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ASUS ROG Raikiri II Test: Der beste Wireless-Controller für PC und Xbox?

Der ASUS ROG Raikiri II wartet mit Tri-Mode-Konnektivität, 1.000 Hertz Polling-Rate, Anti-Drift TMR-Analogsticks und bis zu 50 Stunden Akkulaufzeit auf. Im Rahmen der gamescom 2025 stellte die Gaming-Sparte von ASUS mit dem Raikiri II Xbox Wireless Controller ein neues Gamepad vor, dass sich mit modernen Features vor allem an Profis richtet. Aber ist dieser Pro-Controller wirklich sein Geld wert? Und wie schlägt er sich im Vergleich mit dem Xbox Elite Wireless Controller Series 2? Finden wir’s im Test heraus.

Technische Daten

Produkt Raikiri II
Verbindung kabellos (2,4 GHz / Bluetooth 5.3), USB-C
Abtastrate 1.000 Hz
Kompatibilität Windows 11; Xbox Series X/S; Xbox One
Besonderheiten TMR-Analogstick; Micro-Switch-Tasten; 4 Backpaddles; Triggerstopp; Xbox Ally-Tasten
Akkulaufzeit
bis zu 20 Stunden
Lieferumfang Controller, USB-Empfänger, USB-C-auf-USB-A-Kabel (2,5 m), Transportcase, Ladestation, 2 zusätzliche Thumbsticks, Bedienungsanleitung
Abmessungen 155 mm x 105 mm x 65 mm
Gewicht 345 g
Preis € 209,00 *

ASUS ROG Raikiri II Test: Design und Verarbeitung

  • stimmiges Design; gute Verarbeitung
  • hervorragende Ergonomie
  • praktische Zusatzfunktionen

Der neue ASUS ROG Raikiri II setzt auf die klassische Formgebung der Xbox-Gamepads aus dem Hause Microsoft. Klare Linien, angenehme Griffhörner und asymmetrisch angeordnete Analogsticks. Im direkten Vergleich zum Vorgänger, dem Raikiri Pro (unser Test) fällt das neue Profi-Gamepad merklich filigraner aus, was sich im Praxistest positiv bemerkbar macht.

Mit einem Gewicht von rund 345 Gramm handelt es sich hier zweifellos um ein echtes Schwergewicht, das genauso viel auf die Waage bringt, wie das Top-Modell aus dem Hause Microsoft. Dennoch liegt der Controller sehr angenehm in der Hand, was insbesondere auf die griffigen Hörner und runden Kanten zurückzuführen ist.

Ergonomisch orientiert sich der Raikiri II grundsätzlich am klassischen Xbox‑Layout, geht aber in einigen Punkten eigene Wege. Die Griffe sind etwas länger und minimal schlanker geformt, was vor allem Spielern mit mittelgroßen bis großen Händen entgegenkommt. In meinen Tests lag der Controller auch nach mehreren Stunden angenehm in der Hand, ohne Druckstellen oder Ermüdungserscheinungen zu verursachen.

Optisch kommt der Raikiri II überraschend unauffällig daher. Das Gehäuse setzt auf ein mattes Schwarz, das von dezenten ROG‑Akzenten und dem beleuchteten Logo ergänzt wird. Angenehm dezent also. Das gefällt mir ausgesprochen gut. Zudem stechen viele kleinere Details bei genauerer Betrachtung ins Auge. Wie die kleinen „ROG“ und „Xbox“ Buchstaben an der Front sowie die angenehm griffigen Trigger, Bumper und Zusatztasten.

Die Verarbeitung hinterlässt im Praxistest einen sehr hochwertigen Eindruck. Die Kunststoffschalen sind sauber verarbeitet, Spaltmaße fallen gleichmäßig aus und selbst bei stärkerem Druck oder Verwindungsversuchen gibt es kein Knarzen oder Nachgeben. Besonders positiv fallen die gummierten Griffbereiche auf der Rückseite auf. Diese sind nicht nur optisch ansprechend strukturiert, sondern sorgen auch bei längeren Sessions für einen sicheren Halt, selbst wenn die Hände leicht schwitzen.

