PC-Komponenten

SAMA L70 360 Test – Budget-Kühlung mit schicker Optik

SAMA ist eine Marke der Guangzhou AOJIE Science & Technology Co., Ltd. und wurde 2003 mit dem Ziel gegründet, hochwertige und kosteneffiziente Computerhardware zu entwickeln, herzustellen und zu verkaufen. Zum Portfolio gehören unter anderem PC-Gehäuse, Netzteile, Kühlungslösungen und Peripheriegeräte. In Deutschland ist der Hersteller bisher noch relativ unbekannt. Das hält uns aber nicht davon ab die Kompaktwasserkühlung SAMA L70 360 heute einem Test zu unterziehen. Starten wir, wie immer, mit den technischen Details.

Wasserkühlung Test: Technische Details

Allgemeine Spezifikationen
Abmessungen (mit Lüfter, L x B x H) 397×120×55 mm
Gewicht (mit Lüfter) ca. 1.5 kg
Kompatibilität AMD AM4 / AM5
Kompatibilität Intel LGA 115X / 1200 / 1700 / 1851
Kühlleistung
N/A
Garantie 3 Jahre
Preis
€ 84,90 *
 
Radiator-Spezifikationen
Typ Gelöteter Radiator
Abmessungen (L x B x H) 397×120×27 mm
Material Aluminium
 
Lüfter-Spezifikationen
Lüfteranzahl 3
Lüfter-Bezeichnung N/A
Lagertyp hydrodynamisches Gleitlager (FDB)
Abmessungen (L x B x H) 120 x 120 x 28 mm
Lüfterdrehzahl 800 ~ 2200 U/min ± 10 %
Max. Geräuschentwicklung ≤28 db(A)
Max. Volumenstrom 122,8 m³/h
Max. Luftdruck 2,85 mm H2O
Beleuchtung 12 adressierbare RGB-LEDs (pro Lüfter)
Nennspannung (Lüfter) 12 V
Nennspannung (LED) 5 V
Nennstrom (Lüfter) 0,35 A
Nennstrom (LED) 0,2 A
Nennleistung (Lüfter) 4,2 W
Nennleistung (LED) 1 W
Anschluss (Lüfter) 4-Pin PWM
Anschluss (LED) 3-Pin 5V (ARGB)
Lüfter-Kabellänge 550 mm
LED-Kabellänge 550 mm
 
Pumpen-Spezifikationen
Abmessungen (L x B x H) 73 x 73 x 66 mm
Kühlplattenmaterial Kupfer
Drehzahl (Pumpe) 2000 ~ 3000 U/min ± 10 %
Nennspannung (Pumpe) 12 V
Nennspannung (LED) 5 V
Nennstrom (Pumpe) 0,42 A
Nennstrom (LED) 0,3 A
Nennleistung (Pumpe) 5,04 W
Nennleistung (LED) 1,5 W
Anschluss (Pumpe) 4-Pin PWM
Anschluss (LED) 3-Pin 5V (ARGB)
Pumpen-Kabellänge 550 mm
LED-Kabellänge 550 mm
Schlauchlänge
400 mm

Verpackung & Lieferumfang

SAMA verpackt die L70 360 in einem unspektakulär gestalteten Karton, der ab Werk mit einer Schutzfolie umhüllt ist. Der Karton selbst ist überwiegend unbedruckt und so dominiert die Farbe Braun. Für farbige Akzente sorgen das weiße Herstellerlogo, ein blauer Streifen sowie ein aufgedrucktes Bild der AiO-Wasserkühlung. Auf der Rückseite platziert SAMA zudem eine Tabelle mit allen relevanten technischen Daten sowie einen Hinweis zur Website.

Im Inneren des Kartons hüllt der Hersteller den Radiator sowie die Pumpe in jeweils eine Folie aus weißen Kunststoff und platziert die Kombination in einer Form aus recycelter Pappe. Zusätzlich gehören zum Lieferumfang eine Montageanleitung, Garantie-Informationen, drei vorinstallierte ARGB-Lüfter und eine Schachtel mit sämtlichen Montagezubehör wie Schrauben, Abstandshalter und Wärmleitpaste.

Design & Verarbeitung

SAMA gestaltet den Radiator schlicht und fertigt diesen komplett aus Aluminium. Die Lamellen sowie der Rahmen wurden verlötet und schwarz lackiert. Zudem platziert der Hersteller seitlich auf dem Radiator das eigene Logo. Mit einer Tiefe von 27 Millimetern liegt er im Durchschnitt vieler handelsüblicher Kompaktwasserkühlungen. Eine Wiederbefüllung der AiO-Wasserkühlung hat der Hersteller nicht vorgesehen.

