Manch einer mag am Punkt angekommen sein „Gebt mir doch einfach mal ein ganz normales Computergehäuse. Es muss funktionieren, meine Teile nehmen und sollte nicht zu teuer sein“. Und manch einer braucht möglicherweise auch einfach noch Platz für 5,25″- oder gar 3,5″-Laufwerke. Egal, ob optische Laufwerke, Wechselfestplatten, Kartenleser oder was auch immer. Klar könnte man unter Umständen einfach auf ein altes Gehäuse zurückgreifen. Aber es gibt durchaus Features, die man hier vermissen könnte, wie USB-C oder überhaupt USB3. Und diesen Spagat zwischen klassischen Gehäusen, die heutzutage geradezu retro wirken, und einer modernen Ausstattung, das wagt Inter-Tech mit dem IT-8862 Plaid, das ich hier einem Test unterziehe.
Spezifikationen
| Größe (B x T x H) | 185 x 450 x 419mm |
| Volumen | 35 L |
| Gewicht | 4,06 kg |
| maximale Kühlerhöhe | 160 mm |
| maximale Länge Grafikkarte | 390 mm |
| Lüfterplätze vorne | 1x 120 / 90 / 80 mm (nicht im Lieferumfang) |
| Lüfterplätze hinten | 1x 120 / 90 / 80 mm (nicht im Lieferumfang) |
| Externe Slots | 3x 5,25″ / 1x 3,5″ |
| Interne Slots | 4x 3,5″ / 1x 2,5″ / 1x 3,5″ oder 2,5″ |
| Frontpanel | USB 2.0, USB 3.2 Gen 1, USB-C 3.2 Gen 1, USB-C 3.2 Gen 2, Kopfhörer, Mikrofon, SD-Kartenleser |
| Garantie | 2 Jahre |
| Preis | € 48,77 * |
Verpackung und Lieferumfang
- Simpler, brauner Karton
- Gehäuse wird von Plastiktüte geschützt und von zwei Styroporschalten gehalten
- Zubehör im Gehäuseinnenraum
- Schrauben sind unsortiert
Mein erster Gedanke war „hui, das Paket ist leicht“. Das komplette Gehäuse samt mitgeliefertem Zubehör und Verpackungsmaterial wiegt weniger als 5 kg.
Ansonsten ist die Verpackung wenig überraschend und so günstig wie möglich gehalten – nachvollziehbar in der Preisklasse. Das Gehäuse steckt in einer Plastikfolie und wird von zwei Styropor-Schalen gehalten. Diese sind recht hart und können beim Herausnehmen brechen, weshalb ich üblicherweise weicheren Schaumstoff bevorzuge. Im Karton finden sich auch zwei Griffe zum Transport, was ich in dieser Gewichtsklasse aber für weniger relevant halte. Diese haben das Auspacken aber etwas erschwert, da die Styroporschalen daran hängengeblieben sind und ich musste die Laschen erst irgendwie nach außen ziehen.
Was das Zubehör angeht, findet man alles weitere in einer Plastiktüte im Inneren des Gehäuses und die Schlüssel für das Schloss an der Gehäuseseite werden durch das Power-Schalter-Kabel der Schloss-Elektrik gehalten gehalten.
Die Schrauben stecken unsortiert in einer Einweg-Plastiktüte, die in einer verschließbaren Plastiktüte sitzt, die wiederum zusammen mit den Kabelbindern in einer noch größeren verschließbaren Plastiktüte untergebracht ist. Die Schrauben sind auch optisch ähnlich, dass man sie anhand des Gewindes auseinandersortieren muss. Dazu liegen noch ein paar Rändelschrauben bei sowie zusätzliche Abstandshalter fürs Mainboard.
