Noctua NL-LC1-36 Test – Ein lang erwartetes Debüt

Jonas
Jonas · 13 Min. Lesezeit

Mit der NL-LC1-Serie betritt Noctua erstmals den Markt der All-in-One-Wasserkühlungen und erweitert damit sein bislang auf Luftkühlung ausgelegtes Portfolio. Der österreichische Hersteller genießt seit vielen Jahren einen hervorragenden Ruf unter PC-Enthusiasten und professionellen Anwendern. Hochwertige Verarbeitung, eine außergewöhnlich leise Geräuschkulisse sowie eine hohe Langzeitzuverlässigkeit zählen seit jeher zu den Markenzeichen des Unternehmens. Mit der neuen AiO-Serie NL-LC1 verfolgt Noctua das Ziel, diese bekannten Stärken auch in den Bereich der Wasserkühlung zu übertragen. Ob der Hersteller das geschafft hat, erfahrt ihr heute im Test der Noctua NL-LC1-36 All-in-One-Wasserkühlung.

Noctua NL-LC1-36 Test: Technische Details

Allgemeine Spezifikationen
Abmessungen (mit Lüfter, L x B x H) 399.5 x 120 x 55 mm
Gewicht (mit Lüfter) 1979 g
Kompatibilität AMD AM5 / AM4
Kompatibilität Intel LGA1700/ LGA1851/ LGA1954
Kühlleistung
N/A
Garantie 6 Jahre
Preis
€ 256,12 *
 
Radiator-Spezifikationen
Typ Gelöteter Radiator
Abmessungen (L x B x H) 399.5 x 120 x 30 mm
Material Aluminium
 
Lüfter-Spezifikationen
Lüfteranzahl 3
Lüfter-Bezeichnung NF-A12x25 G2 PWM
Lagertyp hydrodynamisches Gleitlager (FDB)
Abmessungen (L x B x H) 120 x 120 x 25 mm
Lüfterdrehzahl 0 – 1800 U/min
Max. Geräuschentwicklung 22.5 db(A)
Max. Volumenstrom 107.3 m³/h
Max. Luftdruck 3.14 mm H2O
Nennspannung (Lüfter) 12 V
Nennstrom (Lüfter) 0,15 A
Nennleistung (Lüfter) 1,8 W
Anschluss (Lüfter) 4-Pin PWM
Lüfter-Kabellänge 210 mm + ca. 470 mm (Y-Weiche & Verlängerung)
 
Pumpen-Spezifikationen
Pumpentyp Asetek Emma V2
Abmessungen ca. 80 mm Ø x 70 mm Höhe
Kühlplattenmaterial Kupfer
Drehzahl (Pumpe) 750 ~ 3400 U/min ± 6 %
Max. Geräuschentwicklung <14.9 db(A)
Nennspannung (Pumpe) 12 V
Nennstrom (Pumpe) 1.7 A
Nennleistung (Pumpe) 6 W
Anschluss (Pumpe) 4-Pin PWM
Kabellänge (Pumpe) ca. 480 mm
Schlauchlänge
410 mm
Besonderheiten 3 Drehzahl-Modi (silent: max. 2100rpm, balanced: max. 2600 rpm, manual: max. 3400 rpm)

Verpackung & Lieferumfang

Bereits auf den ersten Blick bleibt Noctua seiner bekannten Designsprache treu. Die NL-LC1-36 wird in einem stabilen Karton ausgeliefert, der in den markentypischen Braun- und Weißtönen gehalten ist. Die Vorderseite präsentiert neben einer Produktabbildung die wichtigsten Ausstattungsmerkmale, während die Seiten und Rückseite ausführliche Informationen zu den technischen Besonderheiten, den Spezifikationen sowie den unterstützten Sockeln bereithalten. Wie von Noctua gewohnt ist die Verpackung hochwertig verarbeitet und vermittelt bereits vor dem Auspacken den Eindruck eines Premiumprodukts.

