Ein kompletter Windows-Rechner, kaum größer als eine Streichholzschachtel – zumindest wenn man den Vergleich nicht ganz millimetergenau nimmt. Der NiPoGi Hyper H1 misst gerade einmal 12,9 mal 12,9 mal 5,1 cm und wiegt nur rund 505 g. In dem kleinen schwarzen Kasten stecken ein AMD Ryzen 7 7735HS, 16 Gigabyte DDR5-RAM und eine 512 Gigabyte große NVMe-SSD. Damit will der Winzling nicht nur Office und Surfen erledigen. Auch Bildbearbeitung und lockeres Gaming stehen auf der Liste. Und das zu einem Preis, der klassische Tower-PCs alt aussehen lässt. Ob die Rechnung aufgeht, klärt unser NiPoGi Hyper H1 Mini-PC Test. Wir haben den Kleinen im Alltag, in Benchmarks und beim Spielen ausprobiert.
Technische Daten des NiPoGi Hyper H1
| Produkt | NiPoGi Hyper H1 (Modell H1) |
|---|---|
| Prozessor | AMD Ryzen 7 7735HS (8 Kerne / 16 Threads, 3,2 GHz Basis, bis ca. 4,78 GHz) |
| Grafik | integrierte AMD Radeon Graphics (6 Compute Units, bis 2.200 MHz) |
| Arbeitsspeicher | 16 GB LPDDR5 |
| Speicher | 512 GB M.2 NVMe SSD (2× M.2-Slot, erweiterbar bis 4 TB) |
| Anschlüsse | HDMI 2.0, DisplayPort 1.4, USB-C, 2× USB 3.2 Gen2, 4× USB 3.2 Gen1, LAN (RJ45), 3,5-mm-Audio |
| Display-Ausgabe | bis zu 3 Monitore, 4K bei 60 Hz |
| Konnektivität | WLAN (Wi-Fi 6), Bluetooth 5.2, Gigabit-LAN |
| Betriebssystem | Windows 11 (vorinstalliert) |
| Kühlung | aktiv, zwei Lüfter |
| Maße / Gewicht | 12,9 × 12,9 × 5,1 cm / rund 505 g |
| Preis | 476 € (mit dem Coupon-Code EZCYQQLY bis zum 23.8.26) |
Lieferumfang & erster Eindruck
Wer eine üppig gefüllte Zubehörkiste erwartet, wird bei einem Mini-PC selten fündig. Der H1 macht da keine Ausnahme, liefert aber immerhin das Nötigste mit. Positiv ist, dass mit Netzteil und HDMI-Kabel gleich alles zum Loslegen enthalten ist. Extra nachkaufen muss man nichts. Der Karton enthält im Einzelnen:
- Hyper H1 Mini-PC
- Netzteil
- VESA-Halterung zur Monitor-Montage (inkl. Schrauben)
- HDMI-Kabel
- Kurzanleitung
Ein kleines Extra ist die VESA-Halterung im Karton. Mit ihr wandert der ganze Rechner hinter den Monitor und verschwindet aus dem Blickfeld. Bei vielen Konkurrenten muss man so eine Halterung separat kaufen. Wie gut die Montage klappt, schauen wir uns später noch genauer an.
In die Hand genommen macht der H1 einen wertigen Eindruck. Das Gehäuse besteht aus mattem Kunststoff mit einer Platte an der Oberseite. Wie kompakt der Rechner wirklich ist, zeigt der Vergleich mit einer Kaffeetasse. Viel mehr Stellfläche als die Tasse braucht der Mini-PC nämlich nicht. Genau das ist der Reiz an dieser Geräteklasse.
Anschlüsse: Der NiPoGi Hyper H1 Mini-PC bietet reichlich Auswahl
Bei Mini-PCs entscheidet die Anschlussvielfalt über die Alltagstauglichkeit. Hier enttäuscht der H1 nicht. Rundum verteilt sitzen mehrere USB-A-Ports für Maus, Tastatur, Controller und externe Festplatten. Dazu kommt ein USB-C-Anschluss. Für die Bildausgabe stehen HDMI und DisplayPort bereit.
Besonders praktisch: Der H1 treibt bis zu drei Monitore gleichzeitig an, jeweils mit 4K bei 60 Hertz. Für ein Multi-Monitor-Setup im Homeoffice reicht das locker. Die Bildausgabe verteilt sich auf HDMI, DisplayPort und USB-C. So lassen sich unterschiedliche Monitore ohne Adapter anschließen.
Auch bei der Netzwerk-Anbindung ist der Zwerg gut aufgestellt. Neben WLAN nach Wi-Fi-6-Standard sitzt ein LAN-Port am Gehäuse. Für stabile Verbindungen bei Videocalls oder großen Downloads ist das Kabel weiterhin die sichere Wahl. Drahtlos ergänzt Bluetooth 5.2 die Ausstattung. Kabellose Maus, Tastatur oder Kopfhörer sind damit kein Problem.
