PC- & Konsolen-Peripherie

Keychron M3 Mini Test: Diese günstige Gaming-Maus hat kaum Schwächen

Eine hochwertige und stark ausgestattete Gaming-Maus gibt’s nicht für weniger als 100 Euro. Oder etwa doch? Das wollen uns zumindest verschiedene Peripherie-Hersteller glauben lassen. Ausgerechnet Hersteller Keychron, bekannt für seine hochwertigen (und teuren) mechanischen Tastaturen wie die Q3 (unser Test), beweist das Gegenteil. Im Keychron M3 Mini Test verrate ich dir, was die kabellose Gaming-Maus für rund 50 Euro auf dem Kasten hat.

Technische Daten

Produkt M3 Mini
Anschluss kabellos (2,4 GHz Funk; Bluetooth 5.1 LE); kabelgebunden
Kabel Paracord; 2 Meter
Sensor PixArt PMW3395
DPI 100 – 26.000 mit 100 DPI-Schritten, 650 IPS und 50 G Beschleunigung
Switches mechanisch, 80 Mio. Klicks
Tasten 7 Tasten; 5 davon programmierbar
Besonderheiten 1.000 Hz Polling-Rate; fünf integrierte Profile
Form symmetrisch, Tastenanordnung für Rechtshänder
Materialien Kunststoff, Gummi, Gleitfüße aus PTFE
Größe 119,9 mm x 65,3 mm x 38,9 mm (Länge x Breite x Höhe)
Gewicht 56 g
Farben Schwarz; Weiß
Lieferumfang Keychron M3 Mini, Anleitung, USB-C- auf USB-C-Kabel, USB-C-Receiver, USB-A-Receiver, Adapter, Extension Adapter
Preis Preis nicht verfügbar * (49,00 € beim Hersteller)
Keychron Keychron M3 Mini Wireless Optische Maus,
Dieses Produkt ist nicht verfügbar.

Keychron M3 Mini Test: Design und Verarbeitung

Ich habe in den letzten Jahren etliche Mäuse in den Fingern gehabt. Von günstigen 30-Euro-Nagern die nicht nur so aussehen, als würden sie gleich auseinanderfallen, sondern sich auch so anfühlen, bis hin zu Gaming-Mäusen, die an der 200-Euro-Marke knabbern.

Die Keychron M3 Mini sieht aus und fühlt sich an wie eine Maus aus dem oberen Preissegment. Kostet dabei aber gerade mal 50 Euro. Wie also kann das sein? Und wo liegen die versteckten Schwächen? Nun: Dazu komme ich noch.

Beginnen wir aber erst einmal bei Lieferumfang und Design. Im schwarzen Karton der M3 Mini findet sich einiges an Zubehör. Da ist natürlich die Maus selbst (klar). Und die obligatorische Anleitung, hier in englischer und chinesischer Sprache, darf natürlich auch nicht fehlen.

Keychron M3 Mini
Löblich: Keychron legt der Maus USB-A- und USB-C-Receiver bei.

Ergänzt wird das Ganze um ein stoffummanteltes und sehr flexibles USB-C- auf USB-C-Kabel mit einer Länge von zwei Metern, sowie gleich zwei Wireless-Receiver:

Einen samt USB-C-Port, einen für USB-A. Und als wäre das noch nicht genug, legt Keychron auch noch die passenden Adapter bei, um das Kabel auf USB-A umzumodeln oder die Reichweite mittels Extension Adapter etwas zu erhöhen. Sehr löblich.

Keychron M3 Mini Test: Edles Design trifft hochwertige Verarbeitung

  • schlichtes, ansprechendes Design
  • angenehm grffige Seiten und Oberfläche
  • kompakte Größe; niedriges Gewicht

Auf den ersten Blick ist die Keychron M3 Mini eine typische, leichte Gaming-Maus mit geschlossenem Gehäuse. Rein optisch bietet der Nager kaum nennenswerte Alleinstellungsmerkmale.

So setzt die Maus auf eine symmetrische Form und richtet sich damit an Links- und Rechtshänder. Im Gegensatz zur Corsair M75 und M75 Wireless (unser Test) befinden sich die Zusatztasten, zwei an der Zahl, wie bei den meisten anderen Gaming-Mäusen ausschließlich gut erreichbar an der linken Seite.