Im Inneren setzt sich dieser hochwertige Eindruck fort. Sämtliche Komponenten sind sauber voneinander getrennt und sicher in Kartonfächern sowie Schutzeinlagen untergebracht, wodurch Transportschäden effektiv vermieden werden. Zum Lieferumfang gehören neben der Radiator-Pumpen-Kombination auch die drei NF-A12x25 G2 PWM-Lüfter sowie sämtliche Montagematerialien für aktuelle Intel- und AMD-Plattformen (SecuFirm2+-Montagesystem), eine Tube NT-H2-Wärmeleitpaste, eine magnetische Logoplatte, ein Y-Kabel bzw. Verlängerungskabel für die Lüfter und natürlich eine ausführlich bebilderte Montageanleitung. Insgesamt präsentiert sich der Lieferumfang umfangreich und lässt kaum Wünsche offen, sodass einer unkomplizierten Installation nichts im Wege stehen dürfte.

Design & Verarbeitung

Die Noctua NL-LC1-36 setzt auf einen klassischen 360-mm-Radiator aus Aluminium, der mit einer schwarzen Pulverbeschichtung versehen ist. Optisch präsentiert sich die AiO bewusst zurückhaltend und verzichtet vollständig auf RGB-Beleuchtung oder auffällige Designelemente. Stattdessen steht eine funktionale und zeitlose Gestaltung im Vordergrund, die sich problemlos in nahezu jedes System integrieren lässt. Dennoch platziert der Hersteller seitlich am Radiator einen dezenten „Asetek x Noctua“-Schriftzug. Mit einer Stärke von 30 mm liegt dieser etwas über dem gängigen Standardformat, wodurch man vor dem Kauf im Gehäuse lieber zwei Mal nachmessen sollte. Die Verarbeitung hinterlässt einen tadellosen Eindruck: Sämtliche Lamellen sind sauber gefertigt, die Lackierung ist gleichmäßig aufgetragen und auch die Gewinde für die Lüftermontage sind präzise gearbeitet.

Die Verbindung zwischen Radiator und Kühler erfolgt über zwei rund 410 mm lange, schwarz ummantelte Gummischläuche. Die engmaschige Textilummantelung sorgt nicht nur für eine hochwertige Optik, sondern schützt die Schläuche zusätzlich vor Abrieb und Knickbelastungen. Gleichzeitig fällt die Biegsamkeit angenehm hoch aus, was die Montage insbesondere in größeren Gehäusen erleichtert. Noctua verwendet auf Seiten der Pumpe drehbare Anschlüsse, wodurch sich die Schläuche während der Installation einfacher ausrichten lassen und damit deutlich weniger Spannung auf diese entsteht.

Auch beim Pumpenblock verfolgt Noctua einen eher funktionalen als verspielten Ansatz. Die kompakte Pumpeneinheit basiert auf der aktuellen Asetek-Emma-V2-Plattform, wurde jedoch um mehrere Eigenentwicklungen des österreichischen Herstellers ergänzt. Besonders auffällig ist der bereits vormontierte NL-PNA1-Pumpenschallabsorber, der zwischen Halterung und Pumpengehäuse sitzt. Dieser elastische Entkoppler reduziert die Übertragung von Vibrationen auf das Mainboard und soll dadurch störende Resonanzen minimieren. Außerdem soll er schallabsorbierend wirken. Die Oberseite des Pumpendeckels ist schlicht gestaltet und trägt lediglich das eingelassene Noctua-Logo. Eine farbige, magnetische Logoplatte ist ebenfalls Teil des Lieferumfangs. Zwischen den zwei Drehgelenken verbaut der Hersteller zudem einen kleinen Schalter, der die maximale Drehgeschwindigkeit der Pumpe beeinflusst. Es gibt die drei Profile Silent, Balanced und Manual. An der Unterseite des Kühlblocks lässt sich eine große Kupferplatte erkennen, welche die Wärme der CPU aufnehmen soll.