Insgesamt stehen sechs USB-Ports bereit, dazu USB-C, HDMI, DisplayPort und LAN. Für Maus, Tastatur, Headset und externe Festplatten reicht das mit Reserve. Ein USB-Hub ist also selten nötig. Einzig ein SD-Kartenleser fehlt. Fotografen müssen zum Adapter greifen.
Inbetriebnahme: Auspacken, anstecken, loslegen
Vor dem ersten Arbeiten steht die Einrichtung. Windows 11 Pro ist bereits installiert, ein extra Betriebssystem muss also niemand aufspielen. Beim ersten Start fragt der Windows-Assistent die üblichen Dinge ab, vom Benutzerkonto bis zur WLAN-Verbindung. Danach landet man auf dem Desktop.
Ganz ohne Geduld geht es trotzdem nicht. Bei uns zog Windows nach der Einrichtung erst einmal ausgiebig Updates. Das dauerte gut eine halbe Stunde, in der man wenig tun kann. Das ist allerdings kein Problem des H1, sondern bei einem frisch aufgesetzten Windows völlig normal. Wer den Rechner das erste Mal startet, plant diese Wartezeit am besten gleich mit ein.
Eine Sache haben wir bei einem Gerät dieser Preisklasse bewusst kontrolliert: die Windows-Aktivierung. Denn nicht bei jedem Billig-Rechner stammt die Lizenz aus sauberer Quelle. Beim H1 zeigte der Blick in die Einstellungen ein aktiviertes Windows 11 Pro. Hier ist also alles in Ordnung.
Leistung des NiPoGi Hyper H1 Mini-PC im Alltag: Im Test Souverän unterwegs
Im normalen Schreibtisch-Alltag läuft der H1 echt super. Browser mit vielen Tabs, dazu Office, Mail und Musik nebenbei. All das steckt der Ryzen 7 7735HS locker weg. Selbst bei zahlreichen offenen Chrome-Tabs blieb das System flüssig. Während unserer Nutzung lag die CPU-Auslastung meist zwischen 23 und 30 %. Ruckler oder Wartezeiten sind uns im normalen Office-Betrieb gar nicht untergekommen.
Auch anspruchsvollere Aufgaben meistert der Achtkerner. Für Bildbearbeitung, Streaming und paralleles Multitasking ist der 7735HS gut aufgestellt. Die 8 Kerne stemmen zusätzlich Komprimierung und Videokonvertierung. Ein Wort zum Speicher: Von den nutzbaren 15,3 Gigabyte RAM war einiges belegt. Mit Browser, Discord und Spiel waren es schon 63 bis 76 %. Für den Alltag reichen die 16 GB. Bei sehr vielen Tabs oder großen Kreativprogrammen wird es aber enger.
Die 512-Gigabyte-SSD lädt Programme und Windows flott. Für ein aufgeräumtes Windows reicht der Speicher. Wer eine große Spielebibliothek oder viele Videos hortet, stößt aber an Grenzen. Laut NiPoGi lässt sich der Speicher aber über einen zweiten M.2-Slot erweitern.
Benchmarks: Zahlen zum Einordnen
Damit die Leistung vergleichbar wird, haben wir den NiPoGi Hyper H1 Mini-PC im Test durch mehrere Benchmarks geschickt. Die Ergebnisse ordnen ihn im Feld der Mini-PCs ein. Wichtig zu wissen: Der Fokus des 7735HS liegt eher auf breiter Mehrkern-Leistung als auf maximalem Single-Core-Tempo.
| Benchmark | Ergebnis (H1) |
|---|---|
| Geekbench (Single-Core) | 1.888 Punkte |
| Geekbench (Multi-Core) | 9.159 Punkte |
| Geekbench OpenCL (Grafik) | 8.830 Punkte |
| 3DMark Steel Nomad Light | 2.024 Punkte (ø 15,0 FPS) |
Die Werte bestätigen den Eindruck aus der Praxis. Bei der CPU-Leistung liegt der H1 im guten Mittelfeld der Mini-PCs. Der 3DMark-Wert liegt rund acht Prozent unter dem angezeigten Durchschnitt von 2.197 Punkten. Das beste Vergleichsergebnis desselben Gerätetyps lag bei 2.608 Punkten. Unser Testgerät bewegt sich also im erwartbaren Rahmen, ohne nach oben auszureißen.
Interessant ist auch das Verhalten im laufenden Betrieb. Während unserer Nutzung taktete der Prozessor meist zwischen 3,1 und 3,7 Gigahertz. Die Auslastung pendelte im entspannten Bereich zwischen 23 und 30 Prozent. Der H1 hat im Alltag also stets Reserven. Erst rechenintensive Aufgaben fordern die volle Leistung ab. Für die typische Mischung aus Office, Browser und Medien langweilt sich der Achtkerner eher.
