SAMA ist eine Marke der Guangzhou AOJIE Science & Technology Co., Ltd. und wurde 2003 mit dem Ziel gegründet, hochwertige und kosteneffiziente Computerhardware zu entwickeln, herzustellen und zu verkaufen. Zum Portfolio gehören unter anderem PC-Gehäuse, Netzteile, Kühlungslösungen und Peripheriegeräte. In Deutschland ist der Hersteller bisher noch relativ unbekannt, konnte uns mit der Kompaktwasserkühlung SAMA L70 360 aber bereits überzeugen. Heute werfen in diesem Test nun ein Blick auf das Gehäuse SAMA V60.
Technische Details
| Modell: | SAMA V60 (V60-BKADA7X1-GL) |
| Gehäuse Typ: | Midi-Tower |
| Abmessungen: | 285 mm (B) x 398 mm (H) x 475 mm (T) |
| Gewicht: | ca. 10 kg |
| Material: | Stahl, Kunststoff, Tempered Glass |
| Farbe: | Schwarz |
| Front-Anschlüsse: | 1x USB 3.2 Gen 2×2 Typ-C, 2x USB 3.0 Typ-A, 1x Kopfhörer, 1x Mikrofon |
| Laufwerkschächte: | 2x 3,5″ 2x 2,5″ |
| Erweiterungsslots: | 7x horizontal |
| Formfaktoren: | ATX, µATX, ITX ATX, µATX (mit rückwärtigen Anschlüssen) |
| Belüftung: | Heck: 1x 120 mm Deckel: 3x 120 / 2x 140 mm Seite: 3x 120/ 2x 140 mm Boden: 3x 120 mm |
| Radiatoren: | Heck: 1x 120 mm Deckel: 1x 240/ 280/ 360 mm Seite: 1x 240/ 280 mm Boden: 1x 240/ 360 mm |
| Max. CPU-Kühlerhöhe: | 160 mm |
| Max. Grafikkartenlänge: | 445 mm |
| Max. Netzteillänge: | 210 mm |
| Platz für Kabelmanagement: | 100 mm |
| Preis: | € 109,90 * |
| Besonderheiten: | Staubfilter, Kabelmanagement, Tempered Glass, 7 vorinstallierte Gehäuselüfter, integrierte PWM- und ARGB-Steuerplatine |
SAMA V60 Test: Der Lieferumfang
SAMA verpackt das V60 in einem schlichten und recht kompakten Karton aus brauner Pappe. Sowohl an der Vorder- als auch an der Rückseite wurde außerdem ein Sticker mit dem Namen sowie einer Abbildung des Midi-Towers aufgeklebt. Zuletzt ist seitlich noch eine Tabelle mit allen relevanten Informationen aufgedruckt.
Im Karton umhüllt SAMA das V60 mit zwei Blöcken aus normalem Styropor und platziert vor den Glasfenstern zusätzlich zwei Elemente aus weichem Schaumstoff. Neben dem Gehäuse selbst, gehören zum Lieferumfang sieben vorinstallierte ARGB-Lüfter, zwei magnetische Staubfilter sowie eine Handvoll Kabelbinder, eine Montageanleitung bzw. Garantiehinweise und natürlich alle notwendigen Schrauben.
Außeneindruck
Optisch lässt sich das SAMA V60 in die Kategorie der Show-Cases oder „Aquarium“-Gehäuse einordnen. So zeichnet sich dieser Midi-Tower durch viel Glas an der linken Seite bzw. der Front aus. Das Glaselement an der Front ist leicht getönt und sowohl an linken bzw. rechten Seite abgerundet und geht direkt in die Seitenteile über. Theoretisch ließe sich das Glaspanel auch entfernen. Eine direkte Notwendigkeit besteht dazu aber nicht.
Die Oberseite des SAMA V60 besteht aus Stahl und verfügt über eine große Öffnung mit Bohrungen für Lüfter oder Radiatoren. Zur Verbesserung der Optik und zum Schutz vor Staub hat der Hersteller darüber außerdem einen magnetischen Staubfilter platziert. Ebenfalls an der Oberseite wurde das I/O-Panel untergebracht. Dieses verfügt über zwei USB-A 3.0 Ports und eine USB-C 3.2 Buchse. Weiterhin lassen sich zwei Buchsen für Kopfhörer bzw. Mikrofon und drei Taster für Power, Reset und die ARGB-Steuerung erkennen.