Design
- Unauffälliges Design in klassischer Manier
- Geeignet für Sleeper-Systeme
- Fensterfreie Bauweise ermöglicht problemlos die Nutzung „unpassender“ Komponenten
- Besonders für Büro-Umgebungen gedacht
Das Design des Inter-Tech IT-8862 Plaid wirkt zwischen den vielen modernen Gehäusen, die man in den letzten Jahren sieht, fast wie ein Blick in die Vergangenheit. Designmäßig würde es sich also auch im Jahre 2006 wohlfühlen. Ansonsten hat man ähnliche Designs noch in vielen späteren typischen Office-Rechnern gesehen. Anders ausgedrückt ist das Inter-Tech IT-8862 PLAID ein Gehäuse, das nicht auffallen will. Letztendlich sieht man doch sowieso bei der Nutzung eines Rechners auf den Bildschirm. Und wenn man den Rechner aus Platzgründen doch lieber unter dem Tisch stehen hat als darauf, dann braucht man üblicherweise auch kein Designergehäuse.
Das Design eignet sich durchaus auch für „Sleeper“-Projekte, also hochmoderne Systeme, die auf den ersten Blick nicht danach aussehen, sondern eher alt wirken.
Durch die geschlossene Bauweise ohne Fenster muss man sich keinen Druck machen, den Innenraum sonderlich schön zu gestalten. So macht es beispielsweise auch nichts, wenn man kein volles ATX-Format beim Mainboard wählt. Insbesondere liegen mATX-Mainboard beispielsweise preislich oft in einem günstigeren Bereich und sind zwar oft nicht ganz so üppig ausgestattet, bieten aber dennoch dieselbe Leistung wie teurere ATX-Mainboards mit demselben Chipsatz.
Aber ganz besonders fühlt sich das Gehäuse einfach im Büro-Umfeld wohl, wo es nicht auf das Design ankommt, sondern auf die Funktion.
Verarbeitungsqualität
- Unspektakuläre Verarbeitung – aber ohne wirkliche Mängel
- Slot-Cover mit Schrauben und nicht nur zum Herausbrechen
- An den 5,25″- und 3,5″-Laufwerken müssen Abdeckungen herausgebrochen werden
- Sehr billig wirkende Schlüssel für das Power-Schalter-Schloss
Beim Test des Inter-Tech IT-8862 Plaid bin ich sowohl auf positive als auch auf negative Punkte gestoßen. Wobei die positiven Punkte angesichts der Preisklasse durchaus überwiegen. Die Materialstärken sind angemessen und ausreichend, wirken aber nicht beeindruckend. Die Front besteht aus Plastik und dem Metallgehäuse sieht man an, dass es mit unterschiedlichen Fronten verheiratet werden kann. So besitzt das IT-8862 Plaid einen 3,5″-Slot, aber die interne Metallfront ist auf zwei Schächte vorbereitet. Der Innenraum wirkt teilweise etwas roh, was die Kanten anging, aber geschnitten habe ich mich im Test nicht, obwohl ich einige Kanten gezielt abgetastet habe.
Gut gefallen hat mir aber, dass Rändelschrauben für die Türen verwendet wurden. Und auch, dass die Erweiterungsslot-Abdeckungen verschraubt sind, also keine von denen sind, die man herausbrechen muss. Was man herausbrechen muss, sind die inneren Metall-Abdeckungen der 5,25″- und 3,5″-Slots. Die Gegenstücke aus Plastik in der vorderen Front sitzen fest und bieten einigen Widerstand – unbeabsichtigt werden diese nicht herausfallen.
Ein bisschen irritiert war ich, dass die Schlüssel so klein und aus Plastik sind. Diese machen keinen sonderlich soliden Eindruck.
Insgesamt ist die Verarbeitungsqualität vom Inter-Tech IT-8862 Plaid durchaus in Ordnung – gerade in Anbetracht des Preises. Es gab keine Punkte, die mir Sorgen bereiten würden.
