Endorfy Aquarius 8000 Corona Test – Aquarium-Gehäuse mit vier ARGB-Lüftern

Alexander Schröder
Alexander Schröder · 11 Min. Lesezeit

Mit dem Aquarius 8000 Corona schickt Endorfy ein PC-Gehäuse ins Rennen, das den Build in den Mittelpunkt stellen will. Ein gebogenes Glaspanel und ein schmaler Metallrahmen sollen den Blick auf die verbaute Hardware lenken, während die Technik dahinter Platz für aktuelle und kommende High-End-Komponenten bietet.
Das Gehäuse richtet sich an Nutzer, die ihre Hardware sichtbar inszenieren möchten und dabei nicht auf Kompatibilität verzichten wollen. Es nimmt Mainboards bis E-ATX auf, fasst Grafikkarten bis 450 mm Länge und unterstützt Radiatoren bis 420 mm. Die Corona-Variante bringt zusätzlich vier vorinstallierte ARGB-Lüfter mit, drei davon als Reverse-Modelle an der Seite und einer am Heck, samt integriertem ARGB-Controller und PWM-Steuerung.
Damit positioniert sich das Aquarius 8000 Corona im Segment der Aquarium-Style-Gehäuse, einer Bauform, die optisch viel hermacht, beim Airflow aber traditionell anspruchsvoller ist. Endorfy verspricht große perforierte Flächen an Boden und Deckel, um genau dieses Problem zu entschärfen.
Im folgenden Test prüfen wir, wie es um Verarbeitung, Ausstattung, Montagefreundlichkeit und vor allem die Kühlleistung des Gehäuses bestellt ist, und ob die Corona-Lüfterausstattung den Aufpreis gegenüber der Flex-Variante rechtfertigt.

Technische Details

Eigenschaft Endorfy Aquarius 8000 Corona
Produkttyp PC-Gehäuse (Aquarium-Style)
Produktcode EY2A021
Farbe Schwarz
Abmessungen (H × T × B) 497 × 520 × 239 mm
Mainboard-Formfaktor E-ATX (bis 280 mm Breite), ATX, microATX, mini-ITX, SSI-CEB
GPU-Freiraum bis 450 mm
CPU-Kühler-Höhe bis 179 mm
Netzteil-Freiraum bis 440 mm (ATX, untere Kammer)
Erweiterungsslots 7
Laufwerksplätze 3× 2,5″ / 2× 3,5″
Lüfter-Kapazität (max.) 10× 120 mm / 9× 140 mm
Vorinstallierte Lüfter 1× Corona 120 (hinten) + 3× Corona 120 Reverse (Seite), je 200–1600 rpm
Radiator oben 120 / 140 / 240 / 280 / 360 / 420 mm
Radiator Seite 120 / 140 / 240 / 280 / 360 mm
Radiator hinten 120 / 140 mm
Staubfilter oben (Mesh), Boden, Seite (Mesh)
Side-I/O 1× USB-C (bis 10 Gbps), 2× USB-A, Combo-Klinke 3,5 mm, Power, Reset, LED-Taste
ARGB-Beleuchtung ja, zwei unabhängige Zonen, integrierter ARGB-Controller
Besonderheiten gebogenes Glas, Back-Connect-Support (ASUS BTF, MSI Project Zero, Gigabyte Project Stealth), vertikale GPU-Montage (Bracket separat), werkzeuglos abnehmbares Top
Garantie 36 Monate
Preis € 129,00 *

Lieferumfang: Ordentlich verpackt, Zubehör mit Luft nach oben

Beim Auspacken zeigt sich das Aquarius 8000 Corona von seiner soliden Seite. Das Gehäuse sitzt fest in der Verpackung und übersteht den Transport ohne Druckstellen oder lose Teile.

Die beiliegende Anleitung erstreckt sich über vier A4-Seiten, ist durchgehend bebildert und führt verständlich durch die Grundlagen. Sobald es um die Feinheiten geht, etwa um die Verkabelung des ARGB-Controllers und der beiden Splitter, lässt sie den Nutzer jedoch allein. Bei einem Gehäuse mit dieser Lüfter- und Steuerungsausstattung hätte die Dokumentation gern tiefer gehen dürfen.

Beim Zubehör liegt alles Nötige bei: Schraubenset, Kabelbinder, ein Mikrofasertuch und die Anleitung. Positiv fällt auf, dass die Schrauben für Mainboard und Laufwerke getrennt sortiert sind, das spart bei der Montage Sucherei. Verpackt ist das Ganze in einem Zip-Beutel, der an der Gehäuserückseite befestigt ist. Die Präsentation des Zubehörs wirkt allerdings etwas lieblos und funktional, ein kleiner Wermutstropfen, der an der praktischen Vollständigkeit nichts ändert.