Wo wir schon bei den Seiten sind. Hier findet sich, sowohl links als auch rechts, eine griffe Maserung, die die Hand auch bei schnellen Bewegungen sicher in der Hand hält. Gefällt mir ausgesprochen gut.

Oben finden wir zwischen den beiden Primärtasten das Mausrad, das im Falle der weißen M3 Mini schwarz abgesetzt einen schicken Akzent setzt und ebenfalls angenehm griffig daherkommt. Im Vergleich zu vielen anderen Gaming-Mäusen ist es etwas schwergängiger, was ich jedoch als angenehm empfinde.

Eine Status-LED unterhalb des Srollrades informiert beispielsweise über den Ladestand des Akkus sowie den ausgewählten Betriebsmodus.

Eine RGB-Beleuchtung bietet die M3 Mini hingegen nicht. Wer darauf Wert legt, geht jedoch nicht leer aus: Für denselben Preis bietet der Hersteller auch die etwas größere und mit 79 Gramm auch schwerere M3 an, die zusätzlich in zwei Zonen bunt beleuchtet werden kann.

Die M3 Mini hingegen bringt lediglich 56 Gramm auf die Waage und ist damit leichter als die Logitech G Pro X Superlight 2, die ich für den Vergleich herangezogen habe. Gleichzeitig ist das Keychron-Modell auch kürzer und flacher und eignet sich so hervorragend für kleine bis mittelgroße Hände. Hier liegt sie in meinen Augen sehr angenehm in der Hand.

Keychron M3 Mini vs Logitech G Pro X Superlight 2
Die Keychron M3 Mini (links) ist nochmal spürbar kleiner und leichter als die Logitech G Pro X Superlight 2 (rechts).

Auch hinsichtlich der Verarbeitungsqualität hat die M3 Mini in meinen Augen die Nase vorn, denn der Hersteller setzt auf ein sehr griffiges und haptisch überzeugendes ABS-Gehäuse, das sich sehr hochwertig anfühlt.

Einstellbar an der Unterseite

  • Knöpfe für DPI und Polling-Rate an der Unterseite
  • 2,4-GHz-Funk- und Bluetooth-Modus
  • Gute Gleitfüße, die nicht ganz mit teurerer Konkurrenz mithalten können

Ein weiterer Punkt, den ich an der Keychron M3 Mini sehr spannend und gelungen finde, ist die Unterseite. Okay, die ist an sich erstmal nicht so spannend, wohl aber die Knöpfe und Schalter, die sich dort finden lassen.

Oberhalb des Sensors finden sich die Bedienelemente. In der Mitte sitzt der Schalter, mit dem man die Maus an- und ausschaltet, sowie zwischen 2,4-GHz-Funk- und Bluetooth-Modus hin- und herschaltet. Links davon befindet sich der DPI-Button, mit dem ich schnell zwischen fünf vordefinierten Stufen hin- und herwechseln kann. Das kann wir in der Form auch von anderen Mäusen.

Allerdings erlaubt es die M3 Mini auch, die Polling-Rate direkt am Nager und ganz ohne Software einzustellen. Hierfür ist der rechte Button an der Unterseite zuständig. Diese lässt sich in drei Stufen zwischen 125 Hz, 500 Hz oder 1.000 Hz anpassen.

Sollte dir das nicht reichen, so gibt es auch hier die passende Option bei Keychron. Denn sowohl die M3 als auch die M3 Mini gibt es wahlweise als 4K-Variante, bei der die Abtastrate im Funk-Modus auf bis zu 4.000 Hz justiert werden kann. Einen entsprechend schnellen Receiver liefert der Hersteller hierbei im Tastatur-Look mit.

Natürlich ist die Keychron M3 Mini aber nicht perfekt. Wenn ich etwas kritisieren müsste, dann wären es die PTFE-Gleitfüße – ein großer an der Oberseite, einer um den Sensor herum, sowie zwei kleinere am unteren Rand.