Komponentenkompatibilität
- Luftkühler bis zu einer Höhe von 160 mm möglich
- Wasserkühlungen maximal mit 120-mm-Radiatoren möglich und daher nicht sinnvoll
- Auch ziemlich lange Grafikkarten lassen sich verbauen
- Standard-ATX-Komponenten möglich (Mainboard / Netzteil)
Aufgrund der limitierten Lüfterplätze wird man im Inter-Tech IT-8862 Plaid aller Wahrscheinlichkeit nach eher auf einen Luftkühler setzen als auf Wasserkühlungen. Bei Radiatoren ist man nämlich limitiert auf Modelle mit maximal 120 mm, die leistungsmäßig keine nennenswerten Vorteile gegenüber Tower-Kühlern bieten, dafür jedoch mit entsprechenden Nachteilen kommen, wie der höheren Anfälligkeit durch die Pumpe oder die Flüssigkeit selbst. Dagegen können Luftkühler mit einer Einbauhöhe von bis zu 160 mm verbaut werden. So sollten die allermeisten 120-mm-Kühler problemlos verwendbar sein. 140-mm-Kühler sollte man jedoch vermeiden; hier werden nur wenige mit einer speziell niedrigen Bauweise passen. Und selbst hier wird man hart am Limit sein, wenn man keinen Top-Flow-Kühler nimmt.
Im Inter-Tech IT-8862 Plaid Test habe ich einen DeepCool AK-620 eingesetzt, der die angegebene maximale Kühlerhöhe von 160 mm komplett ausreizt. Das hat tatsächlich funktioniert, wenn auch die weitere Arbeit im Gehäuse durch den recht wuchtigen Kühler anstrengender wurde.
Für die Nutzung langer Grafikkarten kann man einen Teil der Festplattenkäfige herausnehmen. So vermeidet man eine Kollision – insgesamt zwei Montageplätze fallen damit weg. Das könnte noch immer für eine Mehrzahl an Nutzern in Ordnung sein. Da man nur eine Seite des Festplattenkäfigs entfernt, hat man jedoch nur mehr Möglichkeiten im Bereich der Länge – sehr breite Grafikkarten können noch immer kollidieren.
Abgesehen von den (mit der Abdeckung) vier 3,5″-Slots gibt einen Platz, in dem ein 2,5″-Laufwerk angeschraubt werden kann. Dieses wird mit zwei Schrauben auf einer Seite gesichert, während 3,5″-Laufwerke auf beiden Seiten festgeschraubt werden.
Als Netzteil verwendet man übliche ATX-Netzteile. Ein Einbau ist nur in einer Richtung möglich, sodass dessen Lüfter nicht erstickt und als zusätzlicher Gehäuselüfter dient.
Einbau
- Nur vier Abstandshalter ab Werk eingebaut
- Zwei Abstandshalter mit Erhöhung sichern vor Verrutschen des Mainboards
- Nahezu kein Platz für Kabelmanagement hinter Mainboard-Tray
- Auch längere Grafikkarten möglich
Ein besonders nettes Feature des Inter-Tch IT-8862 Plaid zeigt sich im Test. Und zwar, dass zwei der Abstandshalter eine erhöhte Mitte besitzen und so das Mainboard bereits in Position halten, bevor man es anschraubt. Dafür sind nur vier Abstandshalter überhaupt vormontiert – die anderen muss man selbst in Position bringen, aber ein passendes Werkzeug ist nicht mitgeliefert. Die Abstandshalter lassen sich aber einfach von Hand eindrehen und nun fehlt noch ein letzter „Biss“, um die Abstandshalter fest genug zu bekommen, damit man sie nicht mitsamt der Schraube wieder herausdreht. Ein Universalschraubenschlüssel („Engländer“) oder sogar eine normale Zange sollten hierfür aber ausreichen.
Aber wenn wir einen Blick auf das Kabelmanagement werfen, ist schnell klar, dass hier nicht viel möglich ist. Der Platz hinter dem Mainboard-Tray ist so eng, dass man nur sehr flache Kabel dort hinten verlegen kann. Es gibt zwar Punkte, an denen Kabelbinder befestigt werden können, aber ganz ehrlich: Den größten Teil der Kabel wird man eh im Innenraum verlegen müssen. Daher macht das keinen wirklichen Sinn, einzelne Kabel von hinten zu verlegen.
Um längere Grafikkarten einbauen zu können (üblicherweise ab drei Lüftern), muss man ein Zwischenteil im Festplattenkäfig herausnehmen und verzichtet damit auch auf zwei Festplattenplätze. Aber die meisten modernen Mainboards kommen sowieso meist nur noch mit 4 statt den früher üblichen 6 SATA-Anschlüssen. Die meisten Nutzer werden daher nicht alle Festplatten-Steckplätze benötigen. Notfalls hat Inter-Tech auch Adapter im Angebot, mit denen Festplatten in den 5,25″-Slots verbaut werden können.
