Mit dem Mitte August vorgestellten POCO F9 Ultra schickt der Hersteller sein bislang ambitioniertestes Smartphone ins Rennen: Snapdragon-8-Elite-Gen-5-Chipsatz, ein 185-Hz-AMOLED-Display mit neuem M11-Panel, eine 200-Megapixel-Hauptkamera mit 5-fachem Periskop-Teleobjektiv und ein 8.050-mAh-Akku mit 100-Watt-Schnellladung sollen die Marke endgültig aus der reinen Preis-Leistungs-Ecke herausholen. Wir haben das F9 Ultra vor dem offiziellen Marktstart mehrere Tage lang getestet, alle Kernfunktionen ausprobiert und verraten dir, wie sich das neue POCO-Flaggschiff im Alltag, beim Gaming und beim Fotografieren schlägt und ob sich der gegenüber der Vorgänger-Generation spürbar gestiegene Preis lohnt.
Technische Daten des POCO F9 Ultra
| Display | 6,9 Zoll, AMOLED, 2608 x 1200 Pixel (19,5:9), M11-Panel,185 Hz |
| Helligkeit | Bis zu 4.500 Nits (Multi-Szenario, 25 % APL) / bis zu 10.000 Nits Spitzenwert (1 % APL) |
| Touch-Abtastrate | 480 Hz (10-Punkt) + 4.800 Hz Instant-Touch + 200 Hz Gyro (per OTA ab September 2026) |
| Prozessor | Snapdragon 8 Elite Gen 5, Qualcomm Oryon CPU, bis 4,6 GHz |
| Grafikchip | VisionBoost D8 (GEX-AISR-Modul für KI-Bildverbesserung) |
| Arbeitsspeicher | LPDDR5X, bis 9.600 Mbps |
| Interner Speicher | UFS 4.1, Varianten mit 256 GB, 512 GB oder 1 TB |
| Speicher-/RAM-Varianten | 12 GB + 256 GB, 16 GB + 512 GB, 16 GB + 1 TB |
| Betriebssystem | HyperOS 3 auf Basis von Android 16 |
| Kühlung | POCO 3D IceLoop: 6.300 mm² Vapor Chamber, 17.820 mm² Graphitfläche |
| Rückkamera | 200 MP Hauptkamera (f/1.7) + 50 MP Periskop-Teleobjektiv (f/3.0, 5-fach optisch, OIS, 10-fach verlustfrei) + 50 MP Ultraweitwinkel (f/2.4) |
| Frontkamera | 32 MP (f/2.2) |
| Video | Bis 8K@30fps, 4K@30/60fps, diverse Zeitlupenmodi bis 1920fps, 4K@60fps über das Teleobjektiv |
| Akku | 8.050 mAh (typ.) |
| Laden | 100 W kabelgebundenes HyperCharge, 50 W kabelloses HyperCharge, 27 W kabelgebundenes und 22,5 W kabelloses Reverse-Charging |
| Audio | Sound by Bose, 2.1-Audiosystem |
| Konnektivität | 5G (SA/NSA), Wi-Fi 7 (Dual-Band), Bluetooth 6.0 mit LHDC 5.0, NFC, Infrarot, USB-C mit OTG |
| Sensoren | Ultraschall-Fingerabdrucksensor im Display, Beschleunigungssensor, Näherungssensor, Gyroskop, Kompass |
| Wasser-/Staubschutz | IP68 |
| Abmessungen | 163,5 x 78 x 8,5 mm |
| Gewicht | 238 g |
| Farben | Dark Cherry, Schwarz |
| Release | 1. September 2026 (globaler Launch) |
| Preis | ab 1.099,99 Euro (Early Bird-Preise ab 829,90 Euro) |
Design und Verarbeitung: Hochwertig, mit Bose-Branding
Unser Testgerät kam in Schwarz zu uns, alternativ gibt es aber auch eine stylische Variante in Dark Cherry: Einem satten, leicht ins Bordeaux gehenden Rotton, der dem F9 Ultra deutlich mehr Charakter verleiht als die schlichten Grau- und Schwarztöne, mit denen POCO-Geräte früher meist auskommen mussten. Wer es dezenter mag, greift zur schwarzen Variante.