Wie die Front besteht auch das linke Seitenteil aus einem leicht getöntem Tempered Glass. Um dessen Montage am Korpus zu erleichtern, wurde das Glas auf einen Stahlrahmen geklebt. Das rechte Seitenteil besteht aus Stahl und verfügt über zwei Belüftungsöffnungen mit einer sehr feinen Struktur, wodurch diese auch gleichzeitig als eine Art Staubfilter dienen sollen. Beide Seitenteile werden mittels Rändelschrauben am Korpus befestigt.
An der Rückseite zeigt sich ein Layout, welches für ein Gehäuse mit zwei vertikal orientierten Kammern typisch ist. Die rechte Seite zeichnet sich durch sieben wiederverwendbare PCI-Slotblenden im unteren sowie einen Montageplatz für einen 120-mm-Lüfter im oberen Bereich aus. An der linken Seite wird das Netzteil untergebracht und zusätzlich gibt darunter es eine großzügig dimensionierte Belüftungsöffnung.
Analog zum Deckel hat SAMA auch die Unterseite mit einer großen Belüftungsöffnung ausgestattet. Diese verfügt über Montageschienen für bis zu drei 120-mm-Lüfter sowie einen magnetischen und damit leicht zu entfernenden Staubfilter. Für einen sicheren Stand sorgen vier große Füße aus Kunststoff, die jeweils mit einer dünnen Schicht Gummi beklebt wurden.
Inneneindruck
Das Layout des SAMA V60 besteht aus zwei vertikalen Kammern. Die Hauptkammer ist sehr großzügig dimensioniert und bietet Platz für ein ATX-Mainboard, große Grafikarten, 10 Lüfter bzw. bis zu 3 Radiatoren. Das Mainboard-Tray verfügt weiterhin über diverse Ausschnitte zum Verlegen der Kabel bzw. ist auch kompatibel mit Hauptplatinen mit rückwärtigen Anschlüssen. Zudem gibt es sowohl ober- als auch unterhalb des Mainboard-Trays diverse Montagemöglichkeiten für 120-mm- oder 140-mm-Lüfter.
Direkt hinter der Glasscheibe können logischerweise keine Lüfter platziert werden. Deshalb implementiert SAMA rechts neben dem Mainboard-Tray Montageschienen für bis zu drei 120-mm-Lüfter, die ab Werk auch direkt mit drei ARGB-Exemplaren belegt sind. An der Rückseite des Innenraums platziert SAMA einen vierten ARGB-Lüfter, dessen Aufgabe es ist, die warme Luft aus dem Gehäuse wieder abzusaugen. Die PCI-Slotblenden sind perforiert, wiederverwendbar und werden im Innenraum verschraubt.
Die zweite Kammer hinter dem Mainboard-Tray ist deutlich kleiner, bietet aber ausreichend Platz für ein ATX-Netzteil und zum Verstauen diverser Kabel. In Zahlen bedeutet das mindestens 10 Zentimeter zwischen dem Tray und dem rechten Seitenteil. Zusätzlich implementiert SAMA ein Kabelmanagementsystem mit Klettkabelbindern und zahlreichen Ösen zur Verwendung herkömmlicher Kabelbinder.
Möchte man klassische 3,5″- und 2,5″-Datenträger im SAMA V60 unterbringen, gibt es dafür ebenfalls zahlreiche Möglichkeiten. Der dafür vorgesehene Stahlrahmen bietet Stauraum für zwei 2,5″-SSDs und zwei 3,5″-HDDs, deren Montage über einfache Schrauben und ohne Entkopplung erfolgt. Am Boden der Netzteilkammer montiert der Hersteller außerdem eine ARGB- und PWM-Steuerplatine für bis zu neun Lüfter. Die Platine selbst muss mit einem SATA-Stromstecker des Netzteils und mit einem PWM- bzw. 3-Pin-5V-ARGB-Header auf dem Mainboard verbunden werden.
Verarbeitung
In Bezug auf die Verarbeitung hinterlässt das SAMA V60 einen sehr guten Eindruck. Das Gehäuse ist stabil und wirkt ordentlich verarbeitet. Zudem sind die Materialauswahl bzw. die Kombination der Materialen stimmig und alle Stahl- bzw. Kunststoffelemente verfügen über eine ordentliche Stabilität. Zuletzt konnten wir an keiner Stelle Lackierungsfehler, Kratzer oder abgeplatzten Lack erkennen.
SAMA V60 Test: Einbau der Komponenten
Nun kommen wir zum Systemeinbau beim SAMA V60 Test. Als Hardware verwenden wir einen AMD Ryzen 5 1400* auf einem ASUS TUF Gaming B550M-Plus* mit 16GB Crucial Ballistix Sport LT grau DDR4-2666*. Der Ryzen wird von der SAMA L70 360* gekühlt und ist auf 3,8 GHz (1,175 V) übertaktet. Für die Bildausgabe ist eine Gigabyte AORUS GTX 1060 6GB zuständig. Die Stromversorgung erledigt das vollmodulare LC-Power LC550 V2.31 Platinum*.
