Nicht jeder möchte bei einem Hardware-Upgrade auch das Gehäuse wechseln, denn dank ATX-Standard passen auch modernste Komponenten noch in ältere Cases. Ältere Gehäuse haben dennoch oft einen entscheidenden Nachteil: Das Frontpanel entspricht möglicherweise nicht dem aktuellen Standard. Mit dem Argus CI-21 aus diesem Test und dem eng verwandten CI-22 bietet Inter-Tech jedoch günstige Lösungen, um auch alte Gehäuse um USB 3 und USB-C sowie um Kartenleser zu erweitern oder auch neuere Systeme zu erweitern. Wie gut das Ganze funktioniert, wie es mit der Verarbeitungsqualität und der allgemeinen Verwendung aussieht, das nehmen wir im Argus CI-21 Test unter die Lupe.
Spezifikationen
| Einbaugröße | 3,5″-Schacht extern |
| Maße | 137 x 102 x 25 mm |
| Gewicht | 160 g |
| Anschlüsse intern | 50 cm USB-3 intern und SATA-Strom |
| Anschlüsse extern | 1x USB-C 3.2 Gen 1 (5 GB/s) 2x USB-A 3.2 Gen 1 (5 GB/s) SD-Kartenleser Micro-SD-Kartenleser (alias TF) |
| Garantie | 24 Monate |
| Preis | € 12,14 * |
Das verwandte Modell Argus CI-22 besitzt zusätzlich noch einen internen Anschluss für einen USB-C-Header und einen zusätzlichen externen Anschluss für USB-C 3.2 Gen 2×2 (20 GB/s). Das Modell wäre also dann relevanter, wenn man einen freien internen USB-C-Header auf dem Mainboard besitzt. Das ist jedoch der einzige Unterschied zwischen dem Argus CI-21 und CI-22.
Verpackung und Lieferumfang
- Simple Schachtel mit zweisprachiger Aufschrift
- Mitgeliefert werden Anleitung, Schrauben und Anschlusskabel
Der Argus CI-21 wird in einer kleinen Schachtel geliefert. Die Schachtel selbst ist unspektakulär gehalten in weiß mit blauen Akzenten. Die Beschriftung auf der Rückseite ist auf Deutsch und Englisch gehalten. In dieser Box finden sich neben dem Gerät selbst das interne USB-Anschlusskabel, ein Set aus vier Schrauben zur Befestigung und eine Anleitung.
Schrauben, Kabel und der Argus CI-21 sind dabei je nochmal in eine eigene Plastiktüte gepackt. Also alles relativ simpel und wie erwartet. Eine Polsterung ist nicht vorhanden.
Design und Verarbeitungsqualität
- Simples, schwarzes Design
- Robuste Verarbeitung mit Metallrahmen
- Testgerät mit feinen Lack-Macken
Die Verarbeitung des Argus CI-21 zeigt sich in diesem Test als solide. Der Rahmen samt Front sind aus einem Metallteil gebogen. Das Gerät liegt so satt in der Hand und fühlt sich solide an. Kein Plastikteil also. Optisch ist es unspektakulär und sehr simpel gehalten. Ein schwarzes Teil mit Anschlüssen. Intern ist es offen gehalten, also keine komplett schwarze Box, sondern man sieht direkt auf die Platine und die Anschlüsse.
Einen kleinen Mangel am Testgerät gab es durch eine minimale Lack-Macke in der Front. Auf den ersten Blick sieht das aus wie etwas Staub, aber es lässt sich nicht wegwischen. Aber da muss man auch schon genau hinsehen.
Anwendungsbereiche mit alten Gehäusen
- Weiterverwendung alter Gehäuse mit neueren Mainboards und voller Nutzung der Anschlüsse
- Erweiterung von Frontpanel-Anschlüssen auch bei neueren Gehäusen
- Sleeper-Projekte
Klar benötigt man für den Argus CI-21 ein Gehäuse, das einen externen 3,5″-Slot besitzt. Das sind meistens doch ältere Gehäuse. Und genau diese älteren Gehäuse sind oftmals nur mit USB-2-Anschlüssen gebaut worden. Wer nun ein älteres Gehäuse in der heutigen Zeit noch weiter sinnvoll einsetzen möchte, wird sich also freuen, dass es mit dem CI-21 eine Lösung dafür gibt.
Beispielsweise habe ich mit dem Xigmatek Asgard ein älteres Gehäuse (Jahrgang 2009) hier, das durchaus einen akzeptablen Airflow bietet, sobald bessere Lüfter eingebaut sind als ab Werk genutzt wurden (ich habe hier beispielsweise Noctua NF-P12 nachgerüstet). Aber in der heutigen Zeit würde es mich stören, keine USB-3-Anschlüsse zu haben. Das wäre also ein optimales Anwendungsbeispiel, denn hier gibt es dank 3,5″-Slot durchaus die Möglichkeit, das Frontpanel sinnvoll zu erweitern. Damit habe ich entsprechend den Argus CI-21 Test durchgeführt.
Somit ist der Argus CI-21 optimal, um alte Gehäuse auf neue Hardware vorzubereiten, wie eben auch für entsprechende Sleeper-Projekte. Auch diverse legendäre Gehäuse-Klassiker lassen sich damit auf die Nutzung mit moderner Hardware vorbereiten. Beispielsweise der Chieftech Dragon CS-901 Big Tower oder ein Lian Li Aluminum Case.