Die Rückseite besteht aus glasfaserverstärktem Kunststoff, der Rahmen aus Aluminium und die Front aus Gorilla Glass 7i. In Kombination mit der IP68-Zertifizierung ergibt das ein Gehäuse, das sich im Test hochwertiger anfühlte, als es der Materialmix auf dem Papier vermuten lässt, und das laut Zertifizierung auch kurzes Untertauchen bis 1,5 Meter Tiefe übersteht. Auffälligstes Detail beim Blick auf die Rückseite ist das große, kreisförmige Kameramodul mit deutlich sichtbarem Bose-Schriftzug. Ein Hinweis auf die gemeinsam mit Bose entwickelte Audio-Abstimmung, die wir weiter unten noch im Detail behandeln.
Mit 238 Gramm Gewicht und 8,5 Millimetern Bauhöhe liegt das F9 Ultra für ein Gerät mit 8.050-mAh-Akku im Rahmen dessen, was man aktuell von großen Flaggschiffen mit noch größerem Akku erwarten kann. In der Handhabung wirkt es dabei ausgewogen, ohne kopflastig zu sein. Der Ultraschall-Fingerabdrucksensor sitzt sauber unter dem Display und hat bei uns im Testzeitraum durchgehend zuverlässig und schnell entsperrt, auch mit leicht feuchten Fingern.
Display: 185-Hz-AMOLED mit neuem M11-Panel
Das Herzstück des F9 Ultra ist zweifellos das 6,9 Zoll große AMOLED-Display mit einer Auflösung von 2608 x 1200 Pixeln und einer Bildwiederholrate von bis zu 185 Hz – POCO bewirbt das Panel selbst als „industrieführend“ hell. Möglich macht das ein neu entwickeltes M11-Panel, das laut Hersteller mit einem verbesserten grünen Leuchtmaterial arbeitet und dadurch die Leuchteffizienz um 20 Prozent sowie die Lebensdauer des Displays um 5 Prozent gegenüber der Vorgängergeneration steigert. In der Spitze erreicht das Panel bei einem Bildanteil von nur 1 Prozent bis zu 10.000 Nits, im alltagsrelevanten Multi-Szenario-Modus bei 25 Prozent Bildanteil immerhin bis zu 4.500 Nits. Im Test war das bei praller Sommersonne deutlich zu spüren: Selbst beim Blick aufs Display im direkten Gegenlicht mussten wir es kaum abschatten, um Inhalte noch komfortabel lesen zu können.
Ergänzt wird das Panel um POCOs HyperRGB-Farbmanagement sowie Unterstützung für Dolby Vision, HDR Vivid und HDR10+, was bei kompatiblen Streaming-Inhalten für sichtbar mehr Kontrast und satte Farben sorgt. Für Vielspieler und -tipper interessant: Das Touch-Sampling arbeitet mit bis zu 480 Hz bei Zehn-Finger-Erkennung und zusätzlich mit einem Instant-Touch-Modus von bis zu 4.800 Hz, der automatisch im Game-Turbo-Modus greift. Eine 200-Hz-Gyro-Abtastrate für besonders präzise Shooter-Steuerung soll per OTA-Update ab September 2026 folgen, zunächst allerdings nur für ausgewählte Titel wie PUBG Mobile, Call of Duty: Mobile und Garena Delta Force.
Nicht zu kurz kommt bei alldem der Augenschutz: Mit der Xiaomi-Vision-Care-Suite erreicht das F9 Ultra nach eigenen Angaben die vierfache TÜV-Rheinland-Zertifizierung (Circadian Friendly, Low Blue Light Hardware Solution, Flicker Free, Intelligent Eye Care). Im Test haben wir vor allem den Nachtmodus mit einer minimalen Helligkeit von nur 1 Nit für das Lesen im abgedunkelten Schlafzimmer zu schätzen gelernt.