Die Verkabelung und der Einbau unserer Testkomponenten waren schnell erledigt und der Prozess lässt sich insgesamt als sehr einfach beschreiben. Durch die zwei geräumigen Kammern gibt es nicht nur sehr viel Platz für die Hardware sondern auch für die Hände während der Montage. Zeit sparen konnte man auch durch die vorinstallierten Abstandshalter sowie durch die bereits verkabelten Lüfter. Durch die sinnvoll platzierten Kabeldurchführungen konnte ein ordentlich und optisch ansprechendes PC-System erschaffen werden. Aufgrund der vorhandenen Kompatibilität zu Mainboards mit rückwärtigen Anschlüssen, könnte die Optik durch ein entsprechendes Mainboard noch weiter verbessert werden.
Wie bereits erwähnt, ist der Innenraum des SAMA V60 äußerst geräumig. Er bietet Platz für 160 Millimeter hohe und 445 Millimeter lange Grafikkarte. Zusätzlich darf das ATX-Netzteil bis zu 210 Millimeter lang sein. Auch eine Custom-Wasserkühlung könnte im V60 realisiert werden. Insgesamt gibt es drei Montageplätze für einen 360-mm- bzw. 280-mm-Radiator und einen Platz für einen 120-mm-Radiator. Diese können aber nicht alle gleichzeitig belegt werden. Die sinnvollste Kombination wären wohl der gleichzeitige Einbau eines 360-mm-Radiators im Deckel bzw. im Boden.
Ab Werk verbaut SAMA im V60 ganze sieben 120-mm-Lüfter mit ARGB-Beleuchtung und PWM-Anschluss. Die Lüfterrahmen sind schwarz und das Rotorblatt milchig-weiß. Zudem bringt der Hersteller seitlich und am Boden Varianten mit invertierten Lüfterblättern zum Einsatz. Angeschlossen sind alle sieben Lüfter an der vorinstallierten Steuerplatine. Sowohl die Lüfter als auch die Steuerplatine verfügen über Standardanschlüsse und deren Lüfterdrehzahl liegt circa zwischen 500 und 1500 Umdrehungen pro Minute.
Belastungstest
Zuletzt kommen wir noch zu den Temperaturen, die im SAMA V60 Test erreicht wurden. Während des Belastungstests wurde bei einer Raumtemperatur von 20 °C 30 Minuten lang Prime95 und FurMark ausgeführt. Außerdem wurde der Belastungstest in der Lüfter-Standardkonfiguration mit drei Drehzahlen (Minimaldrehzahl, 50% PWM und 100% PWM) durchgeführt. Die Ergebnisse sind unten in der Tabelle aufgelistet.
Szenario |
Temperatur |
| CPU: 50% PWM (1100 rpm) GPU: 50% PWM (1650 rpm) Seite: 3x 120 mm Minimaldrehzahl (470 rpm) Boden: 3x 120 mm Minimaldrehzahl (470 rpm) Heck: 1x 120 mm Minimaldrehzahl (470 rpm) |
CPU: 54,6 °C GPU: 67,9 °C |
| CPU: 50% PWM (1100 rpm) GPU: 50% PWM (1650 rpm) Seite: 3x 120 mm 50% PWM (940 rpm) Boden: 3x 120 mm 50% PWM (940 rpm) Heck: 1x 120 mm 50% PWM (940 rpm) |
CPU: 51,1 °C GPU: 65,9 °C |
| CPU: 50% PWM (1100 rpm) GPU: 50% PWM (1650 rpm) Seite: 3x 120 mm 100% PWM (1550 rpm) Boden: 3x 120 mm 100% PWM (1550 rpm) Heck: 1x 120 mm 100% PWM (1550 rpm) |
CPU: 48,9 °C GPU: 64,3 °C |
Wer ein Blick auf die Tabelle wirft, dem dürfte schnell klar werden, dass die erreichten Maximalwerte alles andere kritisch sind. Die sieben vorinstallierten Lüfter erzielen in Kombination mit der Wasserkühlung selbst bei niedrigeren Drehzahlen sehr gute Ergebnisse. Der Prozessor profitiert von den schneller drehenden Lüfter dabei etwas mehr als die Grafikkarte. Bei einer Maximaldrehzahl von 1500 Umdrehungen pro Minute sind die Lüfter in Bezug auf ihre Lautstärke allerdings nicht gerade zurückhaltend und sorgen, zumindest bei der GPU, für einen Temperaturunterschied von lediglich drei bis vier Grad Celsius. Je nach Hardware würden wir die niedrigen Drehzahlen aufgrund der geringeren Lautstärke in jedem Fall vorziehen.