Zum Einordnen hilft der Blick auf den Desktop-Maßstab. Die Kombination aus Ryzen 7 7735HS und integrierter Radeon-Grafik entspricht ungefähr einem Mittelklasse-PC von 2022. Die Grafik liegt etwa im Bereich einer älteren Einsteiger-Grafikkarte für Desktops. Brandaktuelle Höchstleistung bekommt man hier also nicht. Dafür steckt diese Leistung in einem Gehäuse, das auf die Handfläche passt und wenig Strom zieht.
Gaming: Was geht mit der Radeon-Grafik?
Der Name „Gaming PC“ weckt Erwartungen. Der H1 hat keine dedizierte Grafikkarte, sondern setzt auf die integrierte Radeon-Grafik. Für aktuelle AAA-Titel in hohen Einstellungen ist das zu wenig. Für vieles andere reicht es aber durchaus.
Den Praxisbeweis lieferte League of Legends. Auf unserem Screenshot lief das MOBA in Full HD mit rund 61 FPS. Damit spielte es sich flüssig. E-Sport-Titel und ältere Spiele sind mit der integrierten Grafik also gut spielbar. Bei modernen Blockbustern muss man Auflösung und Details dagegen deutlich reduzieren. Mit angepassten Einstellungen wird aus dem Mini-PC so eine kleine Spielekonsole. Man sollte allerdings keine Wunder erwarten: Der H1 bleibt ein Mini-PC mit integrierter Grafik und ersetzt keinen ausgewachsenen Gaming-Rechner.
Ein Tipp am Rande: Bei vielen dieser Mini-PCs lässt sich im BIOS die Leistungsaufnahme der Grafik anpassen. Wer hier nachjustiert, kann je nach Modell noch etwas herausholen. Einen Blick sind die Einstellungen allemal wert.
Kühlung, Temperatur und Lautstärke des NiPoGi Hyper H1 Mini-PC im Test
So ein Achtkerner auf engstem Raum will gekühlt werden. NiPoGi verbaut dafür zwei kleine Lüfter und einen Kupfer-Kühlkörper. Letzteren bekommt man sogar zu Gesicht, ohne das Gerät zu öffnen. Das Kunststoffgehäuse schließt zum oberen Deckel nämlich nicht bündig ab. Durch den schmalen Spalt zwischen Deckel und Korpus blitzt Kupfer hervor. Von der Seite betrachtet fällt es sofort auf.
Diese Kühllösung führt zu einem angenehmen Ergebnis. Der H1 arbeitet nämlich ungewöhnlich leise. Selbst wenn wir ihn forderten, blieb er kaum hörbar. Das liegt an der Abstimmung der Lüfter, die erst bei höheren Temperaturen hörbar hochdrehen. Bis dahin wandert ein großer Teil der Abwärme über das Gehäuse nach außen. An einem ruhigen Schreibtisch ist das ein spürbarer Vorteil.
Diesen Vorteil bezahlt man mit einem warmen Gehäuse. Vor allem der untere Teil erhitzt sich unter Last deutlich. Ein Defekt ist das nicht, sondern schlicht die Folge der leisen Kühlung. Die Messwerte zeigen, was dahintersteckt. Unter voller Grafiklast im 3DMark Steel Nomad Light stieg die GPU-Temperatur von rund 79 auf 84 Grad Celsius. Das ist ordentlich warm. Einen Leistungseinbruch durch die Hitze konnten wir aber nicht feststellen.
Aufmerksam wurden wir noch bei etwas anderem. Schon bei geöffnetem Browser, Discord und weiteren Programmen zeigte die GPU zeitweise rund 80 Grad. Das ist für eine solche Teillast recht viel. Ein Throttling, also eine Drosselung durch Hitze, blieb im Test zwar aus. Für längere Dauerlast sollte aber unbedingt etwas Luft um das Gerät bleiben. Ein gut belüfteter Standort ist bei diesem Gerät Pflicht.
VESA-Montage: Ab hinter den Monitor
Wer den Schreibtisch komplett freiräumen will, nutzt die beiliegende VESA-Halterung. Damit wandert der ganze Rechner hinter den Monitor. Die Montage ging bei uns problemlos von der Hand. Halterung an die VESA-Bohrungen des Monitors schrauben, den H1 einhängen, fertig.
Das Ergebnis ist ein aufgeräumter Arbeitsplatz ohne sichtbaren Rechner. Für ein Setup mit wenig Kabelsalat ist das ideal. Man sollte nur an die Erreichbarkeit der Anschlüsse und des Power-Buttons denken. Je nach Monitor kommt man nach der Montage allerdings nicht mehr ganz so bequem an die Anschlüsse und den Power-Button heran.