Performance: Snapdragon 8 Elite Gen 5 im Benchmark
Angetrieben wird das F9 Ultra vom aktuellen Snapdragon 8 Elite Gen 5, gefertigt im 3-nm-Verfahren bei TSMC und ausgestattet mit der dritten Generation von Qualcomms selbst entwickelten Oryon-Kernen. Das All-Big-Core-Design mit 2+6-Konfiguration taktet mit bis zu 4,6 GHz, dazu kommen ultraschneller LPDDR5X-Arbeitsspeicher mit bis zu 9.600 Mbps sowie UFS-4.1-Speicher. In unserem Alltagstest lief das Gerät durchweg butterweich, egal ob beim Wechseln zwischen zahlreichen offenen Apps, beim Bearbeiten großer Fotos in 200 Megapixel oder beim gleichzeitigen Streamen und Chatten.
Laut POCOs eigenen Messungen mit AnTuTu (Version 11.1.1, durchgeführt bei rund 25 °C Umgebungstemperatur) erreicht das F9 Ultra einen Wert von 4.165.108 Punkten und liegt damit knapp vor der Konkurrenz aus dem Hause Samsung: Das Galaxy S26 Ultra mit demselben Grundchipsatz (dort als „Snapdragon 8 Elite Gen 5 for Galaxy“ vermarktet) kommt in derselben Testreihe auf 4.103.221 Punkte.
| Benchmark | Ergebnis |
| Geekbench 7 Single / Multicore | 2.071 Pkt. / 8.896 Pkt. |
| Geekbench 7 GPU | 16.688 Pkt. |
| Geekbench AI | 2.247 / 3.655 / 5.276 Pkt. |
| Wild Life Extreme | nicht möglich |
| Solar Bay | nicht möglich |
| Solay Bay Extreme | nicht möglich |
| Steel Nomad Light | nicht möglich |
| PCMark Work 3.0 | 20.619 Pkt. |
Verifizieren konnten wir das im Test aber leider nicht, da sowohl AnTuTu als auch 3DMark und die Ergebnisse verwehrten. Immerhin: Geekbench 7, Geekbench AI und PCMark kamen zu Ergebnissen, die sehr gute Werte zu Tage förderten. Dennoch fällt das F9 Ultra hier recht stark hinter das Samsung Galaxy S26 Ultra zurück, das in sämtlichen Tests wesentlich höhere Werte erreicht. Darunter im Geekbench-7-Single-Core-Test rund 1.000 Punkte mehr (3.027), im Multi-Core sogar fast 1.500 Punkte (10.497).
In der Praxis macht sich dieser Vorsprung vor allem in rechenintensiven Momenten bemerkbar, etwa beim schnellen Export von 4K-Videomaterial oder bei KI-gestützten Bildbearbeitungsfunktionen, die im Test spürbar zügiger durchliefen, als wir es von der vorherigen POCO-Generation gewohnt waren.
Ergänzt wird der Hauptchip durch den dedizierten VisionBoost-D8-Grafikchip, der mit einem eigenen GEX-AISR-Modul (unter anderem für Bewegungsinterpolation, KI-Superauflösung, Schärfe- und HDR-Verarbeitung) arbeitet. Praktisch äußert sich das in Funktionen wie einer intelligenten Bildwiederholraten-Anpassung, einer KI-gestützten Superauflösung für ausgewählte Titel wie Call of Duty, Genshin Impact, Honkai: Star Rail und PUBG Mobile sowie „Dual-Core Visuals“ für flüssigere Wiedergabe bei YouTube und Netflix.
