ASUS ROG Strix Helios II Test – Massives Premium-Case mit überzeugender Performance

Alexander Schröder
Alexander Schröder · 11 Min. Lesezeit

Mit dem ASUS ROG Strix Helios II erweitert ASUS seine Republic-of-Gamers-Gehäusereihe um ein Modell, das klar im Premium-Segment angesiedelt ist. Entsprechend richtet sich das Gehäuse an Nutzer, die bereit sind, für ein hochwertiges Gesamtpaket etwas tiefer in die Tasche zu greifen. Neben einer umfangreichen Ausstattung spielt dabei vor allem die Verarbeitungsqualität eine zentrale Rolle, denn Materialien wie Aluminium, Stahl und Tempered Glass sollen dem Helios II nicht nur eine markante Optik, sondern auch eine entsprechend hochwertige Haptik verleihen.

Auch bei der Hardware-Kompatibilität zeigt sich das Gehäuse großzügig. Unterstützung für Mainboards bis E-ATX, viel Platz für große Grafikkarten sowie umfangreiche Möglichkeiten für Luft- und Wasserkühlungen sollen dafür sorgen, dass sich das Helios II sowohl für leistungsstarke Gaming-Systeme als auch für aufwendige Custom-Builds eignet. Ab Werk verbaut ASUS zudem mehrere 140-mm-Lüfter und integriert moderne Anschlüsse im Frontpanel, darunter auch schnelles USB-C.

Im folgenden Test werfen wir einen genaueren Blick auf Verarbeitung, Ausstattung und Praxistauglichkeit des ASUS ROG Strix Helios II.

Technische Details

Modell ASUS ROG Strix Helios II
Gehäusetyp Mid-Tower
Abmessungen 250 × 565 × 591 mm
Gewicht ca. 18 kg
Material Aluminium, Stahl, Tempered Glass
Mainboard-Support E-ATX, ATX, Micro-ATX, Mini-ITX
Drive Bays 4 × 2.5″, 2 × 2.5″/3.5″
Expansion Slots 8 horizontal + 2 vertikal
Max. GPU-Länge 450 mm
Max. CPU-Kühlerhöhe 190 mm
Max. PSU-Länge 220 mm
Vorinstallierte Lüfter 4 × 140 mm (3× Front, 1× Rear)
Radiator Support Front: bis 420 mm
Top: bis 360 mm
Front I/O 2 × USB 3.2 Gen 2×2 Type-C
4 × USB 3.2 Gen1 Type-A
1 × Headset (3,5 mm)
Zubehör / Hub PWM-Fan-Hub (bis 6 Lüfter) und ARGB-Hub
Besonderheiten Dual Tempered Glass Panels, GPU-Halterung, Staubfilter, Kabelmanagement
Preis € 312,97 *

Lieferumfang

Der Lieferumfang des ASUS ROG Strix Helios II präsentiert sich insgesamt aufgeräumt und dem Premium-Anspruch entsprechend organisiert. Sämtliches Zubehör ist in einer separaten, schwarzen Accessory-Box untergebracht, die sauber im Gehäuse verstaut ist und bereits beim Auspacken einen hochwertigen Eindruck hinterlässt.

Im Inneren finden sich die üblichen Komponenten wie Schrauben und Kabelbinder, ergänzt durch ein Bracket zur vertikalen Montage der Grafikkarte. Die einzelnen Teile sind dabei übersichtlich auf verschiedene, wenn auch unbeschriftete Beutel verteilt, was die Organisation erleichtert, jedoch ein kurzes Suchen nach den passenden Schrauben nicht ganz vermeidet.

Positiv fällt die beiliegende Bedienungsanleitung auf. Diese ist mehrsprachig gehalten und setzt stark auf eine bebilderte Darstellung der einzelnen Montageschritte. Der Fokus liegt klar auf verständlichen Illustrationen, wodurch sich der Aufbau auch ohne umfangreiche Textbeschreibungen gut nachvollziehen lässt – ein Ansatz, der sowohl Einsteigern als auch erfahrenen Systembauern entgegenkommt.

Außeneindruck

Schon beim ersten Kontakt wird deutlich, in welcher Klasse sich das ASUS ROG Strix Helios II bewegt. Die Kombination aus gebürstetem Aluminium, Stahl und großflächigen Glaselementen sorgt für einen hochwertigen Gesamteindruck, wobei insbesondere die Aluminium-Front sofort ins Auge fällt und dem Gehäuse eine klare Premium-Anmutung verleiht.