Keychron M3 Mini
Die Verarbeitung muss sich auch hinter 3x so teuren Mäusen nicht verstecken.

Diese sorgen zwar für gute Gleiteigenschaften, teurere Nager wie eine Razer Cobra Pro (unser Test) oder die bereits angesprochenen Alternativen flutschen allerdings nochmal etwas fluffiger über Mauspads. Auf einem glatten Tisch hat die M3 Mini im Vergleich zum Logitech G-Modell hingegen sogar leicht die Nase vorn.

Sensor- und Praxistest

  • hochpräziser und schneller Sensor
  • 26.000 DPI bei 650 IPS und 50G
  • langlebige mechanische Schalter

Auch in der Praxis hat mich die Keychron M3 Mini auf ganzer Linie überzeugt und mich verwundert zurückgelassen, wie dieses Paket nur 50 Euro kosten kann.

Beim Sensor setzt der Hersteller auf den PAW3395 von PixArt, den wir bereits aus vielen hochwertigen Gaming-Mäusen kennen. Er erreicht eine Auflösung von bis zu 26.000 DPI bei einer Tracking-Geschwindigkeit von 650 IPS und einer Beschleunigung von 50G. Die Lift-off-Distanz kann auf Wunsch in der Software zwischen 1,0 mm und 2,0 mm angepasst werden.

Entsprechend sind die Tracking-Genauigkeit und -Geschwindigkeit hervorragend und setzten im Rahmen meines Tests selbst die schnellsten Bewegungen tadellos und sehr präzise um.

Aufgrund der kompakten Bauweise fühlt sich die Keychron M3 Mini natürlich vor allem im Fingertip-Griff zu Hause. Allerdings lässt sie sich auch sehr gut mit dem Claw Grip und dem Palm Grip nutzen.

Die beiden Primärtasten lösen sehr präzise und mit einem angenehmen Klick-Geräusch aus. Keychron verbaut hier recht günstige Huano Blue Shell Pink Dot-Switches, die einen tadellosen Job verrichten und auf 80 Millionen Klicks ausgelegt sind.

Bei der größeren M3 kommen hingegen die etwas hochwertigeren Kailh G Master 8.0 Micro-Switches zum Einsatz. Schade, dass diese nicht auch bei der M3 Mini Verwendung finden.

Ansonsten liefert sich die Keychron M3 Mini im Praxistest keinerlei Patzer. Beim Tracking, den Bewegungen und der allgemeinen Performance habe ich keinerlei Unterschied zu deutlich teureren Gaming-Mäusen feststellen können. Top!

Pluspunkte gibt es natürlich auch für die Konnektivität. Denn die Maus lässt sich sowohl per USB-Dongle mit PC, Notebook und Co koppeln, als auch via Bluetooth mit besagten Geräten, aber auch mit Smartphone, Tablet und mehr verwenden. Natürlich ist auch eine kabelgebundene Nutzung möglich.

Akkulaufzeit der Keychron M3 Mini

  • satte 70 Stunden Laufzeit
  • Ladezeit von zwei Stunden
  • Akku-LED schwer erkennbar

Unter dem kompakten Body der Keychron M3 Mini sitzt ein 600 mAh großer Akku, der laut Angabe des Herstellers bis zu 70 Stunden lang durchhalten soll. Das kann ich in der Praxis so auch bestätigten, und zwar bei 1.000 Hz Abtastrate im latenzfreien Funk-Betrieb.

Via Bluetooth dürfte, auch dank niedrigerer Polling-Rate, sogar nochmal mehr drin sein. Neigt sich der Akku dem Ende entgegen, informiert die Status-LED an der Oberseite mit einem roten Blinken, dass es doch langsam Zeit wird, die Strippe anzuschließen. Das ist aufgrund des kleinen LED-Lochs aber recht schwer zu erkennen.

Keychron M3 Mini Akkulaufzeit
70 Stunden Akkulaufzeit sind klasse. Nur die Status-LED dürfte etwas größer sein.

Die Ladezeit liegt mit 2 Stunden von 0 auf 100 Prozent auf einem üblichen Niveau, eine Corsair M75 Wireless schafft das aber eben auch in nur 75 Minuten. Fast Charge oder sonstige Späße gibt es leider nicht, dafür lässt dich die M3 Mini problemlos weiterverwenden, wenn das Ladekabel angeschlossen ist.