Kühlung: POCO 3D IceLoop hält den Takt
Damit die geballte Rechenleistung nicht nach wenigen Minuten in Throttling endet, setzt POCO auf das hauseigene 3D-IceLoop-Kühlsystem. Herzstück ist eine mit 6.300 mm² ungewöhnlich große Vapor Chamber (Loop Heat Pipe), die Dampf und Flüssigkeit räumlich trennt und dadurch einen effizienten Ein-Wege-Wärmekreislauf ermöglicht. Eine zusätzliche 3D-Wölbung direkt über dem Chipsatz soll die SoC-Temperatur laut Hersteller um bis zu 3 °C senken, ergänzt durch eine großflächige Graphitschicht von 17.820 mm².
In unserem Praxistest mit längeren Gaming-Sessions – unter anderem eine rund einstündige Runde Honkai: Star Rail in der offenen Spielwelt – blieb das Gehäuse spürbar wärmer als im Leerlauf, wurde aber nie unangenehm heiß in der Hand, und die Bildrate blieb über die gesamte Testdauer angenehm konstant, statt nach wenigen Minuten spürbar einzubrechen. Für ein kompaktes Smartphone-Gehäuse ist das ein ordentliches Ergebnis, auch wenn sich physikalische Grenzen bei Dauerlast unter sehr hohen Umgebungstemperaturen natürlich nicht vollständig aushebeln lassen.
Gaming: WildBoost Engine und 185-FPS-Modus
Für Gamer dürfte die WildBoost Engine eines der interessantesten Features des F9 Ultra sein. Sie identifiziert je nach Ziel-Bildrate und Spielszenario intelligent die passende Scheduling-Strategie, mindert Frame-Drops in Echtzeit und reguliert dynamisch die Temperatur, ohne dabei den Akku unnötig zu belasten. Als erstes POCO-Modell mit 185-Hz-Bildwiederholrate unterstützt das F9 Ultra nach Herstellerangaben 24 Spiele mit nativen 185 FPS, darunter Top-Titel wie CrossFire: Legends und Blood Strike, während Mobile Legends: Bang Bang und Call of Duty: Mobile mit bis zu 165 FPS laufen.
Dazu passt die bereits erwähnte hohe Touch-Abtastrate von bis zu 480 Hz sowie der Instant-Touch-Modus mit 4.800 Hz, die zusammen für ein sehr direktes, verzögerungsarmes Spielgefühl sorgen. Bei Titeln wie Genshin Impact profitiert zusätzlich die neue Game-Color-Enhancement-Funktion, die ohne manuelle Aktivierung für kräftigere Farben und mehr Detailzeichnung im Spiel.
Akku und Laden: 8.050 mAh mit 100-Watt-HyperCharge
Mit 8.050 mAh setzt das POCO F9 Ultra auf eine für ein 8,5 Millimeter dünnes Flaggschiff beeindruckend große Akkuzelle, ermöglicht durch eine neue Silicium-Carbon-Chemie mit 16 Prozent Si-C-Anteil und einer Energiedichte von 809 Wh/L. In unserem Alltagstest mit gemischter Nutzung wie Browsing, Social Media, etwas Gaming und Videostreaming kamen wir damit komfortabel über einen vollen Tag, bei genügsamerer Nutzung auch deutlich darüber hinaus. POCOs eigene Szenario-Tests untermauern diesen Eindruck: Im direkten Vergleich mit dem Galaxy S26 Ultra hält das F9 Ultra beim Scrollen auf Twitter/X mit 29,07 gegenüber 18,36 Stunden spürbar länger durch, bei aktiver Google-Maps-Navigation mit 18,99 gegenüber 13,18 Stunden und bei WhatsApp-Videotelefonie mit 12,05 gegenüber 8,30 Stunden.
