PC-Komponenten

FSP CMT212G – Midi-Tower mit vier Lüftern und viel RGB

Hinter dem Namen FSP Group verbirgt sich ein 1993 in Taiwan gegründeten Hersteller von PC-Komponenten. Lange Zeit waren vor allem Netzteile für den OEM-, Consumer- und Datacenter-Markt der Hauptgeschäftsbereich der FSP Group. Gerade Besitzern von PCs des Herstellers Medion dürfte das Logo der FSP-Group bekannt vorkommen. Da FSP den Consumer-Markt bereits mit Netzteilen versorgt, liegt es nahe, auch Computergehäuse mit in das Portfolio aufzunehmen.

Ohne große Vorankündigung hat FSP im August 2021 das FSP CMT212 vorgestellt. Hinter diesem Produktnamen verbirgt sich ein neuer Midi-Tower mit gleichen Grundriss wie das CMT211, stattdessen aber mit einer anderen Gestaltung des Frontpanels. So gibt es wahlweise eine Variante mit Mesh-Front (CMT211A) und eine Variante mit Tempered Glass an der Front (CMT212G), die jeweils mit vier vorinstallierten Lüftern überzeugen sollen. Unabhängig von der Version gibt es jedoch immer ein Seitenteil aus Tempered Glass sowie eine digital adressierbare Lichtleiste im Frontpanel. Außerdem spricht der Hersteller in der Produktbeschreibung von einem hochwertigen bzw. robusten Aufbau. Wir testen heute das CMT211G, welches mit einer UVP von €67,90 die teuerste Variante ist.

Technische Details

Modell: FSP CMT212G
Gehäuse Typ: ATX
Abmessungen: 210 mm (B) x 441 mm (H) x 410 mm (T)
Gewicht: 5,00 kg
Material: Stahl, Kunststoff, Tempered Glass
Farbe: Schwarz
Front-Anschlüsse 1x USB 3.0 Typ-A, 2x USB 2.0 Typ-A, 1x Kopfhörer, 1x Mikrofon
Laufwerkschächte: 1x 3,5″
1x 3,5″/ 2,5″ (intern)
1x 2,5″ (intern)
Erweiterungsslots: 7x horizontal
Formfaktoren: ATX, mATX, ITX
Belüftung: Front: 3x 120 mm (3x vorinstalliert)
Heck: 1x 120 mm (1x vorinstalliert)
Deckel: 2x 120 mm
Radiatoren: Front: 1x 360 mm oder 1x 240 mm
Heck: 1x 120 mm
Max. CPU-Kühlerhöhe: 160 mm
Max. Grafikkartenlänge: 320 mm
Max. Netzteillänge: 150 mm (mit HDD-Käfig)
190 mm (ohne HDD-Käfig)
Platz für Kabelmanagement: 21 mm
Preis: € 77,06*
Besonderheiten: Staubfilter, Kabelmanagement, Tempered Glass, ARGB-Beleuchtung mit Steuereinheit

Lieferumfang

Geliefert wird das FSP CMT212G in einem einfachen Karton aus brauner Pappe. Damit man nicht die Katze im Sack kaufen muss, bedruckt der Hersteller den Karton mit einem Produktbild und gibt zudem die wichtigsten technischen Daten auf der Außenseite an. Im Inneren wird der Midi-Tower durch eine Kunststofffolie und normale Styroporblöcke vor Beschädigungen oder Kratzern geschützt. Die Blöcke sind jedoch recht dünn gehalten, was  zu Transportschäden führen könnte. Außerdem befinden sich auf allen Glaselementen weitere Schutzfolien. Das mitgelieferte Zubehör wurde im einem Beutel verstaut und mittels Kabelbinder im Innenraum verzurrt. Vorhanden sind alle benötigten Schrauben, ein Mainboard-Speaker und fünf Kabelbinder. Außerdem gehören zum Lieferumfang drei Staubfilter, zwei PCI-Slotblenden, vier vorinstallierte Gehäuselüfter sowie eine RGB-Lichtleiste im Frontpanel.

Außeneindruck

Bei der äußeren Gestaltung hält sich das FSP CMT211G im ausgeschalteten Zustand etwas mehr zurück als das CMT211. Herzstück ist beim 212G ein Sichtfenster aus Tempered Glass mit aufgedruckten Herstellerlogo, welches von einem breiten Rahmen aus schwarzem Kunststoff umrandet ist. Beidseitig hinter dem Sichtfenster hat FSP zwei RGB-Streifen angebracht. Ebenfalls beidseitig gibt es am Frontpanel jeweils zwei große Belüftungsöffnungen für die Frontlüfter. Hinter dem Frontpanel findet man außerdem einen weißen Staubfilter mit Magnetstreifen und die drei vorinstallierten 120-Millimeter-Lüfter.