Was mir nicht so gut gefällt, sind die unteren Teile der Griffe in matter Klavierlack-Optik, die vergleichsweise anfällig für Fingerabdrücke und Kratzer sind.

Interessant für Besitzer des ROG Xbox Ally-Handhelds: Der Controller bietet zwei zusätzliche Tasten, mit denen sich das Command Center und die Bibliothek des Gaming-Handhelds aufrufen lassen. Wer mag, kann beide Buttons aber auch einfach frei umkonfigurieren.

Features und Konnektivität des ASUS ROG Raikiri II

  • Kabel, Funk und Bluetooth
  • Exzellente TMR-Sticks
  • Trigger-Stopps; Micro-Switch-Tasten

In Sachen Ausstattung spielt der ASUS ROG Raikiri II klar in der Oberliga der Gaming-Controller. Was man bei dem aufgerufenen Preis allerdings auch erwarten darf. Ein zentrales Feature ist die Tri‑Mode‑Konnektivität. Der Controller kann damit wahlweise kabelgebunden über USB‑C, kabellos über einen 2,4‑GHz‑Dongle oder via Bluetooth betrieben werden.

Verbindungsprobleme mit USB-Dongle: Im Auslieferungszustand kann es mitunter zu Verbindungsabbrüchen des USB-Dongles kommen. ASUS hat bereits eine neue Firmware veröffentlicht, die dieses Problem behebt. Sie lässt sich über die Gear Link-Websoftware herunterladen.

Diese Vielseitigkeit macht ihn extrem flexibel im Alltag: Am PC nutze ich bevorzugt den 2,4‑GHz‑Modus wegen der besonders niedrigen Latenz, während Bluetooth sich für mobile Geräte oder das schnelle Koppeln anbietet. Einziger Kritikpunkt: Der Modus-Schalter an der Unterseite des Gamepads ist etwas zu leichtgängig und wechselt die Position gefühlt schon fast, wenn man ihn nur falsch anschaut.

ASUS ROG Raikiri II
An der Unterseite lassen sich verschiedene Einstellungen vornehmen

Ein echtes Highlight sind die TMR‑Joysticks. Diese Technologie kombiniert hohe Präzision mit einer deutlich reduzierten Drift‑Anfälligkeit. Im Praxistest zeigen sich die Sticks sehr gleichmäßig, kehren sauber in die Neutralstellung zurück und bieten einen angenehm linearen Widerstand. Gerade bei Shootern und Spielen mit feiner Zielsteuerung ist das ein klarer Vorteil gegenüber herkömmlichen Analogsticks.

Was ist TMR? TMR steht für „Tunneling Magnetoresistance“ (deutsch etwa Tunnel‑Magnetwiderstand) und bezeichnet eine moderne Sensortechnologie, die bei Analog‑Sticks statt der klassischen Varianten oder der bereits verbreiteten Hall‑Effekt‑Sensoren zum Einsatz kommt. Bei TMR‑Sticks verändert sich der elektrische Widerstand je nach Ausrichtung zweier Magnetfelder, wodurch die Position des Sticks berührungslos und extrem präzise erfasst wird. Durch dieses kontaktlose Messprinzip entsteht kaum Verschleiß und kein klassischer Stick‑Drift, gleichzeitig ermöglicht TMR eine feinere Steuerung und einen geringeren Energieverbrauch als ältere Technologien.
ASUS ROG Raikiri II
Die TMR-Thumbsticks sind austauschbar. Zwei Größen sind im Lieferumfang enthalten

Die präzisen Trigger des Raikiri II sind ebenfalls besonders hervorzuheben. Asus setzt hier auf ein Dual‑Mode‑System, bei dem zwischen einem kurzen, digitalen Auslöseweg (der einem Mausklick sehr nahe kommt) und einem langen, analogen Hub gewechselt werden kann. In schnellen Shootern nutze ich fast ausschließlich den kurzen Modus, da jeder Schuss sofort ausgelöst wird. In Rennspielen oder Simulationen hingegen profitiert man vom vollen analogen Weg, der fein dosierbares Gasgeben oder Bremsen erlaubt.