Mit einer Länge von 400 Millimetern sind die Wasserschläuche ausreichend lang, um den Radiator überall in einem herkömmlichen Midi-Tower unterbringen zu können. Dazu tragen auch die drehbaren Gelenke auf Seiten des Pumpenblocks bei, die dadurch eine flexible Positionierung im Gehäuse möglich machen. Sowohl am Radiator als auch an der Pumpe wurden die textilummantelten Schläuche in Metallmuffen gepresst.

Etwas auffälliger ist da hingegen der Kühlblock bzw. das darüber liegende Pumpengehäuse. Dessen Gehäuse besteht an der Außenseite überwiegend aus einem transparenten Acrylglas, welches über ein gräuliches Kunststoffgehäuse gestülpt wurde. Rechts neben dem blauen Herstellerlogo hat SAMA eine Art Sichtfenster eingearbeitet. Dahinter liegen, geschützt vom Acrylglas, ein Spiegel sowie ein ARGB-Element. Dazu aber mehr in einem späteren Kapitel. Leider waren auf dem Acrylglas direkt nach dem Auspacken zahlreiche Mikrokratzer sowie ein sehr großer Kratzer sichtbar. Hier sollte SAMA über eine zusätzliche Schutzfolie nachdenken.

Der Anschluss erfolgt über einen 4-Pin-PWM-Stecker für die bis zu 3000 Umdrehungen pro Minute schnelle Pumpe sowie über einen 3-Pin-5V-ARGB-Stecker für die Beleuchtung des Pumpendeckels. Die Übertragung der Wärme des CPU-Heatspreaders an den Kühlkreislauf übernimmt eine 1,4 Millimeter starke Bodenplatte aus Kupfer, die ab Werk mit einer Schutzfolie beklebt wurde.

Die mitgelieferten Lüfter bestehen aus einem schwarzem Kunststoff (Rahmen) bzw. milchig-weißem Kunststoff (Rotorblatt) und verfügen über einen Drehzahlbereich zwischen 800 und 2000 Umdrehungen pro Minute. Zudem sind die Flächen an allen Schraubenlöcher zu Entkopplungszwecken gummiert und der Rahmen ist mit einer Tiefe von 28 Millimetern etwas tiefer als üblich.

Alle Lüfter werden über ein einzelnes 4-Pin-PWM- bzw. 3-Pin-5V-ARGB-Kabel mit dem Mainboard verbunden. Dieser Kabelstrang terminiert in einem der Lüfter und die zwei weiteren sind über ein kurzes 6-poliges Kabel miteinander verbunden. Dieses Verbindungskabel ist so kurz und flach, dass es im montierten Zustand in den Nischen der Lüfterrahmens versteckt werden kann. Dadurch sehen die drei Lüfter aus wie eine Einheit, wenn sie auf dem Radiator montiert wurden.

Bringt man Radiator und Lüfter zu einem einem Komplettpaket zusammen, dann ist die Kombination 55 Millimeter stark und circa 1,5 Kilogramm schwer. In Bezug aus das Gewicht liegt die SAMA L70 somit im Durchschnitt. Die Tiefe weicht hingegen gering vom Standard ab. Letzteres könnte, je nach Gehäuse, die Platzierung der Kompaktwasserkühlung oberhalb des Mainboards etwas erschweren.

Die allgemeine Verarbeitungsqualität im Bereich der Lüfter und des Radiators ist sehr gut. Die Lackierung ist ordentlich und es gab keine verbogenen Finnen oder Kratzer. Leider trifft das nicht auf das Pumpengehäuse zu. Aufgrund der Verwendung von sehr empfindlichen Acrylglas, konnten wir leider bereits nach dem Auspacken Mikrokratzer sowie einen tieferen Kratzer auf der Oberfläche des Gehäuses erkennen. Dieser Teil sollte vom Hersteller im besten Fall zukünftig mit einer weiteren Schutzfolie beklebt werden.

SAMA L70 360 Test: Montage

Für den Leistungstest kommt ein Testsystem zum Einsatz, welches auf einem Benchtable montiert ist. Dadurch können wir Faktoren wie einen Hitzestau im Gehäuse ausschließen. Das Testsystem besteht aus den folgenden Komponenten.

