Asus ROG Strix Morph 96 Wireless im Test: Kompaktes Kraftpaket mit Einschränkungen

Philipp Briel
Philipp Briel · 11 Min. Lesezeit
Asus ROG Strix Morph 96 Wireless

Die Asus ROG Strix Morph 96 Wireless positioniert sich als kompakte 96-Prozent-Gaming-Tastatur für Enthusiasten, die Wert auf Klang, Modularität und kabelloses Spielen legen. Nach mehrwöchiger intensiver Nutzung, sowohl beim Gaming als auch beim langen Schreiben am Schreibtisch, habe ich ein klares Bild davon bekommen, was diese Tastatur kann, wo sie überzeugt und wo sie hinter den Erwartungen zurückbleibt. Mehr dazu im Test.

Technische Daten der Asus ROG Strix Morph 96 Wireless

Produktbezeichnung Morph 96 Wireless
Schalterart Mechanisch
Tastenschaltertyp ROG NX V2 Mechanical Switch
Angebotene Schaltertypen Linear
Schalter austauschbar Ja
Tastenkappen austauschbar Ja
Material Kunststoff/Aluminium
Abmessungen (L x B x H) 398 x 134 x 39mm
Gewicht 1.125 Gramm
Onboard-Speicher 1 Profile
Verbindung USB-Typ-C; 2,4-GHz; Bluetooth 5.1
Rollover-Technologie N-Key Rollover
Tastenkappen ABS
Betriebsmodi Tippen; Gaming
Abtastarate 1.000 Hz
Preis ASUS ROG Strix Morph 96 Wireless, schwarz, ROG NX SNOW V2, USB/Bluetooth, DE (90MP04IF-BKDA03)* (UVP: 139,99 Euro)

Asus ROG Strix Morph 96 Wireless Test: Edles Vollformat mit RGB

Die Asus ROG Strix Morph 96 Wireless ist so etwas wie das günstigere Geschwisterchen der bereits bekannten und beliebten Strix Scope II 96 Wireless (unser Test) aus dem Jahr 2023. Allerdings bringt die Neuauflage auch einige spannende Verbesserungen mit sich. Ein Gasket Mount beispielsweise oder macOS-Unterstützung und die Anpassung per Gear Link im Browser.

Ren optisch teilen beide Gaming-Tastaturen aber einige Parallelen: Das Gehäuse besteht aus einem mattgrauen, gefrästen Aluminiumoberteil über einem schwarzen Kunststoffunterboden. Die Kanten sind scharf und sauber verarbeitet, der gesamte Aufbau fühlt sich solide und hochwertig an. Mit einem Gewicht von rund 1.125 Gramm besitzt das Board eine angenehme Schwere, die es beim Tippen nicht verrutschen lässt.

Die Abmessungen betragen 398 × 134 × 39 mm – damit ist sie geringfügig größer als das Vorgängermodell ROG Strix Scope II 96 Wireless, passt aber dennoch auf jeden normalen Gaming-Desk ohne das Mauspad zu verdrängen. Das 96-Prozent-Layout ist einer meiner persönlichen Favoriten: Man bekommt alle wichtigen Tasten, inklusive Nummernblock, Funktionstasten und Navigationsblock, in einem kompakten Gehäuse – ohne auf die Zifferntasten rechts verzichten zu müssen. Die Pfeiltasten sitzen allerdings etwas beengt neben der Shift-Taste, was anfangs Eingewöhnungszeit erfordert.

Das ROG-Branding ist, für Asus-Verhältnisse, erfreulich zurückhaltend: „Republic of Gamers“ und das ROG-Augenlogo prangen auf der schwarzen Leertaste und auf dem linken Leuchtstreifen. Auf der Rückseite findet sich ein größeres ROG-Eye-Logo in der dekorativen Textur. Wem das noch zu unscheinbar ist: Asus legt drei transluzente ROG-Tastenkappen für Escape und beide Enter-Tasten bei – inklusive einer alternativen Strg-Kappe für alle, die den Copilot-Key ablehnen. Natürlich darf auch eine stimmige RGB-Beleuchtung nicht fehlen, die hier dank South Facing PCB besonders gut zum Tragen kommt. Ideal für alle, die es gerne bunt mögen.

Ein echter Pluspunkt ist die neue und durchdachte Demontierbarkeit von oben: Fünf Torx-Schrauben halten das Oberteil, und wer die Tastatur zerlegen will, muss sie nicht umdrehen. Das ist ein kleines, aber feines Detail für alle, die ihre Keyboards modden oder mit eigenem Dämpfungsmaterial ausstatten möchten – wobei ein Torx-Schraubendreher leider nicht mitgeliefert wird.