ASUS ROG Raikiri II
Die Triggerwege lassen sich verkürzen

Zusätzlich bietet der Controller vier frei belegbare Back‑Buttons auf der Rückseite. Diese sind ergonomisch gut erreichbar und lassen sich sinnvoll in das eigene Spielsetup integrieren. Ich finde die Positionierung und Größe absolut perfekt. Die Buttons stehen nicht so weit aus dem Gehäuse hervor wie beispielsweise beim Razer Wolverine V3 Pro 8K (unser Test), wodurch sie sich natürlicher auslösen lassen. In meinem Praxistest habe ich sie vor allem für Sprünge oder Slides in Shootern wie Apex Legends und Valorant genutzt. Besseres Movement, ohne die Daumen von den Sticks nehmen zu müssen.

ASUS ROG Raikiri II: Bis zu 50 Stunden Akkulaufzeit

  • starke Akkulaufzeit von bis zu 50h
  • mehrere Lademöglichkeiten

Ein weiterer zentraler Punkt im Alltag eines Wireless-Controllers ist natürlich die Akkulaufzeit. Und hier liefert der ASUS ROG Raikiri II ein sehr starkes Ergebnis ab. Asus gibt eine Laufzeit von bis zu 50 Stunden an, abhängig von Nutzungsszenario, Vibration und RGB‑Beleuchtung. In meinem Praxistest konnte ich diese Angabe zumindest teilweise bestätigen. Bei deaktivierter RGB‑Beleuchtung und moderater Vibrationsstärke hielt der Controller problemlos mehrere Tage intensiver Nutzung durch.

Damit positioniert er sich deutlich oberhalb vieler Konkurrenten, denen meist schon nach maximal 20 Stunden die Puste ausgeht. Dafür muss man beim Raikiri II aber auch mit einer Polling-Rate von 1.000 Hz Vorlieb nehmen, was in meinen Augen aber absolut ausreicht – auch für kompetitives Gaming.

Sollte der Akku doch einmal zur Neige gehen, lässt sich der Controller problemlos während des Spielens per USB‑C weiterverwenden. Spannend sind zudem das mitgelieferte Lade‑Case beziehungsweise der Lade‑Standfuß. Die Hardcase-Transporthülle erlaubt es, den Controller im geschützten Zustand aufzuladen, während der Standuß ein kabelloses Laden durch magnetische Kontakte ermöglicht. Der Controller hat so einen festen Platz auf dem Schreibtisch und ist quasi immer einsatzbereit.

Software-Anbindung: Umfangreiche Anpassung im Browser

  • praktische Anpassung direkt im Browser
  • umfangreiche Einstellungen

Wie mittlerweile die meisten Hersteller, erlaubt auch ASUS ROG eine Anpassung des Raikiri II direkt im Browser. Der Umweg über die Armoury Crate-Software entfällt also. Stattdessen lassen sich Einstellungen ganz bequem über Gear Link vornehmen.

Über Gear Link lassen sich dann nahezu alle relevanten Controller‑Parameter einstellen: Tastenbelegung, Stick‑Empfindlichkeit, Trigger‑Charakteristik, Vibrationsstärke und Profile. Hier bleiben technisch keine Wünsche offen. Trigger-Wege sind justierbar, die Bewegungskurve der Sticks kann angepasst werden und wer mag, konfiguriert sämtliche Tasten nach seinem Gusto um.

In der Praxis funktioniert das alles sehr zuverlässig. Positiv hervorzuheben ist die Möglichkeit, mehrere Profile anzulegen und diese schnell zu wechseln. Ideal, wenn man zwischen verschiedenen Spielgenres pendelt. Natürlich lässt sich die RGB-Beleuchtung mittels Aura Sync auch mit anderen Geräten des Herstellers synchronisieren.

ASUS ROG Raikiri II im Praxis- und Gamingtest

  • sehr gute Gaming-Performance in allen Genres
  • starke Profi-Features, aber…
  • … Griffmulden ungewohnt tief; Deadzones zu groß

Im eigentlichen Praxistest zeigt sich sehr schnell, wofür der ASUS ROG Raikiri II entwickelt wurde: für ambitionierte Spieler, die Wert auf Präzision, Anpassbarkeit und Komfort legen. In Shootern profitiert man enorm von den schnellen Micro‑Switch‑Buttons, den präzisen Sticks und den kurzen Trigger‑Wegen. Jede Eingabe fühlt sich unmittelbar und kontrolliert an. Als sehr angenehm empfinde ich dabei die Ergonomie des Gamepads, das dank der griffigen Oberflächen und abgerundeten Kanten sehr gut in der Hand liegt.

