Corsair Skiff 100 Plus im Test: Günstige Gaming-Tastatur mit cleveren Alltags-Extras

Philipp Briel
Philipp Briel · 7 Min. Lesezeit
Corsair Skiff 100 Plus

Mit der Anfang August enthüllten Skiff 100 Plus zeigt Corsair, dass eine Gaming-Tastatur nicht zwangsläufig teuer sein muss, um trotzdem ein rundes Paket abzuliefern. Für 69,99 Euro bekommst du ein Vollformat-Board mit Membran-Switches, sechs zusätzlichen programmierbaren G-Tasten, einem satten Drehregler für die Lautstärke, 10-Zonen-RGB-Beleuchtung und einer IP53-Zertifizierung gegen Staub und Spritzwasser. Wir haben die Corsair Skiff 100 Plus einige Wochen lang im Alltag und beim Zocken genutzt und verraten dir, wo die Tastatur überzeugt und wo Corsair beim Einstiegspreis eben doch Abstriche gemacht hat.

Technische Daten der Corsair Skiff 100 Plus

Produkt Skiff 100 Plus
Layout Vollformat, 105 Tasten, deutsches (DE) Layout
Switch-Typ Membrantasten (Rubber Dome)
Zusätzliche Makrotasten 6 programmierbare G-Tasten
Anti-Ghosting 12-Key Selective (12KRO)
Medientasten Dedizierte Hotkeys, Windows-Sperre-Taste
Drehregler Für Lautstärke und Mediensteuerung
RGB-Beleuchtung 10 Zonen mit dynamischen Effekten
Handballenauflage Abnehmbar, Soft-Touch-Oberfläche, nicht höhenverstellbar
Schutzklasse IP53 (staub- und spritzwassergeschützt)
Konnektivität Kabelgebunden, USB 2.0 Typ-A
Abfragerate 1.000 Hz
Kabel Tangle-free Rubber
Kompatibilität PC (Windows 10 / macOS 10.15+), Mac, Xbox, PlayStation
Software Corsair Web Hub (browserbasiert), iCUE ab Ende September 2026
Speicher On-Board-Profilspeicher
Gewicht 715 Gramm
Garantie 2 Jahre
Lieferumfang Skiff 100 Plus RGB Gaming Keyboard, Handballenauflage, Sicherheitsblatt
Preis (UVP) € 69,90 *

Corsair Skiff 100 Plus Test: Kunststoff dominiert, aber die Verarbeitung passt

Auf den ersten Blick wirkt die Skiff 100 Plus wie ein klassisches Vollformat-Board: schwarzes Gehäuse, 105 Tasten im deutschen Layout inklusive Nummernblock, dazu eine Reihe vollwertiger F-Tasten. Wer von einer kompakten Tastatur umsteigt, bekommt hier also wieder den kompletten Funktionsumfang samt Ziffernblock, was besonders für Excel-Arbeit oder klassische MMO-Ausflüge praktisch ist.

Bei der Verarbeitung merkt man dem Board seinen Preis an, ohne dass das gleich negativ gemeint sein muss: Das Gehäuse wirkt solide und wippt nicht, größere Schwachstellen haben wir in unserem Test nicht gefunden. Die mitgelieferte Handballenauflage besteht allerdings komplett aus Kunststoff mit einer Soft-Touch-Oberfläche und lässt sich zwar sauber abnehmen und wieder befestigen, eine Höhenverstellung gibt es aber nicht.