Der Deckel soll den Airflow im Inneren weiter verbessern und besteht aus einem großen Belüftungsgitter mit Montageschienen für zwei 120-Millimeter-Lüfter. Zum Schutz vor Staub und zur Vereinheitlichung der Optik hat FSP über dem Gitter einen schwarzen, magnetischen Staubfilter platziert. Im vorderen Bereich des Deckels ist dann noch das I/O-Panel zu erwähnen. Es verfügt über drei USB-Ports (1x USB 3.0 Typ-A, 2x USB 2.0 Typ-A), Anschlüsse für Kopfhörer sowie Mikrofon und zwei Knöpfe für Power und die LED-Steuerung. Die finale Version soll laut FSP zwei USB 3.0-Anschlüsse haben.

Die Seitenteile wurden beim CMT212G unterschiedlich gestaltet. Damit die RGB-Beleuchtung besser zur Geltung kommt, hat sich FSP beim linken Seitenteil für ein leicht getöntes Seitenfenster aus Tempered Glass entschieden. Die Scheibe ist vier Millimeter stark und ruht auf vier Gummiringen an denen vier flache Rändelschrauben befestigt werden. Das rechte Seitenteil ist aus Stahl gefertigt und kann eine gerade noch ausreichende Stabilität aufweisen. Hier erfolgt die Verbindung mit dem Korpus über zwei Rändelschrauben an der Rückseite.

An der Rückseite zeigt sich ein übliches Erscheinungsbild für einen Midi-Tower nach aktuellen Standards. Das Netzteil wird im unteren Bereich des Chassis platziert. Darüber finden wir sieben perforierte Slotblenden, wovon lediglich eine Blende wiederverwendbar ist, und ganz oben wurde der vierte vorinstallierte 120-Millimeter-Lüfter befestigt. Durch den Einsatz von Montageschienen kann dieser gegebenenfalls auch stufenlos verschoben werden.

Einen sicheren Stand erhält das CMT212G über vier Gehäusefüße aus einfachen sowie schwarz gefärbtem Kunststoff. Zusätzlich wurden die Füße mit einem Gummistreifen beklebt. Als Staubfilter für das Netzteil setzt FSP auf eine simple Filtermatte aus Mesh, die zur Befestigung in Stahlaschen eingehakt werden muss. Ein weiteres interessantes Merkmal ist hingegen im vorderen Bodenbereich zu finden. Dort lassen sich diverse Montagepunkte und Schrauben erkennen. Das spricht dafür, dass der HDD im Inneren verschieb- oder ausbaubar ist.

Inneneindruck

Da wir äußerlich alles besprochen haben, wenden wir uns nur dem Innenraum zu. FSP setzt beim CMT212G auf ein bewährtes Layout, welches sich aus einer großen Hauptkammer und einer kleinen Netzteilkammer zusammensetzt. Die Hauptkammer ist sehr offen gestaltet und bietet Platz für ein ATX-Mainboard sowie lange Grafikkarten. Das Mainboard-Tray verfügt über einen großen Ausschnitt zum Wechseln von CPU-Kühler-Backplates und insgesamt fünf Öffnungen zum Durchführen der Kabel. Da im vorderen Bereich des Innenraums keine Festplattenkäfige oder ähnliches vorhanden sind, können die drei vorinstallierten 120-Millimeter ungehindert Frischluft in den Innenraum befördern.

Die Netzteilkammer beherbergt das Netzteil sowie einen modularen Netzteilkäfig. Eine darüber angebrachte Abdeckung verbirgt dementsprechend den Blick auf ein unordentliches Kabelnest. Wie das Mainboard-Tray, hat FSP auch die Abdeckung mit vier Kabelmanagement-Öffnungen ausgestattet. Zudem wurde das Hersteller-Logo auf die Seite des Netzteiltunnels lackiert.

Die Rückseite des Mainboard-Trays ist wenig spektakulär. Es gibt insgesamt 21 Millimeter Platz für Kabel und zahlreiche Laschen zum Befestigen von Kabelbindern. Im unteren Bereich findet man dann die Montageposition für das Netzteil, welches auf dünnen Streifen aus Moosgummi ruht, und den modularen Festplattenkäfig. Dieser kann verschoben oder komplett ausgebaut werden.