SAMA V60 Test: Die Beleuchtungsoptionen
Wie bereits erwähnt, stattet SAMA das V60 ab Werk mit insgesamt sieben 120-mm-ARGB-Lüfter aus. Jeder der Lüfter verfügt über 12 LEDs in der Lüfternabe. Dadurch kommt es in Verbindung mit dem milchig-weißen Rotorblatt zu einer gleichmäßigen Ausleuchtung. Die Ansteuerung der Beleuchtung ist mittels Steuerplatine entweder direkt über das Mainboard oder den Taster im I/O-Panel möglich. Abschließend noch ein paar Impressionen zur aktivierten Beleuchtung des eingesetzten Testsystems.
SAMA V60 Test: Fazit
Nun sind wir auch schon wieder am Ende dieses Reviews angekommen. Insgesamt hinterlässt auch das SAMA V60 einen guten bis sehr guten Gesamteindruck, kann uns aber nicht ganz so überzeugen wie die SAMA L70 360. Gut gefallen haben uns natürlich die Optik, welche besonders durch die sieben, teils invertierten ARGB-Lüfter erzeugt wird. Diese verfügen zudem über Standardanschlüsse und auch eine erweiterbare ARGB- und PWM-Steuerplatine ist Teil des Lieferumfangs.
Darüber hinaus sorgen die sieben Ventilatoren natürlich auch für eine ordentliche Kühlung der Komponenten, wodurch auch hitzigere Hardware problemlos gekühlt werden sollte. Weiterhin bietet der Midi-Tower durch sein geräumiges Layout viel Platz für Hardware und für bis zu zwei gleichzeitig montierte 360-mm-Radiatoren. Der letzte positive Aspekt des SAMA V60 ist seine gute bis sehr gute Verarbeitung, die wenig Spielraum für Kritik lässt.
Als negativ bewerten würden wir hingegen die Lautstärke der Lüfter bei voller Drehzahl. Vor allem wenn man sich vor Augen führt, wie gering die Temperaturdifferenz im Belastungstest zwischen Minimal- und Maximaldrehzahl waren. Außerdem verfügen die Seitenteile leider nicht über Schnellverschlüsse bzw. Push-Pins und generell muss der Schraubendreher beim SAMA V60 verhältnismäßig oft zum Einsatz kommen, da lediglich die Seitenteile über Rändelschrauben verfügen.
Gehäuse mit ähnlichen Merkmalen gibt es mit dem Lian Li O11D Mini V2 Flow oder dem Thermaltake View 380 bereits für €40 bis 50€ weniger. Dafür müsste man aber auf die Beleuchtung bzw. zwei bis drei Lüfter sowie die Rundungen in der Front verzichten. Letzteres ist eigentlich auch das einzige Alleinstellungsmerkmal des SAMA V60. Ob das den angesprochenen Aufpreis in Verbindung mit den drei zusätzlichen aber insgesamt nur durchschnittlichen Lüftern rechtfertig, muss jeder Käufer für sich selbst entscheiden.
Aus unserer Sicht ist das SAMA V60 ein sehr solides Gehäuse mit einer ausgezeichneten Show-Case-Optik, das man definitiv auf der Liste haben sollte. Um gegen die namenhafte Konkurrenz bestehen zu können, müsste der derzeitige Kaufpreis von € 109,90 * vermutlich aber noch etwas schrumpfen.
VORTEILE
- schicke Show-Case-Optik
- gute bis sehr gute Verarbeitung
- geräumiges Layout
- viel Platz für Hardware
- 7 vorinstallierte ARGB-Lüfter inkl. Steuerplatine
- kompatibel zu ASUS BTF, MSI Project Zero oder Gigabyte Stealth
NACHTEILE
- Lüfter bei voller Drehzahl deutlich hörbar
- Seitenteile ohne Schnellverschlüsse
- Preis in Deutschland etwas zu hoch
Fazit
Das SAMA V60 bietet eine schicke Optik, kommt mit gleich sieben vorinstallierten ARGB-Lüftern inklusive Steuerplatine daher und bietet viel Platz für Hardware. Wenige Alleinstellungsmerkmale und der derzeitige Preis erschweren aber den Kampf gegen die starke Konkurrenz.