Ein Blick auf das Schloss
- Sehr billig und generisch wirkende Plastikschlüssel
- Muss aktiv in den Schaltkreis eingebunden werden und kann dementsprechend auch komplett ignoriert werden
- Schloss ist dafür da, den Power-Schalter in einer Stellung zu deaktivieren und so einen ungewollten Start oder das Abschalten zu verhindern
An der Seite des Inter-Tech IT-8862 Plaid finden sich ein SD-Kartenleser und ein Schloss. Das Schloss ist dazu da, eine Unterbrechung in den Power-Schalter zu bekommen. Wenn also diese Schleife mit eingebaut ist und das Schloss aus, dann passiert beim Druck auf den Power-Schalter nichts.
Die Schlüssel hingen an einem Kabel mit Steckern und sind für mich der größte Kritikpunkt am Gehäuse. Diese sind hauchdünn und aus leicht biegbarem Plastik – fühlen sich also richtig billig an. Dazu sind sie so klein und unauffällig, dass man sie durchaus leicht verlieren kann. Diese Stecker muss man voneinander trennen, um an den Schlüssel zu kommen. Dann muss an die eine Seite der eigentliche Power-Anschluss für das Frontpanel angesetzt werden und die andere Seite wird stattdessen an das Mainboard angeschlossen. Wer das nicht macht, hat das Schloss nicht im Schaltkreis – auch das ist möglich, wenn man es nicht möchte oder die Schlüssel verloren hat.
Das Schloss des Inter-Tech IT-8862 Plaid verhindert ein schnelles Einschalten des Rechners. Wer sich jedoch mit Computer-Hardeware auskennt, wird davon nicht aufgehalten, denn das Gehäuse selbst ist nicht physisch abgeschlossen, sodass man die Seitentür noch immer einfach abnehmen kann. Aber gerade im Büro-Umfeld kann es schon sinnvoll sein, um zumindest Leuten mit geringeren Hardwarekompetenzen den Rechner-Start zu erschweren. Sollte das Gehäuse mehrfach im Büro eingesetzt werden, dann muss ich sagen: Die Schlüssel sehen generisch aus und ich vermute, dass man diese für jedes Gehäuse dieses Typs verwenden kann.
Dreht man das Schloss auf „an“ (grüner Punkt), kann man den Rechner mit dem normalen Power-Schalter einschalten, danach kann man das Schloss prinzipiell direkt wieder auf „aus“ (roter Punkt) drehen. Der Rechner bleibt eingeschaltet und es wird nur der Druck auf den Power-Schalter deaktiviert. So vergisst man später nicht, das Schloss wieder zu betätigen.
Sinnvoll kann das Schloss auch sein, wenn man Kinder hat, die einfach überall mal drücken und somit entweder ungewollt den Rechner starten oder ausschalten könnten. Oder auch durch Katzen, die gerne mal auf dem warmen Rechner liegen und dabei den obenliegenden Power-Schalter betätigen könnten. Ja, das habe ich alles schon erlebt und das wäre mit einem solchen Schloss nicht passiert.
Ein Test des Kartenlesers
- SD-Karte etwas hakelig einzuschieben
- USB-2-Geschwindigkeit
Der Kartenleser des Inter-Tech IT-8862 Plaid lief im Test mit der typischen USB-2-Geschwindigkeit, also mit bis rund 20 MB/s. Wer professionell mit sehr großen Datenmengen arbeitet, also beispielsweise im Foto-Bereich mit hohen Auflösungen im RAW-Format, der könnte eher von einem schnelleren Modell profitieren. Das geht sowohl extern über einen dedizierten USB-3-Kartenleser oder auch intern mit einem Modell wie dem Argus CI-21.
Ich persönlich nutze SD-Karten gerne als Wechsellaufwerk und habe dort meine am häufigsten genutzten Daten gespeichert, die ich dann zwischen den Rechnern hin- und herstecken kann. Jaja, so ganz lokal und ohne Cloud. Dafür reicht diese Geschwindigkeit vollkommen aus.