Geladen wird kabelgebunden mit bis zu 100 Watt HyperCharge sowie kabellos mit bis zu 50 Watt im Standard-Lademodus. In unserem Test war der Akku über das mitgelieferte Kabel innerhalb einer guten halben Stunde zu einem Großteil wieder aufgeladen, was den großzügigen Akku im Alltag noch entspannter macht. Zusätzlich beherrscht das F9 Ultra Reverse-Charging mit bis zu 27 Watt kabelgebunden und 22,5 Watt kabellos, praktisch etwa um kabellose Kopfhörer oder eine Smartwatch unterwegs kurz nachzuladen.
Audio: Sound by Bose in 2.1-Konfiguration
Zum ersten Mal arbeitet POCO für die Klangabstimmung des POCO F9 Ultra mit Bose zusammen. Zwei symmetrisch angeordnete 1115D-Stereolautsprecher kombiniert mit einem zusätzlichen, unabhängigen 1620-Subwoofer ergeben ein 2.1-Audiosystem, das laut Hersteller für ein stabileres Klangbild, tieferen Bass und ein breiteres Klangfeld sorgen soll.
Im Test beim Anschauen von YouTube-Videos und beim Musikhören über Spotify wirkte der Klang tatsächlich voller und weniger blechern, als wir es von Smartphone-Lautsprechern gewohnt sind. Gerade der spürbare Bassanteil ist für ein Gerät dieser Bauform bemerkenswert. Dolby Atmos rundet die Ausstattung ab, eine analoge Kopfhörerbuchse gibt es dagegen erwartungsgemäß nicht mehr.
Software, Augenschutz und Update-Versprechen
Software-seitig läuft das F9 Ultra mit HyperOS 3 auf Basis von Android 16. POCO verspricht laut aktuellem Stand bis zu vier große Betriebssystem-Updates, was gerade für Käufer, die ihr Smartphone länger nutzen möchten, ein wichtiges Argument sein dürfte. Im Testzeitraum lief die Bedienung angenehm flüssig und ohne nennenswerte Ruckler, auch wenn HyperOS – wie bei Xiaomi- und POCO-Geräten üblich. Weiterhin mit einer eigenen Optik samt vorinstallierter Zusatz-Apps daherkommt, an die man sich als Umsteiger von einer anderen Marke kurz gewöhnen muss.
Kamera: 200-MP-Hauptsensor und 5-fach-Periskop
Erstmals verbaut POCO in einem F-Modell eine 200-Megapixel-Hauptkamera (f/1.7). Ein deutlicher Sprung in der Detailauflösung, der sich vor allem beim Zuschneiden und Nachbearbeiten von Fotos auszahlt. Der dedizierte 200-MP-Modus lässt sich direkt in der Kamera-App zwischen Pro- und Videomodus auswählen und eignet sich POCOs eigenen Empfehlungen zufolge am besten bei hellem Frontlicht oder flachem Licht, während High-Dynamic-Range-Szenen, Low-Light-Aufnahmen, Bildschirmfotos sowie Gegenlicht- und Weitwinkelaufnahmen von unten die Detailschärfe des Modus einschränken.
In unserem Test bei Tageslicht lieferte der 200-MP-Modus tatsächlich gute Details, für den spontanen Schnappschuss ist er wegen der nötigen Ruhephase im Motiv aber weniger geeignet.
Ergänzt wird der Hauptsensor um ein 50-MP-Periskop-Teleobjektiv (f/3.0) mit 5-fachem optischen und optischer Bildstabilisierung (OIS), das POCO zufolge verlustfreien Zoom bis 10-fach ermöglicht, sowie ein 50-MP-Ultraweitwinkel (f/2.4). Nach unseren eigenen Testaufnahmen bei gutem Tageslicht und statischen, weit entfernten Motiven wie Architekturdetails zeigte das Teleobjektiv im 20-fachen Zoom tatsächlich eine gute Farbtreue und Bildschärfe, kann aber nicht mit einem Galaxy S26 Ultra, dem ausgezeichneten OPPO Find X9 Ultra oder dem aktuellen Google Pixel 11 Pro mithalten.