Optional lässt sich für 20€ auch das Produkt NL-ACF1 von Noctua erwerben. Hierbei handelt es sich um einen 80-mm-Lüfter mit magnetischer Befestigung, der oberhalb des Pumpenblocks montiert werden kann und zur Kühlung der Spannungswandler, RAM-Riegel und m.2-SSDs in der Nähe des CPU-Sockel dienen soll. Zur Montage muss lediglich die Logoplatte entfernt und der Lüfter aufgesetzt werden. Der Anschluss erfolgt über einen klassischen PWM-Stecker.

Für die Belüftung des Radiators liefert Noctua drei NF-A12x25 G2 PWM mit, die zu den leistungsstärksten 120-mm-Lüftern des Herstellers zählen und absolute Premium-Produkte sind. Gegenüber der ersten Generation wurden unter anderem die Lüfterblätter, der Motor sowie die Aerodynamik weiter optimiert, um sowohl den Luftdurchsatz als auch den statischen Druck zu erhöhen. Dank des besonders geringen Blattspalts und der hochwertigen SSO2-Lager versprechen die Lüfter eine hohe Effizienz bei gleichzeitig niedriger Geräuschentwicklung. Die maximale Drehzahl beträgt 1.800 U/min, geregelt werden die Lüfter komfortabel per PWM. Auch bei der Verarbeitung gibt es keinerlei Anlass zur Kritik: Das für Noctua typische beige-braune Farbschema ist sauber umgesetzt, sämtliche Kunststoffteile sind präzise gefertigt und die Lüfter wirken insgesamt äußerst hochwertig. Für den Anschluss legt der Hersteller eine 3-fach Y-Weiche sowie ein Verlängerungskabel dazu.

Mit einer Radiatorgröße von 394 × 120 × 27 mm richtet sich die NL-LC1-36 in erster Linie an leistungsstarke Gaming- und Workstation-Systeme. Unterstützt werden aktuelle AMD-Sockel bis AM5 sowie Intels Plattformen bis einschließlich LGA1851. Neben dem bewährten SecuFirm2+-Montagesystem gehören auch eine Tube NT-H2-Wärmeleitpaste und umfangreiches Montagezubehör zum Lieferumfang. Wie von Noctua gewohnt, gewährt der Hersteller zudem sechs Jahre Garantie auf die komplette Wasserkühlung. Insgesamt hinterlässt die NL-LC1-36 sowohl hinsichtlich Design als auch Verarbeitung einen hervorragenden Eindruck und wird dem Premiumanspruch der Marke in jeder Hinsicht gerecht. Die außergewöhnlichen Farbtöne bleiben natürlich weiterhin Geschmackssache und sind nicht jedermanns Sache.

Noctua NL-LC1-36 Test: Montage

Für den Leistungstest kommt ein Testsystem zum Einsatz, welches auf einem Benchtable montiert ist. Dadurch können wir Faktoren wie einen Hitzestau im Gehäuse ausschließen. Das Testsystem besteht aus den folgenden Komponenten.

Wie von Noctua gewohnt, gestaltet sich die Montage der NL-LC1-36 angenehm unkompliziert. Dank des hauseigenen SecuFirm2+-Montagesystems unterscheidet sich der Einbau nur geringfügig von den bekannten Luftkühlern des Herstellers, wodurch sich erfahrene Noctua-Nutzer sofort zurechtfinden. Die beiliegende, mehrsprachige Montageanleitung führt Schritt für Schritt durch den Installationsprozess und überzeugt mit großen Illustrationen sowie einer klaren Struktur. Dadurch sollte auch weniger erfahrenen Anwendern die Installation problemlos gelingen. Wichtig zu erwähnen ist noch, dass Noctua durchgehend auf Torx-Schrauben setzt. Ein passender Schraubendreher ist Teil des Lieferumfangs.