Mit seinen Abmessungen von 250 × 565 × 591 mm tritt das Helios II entsprechend selbstbewusst auf. Es handelt sich klar nicht um ein kompaktes Gehäuse, sondern um ein Modell, das bewusst Präsenz zeigt und ausreichend Raum für leistungsstarke Hardware bietet. Diese Größe unterstreicht zugleich den Anspruch als Showcase-Plattform für aufwendige Builds.

Die Designlinie ordnet sich nahtlos in die ROG-Strix-Serie ein. Logos und Schriftzüge sind dezent, aber gezielt eingesetzt und sorgen dafür, dass die Zugehörigkeit jederzeit erkennbar bleibt, ohne den Gesamteindruck zu überladen.

Charakteristisch ist vor allem die Frontgestaltung. Die gebürsteten Aluminiumflächen gehen fließend in die markanten Lufteinlässe über, die nicht nur funktional sind, sondern das kantige, eigenständige Design zusätzlich betonen. Insgesamt wirkt das Gehäuse dadurch kraftvoll, ohne an Struktur oder Klarheit zu verlieren.

Einen besonderen Akzent setzen die beiden Seitenteile aus Tempered Glass. Dass nicht nur die linke, sondern auch die rechte Seite verglast ist, eröffnet zusätzliche Möglichkeiten für sichtbar inszenierte Builds und hebt das Helios II klar von vielen klassischen Gehäusen ab.

Auch der Deckel ist durchdacht gestaltet. Im vorderen Bereich sitzt das I/O-Panel, während sich dahinter eine großflächige Lüftungsöffnung anschließt, die den Airflow unterstützt. Abgerundet wird das Ganze durch den charakteristischen Tragegurt, der nicht nur optisch hervorsticht, sondern im Alltag einen praktischen Mehrwert bietet.

Inneneindruck

Der hochwertige Ersteindruck setzt sich im Innenraum des ASUS ROG Strix Helios II konsequent fort. Materialien, Verarbeitung und Passgenauigkeit bewegen sich auf einem durchgehend hohen Niveau und unterstreichen den Anspruch eines Premium-Gehäuses. Scharfe Kanten oder unsaubere Übergänge sind nicht zu erkennen – stattdessen präsentiert sich der Innenraum sauber verarbeitet und durchdacht aufgebaut.

Die Hauptkammer fällt, wie bei dieser Gehäusegröße zu erwarten, sehr großzügig aus. Es steht reichlich Platz für aktuelle High-End-Komponenten zur Verfügung, was den Einbau entsprechend komfortabel gestaltet und gleichzeitig genügend Freiraum für aufwendige Kühlkonzepte lässt.

Ab Werk sind insgesamt vier 140-mm-Lüfter vorinstalliert, davon drei in der Front und einer im Heck. ASUS setzt hier auf vergleichsweise dicke 28-mm-Modelle, die auf einen hohen Luftdurchsatz ausgelegt sind. Damit bietet das Gehäuse bereits ohne zusätzliche Lüfter eine solide Basis für einen leistungsstarken Airflow, der insbesondere bei hitziger Hardware von Vorteil ist.

Ein zentrales Gestaltungselement im Innenraum ist die großzügige Netzteilabdeckung. Diese ist zweiteilig ausgeführt und kombiniert Funktion mit Optik: Während die linke Seite ein kleines Sichtfenster bietet, ist die rechte Seite mit typischen ROG-Elementen versehen. Die Oberseite ist größtenteils perforiert, wodurch warme Luft aus dem unteren Bereich entweichen kann. Ergänzt wird das Ganze durch einen gummierten Kabeldurchlass, der speziell für die GPU-Stromversorgung sinnvoll positioniert ist.

Für zusätzliche Stabilität sorgt die Integration von zwei GPU-Haltern, die Grafikkarten unterschiedlicher Länge zuverlässig abstützen. Gerade bei schweren High-End-Modellen ist das ein praktisches Detail, das im Alltag einen echten Mehrwert bietet.

Weniger überzeugend ist hingegen die fehlende Unterstützung für sogenannte Hidden-Connector-Mainboards. Gerade in dieser Preisklasse greifen viele Nutzer bewusst zu entsprechenden Platinen, um ein besonders aufgeräumtes Erscheinungsbild zu erzielen – hier verschenkt ASUS etwas Potenzial.

Ein Blick auf die Rückseite zeigt die zweite Kammer, die großzügig dimensioniert ist und viel Platz für ein sauberes Kabelmanagement bietet. Etwa die Hälfte des Bereichs wird von einer klappbaren und herausnehmbaren Kunststoffabdeckung verdeckt. Dahinter befinden sich eine kombinierte PWM- und RGB-Steuerplatine, über die sich Lüftergeschwindigkeit und Beleuchtung direkt über die Tasten am Front-I/O regeln lassen, sowie Montagemöglichkeiten für bis zu vier SSDs. Zusätzlich stehen mehrere vorgegebene Kabelführungen und Befestigungspunkte zur Verfügung, die das Verlegen der Kabel deutlich erleichtern.

