Tage ohne Laden betrieben. Vorausgesetzt, ich nutze keine dauerhaften Internetverbindungen oder intensives Audioaufzeichnen. Sobald WiFi aktiv ist und die Transkriptions- oder Synchronisierungsfunktionen laufen, steigt der Verbrauch merklich. Gerade die Transkription erfordert zwingend eine Internetverbindung, was den Akku bei längeren Meetings spürbarer beansprucht. Insgesamt reicht die Laufzeit für den typischen Produktivitätseinsatz über mehrere Tage hinweg. Das passt.

Praxistest des iFlytek AINOTE Air 2

Im echten Alltag zeigt das iFlytek AINOTE Air 2 am deutlichsten, wofür es wirklich gebaut wurde. Das Schreiberlebnis mit dem Stylus ist schlichtweg exzellent: Die Handflächenerkennung funktioniert fehlerfrei, die Schrifterfassung trifft meinen persönlichen Schreibstil sehr präzise und die matte Displayoberfläche gibt dem Schreiben dieses angenehme Papier-Feedback, das man von günstigen Tablets nicht kennt. Die Werkzeugauswahl für Notizen ist im Vergleich zu anderen E-Ink-Tablets wie dem reMarkable etwas eingeschränkt, aber für den täglichen Gebrauch absolut ausreichend. Notizen, Kalendereinträge, To-Do-Liste,… alles kein Problem.

Die Audio-Aufnahme mit synchronisierten Notizen ist das Feature, das mich am meisten überzeugt hat. In Meetings oder Vorlesungen nehme ich parallel auf und schreibe stichpunktartig mit. Klicke ich später auf eine Notiz, springt das Audio genau zum richtigen Zeitpunkt und zeigt mir an, wo ich mich innerhalb meiner Notiz gerade befinde.

Die KI-gestützte Zusammenfassung der Aufnahmen ist ein nettes Add-on, aber kein Ersatz für sorgfältige eigene Notizen. Die Handschrift-zu-Text-Konvertierung in 83 Sprachen hat mich im Test angenehm überrascht: Die Erkennung ist schnell und und arbeitet weitestgehend zuverlässig, wenngleich es hier und da ein paar Probleme mit der Erkennung gibt. Das betrifft aber eher Fachbegriffe, darunter auch der eigentliche Produktname. Aus dem iFlytek AINOTE Air 2 machte das Tablet ein „es ist Freitag. Ein oder zwei E-Ink Tabletts“. Nun gut.

iFlytek AINOTE Air 2

Als E-Reader macht das Tablet ebenfalls eine gute Figur. PDFs und EPUBs lassen sich komfortabel annotieren, und mit Kindle und Libby steht ein riesiges Buchsortiment zur Verfügung. Bei Comics oder Bilderbänden stößt das 8,2-Zoll-Display jedoch an seine Grenzen. Für reinen Text ist die Größe hingegen angenehm. Das Text-to-Voice-Feature, also das Vorlesen von E-Books, ist besonders für Sprachlernende interessant, wird jedoch nur in vier Sprachen (Englisch, Chinesisch, Koreanisch, Japanisch) unterstützt.

Die Dokumentenscanner-Funktion erledigt Alltagsaufgaben zuverlässig, wenn auch nicht auf Profi-Niveau. Was mich im Test gestört hat: Bei mehreren aufeinanderfolgenden Scans muss der Zuschneidemodus jedes Mal manuell aktiviert werden. Das kostet unnötig Zeit.

iFlytek AINOTE Air 2

Praktisch zudem: Der Hersteller bietet eine Begleit-App für iOS/Android sowie Windows-Systeme an. Notizen und Inhalte lassen sich in die Cloud laden und so problemlos mit anderen Geräten synchronisieren, was eine nahtlose Bearbeitung ermöglicht. Im Alltag ein wirklich nützliches Feature.

iFlytek AINOTE Air 2 Test: Fazit

Das iFlytek AINOTE Air 2 ist kein Tablet für alle. Wer ein leistungsstarkes Produktivitätsgerät mit kostenloser Echtzeit-Transkription, exzellentem Handschreibgefühl und durchdachter Audio-Notiz-Synchronisation sucht, findet hier ein ernstzunehmendes Werkzeug zum Preis von rund 550 Euro (UVP). Das schlanke Metallgehäuse, das geringe Gewicht und die starke E-Ink-Qualität machen es zu einem verlässlichen Begleiter für Studierende, Journalisten, Redakteure und alle, die einfach ihre Gedanken festhalten wollen.

Schwächen sind aber zweifellos vorhanden. Der fehlende Google Play Store, der begrenzte Speicher, der offline-gefangene KI-Assistent und die träge E-Ink-Aktualisierungsrate zeigen, dass iFlytek stoßen im Alltag sauer auf. Gerade, dass sich das Tablet bei der Navigation durch die Menüs doch etwas mehr Zeit genehmigt, nervt anfangs.

Wer ein universell einsetzbares Android-Tablet mit E-Ink erwartet, ist bei manch einem Konkurrenten besser aufgehoben. Wer aber ein fokussiertes, ablenkungsfreies Produktivitätsgerät sucht, das Sprache, Schrift und Dokumente intelligent verknüpft, wird mit dem AINOTE Air 2 sicher zufrieden sein.

PRO

  • Edles Design
  • Kompakt und leicht
  • Gutes E-Ink-Display
  • Transkription zuverlässig
  • Audio-to-Text
CONTRA

  • Durchwachsene Performance
  • Begrenzter Speicher
  • Kein Play Store
  • Cloud-Sync mit Account-Pflicht
  • KI-Assistent eher nutzlos

iFlytek AINOTE Air 2

Design & Verarbeitung
Ausstattung
Performance
Features
Preis-Leistungs-Verhältnis

84/100

Gelungenes E-Ink-Tablet für Notizen und Transkription, das in der Praxis seinen Job sehr gut erfüllt. Das System arbeitet aber etwas hakelig und der interne Speicher ist stark begrenzt.

Philipp Briel

Ich bin leidenschaftlicher Gamer seit meiner frühen Kindheit und habe neben dem PC nahezu jede Spielekonsole bereits besessen. Auch Technik begeistert mich, vor allem brenne ich für Peripherie, PCs, Notebooks und Gadgets.

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