Je nach verwendeter Plattform fällt der Montageablauf leicht unterschiedlich aus. Auf aktuellen AMD-Systemen wird die werkseitig montierte Backplate des Mainboards weiterverwendet. Nach dem Entfernen der originalen Kunststoffhalterungen werden die Abstandshalter und Montageschienen montiert, bevor der Pumpenblock aufgesetzt und über zwei Federschrauben gleichmäßig verschraubt wird. Für Intel-Systeme liegt hingegen eine eigene Backplate bei, die zunächst auf der Mainboardrückseite befestigt wird. Anschließend erfolgt die Montage der Abstandshalter und Haltebügel nach demselben Prinzip. Positiv fällt auf, dass Noctua sämtliche Bauteile eindeutig beschriftet und farblich den jeweiligen Sockeln zuordnet, wodurch Verwechslungen praktisch ausgeschlossen sind. Für AMD-AM5-Prozessoren bietet Noctua zudem eine versetzte Montageposition (Offset-Mount) an, welche die Kühlleistung abhängig vom Prozessor zusätzlich verbessern kann.

Die rund 410 mm langen, flexibel ummantelten Schläuche sowie die drehbaren Anschlüsse am Pumpengehäuse erleichtern die Positionierung der Wasserkühlung zusätzlich und sorgen dafür, dass sich die Kühlung auch in größeren Midi- oder Full-Tower-Gehäusen ohne größere Schwierigkeiten verbauen lässt. Die Wärmeleitpaste NT-H2 muss während der Montage jedoch selbst aufgetragen werden, da sie ab Werk nicht bereits auf der Bodenplatte vorappliziert ist. Zudem müssen die Lüfter noch am Radiator angebracht werden, bevor dieser im Gehäuse platziert werden kann.

Auch beim Kabelmanagement zeigt sich Noctua durchdacht. Sämtliche benötigten Adapter- und Verbindungskabel liegen dem Lieferumfang bei und ermöglichen den Anschluss der Lüfter sowie der Pumpe ohne zusätzliches Zubehör. Insgesamt hinterlässt die Montage einen durchweg positiven Eindruck. Das SecuFirm2+-System zählt weiterhin zu den besten Montagelösungen am Markt und kombiniert eine hohe Stabilität mit einer einfachen Handhabung. Zudem ist die Möglichkeit zur Offset-Montage beim AM5-Sockel sehr praktisch und einfach umgesetzt.

Kühlleistung und Lautstärke

Wie bereits im vorherigen Kapitel aufgezeigt, verwenden wir als Testhardware ein AM4-System auf Basis des Ryzen 5 1400 und dem MSI B350 PC Mate. Der Ryzen läuft übertaktet mit 3.8 GHz bei 1,175V CPU-Spannung. Um den Prozessor aufzuheizen, haben wir diesen pro Szenario jeweils mit 30 Minuten mit Prime95 (Small FFTs) voll ausgelastet. Die Temperatur der CPU haben wir anschließend mit dem CPUID Hardwaremonitor ausgelesen und die Raumtemperatur lag während der Messungen immer bei circa 20 °C.