Festplatten ist an dieser Stelle ein gutes Stichwort. Das FSP CMT212G bietet insgesamt Platz für drei Datenträger. So kann man im HDD-Käfig zwei 3,5″- oder eine 2,5″- und eine 3,5″-HDD unterbringen. Weiterhin kann eine 2,5″-SSD unter der Oberseite des Netzteilkäfigs angebracht werden. Da der Netzteilkäfig über Gummiringe mit dem Korpus verbunden ist, findet eine leichte Entkopplung statt.

Die Qualität der äußeren und Inneren Verarbeitung sowie Lackierung entsprechen der angepeilten Preisklasse. Zumindest bei unserem Testsample waren keine Kratzer, Läufer oder sonstige Verarbeitungsfehler zu erkennen. Auch scharfe Kanten, an denen man sich schneiden könnte, gab es nicht.

Systembau im FSP CMT212G

Nun kommen wir zum Systemeinbau. Als Hardware verwenden wir einen AMD Ryzen 5 1400 auf einem MSI B350 PC Mate mit 16GB Crucial Ballistix Sport LT grau DDR4-2666. Der Ryzen wird von einem LC-Power Cosmo Cool LC-CC-120-RGB gekühlt und ist auf 3,8 GHz (1,25V) übertaktet. Für die Bildausgabe ist eine  GTX 1060 6GB von Gigabyte AORUS zuständig. Die Stromversorgung erledigt das vollmodulare LC-Power LC550 V2.31 Platinum mit einem Effizienzgrad von 80 Plus Platinum.

Durch den geräumigen Innenraum und die vorinstallierten Abstandshalter war die Montage aller Komponenten schnell abgeschlossen. Da das CMT212G eine verhältnismäßig geringe Tiefe aufweist, füllt unsere Hardware den Innenraum sehr gut aus. Durch den Platz hinter dem Mainboard und die sinnvoll platzierten Kabelmanagement-Öffnungen konnte das System zudem auch ordentlich verkabelt werden. Stapeln sollte man die Kabel aber nicht unbedingt. Komplett montiert wirkt das Testsystem sehr ordentlich und aufgeräumt.

Die Hardwarekompatibilität des FSP CMT212G ist gut, liegt insgesamt aber im Durschnitt eines normalen Midi-Towers. So stehen für CPU-Kühler 160 Millimeter und für Grafikkarten 320 Millimeter Platz zur Verfügung. Das reicht für viele, aber nicht für alle Komponenten am Markt aus. Für die Kühlung der CPU kann man optional auch eine 360er-AiO-Wasserkühlung in der Front platzieren. In der Standard-Konfiguration kann man zudem ein Netzteil mit einer Länge 150 Millimetern verbauen. Verzichtet man auf den HDD-Käfig, dann gibt es für das PSU 190 Millimeter Platz.

FSP verbaut im CMT212G ab Werk vier 120-Millimeter. Diese setzen sich alle aus einem schwarzen Rahmen und einem weißen Lüfter mit neun Lüfterblättern zusammen. Der Anschluss erfolgt immer über ein schwarzes 3-Pin-Kabel inklusive eingebauten Splitter zusammen. Dadurch könnte man theoretisch alle vier Lüfter über einen Mainboard-Anschluss betreiben. Die Maximaldrehzahl der Lüfter liegt bei 1000 Umdrehungen pro Minute. Damit agieren diese recht unauffällig, leicht hörbar sind sie aber dennoch.

Zuletzt kommen wir noch zu den Temperaturen, die im FSP CMT212G erreicht wurden. Während des Belastungstests wurden bei einer Raumtemperatur von 24°C 15 Minuten lang Prime95 und FurMark ausgeführt. Außerdem wurde der Test mit zwei verschiedenen Lüftergeschwindigkeiten durchgeführt.