SAMA legt der L70 eine kompakte aber ausreichend ausgeführte Montageanleitung bei, welche alle wesentlichen Montageschritte mit Text und Bild verständlich darstellt. Im ersten Schritt ist es empfehlenswert den Radiator mit dem Gehäuse zu verbinden. Ist das erfolgt, müssen als nächstes die Montagebügel des AMD-Retentionmoduls auf der Vorderseite des Mainboards entfernt und stattdessen die passenden Abstandshalter eingedreht werden.

Auf diese setzt man anschließend zwei horizontal orientierte Montagebügel, die zugunsten der Optik ebenfalls schwarz lackiert wurden. Als nächstes schraubt man die Bügel mit vier Rändelschrauben fest und trägt die Wärmeleitpaste auf. Im letzten Schritt wird dann der Kühlblock auf die CPU gestellt und mit den Montagebügeln verschraubt.

Bei einem Intel-System gestaltet sich die Montage ähnlich. Hier kommt jedoch die mitgelieferte Backplate aus Kunststoff zum Einsatz, die hinter dem Mainboard platziert und auf der Vorderseite mit Abstandshaltern bzw. zwei Montagebügeln verschraubt werden muss.

Das von SAMA gewählte Montagesystem ist einfach gehalten. Die Wasserkühlung lässt sich dennoch sehr leicht montieren und der Pumpenblock hält bombenfest am Mainboard. Sollte es beim Einbau der Kompaktwasserkühlung dennoch Zweifel geben, dann sollten diese durch einen Blick in die Anleitung schnell beseitigt werden können.

Kühlleistung und Lautstärke

Wie bereits im vorherigen Kapitel aufgezeigt, verwenden wir als Testhardware ein AM4-System auf Basis des Ryzen 5 1400 und dem MSI B350 PC Mate. Der Ryzen läuft übertaktet mit 3.8 GHz bei 1,175V CPU-Spannung. Um den Prozessor aufzuheizen, haben wir diesen pro Szenario jeweils mit 30 Minuten mit Prime95 (Small FFTs) voll ausgelastet. Die Temperatur der CPU haben wir anschließend mit dem CPUID Hardwaremonitor ausgelesen und die Raumtemperatur lag während der Messungen immer bei circa 20 °C.

wdt_ID CPU-Kühler Temperatur Minimaldrehzahl (in °C) Temperatur 50% PWM (in °C) Temperatur 100% PWM (in °C) Minimale Lüftergeschwindigkeit (in U/min) Lüftergeschwindigkeit bei 50% PWM (in U/min) Lüftergeschwindigkeit bei 100% PWM (in U/min) Minimale Pumpengeschwindigkeit (in U/min) Pumpengeschwindigkeit bei 50% PWM (in U/min) Pumpengeschwindigkeit bei 100% PWM (in U/min)
123 Thermaltake TH280 V2 ARGB 0,00 46,60 45,90 550 1.200 1.800 680 2.100 3.200
124 Cooler Master MasterLiquid 240 Atmos ARGB 0,00 50,40 46,50 560 1.340 2.270 1.965 6.620 10.230
125 be quiet! Pure Loop 2 240mm 0,00 50,70 46,70 800 1.070 2.080 4.150 4.700 5.530
126 Alpenföhn Panorama 2 0,00 76,00 66,80 450 1.450 2.720
127 Alpenföhn Brocken 4 0,00 53,60 49,60 410 870 1.610
128 AMD Wraith Stealth 95,00 95,00 76,00 800 1.430 2.630
129 Corsair A115 0,00 49,40 46,90 190 920 1.560
130 Thermalright Peerless Assassin 120 SE 0,00 49,50 47,50 350 1.050 1.680
131 Thermalright Assassin X 120 SE 0,00 53,60 50,60 340 1.070 1.690
132 DeepCool Assassin IV (Silent) 0,00 51,40 48,70 500 860 1.330
CPU-Kühler Temperatur Minimaldrehzahl (in °C) Temperatur 50% PWM (in °C) Temperatur 100% PWM (in °C) Minimale Lüftergeschwindigkeit (in U/min) Lüftergeschwindigkeit bei 50% PWM (in U/min) Lüftergeschwindigkeit bei 100% PWM (in U/min) Minimale Pumpengeschwindigkeit (in U/min) Pumpengeschwindigkeit bei 50% PWM (in U/min) Pumpengeschwindigkeit bei 100% PWM (in U/min)

Wie der Tabelle bzw. dem Diagramm entnommen werden kann, erreicht die CPU unseres Testsystems bei Volllast maximal 49,5 °C (Minimaldrehzahl), 46,60 °C (bei 50% PWM Lüfter- und Pumpengeschwindigkeit) bzw. 43,7 °C (bei 100% PWM Lüfter- und Pumpengeschwindigkeit). Mit diesen Werten platziert sich die SAMA L70 360  sehr weit vorne in unserem Testfeld und macht somit nicht nur optisch sondern auch in Bezug auf die Kühlleistung eine sehr gute Figur.