Damit bleibt die Auflagefläche in Ordnung, aber eben auch nichts, womit Corsair hier besonders glänzt. Wer flexible Handballenauflagen von teureren Boards gewohnt ist, wird hier eher ein zweckmäßiges Zubehörteil vorfinden als ein Komfort-Highlight. Insgesamt bekommst du hier eine solide Tastatur, die kenne nennenswerten Schwächen offenbart, aber eben auch nicht besonders hervorsticht. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Ausstattung im Detail: Drehregler, RGB und IP53

Ein echtes Highlight der Corsair Skiff 100 Plus ist der Drehregler für die Lautstärke: Er sitzt griffig in der Hand, lässt sich präzise dosieren und macht in der Praxis genau das, wofür er gedacht ist, ohne zu wackeln oder unpräzise auf Eingaben zu reagieren. Dazu kommen dedizierte Hotkeys für die Mediensteuerung sowie eine Windows-Sperre-Taste, die beim Zocken versehentliche Ausflüge auf den Desktop verhindert. Zehn RGB-Zonen mit dynamischen Effekten sorgen für ordentlich Beleuchtung, ohne dass die Skiff 100 Plus in die Liga vollständig einzeln beleuchteter Per-Key-RGB-Tastaturen vorstößt. Für den Einstiegspreis ist das ein solides Angebot, das sich über den Corsair Web Hub anpassen lässt.

Der Namenszusatz „Plus“ kommt aber nicht von ungefähr: Gegenüber der regulären Corsair Skiff 100 spendiert Corsair der Plus-Version sechs zusätzliche programmierbare G-Tasten, mit denen sich Makros, Shortcuts oder Medienfunktionen hinterlegen lassen. In Kombination mit dem On-Board-Speicher lassen sich Belegungen direkt auf der Tastatur abspeichern und angenehm präzise am linken Rand abrufen. Durchaus praktisch für den Alltag!

Mit IP53 ist die Corsair Skiff 100 Plus gegen Staub und leichtes Spritzwasser abgesichert. Für den Alltag am Schreibtisch bedeutet das vor allem eines: Ein kurzer Kaffee-Ausrutscher oder eine verschüttete Wasserflasche muss nicht gleich das Ende der Tastatur bedeuten. Ein Komfort, den man bei Budget-Boards nicht selbstverständlich findet.

Wichtig zu wissen: die Tastatur wird ausschließlich per USB-2.0-Typ-A-Kabel betrieben. Für viele Gamer ist das ohnehin die bevorzugte Wahl, da eine kabelgebundene Verbindung minimale Latenz garantiert und keine Akkusorgen mit sich bringt. Wer lieber kabellos unterwegs ist, muss bei Corsair aktuell zu anderen Modellen greife. Das mitgelieferte Tangle-free-Rubber-Kabel macht seinen Job aber unauffällig und ohne Verheddern, ist für meinen Geschmack aber etwas (zu) steif.

Software: Corsair Web Hub und iCUE

Zum Marktstart konfigurierst du die Skiff 100 Plus über den Corsair Web Hub – eine browserbasierte Lösung, für die keine zusätzliche Software installiert werden muss. Darüber lassen sich RGB-Beleuchtung, Tastenbelegung und Makroprogrammierung einrichten. Die vollständige Anbindung an iCUE, Corsairs zentrale Software-Suite für Peripherie, soll laut Hersteller ab Ende September 2026 folgen und dürfte dann zusätzliche Profiltiefe sowie die Einbindung in ein größeres iCUE-Ökosystem mit anderen Corsair-Geräten bringen.

Corsair Skiff 100 Plus

Für den Moment… sind die Optionen für Einstellungen sehr überschaubar. Tastenzuweisung, Makros, RGB-Beleuchtung – alles anpassbar. Viel mehr brauchen die meisten aber ohnehin nicht.

Praxis- und Gamingtest der Corsair Skiff 100 Plus

Datenblätter sind das eine, der Alltag am Schreibtisch das andere. Wir haben die Skiff 100 Plus über mehrere Wochen hinweg zum Arbeiten, Schreiben und Zocken genutzt. Die gute Nachricht zum Einstieg: Die Membrantasten fühlen sich beim Tippen angenehm an, nichts klappert oder wirkt lose. Wer allerdings eine leise Tastatur erwartet, wird überrascht: Die Corsair Skiff 100 Plus ist lauter also manch andere Membran-Tastatur, wenngleich wir uns hier natürlich noch immer deutlich unterhalb der Lautstärke mechanischer Keyboards bewegen. Dennoch ist der Klang recht angenehm.