Aber es war etwas hakelig, die Karte tatsächlich hineinzubekommen; sie verkantet sich schnell. Zu Beginn hatte ich das Gefühl, dass die SD-Karte in keiner Steckrichtung wirklich passen würde. Praktisch ist es so, dass man bei einem frontalen Blick auf das Gehäuse auf die unbedruckte Unterseite der SD-Kartze blickt. Als die SD-Karte im Rechner war, hat der Kartenleser gut funktioniert – und auch problemlos mit SDXC-Karten, also auch den ganz großen.
Lüfter
- Gehäuse wird ohne Lüfter ausgeliefert
- Zwei Lüfterplätze bieten Platz für Lüfter in 80, 92 und 120 mm Größe
- Man kann vorhandene weiterverwenden oder Lüfter nach Wahl kaufen
- Seitenteil bietet inoffiziell auch Platz für weitere Lüfter
Das Inter-Tech IT-8862 Plaid wird ohne Lüfter ausgeliefert. Das hat die Vorteile, dass man sich selbst entscheiden kann, welche Lüfter man nutzen möchte, oder dass man auch bereits vorhandene Lüfter weiterverwenden kann. Und außerdem kann man hier beispielsweise auch 92-mm-Lüfter und 80-mm-Lüfter nutzen, wie man sie früher öfter gefunden hat oder sie oft auch auf CPU-Kühlern findet. So kann man auch solche bei Bedarf weiterverwenden. Das hat aber natürlich auch den Nachteil, dass man, sofern man nicht bereits Lüfter zur Weiterverwendung besitzt, noch etwas mehr Geld investieren muss als für das reine Gehäuse.
Ohne zusätzliche Lüfter, wie das Inter-Tech IT-8862 Plaid ausgeliefert wird, würde ich es nicht betreiben, solange keine absolute Unterklasse-Hardware eingesetzt wird. Mindestens einen Lüfter hinten sollte man montieren, besser auch mit einem Lüfter in der Front. Das muss nicht teuer werden. Günstige Lüfter, die eine ordentliche Leistung bringen, sind beispielsweise die Arctic P12, die DeepCool FK120 oder minimal teurer auch die be quiet! Pure Wings 3.
Bei der Nutzung von 120-mm-Lüftern kann es hinten zu leichten Konflikten beim Schließen der Tür geben. Bei der Nutzung von normalen Lüfterschrauben sollte das eher kein Problem geben, aber bei Stecksystemen, wie bei den be quiet! Shadow Wings, den MSI Silent Gale P12, den Silikonsteckern von Noctua-Lüftern oder anderen Schrauben-Systemen, wie bei den Noiseblocker NB-eLoop, kann es enger werden. Bei den Steckern, wie hier bei den MSI Silent Gale P12, geht die Tür mit einer leichten Biegung im Blech noch zu. Besser wäre also die Verwendung von tatsächlichen Lüfterschrauben – oder der Nutzung von kleineren Lüftern.
Offiziell kann man zwei Lüfter verbauen – einen vorne und einen hinten. So wird bei der Wahl der richtigen Lüfter auch eine Vollbestückung nicht wirklich teuer. Aber tatsächlich hat das Inter-Tech IT-8862 PLAID auch einige Löcher in der Seitentür. So kann man prinzipiell auch seitlich Lüfter montieren, wenn man darunter genug Platz hat, mindestens so viel, wie die Lüfter dick sind. Das ist beispielsweise bei Top-Down-Luftkühlern, wie den oft mitgelieferten Werkskühlern, hilfreich.
Blick auf den Preis
- Sehr günstiges Gehäuse
- Keine Lüfter im Lieferumfang – mit einberechnen, falls nicht bereits vorhanden
- Es gibt aber preisähnliche Modelle, die auch mit Lüftern ausgeliefert werden
Das Inter-Tech IT-8862 liegt preislich in einer recht niedrigen Preisklasse möglicher Computer-Gehäuse und ist dafür durchaus gut nutzbar und bietet mit den 5,25″-Schächten und dem 3,5″-Schacht tatsächlich Möglichkeiten, die die meisten modernen Gehäuse nicht mehr ermöglichen. Wenn man also noch optische Laufwerke betreiben möchte, ist das hiermit kein Problem. Inter-Tech hat selbst noch ein paar Modelle in einer ähnlichen (teils gar günstigeren) Preisklasse auf dem Markt und bekommt ansonsten insbesondere Konkurrenz von Chieftec, wenn es um Gehäuse mit 5,25″-Schächten geht.