Szenario
Temperatur
CPU: 50% PWM (1100 rpm)
GPU: 50% PWM (1650 rpm)
4x 120 mm, 50% bei 650 rpm
CPU:  81 °C
GPU:  81 °C
CPU: 50% (1100 rpm)
GPU: 50% PWM (1650 rpm)
4x 120 mm, 100% bei 100 rpm
CPU:  75 °C
GPU:  78 °C
CPU: 50% (1100 rpm)
GPU: 50% PWM (1650 rpm)
4x 120 mm, 100% bei 100 rpm
ohne Frontpanel
CPU:  67 °C
GPU:  69 °C

Dass das Frontpanel beim CMT212G vollständig aus Glas besteht und die einzige Belüftung über die kleinenÖffnungen links und rechts am Frontpanel erfolgen muss, spiegelt sich direkt in den Temperaturen wieder. Selbst bei voller Lüfterdrehzahl werden Temperaturen in den 70ern erreicht. Das ist zwar für dieses Worst-Case-Szenario nicht zwingend schlecht, die eingesetzte Hardware ist aber auch keineswegs als High-End zu bezeichnen. Entfernt man das Frontpanel, reduzieren sich die Maximalwerte jeweils um fast 10 Grad. Das zeigt, wie restriktiv das Tempered Glass ist. Wer einen hohen Wert auf Airflow setzt, dem raten wir eher zum CMT212A mit Mesh-Front.

Beleuchtungsoptionen im FSP CMT212G

Wie es sich für ein modernes Gehäuse gehört, darf natürlich auch eine RGB-Beleuchtung beim CMT212G nicht fehlen. Realisiert hat FSP diese über zwei digital adressierbare RGB-Leisten, die an der Rückseite des Frontpanels platziert wurden. Durch den weißen Staubfilter strahlt das Licht sehr gut in Richtung des Beobachters. Angesteuert werden die Leisten über die eingebaute Platine im I/O-Panel und können auch über einen dortigen Knopf bedient werden. Standardmäßig verfügt die Steuereinheit über 10 Farben bzw. Farbkombinationen und muss über einen SATA-Stecker vom Netzteil mit Strom versorgt werden. Möchte man die Farben lieber über sein Mainboard steuern, dann ist auch das möglich. Über einen 3-Pin-5V-RGB-Header lassen sich die Lichtleisten kontrollieren und können um weitere RGB-Elemente mit dem entsprechenden Anschluss ergänzt werden.

Fazit zum FSP CMT212G

Kommen wir nun zum Fazit dieses Reviews zum FSP CMT212G Midi-Tower. Das CMT212G hat für seinen Preis von €67,90 (UVP) grundsätzlich einiges zu bieten. So kommt es mit drei Staubfiltern, einem Seitenfenster und Frontpanel aus Tempered Glass sowie zwei digital-adressierbaren RGB-Leisten in der Front. Durch die Kombination mit dem weißen Staubfilter wird dadurch eine außergewöhnliche Optik erzeugt. Außerdem konnte uns dieser Midi-Tower durch seinen geräumigen Innenraum überzeugen, der auch Platz für etwas stärkere bzw. größere Komponenten bietet und die Verkabelung sehr einfach macht. Abgerundet wird das Gesamtpaket durch den modularen und entkoppelten HDD-Käfig sowie die vier vorinstallierten Gehäuselüfter.

Nicht gefallen hat uns hingegen die verhältnismäßig geringe Dicke der Styropor-Blöcke innerhalb der Verpackung. Das könnte leicht zu möglichen Beschädigungen beim Transport führen. Außerdem beeinträchtigt das Glas an der Front den Airflow sehr stark, was wiederum zu höheren Temperaturen führt. Die Verarbeitung und Stabilität des CMT212G haben uns zwar nicht vom Hocker gehauen, sind aber grundsätzlich in Ordnung und liegen auf einem Level mit vielen anderen Gehäusen dieser Preisklasse.

Für einen Preis von € 39,00 bietet das FSP CMT212G ein solides Gesamtpaket und grundsätzlich einiges an Ausstattung. Der Preisbereich zwischen 60€ und 70€ ist jedoch stark umkämpft und voll mit ähnlich ausgestatteten Midi-Towern, die alle ihre Vor- und Nachteile haben. Wird zudem etwas weniger Wert auf die Optik und etwas mehr auf den Airflow gelegt, empfehlen wir definitiv eher den Griff zum CMT212A mit Meshfront.

FSP CMT212G

Verarbeitung
Aufbau
Ausstattung
Kühlung
Preis-Leistungs-Verhältnis

80/100

Das FSP CMT212G ist ein solide ausgestatteter Midi-Tower mit durchschnittlicher Verarbeitung und Platz für viel Hardware. Das Frontpanel aus Tempered Glass beschränkt den Airflow aber doch recht stark.

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Jonas

Ich bin Redakteur für diesen Blog und habe ein großes Interesse an PC-Hardware und PC-Basteleien aller Art. Mein Hauptfokus liegt derzeit jedoch im Bereich der PC-Gehäuse. Auch hauptberuflich bin ich im IT-Bereich unterwegs und wohne in Osnabrück

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