Die Verarbeitung bewegt sich im für die Preisklasse erwartbaren Rahmen: solide, aber ohne Premium-Anspruch. Die Handballenauflage aus Kunststoff sitzt sicher und lässt sich unkompliziert abnehmen, bleibt aber in Sachen Komfort eher funktional. Eine Höhenverstellung oder ein weicheres Auflagematerial hätten dem Gesamtpaket noch mehr Alltagstauglichkeit verliehen.

Dank 12KRO-Anti-Ghosting kommen auch komplexere Tastenkombinationen beim Zocken zuverlässig an, spürbare Aussetzer bei mehreren gleichzeitig gedrückten Tasten gab es in unserem Test nicht. Für den schnellen Shooter-Abend ebenso wie für lange Schreibsessions tagsüber macht die Skiff 100 Plus damit eine solide Figur. Auffällige Schwächen in die eine oder andere Richtung haben wir nicht feststellen können.

Wer von einer mechanischen Tastatur kommt, muss sich natürlich erst einmal an die Druckpunkte der Membrantasten gewöhnen. Diese lösen merklich weniger taktil aus als mechanical Switches und muten auf den ersten Blick etwas schwammig an. Im Vergleich zum Membran-Konkurrenten Glorious GMBK (unser Test) empfinde ich das Auslösegefühl tatsächlich als etwas wenige präzise und weicher, wenngleich es nach einiger Zeit gut von der Hand geht. Man muss aber wissen, worauf man sich einlässt: Einsteiger werden durchaus zufrieden sein, denn beim Zocken und Schreiben leistet die Skiff 100 Plus gute Dienste. Nur die Präzision einer mechanischen (oder gar Hall-Effekt-) Tastatur sollte man halt nicht erwarten.

Corsair Skiff 100 Plus Test: Fazit

Die Corsair Skiff 100 Plus ist ein gutes Beispiel dafür, dass eine günstige Gaming-Tastatur nicht zwangsläufig lieblos zusammengeschraubt sein muss. Vollformat-Layout, sechs zusätzliche Makrotasten, ein wirklich guter Drehregler, 10-Zonen-RGB und eine IP53-Zertifizierung gegen Kaffee-Unfälle sind für 69,99 Euro ein starkes Paket. Dass die Membrantasten dafür eher laut als leise sind, gerne etwas präziser auslösen dürften und die Handballenauflage nur Kunststoff-Basiskomfort statt Premium-Gefühl bietet, muss man in dieser Preisklasse in Kauf nehmen.

Unser Praxistest bestätigt: Wer eine zuverlässige Allround-Tastatur ohne Anspruch auf mechanische Switches oder Flüsterleisen sucht, bekommt mit der Skiff 100 Plus ein solides Gesamtpaket mit ein paar netten Extras.

Silver Award für Corsair Skiff 100 Plus - 08/2026CorsairSkiff 100 Plus08/2026

VORTEILE

  • Programmierbare G-Tasten
  • Präziser Drehregler
  • 10-Zonen-RGB
  • Web-App
  • IP53-Zertifizierung
  • Gutes Tippgefühl
  • Attraktiver Preis

NACHTEILE

  • Membrantasten recht laut
  • Druckpunkte könnten präziser sein
  • Rudimentäre Software-Funktionen
  • Nicht kabellos nutzbar

Detailbewertung

Verarbeitung80
Ausstattung81
Ergonomie87
Software82
Preis-Leistungs-Verhältnis92

Fazit

Die Corsair Skiff 100 Plus bietet für 69,99 Euro ein solides Gesamtpaket mit praktischen Extras wie G-Tasten, IP53-Schutz und sattem Drehregler. Klare Empfehlung für preisbewusste Gamer und Alltags-Nutzer.

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