Außeneindruck: Gebogenes Glas, schmaler Metallrahmen und wertige Anmutung

Von außen macht das Aquarius 8000 Corona einiges her. Die Farbgebung ist durchgängig einheitlich gehalten, das Gehäuse steht satt und stabil auf dem Schreibtisch und vermittelt einen wertigen Gesamteindruck.

Den Blickfang bildet das gebogene Glaspanel. Es ist klar, gut verarbeitet und gibt den Innenraum großzügig frei. Der schmale Metallrahmen, der das Glas im oberen Bereich einfasst, weist keine scharfen Kanten auf und fügt sich ohne sichtbare Schwächen ins Gesamtbild. Im unteren Bereich übernimmt eine Basis aus Metall, die für den Airflow perforiert ist. Diese Perforierung erfüllt einen doppelten Zweck: Sie lässt Luft durch und gewährt bei guter Innenbeleuchtung zugleich einen dezenten Blick auf die Hardware.

Endorfy ordnet das Design der Formensprache der 1960er-Jahre zu, bei der das Metall die Form vorgibt und das Glas sie vervollständigt. Dieser Bezug bleibt in der Praxis allerdings im Hintergrund und dürfte für die meisten Käufer kein ausschlaggebendes Kaufargument sein. Den optischen Reiz macht vielmehr das Zusammenspiel aus viel Glasfläche und reduziertem Rahmen aus.

Inneneindruck: Großzügiges Layout mit Back-Connect-Vorbereitung

Im Inneren bietet das Aquarius 8000 Corona viel Platz im Standard-Layout. Die Aufteilung wirkt durchdacht und lässt auch bei größeren Builds genug Spielraum.

Die Netzteilabdeckung in der Hauptkammer ist mit sinnvoll platzierten Kabeldurchführungen versehen, was die spätere Verkabelung erleichtert. Für Lüfter und Radiatoren steht reichlich Fläche bereit, passend zur Radiatorfreigabe von bis zu 420 mm im Deckel. Besonders zeitgemäß: Das Gehäuse ist für Mainboards mit verdeckten Anschlüssen vorbereitet, also für Back-Connect-Boards wie ASUS BTF, MSI Project Zero und Gigabyte Project Stealth. Wer einen aufgeräumten Build ohne sichtbare Kabel anstrebt, findet hier die passende Basis.

Der Netzteilschacht fällt sehr geräumig aus und beherbergt zugleich den Festplattenkäfig. An der Rückseite sitzen zwei Controller, einer für PWM, einer für RGB. Diese trennen Lüftersteuerung und Beleuchtung sauber voneinander und bilden die Grundlage für die zwei unabhängigen Zonen, die Endorfy beim Corona vorsieht.

Verarbeitung: Stimmige Spaltmaße und durchdachte Materialwahl

In puncto Verarbeitung gibt das Aquarius 8000 Corona kaum Anlass zur Kritik. Die Spaltmaße sitzen durchgehend dort, wo sie sitzen sollen.

Die Materialwahl wirkt durchdacht. Das Gehäuse fühlt sich wertig an, nichts klappert oder gibt nach. Für echtes Premium-Niveau bleibt bei der Materialstärke allerdings noch etwas Luft nach oben, hier merkt man die Preisklasse. Scharfe Kanten gibt es keine, und auch sonst findet sich nichts zu bemängeln. Unter dem Strich eine Verarbeitung, die deutlich über dem liegt, was der Eindruck eines reinen Show-Gehäuses vermuten ließe.

Corona-120-Lüfter & ARGB-Beleuchtung: Vier vorinstallierte Lüfter als optischer Mittelpunkt

Die vier vorinstallierten Corona-120-Lüfter sind das eigentliche Kaufargument der Corona-Variante und prägen den Innenraum optisch wie funktional. Endorfy verbaut drei Corona 120 Reverse an der Seite und einen Corona 120 am Heck, jeweils mit einem Drehzahlbereich von 200 bis 1600 rpm.

Technisch setzt Endorfy auf FDB-Lager, die einen ruhigen Lauf ermöglichen sollen, und auf doppelseitige ARGB-Ringe. Die Lüfter lassen sich per PWM steuern und unterstützen Fan-Stop, halten also unter geringer Last komplett an. Zusammen mit dem integrierten ARGB-Controller und den beiden Splittern für PWM und Beleuchtung ergibt das eine flexible Basis, die sich in zwei unabhängige Zonen aufteilen lässt.