Der Netzteilschacht ist auf dieser Seite größtenteils geschlossen ausgeführt. Das Netzteil wird klassisch von hinten eingeschoben, während gezielt platzierte Öffnungen eine saubere Durchführung der Kabel in den Innenraum ermöglichen. Ergänzend ist ein zweifacher SSD-Käfig integriert, der zusätzliche Flexibilität bei der Laufwerksmontage bietet.

Verarbeitung

Der hochwertige Eindruck des ASUS ROG Strix Helios II bestätigt sich auch bei genauerer Betrachtung der Verarbeitung. ASUS liefert hier ein Gehäuse ab, das bis ins Detail durchdacht wirkt und mit zahlreichen sauber umgesetzten Design- und Konstruktionsmerkmalen überzeugt.

Die verwendeten Materialien hinterlassen durchweg einen sehr wertigen Eindruck. Insbesondere die Kombination aus Aluminium, Stahl und Tempered Glass trägt maßgeblich zur hochwertigen Gesamtanmutung bei und hebt das Gehäuse klar von günstigeren Modellen ab. Auch bei kleineren Elementen wie Abdeckungen, Halterungen oder Führungsschienen zeigt sich, dass hier nicht am falschen Ende gespart wurde.

Insgesamt wirkt das Helios II äußerst massiv und stabil konstruiert, was nicht nur das Vertrauen in die Langlebigkeit stärkt, sondern auch im Alltag für ein solides Handling sorgt. Klappernde Teile oder nachgiebige Elemente sind nicht zu erkennen – stattdessen vermittelt das Gehäuse in jeder Hinsicht das Gefühl, für den langfristigen Einsatz ausgelegt zu sein.

Installation und Montage

Die Installation der Hardware im ASUS ROG Strix Helios II gestaltet sich insgesamt sehr angenehm und profitiert deutlich vom großzügigen Innenraum. Durch die weitläufige Hauptkammer gibt es ausreichend Platz, um Komponenten ohne beengte Verhältnisse zu verbauen. Selbst größere Bauteile wie E-ATX-Mainboards, ausladende Grafikkarten oder umfangreiche Wasserkühlungen lassen sich ohne fummelige Handgriffe integrieren, was den Aufbau spürbar erleichtert.

Auch im Detail zeigt sich das Gehäuse durchdacht. Vorbereitete Kabelführungen, ausreichend Durchführungen sowie sinnvoll platzierte Montagepunkte tragen dazu bei, dass sich Komponenten strukturiert verbauen lassen. Elemente wie die modulare Netzteilabdeckung, GPU-Halterungen oder die rückseitigen Laufwerksplätze fügen sich dabei gut in den Gesamtprozess ein und sorgen für einen insgesamt reibungslosen Ablauf.

Etwas mehr Aufmerksamkeit erfordert hingegen das Kabelmanagement auf der Rückseite. Zwar bietet die zweite Kammer grundsätzlich viel Platz und zahlreiche Befestigungsmöglichkeiten, die zusätzliche Kunststoffabdeckung setzt jedoch gewisse Grenzen beim verfügbaren Raum. Je nachdem, wie strukturiert man die Verkabelung angeht, kann es hier etwas anspruchsvoller werden, alle Kabel sauber und ohne Druck hinter der Abdeckung unterzubringen. Mit etwas Planung und Sorgfalt lässt sich jedoch auch hier ein ordentliches Ergebnis erzielen.

Leistungs- und Praxistest

Die Bewertung der Kühlleistung im ASUS ROG Strix Helios II erfolgt unter möglichst praxisnahen Bedingungen. Um ein realistisches Nutzungsszenario abzubilden, wurden die Lüfter- und Pumpengeschwindigkeiten bewusst nicht auf maximale Leistung ausgelegt, sondern eher moderat eingestellt. Die Temperaturen im Idle wurden direkt nach dem Systemstart erfasst, während als Gaming-Szenario Call of Duty: Black Ops 7 im Preset „Extrem“ bei UWQHD-Auflösung zum Einsatz kam. Ergänzend wurde ein synthetischer Lasttest mit Prime95 über 30 Minuten durchgeführt, wobei die Lüfter auf 50 % und die Pumpe auf 75 % geregelt waren.