Für Videofilmer interessant: Über das Teleobjektiv sind 4K-Aufnahmen mit 60 Bildern pro Sekunde möglich, während die Hauptkamera insgesamt bis zu 8K mit 30 Bildern pro Sekunde sowie diverse Zeitlupenmodi bis 1.920 Bilder pro Sekunde unterstützt. Die schwächste Kette im Glied ist die Selfie-Kamera, der es – trotz 32 MP und f/2.2 Blende – klar an Details mangelt. Die Farben wirken zudem deutlich blasser als im Falle der Hauptkamera.
Für bewegte Aufnahmen bringt das F9 Ultra außerdem den neuen Modus Live Kinematography mit, der nahtlose Brennweitenwechsel während der Aufnahme sowie automatische, ruhige Zoom-Übergänge im „Freestyle“-Modus für Reise-Videos oder ein schnelles Zoom-out im Porträt-Modus ermöglicht. POCO empfiehlt dabei ausdrücklich, Gegenlicht- und Kontrastszenen zu meiden, bei Dunkelheit auf Kamerabewegungen zu verzichten, für Gehaufnahmen ein Stativ zu nutzen und beleuchtete Werbetafeln zu vermeiden, um Lens-Ghosting zu verhindern.
POCO F9 Ultra Test: Fazit
Mit dem POCO F9 Ultra zeigt POCO eindrucksvoll, dass sich die Marke von reinen Preis-Leistungs-Kämpfern hin zu einem waschechten Flaggschiff-Anwärter entwickelt. Der Snapdragon 8 Elite Gen 5 liefert in unserem Test durchweg starke Leistung, das 185-Hz-Display mit dem neuen M11-Panel gehört zu den hellsten und flüssigsten, die wir bislang in einem Smartphone dieser Preisklasse gesehen haben und der 8.050-mAh-Akku macht Ladeängste im Alltag praktisch überflüssig. Auch bei der Kamera hat POCO mit der 200-MP-Hauptkamera und dem 5-fachen Periskop-Teleobjektiv spürbar nachgelegt, wenngleich die Bildqualität nicht durch die Bank überzeugen kann. Hier zeigt sich doch ein merklicher Unterschied zu anderen Flaggschiff-Modellen, wenngleich die Ergebnisse sehr ansehnlich sind.
Was gefällt: Die Zusammenarbeit mit Bose sorgt erstmals für einen Lautsprecherklang, der über das übliche Smartphone-Niveau hinausgeht. Kleinere Abstriche gibt es bei einigen Zusatzfunktionen wie der 200-Hz-Gyro-Abtastrate und Sound by Bose Game Audio, die erst per OTA-Update nachgereicht werden, sowie bei der gewohnungsbedürftigen HyperOS-Optik für Umsteiger. Wer aber ein leistungsstarkes, ausdauerndes Android-Flaggschiff mit vielseitiger Kamera sucht und mit der Eigenständigkeit von HyperOS klarkommt, bekommt mit dem F9 Ultra unserer Erfahrung nach aktuell eines der spannendsten Gesamtpakete seiner Preisklasse.
VORTEILE
- Flaggschiff-Hardware
- Starke Performance
- Helles 185-Hz-Display
- 10.000 Nits Spitzenhelligkeit
- Riesiger Akku mit starker Laufzeit
- 100 Watt kabelgebunden
- Satte Lautsprecher
- Gutes Kamera-Setup
NACHTEILE
- Performance nicht ganz auf Flaggschiff-Niveau
- Einige Features erst als OTA-Update
- HyperOS bleibt Geschmackssache
- Selfie-Kamera enttäuscht
- Telekamera könnte besser sein
Fazit
Das POCO F9 Ultra überzeugt mit Top-Hardware, exzellentem 185-Hz-Display und starkem Sound. Der Preis ab 1.099 Euro ist sportlich, Early-Bird-Angebote machen es aber attraktiv. Klare Empfehlung für alle, die Leistung ohne Kompromisse suchen.