Optisch verzichten die Lüfter auf einen dicken Rahmen. Das Design bestimmen stattdessen die RGB-Ringe. Diese Ringe sind milchig ausgeführt, die LEDs sitzen dahinter. Dadurch wirkt die Beleuchtung sehr sanft und nicht aufdringlich, ein deutlicher Unterschied zu Lüftern, bei denen einzelne LED-Punkte klar hervorstechen. In der Summe wirken die Corona-Lüfter dadurch wie ein zentraler optischer Fixpunkt und weniger wie reine Beleuchtung. Für ein Gehäuse, das den Build bewusst in Szene setzt, ist das die passende Auslegung.

Die Beleuchtung selbst lässt sich frei über die Mainboard-Software anpassen. Wer bereits ein Ökosystem wie Aura Sync, Mystic Light oder RGB Fusion nutzt, bindet die Lüfter ohne Zusatzsoftware ein und steuert Farben und Effekte zentral mit den übrigen Komponenten.

Montage und Kabelmanagement: Viel Platz, aber offene Durchführungen

Der Zusammenbau im Aquarius 8000 Corona verläuft entspannt. Das Gehäuse bietet für jede Komponente reichlich Platz, der Innenraum fällt durchgehend geräumig aus und man kommt an alle relevanten Stellen bequem heran.

Ein Pluspunkt sind die bereits vormontierten Lüfter. Wer die Werksbestückung nutzt, spart sich das Einsetzen und Verkabeln von vier Lüftern komplett und kann direkt mit Mainboard und Grafikkarte weitermachen. Zusammen mit dem großzügigen Platzangebot macht das den Aufbau einsteigerfreundlich, ohne Fortgeschrittene auszubremsen. Auch wer schon mehrere Systeme gebaut hat, findet sich hier schnell zurecht und gerät an keiner Stelle in Platznot.

Einen Kritikpunkt hinterlässt die Vorbereitung des Mainboard-Trays für Boards mit verdeckten Anschlüssen. Sie schafft viele Freiräume, durch die sich beim Aufbau in die hintere Kammer blicken lässt. Verstärkt wird das dadurch, dass die Kabeldurchführungen nicht gummiert sind. Man schaut also direkt hindurch und sieht das eine oder andere Kabel. Oberhalb des Mainboards fällt der Durchblick ebenfalls auf, was im Testsystem zusätzlich daran liegt, dass kein Radiator im Deckel sitzt und die Fläche dort frei bleibt. Beim Zusammenbau sorgte das für etwas Unmut, im späteren Betrieb fällt es allerdings kaum noch ins Gewicht.

Praxistest

Die Kühlleistung des Aquarius 8000 Corona geht für ein Gehäuse dieser Bauform in Ordnung. Die Werte bleiben in allen Szenarien in einem unkritischen Bereich, und das bei bewusst moderat eingestellten Lüftern.

Die Testszenarien sind alltagsnah gewählt. Statt Extremlast bei voller Drehzahl zeigen die Messungen, was Nutzer im normalen Betrieb erwarten können. Die Werkslüfter drehen dabei zwischen 800 und 1000 rpm und bewegen sich damit im unteren bis mittleren Bereich ihrer Spanne von 200 bis 1600 rpm. Fan-Stop kam nicht zum Einsatz, die Lüfter laufen also auch im Idle durchgehend mit. Die Raumtemperatur lag bei 23,6 °C.

Testsystem

Komponente Modell
Prozessor AMD Ryzen 7 7800X3D Prozessor with 3D V Cache tech*
Grafikkarte SAPPHIRE NITRO+ AMD Radeon™ RX 9070 XT GAMING OC*
Mainboard MSI MAG B650 Tomahawk WiFi Mainboard, ATX - Unters*
Arbeitsspeicher CORSAIR VENGEANCE RGB DDR5 RAM 32GB (2x16GB) Bis z*
CPU-Kühler Arctic Freezer 36 Black*

Gemessene Temperaturen

(Raumtemperatur 23,6 °C, Lüfter 800–1000 rpm, Fan-Stop deaktiviert)

Szenario CPU  GPU
Idle (nach Systemstart)  43,4 °C  45,6 °C
Gaming (Black Ops 7, UWQHD, Extrem)  53,7 °C  58,2 °C
3DMark Time Spy  54,1 °C  61,7 °C

Im Idle pendelt sich der Ryzen 7 7800X3D bei 43,4 °C ein, die Radeon RX 9070 XT liegt mit 45,6 °C auf ähnlichem Niveau. Unter realer Spiellast in Black Ops 7 in UWQHD und mit maximalen Details klettert die CPU auf 53,7 °C, die Grafikkarte auf 58,2 °C. Der synthetische Durchlauf mit 3DMark Time Spy fordert vor allem die GPU stärker: Sie erreicht 61,7 °C, während die CPU mit 54,1 °C praktisch auf Gaming-Niveau bleibt.