ASUS ROG Raikiri II

In Action‑Adventures und Rollenspielen machen sich vor allem die ergonomische Form und die Back‑Buttons positiv bemerkbar. Lange Spielsessions bleiben angenehm, und komplexe Tastenkombinationen lassen sich deutlich entspannter ausführen. Auch in Rennspielen überzeugt der Controller dank der analogen Trigger und der stabilen Stick‑Rückmeldung.

Ein kleiner Kritikpunkt zeigt sich bei sehr feinen Aim‑Korrekturen: Die tiefen Stick‑Mulden und standardmäßig etwas zu großen Deadzones können dazu führen, dass man minimal übersteuert, wenn man nicht an das Layout gewöhnt ist. Nach einiger Eingewöhnungszeit und mit leichten Anpassungen lässt sich dieses Verhalten jedoch gut kompensieren.

Ich bin ja gerade in Shootern ein Fan verkürzter Trigger-Wege und hier liefert der Raikiri II ein wirklich sehr direktes und präzises Feedback, die Mausklicks relativ nahe kommt. Das D-Pad geht ebenfalls in Ordnung, lässt aber bei sehr komplexen Fighting-Games ein wenig Präzision vermissen.

ASUS ROG Raikiri II
ASUS ROG Raikiri II und Xbox Elite Wireless 2 Controller Core Edition

Insgesamt hinterlässt der ASUS ROG Raikiri II im Praxistest einen extrem positiven Eindruck. Er ist kein günstiger Controller und richtet sich klar an Enthusiasten. Er liefert dafür aber ein durchdachtes, leistungsstarkes Gesamtpaket, das sich sowohl auf dem PC als auch auf der Xbox hervorragend schlägt.

ASUS ROG Raikiri II Test: Fazit

Der ASUS ROG Raikiri II präsentiert sich als rundum gelungene Weiterentwicklung der ersten Generation, der nicht nur die größten Kritikpunkte wie fehlende Xbox Wireless-Konnektivität oder austauschbare Thumbsticks ausmerzt, sondern auch vollgepackt mit modernen Features daherkommt. TMR-Joysticks, verkürzte Triggerwege, präzise Micro-Switch-Tasten und eine Tri-Mode-Konnektivität samt starker Akkulaufzeit zeichnen ein äußerst stimmiges Bild.

Auch Ergonomie und Anpassungsmöglichkeiten begeistern. Kritik leistet sich der Raikiri II bei den gewöhnungsbedürftigen Mulden der Sticks und den standardmäßig etwas zu hohen Deadzones (was sich aber mit Anpassungen beheben lässt). Unterm Strich bleibt ein hervorragender Controller für PC, Xbox-Konsolen und den hauseigenen Gaming-Handheld des Herstellers, der sich mit seinem hohen Preis aber klar an Profis richtet.

PRO

  • Hervorragende Thumbsticks
  • Gelungene Ergonomie
  • Tri-Mode-Konnektivität
  • Starke Akkulaufzeit
  • Tolle Buttons und Trigger
ASUS ROG Raikiri II Award
CONTRA

  • Hohe Stickmulden
  • Relativ schwer
  • Etwas zu große Deadzones

ASUS ROG Raikiri II

Verarbeitung
Ausstattung
Ergonomie
Akku
Preis-Leistungs-Verhältnis

91/100

Enorm hochwertiger, vielseitiger Profi-Controller für PC und Xbox. Begeistert mit präzisen TMR-Sticks, taktilen Buttons, Trigger-Stopps und langer Akkulaufzeit. Lediglich die Deadzones benötigen etwas Feintuning.

Philipp Briel

Ich bin leidenschaftlicher Gamer seit meiner frühen Kindheit und habe neben dem PC nahezu jede Spielekonsole bereits besessen. Auch Technik begeistert mich, vor allem brenne ich für Peripherie, PCs, Notebooks und Gadgets.

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