PC- & Konsolen-Peripherie

Havit KB462L im Test – Preiswerte, mechanische Tastatur

Havit ist für sein großes Portfolio an Gaming-Gear bekannt. Neben viel Auswahl ist der Preis der Produkte aber annehmbar und man kann für kleines Geld viel bekommen. So auch bei der Havit KB462L, einer mechanischen Tastatur mit Outemu-Switches. Um den Kunden ein preiswertes Produkt zu bieten, muss irgendwo gespart werden, keine Frage. Wo gespart wurde und ob die Tastatur überhaupt etwas taugt, erfahrt ihr im Test.

Design und Verarbeitung

Die Havit KB462L kommt einem schlichtem Karton bei euch an. Außer des Schriftzugs und ein paar Infos der Tastatur ist dort nichts weiteres zu finden. Mit im Karton liegt ein Tastenabzieher, die abnehmbare Handballenablage und etwas Papierkram.

Durch die vielen Funktionstasten auf der linken Seite ist die Tastatur sehr klobig. Hinzukommen noch weitere Zusatztasten am oberen Rand und die Tasten zur Mediensteuerung. Die Mediensteuerung und die Funktionstasten im oberen Bereich sind etwas angehoben. Getrennt werden sie vom Rest durch eine Leiste mit RGB-Beleuchtung.

Über dem Numpad wird das Havit-Logo mit RGB-Leuchten in Szene gesetzt und ist schon ein kleiner Eye-Catcher. Besonders in Hinblick auf die ansonsten schwarz-silberne Tastatur. RGB-Beleuchtung findet man eigentlich bei jeder Gaming-Tastatur, egal wie viel sie kostet. So auch bei der KB462L von Havit. Die Beleuchtungseffekte sind nicht wirklich der Knaller, es kann aber zumindest zwischen einigen ausgewählt werden, dafür gibt es eine Software.

An sich macht die Tastatur aber keinen hochwertigen Eindruck. Selbst das verwendete Plastik fühlt sich nicht wirklich gut an. Aufgewertet wird das Gesamtbild durch silberne Zierleisten auf beiden Seiten. Hochwertiger als der Rest fühlen sich zumindest die Keycaps an.

Tasten und Ausstattung

Die KB462L verfügt 120 Tasten, die auf Outemu-Switches sitzen. Diese sind vergleichbar mit den Cherry MX Blue, also ein günstigere Alternative. Die Outemus haben einen klar spürbaren Schaltpunkt und brauchen auch in etwa 60 Gramm um betätigt zu werden. Und außerdem gibt es ein sehr gut hörbares, akkustisches Feedback – KLICK! In Sachen Qualität können wir uns bei so einem Test eher nicht äußern, da die Switches erst nach viel mehr Anschlägen erste Abnutzungserscheinungen zeigen würden.

Zu den 120 Tasten zählen auch die zusätzlichen Funktionstasten von G1 bis G6, die frei belegt werden können. Auch sie sitzen auf den Outemu-Switches und haben somit denselben Anschlag. Wie die Tasten zu belegen sind, klären wir, sobald es um die Software geht.

Obendrauf gibt es auch noch weitere Funktionstasten, die sich links über den F-Tasten befinden. Auch sie können frei konfiguriert werden, sind aber etwas schwerer zu erreichen, um sie auch sinnvoll im Gaming unterzubringen. Die Tasten liegen nämlich nicht auf den Switches wie die anderen Tasten und sind dadurch viel niedriger in ihrer Position. Für Shortcuts um Programme aufzurufen, oder um beispielsweise ein anderes Profil für die Tastatur zu wählen, reichen sie aber vollkommen aus.

Was bei der KB462L von Havit nicht fehlt, sind die Multimediatasten. Sie sind über dem Num-Block zu finden und verfügen über die Standardfunktionen: Stop, Song/Titel zurück, Start/Pause, Song/Titel weiter. Für die Lautstärkensteuerung ist ein großzügiges Rad angebracht. Ein Rasterung ist klar zu spüren, sodass die Lautstärke präzise eingestellt werden kann.

Mit einer Abmessung von 487 x 228 x 37 Millimetern ist die KB462L ein richtiger Klotz, der durch die Handballenablage sogar noch großer wird. Ausreichend Platz vor dem Monitor solltet ihr also mitbringen, wenn ihr euch für diese Tastatur entscheidet. Mit 1,5 Metern ist das stoffummantelte Kabel lang genug für Standard-Schreibtischkonfigurationen. Auf der Rückseite der Tastatur finden wir außerdem noch zwei USB-2.0-Anschlüsse. USB-Sticks wurden reibungslos erkannt, genau wie der Empfänger für die Logitech G Pro Wireless. Über Schreibraten brauchen wir uns hier sicher nicht unterhalten, aber wir können sagen: Die Anschlüsse funktionieren.