wdt_ID CPU-Kühler Temperatur Minimaldrehzahl (in °C) Temperatur 50% PWM (in °C) Temperatur 100% PWM (in °C) Minimale Lüftergeschwindigkeit (in U/min) Lüftergeschwindigkeit bei 50% PWM (in U/min) Lüftergeschwindigkeit bei 100% PWM (in U/min) Minimale Pumpengeschwindigkeit (in U/min) Pumpengeschwindigkeit bei 50% PWM (in U/min) Pumpengeschwindigkeit bei 100% PWM (in U/min)
123 Thermaltake TH280 V2 ARGB 0,00 46,60 45,90 550 1.200 1.800 680 2.100 3.200
124 Cooler Master MasterLiquid 240 Atmos ARGB 0,00 50,40 46,50 560 1.340 2.270 1.965 6.620 10.230
125 be quiet! Pure Loop 2 240mm 0,00 50,70 46,70 800 1.070 2.080 4.150 4.700 5.530
126 Alpenföhn Panorama 2 0,00 76,00 66,80 450 1.450 2.720
127 Alpenföhn Brocken 4 0,00 53,60 49,60 410 870 1.610
128 AMD Wraith Stealth 95,00 95,00 76,00 800 1.430 2.630
129 Corsair A115 0,00 49,40 46,90 190 920 1.560
130 Thermalright Peerless Assassin 120 SE 0,00 49,50 47,50 350 1.050 1.680
131 Thermalright Assassin X 120 SE 0,00 53,60 50,60 340 1.070 1.690
132 DeepCool Assassin IV (Silent) 0,00 51,40 48,70 500 860 1.330
CPU-Kühler Temperatur Minimaldrehzahl (in °C) Temperatur 50% PWM (in °C) Temperatur 100% PWM (in °C) Minimale Lüftergeschwindigkeit (in U/min) Lüftergeschwindigkeit bei 50% PWM (in U/min) Lüftergeschwindigkeit bei 100% PWM (in U/min) Minimale Pumpengeschwindigkeit (in U/min) Pumpengeschwindigkeit bei 50% PWM (in U/min) Pumpengeschwindigkeit bei 100% PWM (in U/min)

Wie der Tabelle bzw. dem Diagramm entnommen werden kann, erreicht die CPU unseres Testsystems bei Volllast maximal 59,8 °C (Minimaldrehzahl), 46 °C (bei 50% PWM Lüfter- und Pumpengeschwindigkeit) bzw. 43,1 °C (bei 100% PWM Lüfter- und Pumpengeschwindigkeit). Damit sortiert sich die Noctua NL-LC1-36 weit oben im Testfeld an und muss sich nur der ASUS ROG Ryuo IV SLC 360 geschlagen geben. Gleichzeitig bleibt diese AiO-Wasserkühlung aber erstaunlich leise bzw. bietet die Möglichkeit eines ausgeglichenen Betriebs in Bezug auf Lautheit und Kühlleistung.

Das liegt vor allem an den sehr guten Lüftern, für die der Hersteller allein schon 35€ pro Stück verlangt sowie an den Modifikationen die an der Asetek-Pumpe durchgeführt wurden. Diese Modifikationen dämmen sowohl die Pumpengeräusche als auch die übertragenen Vibrationen der Pumpe ein. In Verbindung mit dem optionalen VRM-Lüfter Noctua NL-ACF1 konnte die Noctua NL-LC1-36 besonders mit einem ausgeglichenen Profil überzeugen. So hat unsere CPU bei maximal 50% Lüftergeschwindigkeit (860 rpm), 100% Pumpendrehzahl im Slient-Profil (2100 rpm) sowie 50% VRM-Lüftergeschwindigkeit (1070 rpm) eine Maximaltemperatur von 45,5 °C erreicht. Gleichzeitig waren aber sowohl die Lüfter als auch die Pumpe kaum bis gar nicht zu hören.

Fazit zum Noctua NL-LC1-36 Test

Mit der NL-LC1-36 liefert Noctua einen äußerst gelungenen Einstieg in den Markt der AiO-Wasserkühlungen ab. Obwohl die Kühlung auf der bewährten Asetek-Emma-V2-Plattform basiert, hebt sie sich durch zahlreiche Eigenentwicklungen des österreichischen Herstellers deutlich von vielen Konkurrenzprodukten ab. Besonders der entkoppelte Pumpenblock, die optimierte Geräuschdämmung sowie die exzellenten NF-A12x25 G2 PWM-Lüfter sorgen für eine Kombination aus hoher Kühlleistung und außergewöhnlich niedriger Geräuschentwicklung. Auch abseits der reinen Performance überzeugt die NL-LC1-36 auf ganzer Linie. Die Verarbeitung bewegt sich auf gewohnt hohem Noctua-Niveau, der Lieferumfang fällt äußerst umfangreich aus und das SecuFirm2+-Montagesystem gehört weiterhin zu den benutzerfreundlichsten und stabilsten Lösungen am Markt. Praktische Details wie die AM5-Offset-Montage, der integrierte Pumpenmodus-Schalter oder der optional nachrüstbare NL-ACF1-Lüfter unterstreichen den hohen Entwicklungsaufwand und den Fokus auf durchdachte Funktionen statt auf optische Spielereien.