Ein Wermutstropfen: Die ABS-Doubleshot-Tastenkappen sind für eine Tastatur in dieser Preisklasse eine Enttäuschung. Sie sind zwar gut texturiert und fühlen sich unter den Fingern angenehm griffig an, aber ABS-Kunststoff neigt mit der Zeit zum Glänzen. Ein Problem, das man bei direkten Konkurrenten mit PBT-Tastenkappen nicht hat. Das Vorgängermodell, die Strix Scope II 96 Wireless, kommt mit PBT-Kappen, was diesen Unterschied umso auffälliger macht.

Asus ROG Strix Morph 96 Wireless

Ebenfalls leicht negativ fiel mir beim Gehäuse ein minimales Flex in den Ecken unter stärkerem Druck auf. Kein Dealbreaker, aber bei einem Board mit Aluminiumoberteil sollte das eigentlich nicht passieren.

Ausstattung der Morph 96 Wireless

Technisch gesehen bietet die Asus ROG Strix Morph 96 Wireless einige der überzeugendsten Features in dieser Preisklasse, für die man normalerweise wesentlich tiefer in die Tasche greifen muss. Das Herzstück ist eine hot-swappable PCB, die sowohl 3-Pin- als auch 5-Pin-Switches akzeptiert. Switch-Enthusiasten können ihre Lieblingsschalter also problemlos einbauen, ohne löten zu müssen.

Als Switches kommen entweder die ROG NX Snow V2 (linear) oder die ROG NX Storm V2 (clicky) zum Einsatz. Mein Testgerät war mit den Snow V2 bestückt. Werkseitig geschmierte lineare Schalter mit 40 gf Betätigungskraft, 53 gf Gesamtkraft und einem Aktuierungspunkt von 1,8 mm. Die Schalter nutzen ein „Walled Stem Design“, das Staub fernhält und laufen butterweich. Zur Beleuchtung gibt es per-key RGB sowie zwei RGB-Lichtleisten an den Seiten des Boards.

Das Rotary Knob auf der linken Seite ist eines der funktionellsten Designmerkmale. Es gibt drei voreingestellte Funktionen: Lautstärke (Klick zum Stummschalten), Mediensteuerung (Klick für Play/Pause) und Helligkeitsanpassung der Tastaturbeleuchtung. Eine vierte, frei konfigurierbare Funktion ist ab Werk als Scrollrad gesetzt. Über die Gear-Link-App lassen sich diese Funktionen erweitern, aber dazu später mehr. Die Knob-Platzierung auf der linken Seite ist für mich eine der besten Entscheidungen bei diesem Design, da man beim Gaming nicht in die rechte Ecke greifen muss.

Asus ROG Strix Morph 96 Wireless

Bei der Konnektivität bietet die Asus ROG Strix Morph 96 Wireless alles, was man sich wünschen würde: 2,4-GHz-Wireless über den mitgelieferten ROG-Omni-Receiver, Bluetooth 5.0 sowie kabelgebundenen Betrieb über USB-C. Der Omni-Receiver kann gleichzeitig auch eine kompatible 2,4-GHz-Gaming-Maus verbinden, was einen wertvollen USB-Port am PC spart. Auf der Rückseite befindet sich eine dedizierte Ablage für den Dongle, ein USB-C-Anschluss zum Laden und Betrieb sowie ein Schiebeschalter zum Wechsel zwischen 2,4 GHz und Bluetooth. Im Lieferumfang sind außerdem ein 2-Meter-Gummi-USB-C-Kabel, ein USB-Verlängerungskabel, ein 2-in-1-Tastenkappen- und Switch-Puller sowie ein Torx-Schraubendreher enthalten.

Asus ROG Strix Morph 96 Wireless
Der Lieferumfang der Asus ROG Strix Morph 96 Wireless

Was die Tastatur nicht bietet: Magnetische Schalter (Hall Effect / TMR), Rapid Trigger, analoge Tasteneingaben oder ein OLED-Display wie beim teureren ROG Azoth 96 HE. Für kompetitive Spieler, die auf Rapid-Trigger-Technologie setzen, ist das ein spürbares Manko.

Bis zu 590 Stunden Akkulaufzeit

Die Akkulaufzeit der Asus ROG Strix Morph 96 Wireless ist einer der großen Stärken, zumindest auf dem Papier. Asus gibt 590 Stunden Laufzeit über 2,4-GHz-Funk bei deaktivierter Beleuchtung an. Mit eingeschalteter RGB-Beleuchtung reduziert sich dieser Wert jedoch schon auf rund 100 Stunden. Im Bluetooth-Betrieb sollen es sogar 750 Stunden ohne Beleuchtung bzw. 110 Stunden mit Beleuchtung sein.