Software

Alleine schon der Name der Software war etwas verwunderlich nach der Installation. „Havit KB378L Gaming Keyboard“ steht unter dem Icon auf dem Desktop. Aber ja, es ist tatsächlich die Software für unsere KB462L, denn nach dem Öffnen wird das Layout eben jener Tastatur gezeigt. Da hat wohl jemand vergessen beim Packen des Setups den Namen zu ändern.

Gut, sei es drum. Die Software selbst ist leider auch kein Augenschmaus. Sieht alles aus, als ob es schnell zusammengeschustert wurde. Funktioniert sie denn zumindest? Ja, sie funktioniert, auch wenn alles nicht so intuitiv klappt, wie man es gewohnt sein könnte. Ihr könnt bis zu drei Profile verwalten. Wichtig ist, dass das aktive Profil ist rot hinterlegt ist. Das aktive Profil kann nicht bearbeitet werden. Profil wechseln und „Ok“ drücken, zack die Software schließt sich von alleine, aber das Profil ist aktiv. Gut, wir merken uns also, sind wir nicht fertig, wird nur auf „Apply“ gedrückt.

Für Individualisten lohnt sich die Tastatur, wirklich jede Taste kann frei belegt werden mit Funktionen und Makros. Und das funktioniert sogar. Bemängeln müssen wir leider, dass es nur drei Profile gibt. Um diese zu wechseln, muss die Software gestartet und das Profil gewählt werden. Eine Funktionstaste können wir dafür leider nicht hinterlegen.

Neben den Tasten kann auch die RGB-Beleuchtung konfiguriert werden. Wir können nur zwischen vorgefertigten Effekten wählen und dort die Helligkeit, Geschwindigkeit und gegebenenfalls auch noch die Laufrichtung einstellen. Soll die Tastatur konstant in einer Farbe leuchten, können wir auch diese noch anpassen, aber nur für alle Tasten auf ein mal. Nur einen bestimmten Bereich leuchten zu lassen oder bestimmte Tasten funktioniert nicht.

Fazit zur Havit KB462L

Die Havit KB462L ist besonders durch ihren Preis eine interessante, mechanische Tastatur. Auch die Anzahl der Features und die Individualisierbarkeit dieser kann überzeugen. Das eine Ähnlichkeit im Tippgefühl der Outemu-Switches zu den Cherry MX Blue vorhanden ist, können wir nicht bestreiten. Für Vielschreiber und Langzeitzocker ist sie unserer Meinung nach geeignet.

Klare Abzüge müssen wir aber für die Software geben. Das was sie können soll, kann sie. Makros, Profile und Beleuchtung verwalten funktioniert. Sie sieht aber so aus, als ob da noch schnell etwas zusammen gehauen werden musste.

Die Verarbeitung der Tastatur ist sehr gut. Nichts klappert oder klemmt. Einzig und alleine die verwendeten Materialien lassen etwas zu wünschen übrig. Durch die Haptik fühlt sich die Tastatur sehr billig an. Und auch die Optik macht das Gesamtbild nicht besser.

Havit KB462L Gaming Keyboard

Verarbeitung
Ausstattung
Ergonomie
Software
Preis-Leistungs-Verhältnis

In Ordnung, Software funktioniert

Die KB462L von Havit zeichnet sich durch den guten Preis und die Switches aus. Software und Material sind hingegen billig.

Lukas Heinrichs

Mitgründer von Basic-Tutorials.de und leidenschaftlicher Zocker und zusätzlich noch Redakteur für den Blog, hält mich meistens mein Arbeitsleben von Unmengen an Artikel ab.

Ähnliche Artikel

Neue Antworten laden...

Lukas

Administrator

468 Beiträge 50 Likes

Havit ist für sein großes Portfolio an Gaming-Gear bekannt. Neben viel Auswahl ist der Preis der Produkte aber annehmbar und man kann für kleines Geld viel bekommen. So auch bei der Havit KB462L, einer mechanischen Tastatur mit Outemu-Switches. Um den Kunden ein preiswertes Produkt zu bieten, muss irgendwo gespart werden, keine Frage. Wo gespart wurde und ob die Tastatur überhaupt etwas taugt, erfahrt ihr im Test.
Design und Verarbeitung
Die Havit KB462L kommt einem schlichtem Karton bei euch an. Außer des Schriftzugs und ein paar Infos der Tastatur ist dort nichts weiteres zu finden. Mit im Karton liegt ein Tastenabzieher, die abnehmbare Handballenablage und etwas Papierkram.

Durch die vielen Funktionstasten auf der linken Seite ist die Tastatur sehr klobig. Hinzukommen noch...

Weiterlesen...

Antworten 1 Like

Zum Ausklappen klicken...
Schaltfläche "Zurück zum Anfang"