Testsystem im ASUS ROG Helios II

Prozessor AMD Ryzen 7 7800X3D Prozessor with 3D V Cache tech*
Grafikkarte Sapphire Nitro+ AMD Radeon RX 9070 XT OC 16 GB Gra*
Mainboard MSI MAG B650 Tomahawk WiFi Mainboard, ATX - Unters*
Arbeitsspeicher CORSAIR VENGEANCE RGB DDR5 RAM 32GB (2x16GB) 6000M*
CPU-Kühler Thermaltake MAGCurve 360 Ultra ARGB Sync, schwarz *

Gemessene Temperaturen

Szenario CPU GPU
Idle (nach Systemstart) 39.8 °C 43.2 °C
Gaming (BO7, UWQHD, Extrem) 51.1 °C 55.4 °C
Prime 95 CPU Stress Test 63.5 °C 48.7 °C

Einordunung der Ergebnisse

Die gemessenen Temperaturen zeichnen insgesamt ein sehr stimmiges Bild. Bereits im Idle-Betrieb bewegen sich CPU und GPU auf einem angenehm niedrigen Niveau, was auf eine solide Grundbelüftung und einen konstanten Luftaustausch im Gehäuse hindeutet.

Im Gaming-Betrieb unter realer Last zeigt sich das Helios II ebenfalls unauffällig im positiven Sinne. Temperaturen von rund 50 bis 55 °C für CPU und GPU sind angesichts der zurückhaltenden Lüfterdrehzahlen als sehr gut zu bewerten und sprechen für einen effizienten Airflow.

Unter synthetischer Dauerlast durch Prime95 steigt die CPU-Temperatur erwartungsgemäß an, bleibt mit rund 63,5 °C jedoch weiterhin klar im unkritischen Bereich. Gerade unter diesen Bedingungen zeigt sich, dass das Gehäuse genügend thermische Reserven bietet, ohne dass aggressive Lüfterprofile notwendig sind.

In Summe liefert das ASUS ROG Strix Helios II eine überzeugende Kühlleistung, die sowohl im Alltag als auch unter Last stabil bleibt und damit hervorragend zu seinem Anspruch als High-End-Gehäuse passt.

Fazit

Mit dem ASUS ROG Strix Helios II liefert ASUS ein Gehäuse ab, das seinen Anspruch im Premium-Segment in vielen Bereichen überzeugend unter Beweis stellt. Besonders die Verarbeitungsqualität, die durchdachte Konstruktion und die Materialwahl hinterlassen einen sehr positiven Eindruck und heben das Modell klar von klassischen Standard-Gehäusen ab. Auch beim Innenraum zeigt sich das Helios II großzügig, modular und insgesamt sehr anwenderfreundlich, was sowohl Einsteigern als auch erfahrenen Systembauern entgegenkommt.

In der Praxis überzeugt das Gehäuse vor allem durch seine starke Kühlleistung. Selbst bei zurückhaltenden Lüftereinstellungen werden sehr gute Temperaturen erreicht, was für ein effizientes Airflow-Konzept und eine gelungene Abstimmung der vorinstallierten Lüfter spricht. Gleichzeitig bleibt genügend Spielraum für anspruchsvollere Setups, etwa mit Custom-Wasserkühlungen oder besonders leistungsstarker Hardware.

Kleinere Kritikpunkte zeigen sich vor allem im Detail. So kann das Kabelmanagement auf der Rückseite etwas mehr Aufmerksamkeit erfordern, insbesondere in Kombination mit der Abdeckung. Auch die fehlende Unterstützung für Hidden-Connector-Mainboards ist in dieser Klasse ein Aspekt, der nicht ganz zeitgemäß wirkt.

Unterm Strich richtet sich das Helios II klar an Nutzer, die ein hochwertiges, optisch markantes und technisch starkes Gehäuse suchen und bereit sind, dafür ein entsprechend höheres Budget einzuplanen. Wer genau in dieses Profil passt, erhält ein rundes Gesamtpaket mit nur wenigen Schwächen, das sowohl im Alltag als auch im Showcase-Build eine überzeugende Figur macht.

VORTEILE

  • Sehr hochwertige Verarbeitung und Materialien
  • Starker Airflow dank 4× 140-mm-Lüfter
  • Großzügiger Innenraum für High-End-Hardware

NACHTEILE

  • Kein Support für Hidden-Connector-Mainboards
  • Kabelmanagement rückseitig teils anspruchsvoll
  • Groß und schwer – benötigt viel Platz

Detailbewertung

Verarbeitung95
Aufbau88
Ausstattung93
Kühlung95
Preis-Leistungs-Verhältnis85

Fazit

Sehr hochwertiges Premium-Gehäuse mit starker Kühlleistung und viel Platz für High-End-Hardware. Kleine Schwächen beim Kabelmanagement und fehlender Hidden-Connector-Support verhindern die absolute Bestwertung.

91