Wer keinen 3,5″-Slot im Rechner hat, sondern 5,25″-Slots (und selbst das ist bei moderneren Gehäusen selten), kann bei Bedarf auch Adapter finden, die man nutzen kann, um 3,5″-Komponenten wie den Argus CI-21 auch dort einzubauen.
Anwendungsbereiche mit neuen Gehäusen
- Erweiterung des Frontpanels
- Mögliche Alternativen mit mehr Kartenlesern
Neuere Gehäuse haben sehr selten 3,5″-Slots, aber auch hier findet man gerade im Office-Bereich noch mögliche Modelle, wie das Inter-Tech IT-8862 PLAID. Dieses Gehäuse kommt jedoch bereits ab Werk mit USB-3-Anschlüssen und einem SD-Kartenleser, weshalb ich sagen muss, dass ich das Argus CI-21 tatsächlich eher im Bereich der Modernisierung älterer Gehäuse sehe als für eine Erweiterung neuerer Systeme. Aber klar – wenn man ausreichende Header auf dem Mainboard besitzt oder eine PCIe-Erweiterungskarte einbaut, besteht durchaus die Möglichkeit, die Anschlüsse noch zu erweitern, wenn man einfach mehr braucht.
Wer rein auf die Kartenleser-Funktion schielt, kann aber auch einen Blick auf den Argus CI-01 werfen. Mit diesem bekommt man nur einen USB-3-A-Anschluss, aber dafür eine größere Menge an Kartenlesern, auch beispielsweise für Compact-Flash-Karten, xD-Karten oder Memorysticks.
Einbau und praktischer Betrieb
- Typischer Einbau für ein 3,5″-Gerät
- SATA-Stromanschluss und internes USB-Kabel müssen verbunden werden
- Einfacher Betrieb ohne manuelle Treiberinstallation
- Beide SD-Kartenleser gleichzeitig nutzbar
Der Einbau des Argus CI-21 zeigt sich im Test als relativ simpel. Zunächst die Abdeckung des 3,5″-Slots vom Gehäuse abnehmen, dann ein SATA-Stromkabel hierdurch nach außen führen. Das USB-Kabel am Argus CI-21 anbringen und durch den Schacht nach innen führen. Dann das SATA-Stromkabel verbinden und das gesamte Teil hineinschieben, bis die Löcher (oder je nach Innenaufbau des Gehäuses zumindest ein Loch) in der passenden Position ist und dann festschrauben. Nun noch das USB-Kabel mit einem freien USB-3-Header verbinden. Beim Schwestermodell CI-22 muss man auch das interne USB-C-Kabel zusätzlich verbinden, aber das ist beim CI-21 nicht der Fall.
Das war alles mit der Einrichtung. Ab dem nächsten Start des Systems kann man nun die USB-Anschlüsse und die SD-Kartenleser nutzen, wobei die Slots je als eigenes Laufwerk angezeigt werden. Micro-SD-Karten (alias TF) werden mit der beschrifteten Seite nach oben eingesetzt und sie rasten mit einem Klick ein.
Normale SD-Karten müssen jedoch mit der Schrift nach unten eingesetzt werden, was erstmal etwas weniger intuitiv wirkt. Aber tatsächlich ist das nicht nur hier der Fall, sondern beispielsweise auch bei meinem externen Kartenleser von UGREEN.
Und ja, man kann beim Argus CI-21 beide Kartenleser gleichzeitig nutzen und auch die USB-Anschlüsse. Die Geschwindigkeit erreicht das, was man von USB 3 erwartet und auch von meiner 128-GB-SDXC-Karte konnte ich Dateien mit 90 MB/s kopieren, also der vollen Geschwindigkeit, die diese Speicherkarte bietet. So simpel kann es sein.
Fazit
Der Kartenleser Argus CI-21 ist wirklich mehr eine komplette-Frontpanel-Erweiterung als nur ein reiner Kartenleser und eine sehr coole Lösung, um preisgünstig alte Gehäuse auch auf neuere Systeme vorzubereiten. Schließlich ist dieses Teil günstiger als selbst die billigsten neuen PC-Gehäuse auf dem Markt. Klar ist das je nach Gehäuse und gewählten Komponenten nicht immer sinnvoll, aber wer möglichst preisgünstig ein neues System aufbauen möchte und bereits ein altes Gehäuse besitzt, für den kann der Argus CI-21 von Inter-Tech durchaus eine Möglichkeit sein.
Sobald das geplante Mainboard einen dedizierten USB-C-Header besitzt, was bei den meisten ganz aktuellen Boards – abgesehen von sehr günstigen Modellen – der Fall ist, empfiehlt sich das Schwestermodell CI-22, welches ansonsten identisch ausgestattet ist.
Ich würde mich freuen, wenn Inter-Tech hier noch ein alternatives Modell im 5,25″-Format anbieten würde, denn das würde die möglichen kompatiblen Gehäuse auch ohne nötigen Adapter deutlich erweitern.
VORTEILE
- Günstiger Preis
- Zwei USB-3-Anschlüsse
- USB-C-Anschluss
- SD-Kartenleser
- Robuste Verarbeitung mit Vollmetall-Gehäuse
- Lebenserhaltung für alte Gehäuse
NACHTEILE
- Testgerät mit minimaler Lack-Macke
Fazit
Der Argus CI-21 ist eine günstige Möglichkeit, alte Gehäuse um moderne Anschlüsse und SD-Kartenleser zu erweitern.