Im Praxistest erzielt die NL-LC1-36 eine hervorragende Kühlleistung und platziert sich im Spitzenfeld unseres Vergleichs. Besonders beeindruckend ist dabei die Effizienz im Silent-Betrieb: Selbst bei reduzierten Lüfterdrehzahlen bleiben die Temperaturen auf einem sehr niedrigen Niveau, während die Kühlung akustisch kaum wahrnehmbar ist. Wer maximale Kühlleistung benötigt, kann diese jederzeit abrufen, ohne dabei mit störenden Pumpengeräuschen oder unangenehmen Vibrationen leben zu müssen. Der einzige echte Kritikpunkt dürfte für viele Nutzer der Preis sein. Hochwertige Komponenten wie die drei NF-A12x25 G2-Lüfter sowie die zahlreichen Eigenentwicklungen haben ihren Preis, wodurch sich die NL-LC1-36 im oberen Premiumsegment positioniert. Zudem verzichtet Noctua bewusst auf RGB-Beleuchtung oder auffällige Designelemente, was zwar perfekt zur Markenphilosophie passt, aber nicht jeden Geschmack trifft. Eventuell gibt es ja in Zukunft, wie schon beim Noctua NH-D15 G2, auch noch eine komplett schwarze Variante.

Unterm Strich ist die Noctua NL-LC1-36 eine der derzeit besten 360-mm-AiO-Wasserkühlungen für Anwender, die höchsten Wert auf Kühlleistung, Verarbeitungsqualität und insbesondere eine sehr geringe Geräuschentwicklung legen. Wer bereit ist, dafür den Premiumpreis zu bezahlen und auf RGB verzichten kann, erhält eine hervorragend abgestimmte Komplettlösung, die dem ausgezeichneten Ruf von Noctua mehr als gerecht wird. Die größte Konkurrenz für die Noctua NL-LC1 ist wohl die ARCTIC Liquid Freezer III Pro, die weniger als ein Drittel kostet, ebenfalls gut performt und ab Werk über einen VRM-Lüfter verfügt.

Gold Award für Noctua NL-LC1-36 - 07/2026NoctuaNL-LC1-3607/2026

VORTEILE

  • Starke Kühlleistung
  • Leise Pumpe mit drei Geschwindigkeitsprofilen
  • Hervorragende Lüfter mit weitem Drehzahlbereich
  • VRM-Lüfter einfach montierbar
  • Einfache Montage durch SecuFirm2+
  • Umfangreiches Zubehör inkl. Torx-Schraubendreher
  • Hochwertige Verarbeitung
  • 6 Jahre Herstellergarantie

NACHTEILE

  • Hoher Anschaffungspreis
  • VRM-Lüfter nicht im Lieferumfang
  • Optik ist Geschmackssache

Detailbewertung

Design85
Verarbeitung100
Montage100
Leistung95
Preis-Leistungs-Verhältnis90

Fazit

Noctuas erster AiO-Ausflug überzeugt mit erstklassiger Verarbeitung, leisem Betrieb und durchdachten Details wie Pumpenentkopplung. Wer Wert auf Qualität statt RGB legt, erhält hier eine Premiumkühlung mit 6 Jahren Garantie. Für ein solches Premiumprodukt verlangt Noctua aber auch einen Premiumpreis.

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