Das bisher größte Manko von kabellosen Gaming-Headsets war schon immer, dass sie nicht selten in ungünstigen Momenten mit einem leeren Akku zu kämpfen haben. Unser Glorious GHS Wireless InfinitePlay Test verrät, wie genau dieses Modell das Problem umgeht und ob es tatsächlich niemals zu einem Verbindungsabbruch kommt.
Glorious GHS Wireless InfinitePlay Test: Technische Daten
| Produkt | Glorious GHS Wireless InfinitePlay |
| Bauform | Over-Ear |
| Treiber | 40 mm |
| Frequenzbereich (Kopfhörer) | 20 bis 20.000 Hz |
| Impedanz | 32 Ohm |
| Lautstärke | bis 95 dB SPL@1kHz/1mW |
| Mikrofontyp | Omnidirektional, abnehmbarer Boom-Arm |
| Frequenzbereich (Mikrofon) | 70 bis 10.000 Hz |
| Anschlüsse | USB-C |
| Verbindungsmöglichkeiten | Kabel (USB-C oder USB-A mit Adapter), Bluetooth 5.4, 2,4 GHz Funkverbindung |
| Akkulaufzeit | 85+ Stunden (pro Batterie) + 3 Stunden Guardian Batterie |
| Gewicht | 360 g |
| Kompatibilität | PC, PS5, PS4, Nintendo Switch, Mobile Gaming Devices |
| Preis | € 229,99* |
Design und Verarbeitung des Glorious GHS Wireless InfinitePlay
Rein optisch betrachtet bietet das Headset von Glorious direkt einige ungewöhnliche Elemente: Die beiden Reglerelemente auf der Rückseite des jeweils linken und rechten Kopfhörers bieten unterschiedliche Funktionen. Sie stehen allerdings im Gegensatz zu den meisten Konkurrenzprodukten stark hervor und lassen sich somit auch im Gaming-Einsatz schnell finden.
Die farbliche Kombination aus einer schwarzen Grundfärbung und orangefarbigen Highlights ist zwar nicht neu am Markt. Jedoch gefällt die Farbgebung und lässt sich problemlos in jedes Gaming-Setup integrieren.
Ergonomisch überzeugt das On-Ear-Headset ebenfalls: Der Bügel kann auf jeder Seite um bis zu 2,5 cm ausgefahren werden und passt sich somit der eigenen Kopfform an. Zusätzlich ist ein weiterer flexibler Schutz auf der Oberseite angebracht, der den Kopf vor dem Plastikrahmen abschirmt.
Die Over-Ear-Ummantelung selbst ist aus angenehmem und luftdurchlässigem Kunststoff, während das Innere mit Memory Foam gefüttert ist. So liegt das Headset auch bei stundenlanger Nutzung immer angenehm über den Ohren. Im rechten Kopfhörer ist außerdem der herausnehmbare Akku angebracht. Der Akkuslot selbst passt sich perfekt in das Gesamtdesign ein.
Ein omnidirektionales, abnehmbares Mikrofon mit Boom-Design
Das abnehmbare Mikrofon überzeugt durch eine hohe Verarbeitung, denn über den 3,5mm-Klinkenstecker wird es einfach in den Anschluss gesteckt. Dann verschmilzt es perfekt mit dem Rest des Headsets. Ist es nicht angeschlossen, gibt es ein eingebautes Mikrofon, das jedoch eine geringere Audioqualität liefert.
Obendrein lässt sich das Boom-Mikrofon zusätzlich noch zurechtbiegen, sodass es genau vor dem Mund platziert werden kann. Damit wird die Aufnahmequalität verbessert und perfekt an die eigenen Bedürfnisse angepasst.
Einen kleinen Kritikpunkt gibt es hier jedoch zu nennen: Wer wie ich gelegentlich die Mikrofonposition beim Zocken verändern möchte, sollte dies äußerst vorsichtig machen. Denn schon der kleinste Kraftaufwand reicht, um das Mikrofon aus dem Anschluss herauszuziehen. Hier wäre etwas mehr Widerstand sinnvoll gewesen.
Lieferumfang in der Übersicht
Im Lieferumfang ist alles enthalten, was wir von einem Headset dieser Preisklasse erwarten. So gehören nicht nur ein zweiter Akku zum Gesamtpaket, sondern auch ein zweites USB-C-Kabel. Wer möchte, muss also nicht zwingend das Glorious GHS Wireless InfinitePlay Headset im kabellosen Modus nutzen. Stattdessen kann das Kabel direkt an den ebenfalls im Lieferumfang enthaltenen Empfänger angeschlossen werden.
GHS Wireless InfinitePlay von Glorious: Ausstattung und Bedienung
Die Hauptbedienung des On-Ear-Headsets wird über die beiden Drehregler direkt an den Kopfhörern gesteuert. Sobald ich mich in die verschiedenen Funktionen eingelesen hatte, war das wirklich angenehm und funktionierte sogar besser als die klassischen Buttons der Konkurrenz.