Der H1 im praktischen Einsatz
Über die reinen Messwerte hinaus zählt, wie sich der Rechner im Alltag schlägt. Und hier hinterlässt der H1 einen runden Eindruck. Als Homeoffice-Maschine erledigt er Office, Mail und Videocalls ohne Murren. Mehrere Monitore treiben die Produktivität zusätzlich an. Für diese Art von Arbeit ist der kleine Kasten mehr als ausreichend dimensioniert.
Auch im Wohnzimmer fühlt er sich wohl. Dank der geringen Maße verschwindet er hinter dem Fernseher oder im TV-Regal. 4K-Videos gibt er problemlos wieder, Streaming-Dienste laufen flüssig. Wer einen flüsterleisen Media-PC sucht, findet im H1 einen passenden Kandidaten. Die zurückhaltende Geräuschkulisse spielt gerade im Wohnzimmer ihre Stärke aus.
Für wen lohnt sich der Hyper H1?
Die Zielgruppe ist nach dem Test klar umrissen. Der H1 ist ideal fürs Homeoffice, fürs Wohnzimmer als Media-PC und für alle mit wenig Platz. Wer einen platzsparenden Allrounder für Office, Surfen und Medien sucht, bekommt hier viel fürs Geld. Auch als platzsparender Zweitrechner ist er gut aufgehoben.
Weniger geeignet ist er für ernsthaftes Gaming in hohen Einstellungen. Dafür fehlt die dedizierte Grafikkarte. Auch wer viel in 4K schneidet oder riesige Datenmengen bewegt, sollte höher greifen. Für alle anderen ist der H1 ein kleines Kraftpaket zum kleinen Preis.
Fazit zum NiPoGi Hyper H1 Mini-PC Test
Der NiPoGi Hyper H1 Mini-PC hat uns im Test überzeugt. Für Preis und Größe liefert er eine beachtliche Leistung. Im Alltag ist er flott, viele Chrome-Tabs bringen ihn nicht ins Schwitzen. Der Ryzen 7 7735HS ist klar die Stärke des Systems. Dazu kommen die große Anschlussvielfalt, die einfache Inbetriebnahme und die praktische VESA-Halterung.
Perfekt ist er nicht. Für aktuelle Spiele in hohen Details reicht die integrierte Grafik nicht. League of Legends läuft mit gut 60 FPS, moderne Blockbuster aber nur reduziert. Auffällig sind zudem die recht hohen GPU-Temperaturen von bis zu 84 Grad. Diese fallen im leisen Betrieb aber weniger ins Gewicht, als die Zahl vermuten lässt. Und die 512-Gigabyte-SSD ist für eine große Bibliothek schnell gefüllt.
Die Konkurrenz im Mini-PC-Segment ist inzwischen groß. Der H1 setzt sich vor allem über die Kombination aus starker CPU und niedriger Lautstärke ab. Wer diese beiden Punkte priorisiert, macht mit dem Gerät wenig falsch. Andere Modelle bieten mehr Grafikleistung oder ein kühleres Gehäuse. In seiner Preisklasse geht das Gesamtpaket aber in Ordnung.
Unterm Strich ist der Hyper H1 ein rundes Paket für alle, die einen kompakten und dennoch potenten Rechner suchen. Zum Preis von run 500 € bekommt man hier eine Menge Mini-PC. Für Büro, Homeoffice und Multimedia ist er eine klare Empfehlung. Nur ambitionierte Gamer und alle mit Bedarf an viel schnellem Speicher schauen sich besser weiter um.
VORTEILE
- Extrem kompakt: nur 12,9×12,9×5,1 cm groß
- AMD Ryzen 7 7735HS mit 8 Kernen
- Sechs USB-Ports plus USB-C vorhanden
- Bis zu drei 4K-Monitore gleichzeitig ansteuerbar
- VESA-Halterung für Monitormontage im Lieferumfang
- Windows 11 Pro vorinstalliert und aktiviert
NACHTEILE
- Kein SD-Kartenleser integriert
- Lange Windows-Update-Wartezeit bei Ersteinrichtung
Fazit
Der NiPoGi Hyper H1 packt einen starken Ryzen 7 7735HS in ein winziges, angenehm leises Gehäuse und überzeugt mit üppiger Anschlussvielfalt. Für Office, Homeoffice und Multimedia gibt es kaum etwas zu meckern, nur ernsthaftes Gaming und großer Speicherhunger sprengen sein Profil. Wermutstropfen sind die recht hohen Gehäuse- und GPU-Temperaturen unter Last - zum fairen Preis von 449 Euro bleibt der kleine Kasten aber eine klare Empfehlung.