In der Praxis sind das beeindruckende Werte für den Alltag. Wer die Tastatur mit moderat heller Beleuchtung täglich sechs bis acht Stunden nutzt, kommt problemlos mehrere Wochen ohne Ladepause aus. Das Laden geschieht komfortabel über USB-C, auch während die Tastatur weiter benutzt werden kann.

Ein kleiner Wermutstropfen für diejenigen, die auf maximale Laufzeiten setzen: Das Vorgängermodell, die ROG Strix Scope II 96 Wireless, schlägt mit sage und schreibe 1.500 Stunden über 2,4 GHz ohne Beleuchtung zu Buche. Weit mehr als die Morph 96. Bei eingeschalteter Beleuchtung sieht die Sache ausgeglichener aus (ca. 90 vs. 100 Stunden), aber der maximale Unterschied ist nicht zu ignorieren. Wer die RGB-Beleuchtung konsequent deaktiviert oder auf eine sehr schwache Stufe dimmt, wird mit der Akkulaufzeit dennoch rundum zufrieden sein. Die 590-Stunden-Angabe ohne Beleuchtung ist für 2,4-GHz-Funk im Gaming-Bereich ein Top-Wert.

App-Anbindung per Browser

Asus verabschiedet sich mit der ROG Strix Morph 96 Wireless endgültig von der berüchtigten Armoury Crate Suite und setzt stattdessen auf die neue, browserbasierte Gear Link App. Und ja: Das ist ein echter Fortschritt. Gear Link läuft im Browser, benötigt keine Installation eines eigenständigen Desktop-Programms und arbeitet auch über die 2,4-GHz-Verbindung ohne Kabel.

Asus ROG Strix Morph 96 Wireless

Über die App lassen sich Tasten neu belegen, die Beleuchtung anpassen, Speed Tap (Asus‘ Implementierung der SOCD-Technik) aktivieren und das Rotary Knob konfigurieren. Die Oberfläche ist schlank, übersichtlich und lädt innerhalb von Sekunden. Wer allerdings Makros aufzeichnen, das Rotary Knob mit Website-Links verknüpfen oder eigene Texteingaben definieren will, muss eine Gear Link Companion App herunterladen und installieren.

Die Konfigurationsmöglichkeiten für den Rotary Knob sind zudem begrenzt: Die drei voreingestellten Funktionen (Lautstärke, Medien, Helligkeit) können zwar deaktiviert, aber nicht ersetzt werden. Nur die vierte, anpassbare Funktion lässt sich frei belegen – mit Einschränkungen wie vordefinierten Shortcuts oder dem Öffnen von Copilot. Das ist für ein Alleinstellungsmerkmal wie einen linken Knob leider zu wenig Flexibilität. Positiv: Die Tastatur speichert fünf Profile onboard, sodass Konfigurationen auch an PCs ohne installierte Software genutzt werden können. Für Produktionssysteme oder Bürorechner, auf denen keine Gaming-Software erwünscht ist, ist das ein praktisches Feature.

Asus ROG Strix Morph 96 Wireless: Praxistest

Im Praxisalltag und beim Zocken kann die Asus ROG Strix Morph 96 Wireless in meinen Augen ihre Stärken konsequent ausspielen. Das Gasket-Mount-Design kombiniert mit zwei Lagen Dämpfungsmaterial im Gehäuse und der transluzenten PC-Positionierungsplatte ergibt ein Tippgefühl, das weit über dem liegt, was man in dieser Preisklasse oft bekommt. Wer bisher nur Standard-Gaming-Tastaturen genutzt hat, wird überrascht sein, wie lebendig, weich und präzise sich jeder Tastendruck anfühlt.

Asus ROG Strix Morph 96 Wireless

Die ROG NX Snow V2 Switches sind schlicht hervorragend; glatt, stabil, schnell und sehr angenehm leise. Mit 40 gf Betätigungskraft und 1,8 mm Aktuierungspunkt lassen sie sich mühelos tippen, ohne dass die Finger ermüden. Beim Schreiben langer Artikel oder Code-Sessions merkt man kaum, dass man seit Stunden tippt. Der Klang ist ein sattes, gut gedämpftes Klacken. Nicht zu laut für ein Großraumbüro, aber mit genug Charakter, um den Tastenanschlag haptisch zu bestätigen. Zumal das Tippgefühl deutlich texturierter ist als man es normalerweise von roten linearen Schaltern so gewohnt ist. Das gefällt mir ausgesprochen gut.