Der linke Regler schaltet das Glorious GHS Wireless InfinitePlay ein und aus und regelt außerdem die Lautstärkeverteilung („Chat Mix“). Wer zum Beispiel Musik hört und gleichzeitig über Discord an einem Gespräch teilnimmt, kann hier die Balance zwischen den verschiedenen Audio-Inputs anpassen.
Ein kurzer Druck auf den linken Regler aktiviert zudem eine Stimme, die über den aktuellen Batteriestatus aufklärt. Wird der Regler für mindestens drei Sekunden gedrückt, schaltet sich das Headset ein oder aus.
Der rechte Regler steuert hingegen die Gesamtlautstärke. Die Wiedergabe agiert hier unabhängig vom angeschlossenen System. So lässt sich der Sound also sowohl direkt am Headset als auch zusätzlich über PC, PlayStation und Co. anpassen. Ein kurzer Druck auf den rechten Regler pausiert Medien wie Spotify, Netflix und Co.
Weiterhin gibt es auf der linken Seite einen weiteren Button, der das Mikrofon ein- und ausschaltet, während der Button auf der rechten Seite Bluetooth aktiviert beziehungsweise zwischen Bluetooth und der Funkverbindung wechselt. Das Glorious GHS Wireless InfinitePlays merkt sich dabei, welcher Modus zuletzt aktiv war, und wählt diesen auch bei einem erneuten Einschalten aus.
Die Akkulaufzeit des Glorious GHS Wireless InfinitePlay
Die Laufzeit eines Akkus gibt Glorious mit über 85 Stunden an. Da ein zweiter Akku im Lieferumfang enthalten ist und die Base Station nicht nur als Bindeglied zwischen PC und Headset, sondern auch als Ladestation fungiert, kommt es also nicht zu Engpässen.
Das InfinitePlay im Namen des Gaming-Headsets lässt sich jedoch auf eine weitere Funktion zurückführen. Denn im Headset selbst ist ein weiterer fester Akku verbaut, der als „Guardian Backup“ agieren soll. Ist der Hauptakku leer, so kann der feste Akku das Headset für bis zu drei Stunden mit zusätzlichem Strom versorgen. Wird dann der zweite (und hoffentlich geladene) Akku mit dem leeren Akku getauscht, lädt sich der Guardian-Akku erneut auf.
Somit ist zumindest theoretisch wirklich eine unendliche Spielzeit möglich, denn die drei Stunden an zusätzlicher Akkulaufzeit sollten ausreichen, um eine Chance zum Tausch der beiden austauschbaren Akkus zu finden.
Audioqualität und Mikrofon
Was die Soundqualität anbelangt, hat das Glorious GHS Wireless InfinitePlay positiv überrascht. Höhen, Mitten und Tiefen lassen sich gut voneinander unterscheiden und das gesamte Klangbild ist für alltägliche Aufgaben absolut ausreichend.
Lediglich der Bass könnte für meinen Geschmack noch etwas stärker herausgearbeitet werden. Bei einer reinen Gaming-Nutzung fällt dies zwar nicht negativ auf, doch gerade beim Abspielen von Musik ist dies ein wichtiger Faktor, der durchaus noch Luft nach oben lässt.
CORE-Software ist ein Must-Have
Zwar ist das On-Ear-Headset ein klassisches Plug-and-play-Produkt, das sofort nach dem Einstecken in den PC, die PlayStation oder die Nintendo Switch genutzt werden kann. Doch gerade bei einer Nutzung am Rechner sind die Installation und die Nutzung der kostenlosen CORE-Software von Glorious Pflicht.
Hier lässt sich nicht nur die Lautstärke des Mikrofons noch einmal steigern – was definitiv sinnvoll ist, denn ohne Software-Hilfe fällt diese doch etwas leiser aus – sondern auch den Ladestatus des Akkus sofort einsehen. Außerdem sollte darauf geachtet werden, dass die Environment Noise Cancellation Funktion (ENC) an ist, was die Mikrofonqualität noch einmal merklich verbessert.
Zudem lassen sich bis zu fünf Profile anlegen, die unterschiedliche Konfigurationen speichern. Ich kann hier nur jedem dazu raten, gerade den Equalizer ausführlich zu testen. Hier lassen sich nicht nur Presets für Musik, Gaming und Voice Calls einstellen, sondern sogar spezielle Presets für unterschiedliche Videospiele wie Valorant, EA Sports FC 26 oder Marvel Rivals nutzen. Ebenso ist es auch möglich, zwei eigene Custom-Einstellungen zu nutzen und zu speichern.
Praktisch sind obendrein die Möglichkeiten, Bluetooth per Software dauerhaft auszuschalten oder die „Auto-off“-Funktion zu deaktivieren. Letztere schaltet automatisch das Headset aus, wenn es mindestens 30 Minuten lang nicht genutzt wurde.
Mikrofon
Das eingebaute Mikrofon ist ohne die Boom-Erweiterung zwar dank Software-Hilfe durchaus laut, wirkt jedoch etwas blechern und hohl. Außerdem ist ein klares Rauschen zu hören. Wesentlich besser ist die Qualität, wenn der Boom-Arm richtig eingesetzt und direkt vor dem Mund platziert wurde. Hier überzeugt mich das Glorious GHS Wireless InfinitePlay im Test, denn selbst bei lauteren Hintergrundgeräuschen ist die Qualität dank ENC immer auf einem hohen Niveau.