Die Pumpe lässt sich dabei weit herunterregeln und somit sehr leise betreiben. Die Lüfter sind mit einer vergleichsweise hohen Minimaldrehzahl von 800 Umdrehungen zwar nicht besonders laut, könnten für Silent-Enthusiasten aber bereits zu aufdringlich sein.

SAMA L70 360 Test: Beleuchtungsoptionen

Die SAMA L70 verfügt über diverse ARGB-Elemente, die über das Mainboard angesteuert werden können. Dazu gehören sowohl die Lüfter, deren Lüfternabe jeweils über 12 LEDs verfügt, als auch der Pumpenblock, an dem sich unterhalb des Sichtfensters weitere LEDs inklusive Infinity-Mirror befinden. Die Ansteuerung erfolgt jeweils über einen 3-Pin-5V-ARGB-Stecker. Um den Anschluss an einem Mainboard mit wenigen Anschlüssen zu erleichtern, besitzen die Lüfter bzw. die Pumpe jeweils einen Splitter für das ARGB-Signal. Abschließend noch ein paar Impressionen der aktivierten Beleuchtung.

Fazit zum SAMA L70 360 Test

Kommen wir nun zum Fazit zur SAMA L70 360. Diese Kompaktwasserkühlung überzeugt mit einer sehr guten Kühlleistung sowie einer schicken RGB-Beleuchtung mit Infinity-Mirror am Kühlblock bzw. an den Lüftern. Außerdem lässt sich die Kompaktwasserkühlung einfach montieren und verkabeln. Zuletzt sorgt auch der weite Drehzahlbereich der Pumpe dafür, dass diese zwar nicht absolut lautlos aber schon sehr leise betrieben werden kann.

Das trifft leider nur bedingt auf die Lüfter zu. Diese drehen mit minimal 800 Umdrehungen pro Minute relativ schnell und sind mindestens hörbar. In Anbetracht der leisen Pumpe scheint diese Auswahl etwas fragwürdig. Weiterhin ist das verwendete Acrylglas sehr anfällig gegen Kratzer und, zumindest in unserem Fall, waren bereits einige Mikrokratzer sowie etwas größerer Kratzer auf dem Gehäusedeckel vorhanden. Zuletzt erscheint die Garantiedauer von lediglich 3 Jahren verhältnismäßig gering, wenn man einen Blick auf die Konkurrenz wirft.

Mit einem Preis von € 84,90 * ist die SAMA L70 360 in Anbetracht des gebotenen Gesamtpakets definitiv einen Blick wert. Leben müsste man dann aber mit der verhältnismäßig hohen Lüfterdrehzahl sowie mit einer Garantiezeit von lediglich 3 Jahren. Das können einige Hersteller leider deutlich besser.



PRO

  • sehr gute Kühlleistung
  • ansprechende RGB-Beleuchtung mit Infinity-Mirror
  • einfache Montage und Verkabelung
  • sehr gutes Preis-/Leistungsverhältnis
  • Pumpe mit weitem Drehzahlbereich
CONTRA

  • Kratzer am Pumpendeckel
  • vergleichsweise hohe Minimaldrehzahl der Lüfter
  • nur 3 Jahre Garantie

SAMA L70 360

Design
Verarbeitung
Montage
Leistung
Preis-Leistungs-Verhältnis

90/100

Die SAMA L70 360 zeigt eine sehr gute Kühlleistung, lässt sich einfach montieren und bietet eine besonders schicke RGB-Optik mit Infinity-Mirror. Der größte Kritikpunkt an dieser Kompaktwasserkühlung ist jedoch die Garantiezeit von lediglich 3 Jahren.

Jonas

Ich bin Redakteur für diesen Blog und habe ein großes Interesse an PC-Hardware und PC-Basteleien aller Art. Mein Hauptfokus liegt derzeit jedoch im Bereich der PC-Gehäuse. Auch hauptberuflich bin ich im IT-Bereich unterwegs und wohne in Osnabrück

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