Beim Gaming bewährt sich die Tastatur in schnellen Spielen wie Apex Legends oder CS2 ebenso wie in Aufbauspielen oder RPGs. Die 2,4-GHz-Verbindung über ROG SpeedNova ist zuverlässig und latenzarm. Kein einziges Mal hatte ich das Gefühl, dass die Verbindung den Ausschlag für ein verlorenes Duell gab. Die Speed Tap Funktion (SOCD) lässt sich über Gear Link aktivieren, ist aber mit Vorsicht zu genießen, da sie einen klaren Spielvorteil liefert: In CS2 ist sie im Online-Betrieb beispielsweise bereits gesperrt. Für Offline-Spiele oder andere Shooter kann sie aber tatsächlich sehr nützlich sein.

Das 96-Prozent-Layout bringt gerade im Gaming einen praktischen Vorteil: Mehr Tasten bedeuten mehr direkte Keybinds für Skills, Menüs oder Makros. Die Eingewöhnungszeit bei den etwas eng platzierten Pfeiltasten ist gerade für Linkshänder (die nicht über WASD spielen) gewöhnungsbedürftig, aber nach einer Woche täglichem Gaming kein Thema mehr.

Asus ROG Strix Morph 96 Wireless

Ein kleines Manko im Alltag: Es gibt keine Handballenablage. Bei langen Sessions vermisse ich das, besonders im Vergleich zum Vorgänger Strix Scope II 96 Wireless, der eine beilegt. Für Gaming-Sessions ist das zu verschmerzen. Wer viel schreibt, sollte das aber einkalkulieren. Alles in allem liefert die Asus ROG Strix Morph 96 Wireless in der Praxis eine gute Leistung ab, wenngleich die Tastatur es nicht vermag, besondere Akzente zu setzen. Gut, aber eben nicht wirklich besonders.

Asus ROG Strix Morph 96 Wireless Test: Fazit

Mit der Asus ROG Strix Morph 96 Wireless beweist der Hersteller, das man für eine gute und stylische Gaming-Tastatur nicht zwangsläufig 200 Euro oder mehr ausgeben muss. Insbesondere in den Kernbereichen wie Tippgefühl, Klang, Modularität und Konnektivität überzeugt das Keyboard. Das Gasket-Mount-Design, die werksseitig geschmierten NX Snow V2 Switches und die flexible Tri-Mode-Wireless-Verbindung machen sie zu einem starken Allrounder für Gamer und Power-User, die ein kompakte(re)s Layout schätzen.

Allerdings gibt es einige Punkte, die nachdenklich stimmen. ABS statt PBT Keycaps, die begrenzte Anpassbarkeit des Rotary Knobs, das fehlende Rapid Trigger und keine mitgelieferte Handballenablage sind für eine Tastatur in dieser Preisklasse Schwächen, die Konkurrenzprodukte nicht haben. Besonders herausfordernd ist die Positionierung neben der eigenen Strix Scope II 96 Wireless, die aktuell günstiger erhältlich ist und in manchen Bereichen (PBT-Kappen, Akkulaufzeit, Handballenablage) die Nase vorn hat. Hinzu kommt, dass Tastaturen wie die HATOR Skyfall 80 MAG ULTIMA 8K (unser Test) bereits für unter 100 Euro mit der modernen und besseren Hall-Effect-Technologie aufwarten.

Was beim Asus ROG Strix Morph 96 Wireless Test am Ende bleibt, ist eine durchaus hochwertige und vielseitig anpassbare Gaming-Tastatur mit viel Keyboard für’s Geld. Aber auch einem Preis, der aktuell zur UVP etwas schwer zu rechtfertigen ist.

Silver Award für Asus ROG Strix Morph 96 Wireless - 05/2026Asus ROGStrix Morph 96 Wireless05/2026

VORTEILE

  • 96%-Layout
  • Hot-Swap-PCB
  • USB-C, 2.4 GHz, Bluetooth 5.1
  • Gasket-Mount

NACHTEILE

  • ABS-Keycaps
  • Minimales Flex
  • Enge Pfeiltasten

Detailbewertung

Verarbeitung80
Features88
Ergonomie85
Software87
Preis-Leistungs-Verhältnis86

Fazit

The Asus ROG Strix Morph 96 Wireless impresses with an excellent typing feel, solid wireless performance, and a modern, modular build, but makes it clear through its ABS keycaps, lack of Rapid Trigger, and limited knob configuration that there is still room for improvement.

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