Die Spanne zwischen Idle und Volllast fällt bei der CPU mit rund 11 Kelvin gering aus. Bemerkenswert ist dabei, dass diese Werte bei 800 bis 1000 rpm zustande kommen. Das Gehäuse schöpft sein Kühlpotenzial also längst nicht aus, wer die Lüfter höher drehen lässt, holt weiteren Spielraum heraus. Für ein Aquarium-Gehäuse, dessen Bauform beim Airflow traditionell im Nachteil ist, ist das ein gutes Ergebnis. Die perforierten Flächen an Boden und Deckel erfüllen ihren Zweck, und die drei seitlichen Reverse-Lüfter versorgen den Innenraum spürbar mit Frischluft.

Lautstärke

Akustisch fallen die Werkslüfter nicht negativ auf. Bei 800 bis 1000 rpm sind sie im Alltagsbetrieb nicht wirklich hörbar. Leiser geht selbstverständlich immer, doch gemessen daran, dass Endorfy die vier Lüfter ohne Aufpreis mitliefert, bieten sie hier schon einiges. Wer ein leises System aufbauen will, muss die Werksbestückung nicht zwingend ersetzen.

Fazit

Das Endorfy Aquarius 8000 Corona zeigt, dass sich Schaubühne und Alltagstauglichkeit nicht ausschließen müssen. Das gebogene Glaspanel und der schmale Metallrahmen ergeben eine Optik, die auf dem Schreibtisch wirkt, ohne dass das Gehäuse dafür bei der Kühlung Federn lässt. Die Temperaturen bleiben bei 800 bis 1000 rpm und 23,6 °C Raumtemperatur in allen Szenarien unkritisch, und dabei schöpft das Gehäuse sein Potenzial noch nicht einmal aus. Die perforierten Flächen an Boden und Deckel lösen das Airflow-Problem der Aquarium-Bauform in der Praxis.

Den größten Anteil daran haben die vier vorinstallierten Corona-120-Lüfter. Sie kühlen ausreichend, bleiben dabei unauffällig leise und übernehmen mit ihren milchigen ARGB-Ringen zugleich die optische Hauptrolle. Für rund 130 Euro liefert Endorfy damit ein Gehäuse, bei dem Lüfterbestückung, ARGB-Controller und zwei PWM-/RGB-Splitter bereits enthalten sind. Rechnet man vier ARGB-Lüfter dieser Güte einzeln dazu, relativiert sich der Preis deutlich. Das Platzangebot untermauert den Eindruck: Grafikkarten bis 450 mm, Radiatoren bis 420 mm im Deckel, ein geräumiger Netzteilschacht und eine Montage, die auch Einsteigern keine Steine in den Weg legt.

Die Schwächen bleiben im Detail. Die nicht gummierten Kabeldurchführungen geben den Blick in die hintere Kammer frei, was beim Aufbau stört und je nach Mainboard sichtbar bleibt. Wer ein Board mit verdeckten Anschlüssen einsetzt, für das die Aussparungen gedacht sind, entschärft diesen Punkt weitgehend. Die Anleitung bleibt an der Oberfläche und lässt gerade bei der Verkabelung von Controller und Splittern Fragen offen, und die Präsentation des Zubehörs wirkt lieblos. Bei der Materialstärke ist zu echtem Premium-Niveau noch Luft, ohne dass das Gehäuse deshalb klapprig wirkt.

Gold Award für Endorfy Aquarius 8000 Corona - 07/2026EndorfyAquarius 8000 Corona07/2026

VORTEILE

  • Vier vorinstallierte Corona-120-Lüfter (3× Reverse seitlich, 1× hinten) im Lieferumfang
  • Sehr geräumiger Innenraum, entspannte Montage
  • Für Back-Connect-Mainboards vorbereitet
  • Radiator bis 420 mm im Deckel, GPU bis 450 mm

NACHTEILE

  • Kabeldurchführungen nicht gummiert, Durchblick in die hintere Kammer
  • Materialstärke mit Luft nach oben

Detailbewertung

Verarbeitung89
Aufbau88
Ausstattung93
Kühlung88
Preis-Leistungs-Verhältnis95

Fazit

Das Aquarius 8000 Corona kombiniert eine wertige Optik mit vollständiger Lüfter- und Controller-Ausstattung zu 130 Euro und liefert dabei unkritische Temperaturen bei niedriger Drehzahl, muss sich Punkte aber bei den offenen Kabeldurchführungen, der knappen Anleitung und der Materialstärke abziehen lassen.

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