Das zeigt auch der direkte Vergleich zwischen der Build-in-Version und dem Boom-Mikrofon:
Built-in Mikrofon:
Boom-Mikrofon:
Wer also via Ingame-Chat oder Discord beim Zocken auf das Headset-Mikrofon zurückgreifen möchte, sollte immer den Boom-Arm einsetzen. Denn dann ist die Qualität überzeugend.
Glorious GHS Wireless InfinitePlay im Praxistest
Zum Schluss werfen wir noch einen genaueren Blick auf die Vor- und Nachteile des Glorious GHS Wireless InfinitePlay Headsets in unserem Praxistest. Dabei haben wir das Headset über mehrere Tage hinweg in drei Bereichen eingesetzt: Gaming, Musik & Movies sowie im Office-Einsatz.
Gaming
Eine überzeugende Audioleistung ist gerade in atmosphärischen Videospielen unabdingbar, doch auch in Shootern oder MOBA-Spielen kann ein starker Sound einen wichtigen Vorteil liefern. In unserem Glorious GHS Wireless InfinitePlay Test wurde das Headset deshalb in Counter-Strike 2, in DotA 2, in Deep Rock Galactic sowie in Sea of Thieves und in DOOM: The Dark Ages genutzt.
Hierbei hat das On-Ear-Headset vollkommen überzeugt. Schritte von Gegnern wurden genauso gut übertragen wie die Stimmen der Mitspieler. Auch in lauten und actiongeladenen Situationen kam es zu keinem Übersteuern und in Verbindung mit dem On-Ear-Design blieb der Sound immer klar und immersiv.
Musik & Movies
Etwas anders ist die Qualität in dieser Kategorie: Ohne Einsatz der CORE-Software war der Bass viel zu schwach und selbst mit dem Musik-Preset zeigte sich das Headset bei einigen Titeln wie „Bass Cannon“ von Flux Pavilion oder bei “Can’t Let Go” von Caught A Ghost etwas überfordert.
Hier half es jedoch merklich, eine eigene Einstellung über den nativen Equalizer der CORE-Software zu erstellen und so Bass und Höhen etwas besser herauszuarbeiten. Wer jedoch nicht die Zeit investieren möchte und keine hohen Ansprüche hat, wird trotzdem zufrieden sein. Audiophile Hörer dürften sich jedoch etwas mehr Klarheit wünschen.
Office-Arbeiten
Homeoffice und regelmäßige Online-Meetings gehören immer häufiger zum Alltag. So wurde das Glorious GHS Wireless InfinitePlay auch über Discord und Microsoft Teams getestet.
Hier ist die Qualität absolut zufriedenstellend. Selbst wenn mehrere Stimmen gleichzeitig reden, hat das Headset keine Probleme. Auch die Mikrofonqualität ist absolut stimmig, sodass dieses Produkt auch getrost im Arbeitsalltag genutzt werden kann.
Glorious GHS Wireless InfinitePlay Test: Unser Fazit
In erster Linie ist das GHS Wireless InfinitePlay von Glorious ein Gaming-Headset und kann hier absolut zufriedenstellende Ergebnisse liefern. Wer keine allzu hohen audiophilen Ansprüche setzt, dürfte auch mit der Wiedergabequalität bei Musik und Filmen zufrieden sein. Selbst als Office-Headset erfüllt es seinen Zweck ohne jegliche Makel.
Hinzu kommt ein angenehmer Tragekomfort, der eine Nutzung über mehrere Stunden hinweg ermöglicht. In Kombination mit einer Akkulaufzeit von 85 Stunden und dem eingebauten Zusatzakku, der noch einmal drei Stunden liefert, sind selbst lange Gaming-Sessions absolut kein Problem – ganz im Gegenteil.
Mit einem Preis von über 200 Euro reiht es sich etwa dort ein, wo auch das SteelSeries Arctis Nova 7 Headset anzutreffen ist. Letzteres liefert einen etwas besseren Klang, dafür gefallen Design, Bedienung und die lange Akkulaufzeit beim GHS Wireless InfinitePlay mehr. Für Gaming-Begeisterte ist dieses Headset absolut zu empfehlen.
VORTEILE
- Hoher Tragekomfort
- Kostenlose CORE-Software
- Optionaler Boom-Mikrofonarm
- 2 Akkus mit je 85+ Stunden Laufzeit
- Bluetooth 5.2 & 2.4 Ghz Funkverbindung
NACHTEILE
- CORE-Software ist ein Must-Have
- Musikwiedergabe etwas schwach
Fazit
Das Glorious GHS Wireless InfinitePlay Headset ist ideal für Gamer, die nach einem Headset für 200+ Euro suchen. Abgesehen von einigen kleinen Kritikpunkten konnte das On-Ear-Headset in unserem Test voll überzeugen.