Allerdings muss beim Preis noch mit eingerechnet werden, dass keine Lüfter mitgeliefert werden. Das ist kein Problem, wenn man ältere weiternutzen kann, zumal man flexibel zwischen Lüftern in 80, 92 und 120 mm wechseln kann. Oder auch, wenn man sowieso spezielle Lüfter möchte. Wenn keine Lüfter vorhanden sind, würde ich dazu raten, auch knapp teurere Gehäuse in den Blick zu nehmen. Das Fractal Design Focus G beispielsweise kommt zumindest mit zwei 5,25″-Slots (aber keinem 3,5″) und liegt preislich nur knapp höher, obwohl es mit zwei Lüftern (wenn auch zugegebenermaßen keinen sonderlich guten) ausgeliefert wird. Optisch ist das Fractal Design moderner – was möglicherweise nicht immer gewollt ist.
Wer kein 5,25″- oder 3,5″-Laufwerk benötigt, findet durchaus auch günstigere Modelle mit Lüfter. Das Inter-Tech IT-8862 Plaid aus diesem Test besitzt dennoch durch das Mesh in der Front einen verhältnismäßig gesehen besseren Airflow als viele Konkurrenzmodelle der untersten Preisklasse.
Fazit
Ich mag das Inter-Tech IT-8862 Plaid. Es wirkt irgendwie so erfrischend nostalgisch-klassisch zwischen den vielen „Aquarium“-Gehäusen und den RGB-Lüftern der heutigen Zeit (wobei einen natürlich niemand daran hindert, selbst RGB-Lüfter in das IT-8862 Plaid einzubauen, deren Licht man durch die Front und die Löcher in der Seitentür sehen kann). Und dennoch bietet es auch moderner Hardware Platz durch den möglichen Support langer Grafikkarten, Luftkühler bis 160 mm und den recht guten Airflow durch das Frontgitter statt einer massiven Front, wie man es von formähnlichen Gehäusen kennt. Und die modernen Frontpanel-Anschlüsse kommen dazu.
Aber praktisch gesehen verzichtet man auch auf ein paar Annehmlichkeiten, die viele moderne Gehäuse bieten, wie eine angenehmere Arbeit durch bessere Erreichbarkeit aller Bereiche im Gehäuse oder ein besseres Kabelmanagement.
Ist es empfehlenswert? Da muss jeder für sich entscheiden, wie gerne er den klassischen Aufbau hat. Aber es spricht nichts dagegen: Es wirkt in der heutigen Zeit etwas altertümlich, funktioniert aber sehr gut und kostet nicht viel. Im Budget-Bereich würde ich es also durchaus in Betracht ziehen.
Tipp an Inter-Tech: Ein Gehäuse dieser Bauweise oder zumindest in ähnlicher Form würde sich auch in einer beigen Farbvariante anbieten. Ein Blick auf Silverstone mit den FLP-Gehäusen und deren Medienpräsenz zeigt, wie hoch das Interesse an Cases im Retro-Look und mit dennoch modernen Features ist.
VORTEILE
- Simples, sehr günstiges Gehäuse
- SD-Kartenleser
- Klassische Bauweise mit modernen Anschlüssen
- Power-Schalter-Schloss
- Gute Komponentenkopmpatibilität
- Besitzt noch 5,25″- und 3,5″-Slots
NACHTEILE
- Schlüssel in niedriger Qualität
- Kein gutes Kabelmanagement
- Keine Lüfter ab Werk verbaut
Fazit
Das Inter-Tech IT-8862 Plaid ist ein ATX-PC-Gehäuse, das vom Innenaufbau her stark an Modelle der frühen 2000er erinnert, aber doch ein paar moderne Features und einen ganz guten AIrflow bietet.