App-Anbindung: Keychron Engine

  • Auch tadellos ohne App verwendbar
  • übersichtliche App; nur in englischer Sprache
  • Umständliche Firmware-Updates

Das Schöne an der Keychron M3 Mini ist, dass sich die Maus für die meisten Nutzerinnen und Nutzer auch gänzlich ohne Software verwenden lässt. Immerhin können Auflösung, Polling-Rate und Verbindung direkt an der Maus eingestellt werden. Zumindest bis zu einem gewissen Punkt.

Wer jedoch mehr als die maximal eingestellten 5.000 DPI wünscht oder mehr einstellen möchte, der greift zur kostenlosen Keychron Engine-Software, die aktuell für Windows und macOS zum Download angeboten wird.

Damit ist es möglich, fünf Profile im Onboard-Speicher abzulegen und diese bis ins Detail anzupassen. Hier bleiben hinsichtlich des Funktionsumfangs eigentlich keine Wünsche offen.

Sämtliche tasten lassen sich auf Wunsch umbelegen und beispielsweise mit Multimedia-Funktionen, System-Shortcuts oder Tastatur-Befehlen belegen. Die fünf DPI-Stufen können zwischen 100 DPI und 26.000 DPI frei angepasst werden, wenn auch nur in 100-DPI-Schritten (andere Mäuse erlauben hier Anpassungen im 1-DPI-Bereich).

Auch Makros können gespeichert und sogar importiert beziehungsweise exportiert werden, während in den Mauseinstellungen Lift Off Distanz, Verhalten des Sensors, Debounce Time und vieles mehr einstellbar sind.

Etwas schade: Firmware-Updates von Maus und Empfänger lassen sich nicht direkt über die App anstoßen. Hier ist nur die aktuell installierte Version nachlesbar.

Für Aktualisierungen wird der separat angebotene Firmware Updater samt passender Software-Updates benötigt, was die ganze Sache etwas umständlicher macht als eigentlich nötig. Das ist immer noch deutlich simpler als bei den Tastaturen des Herstellers, hier besteht aber dringend Verbesserungsbedarf.

Keychron M3 Mini Test: Fazit

Nachdem ich die Keychron M3 Mini nun gut eine Woche lang täglich im Betrieb hatte, stellt sich für mich exakt eine Frage: Warum sollte ich jemals wieder mehr Geld für eine Gaming-Maus ausgeben?

Keychron war ja in der Vergangenheit für vieles bekannt, ein ansprechender Preis gehörte jedoch nicht unbedingt dazu. Das ändert sich mit der M3 Mini, denn eine Gaming-Maus mit mehr Leistung zu einem ähnlichen Preis dürfe sehr schwer zu finden sein.

Sie bietet eine Performance, die der deutlich teurerer Alternativen mindestens ebenbürtig ist, ein schlichtes aber edles Design und eine tadellose Verarbeitungsqualität. Für gerade einmal rund 50 Euro.

Inklusive dreifacher Konnektivität, einem USB-A- und einem USB-C-Receiver samt Adaptern und der praktischen Möglichkeit, das Teil weitestgehend ohne Software nutzen zu können. Selbst bei der Akkulaufzeit müssen keine Kompromisse gemacht werden.

Ist die Keychron M3 Mini damit die perfekte Gaming-Maus? Keineswegs. Die PTFE-Gleitfüße teurerer Exemplare bieten bessere Eigenschaften, andere lassen sich hinsichtlich der Auflösung noch detaillierter einstellen und eine RGB-Beleuchtung gibt es nicht (wohl aber in einer anderen, schwereren Ausführung).

Aber ganz ehrlich? Das dürfte 9 von 10 Spielerinnen und Spieler nur bedingt bis gar nicht jucken. Für den aufgerufenen Preis ist die Keychron M3 Mini ziemlich beeindruckend aufgestellt und ihr Geld allemal wert.

Keychron M3 Mini Test: Gold Award

Keychron M3 Mini

Verarbeitung
Ausstattung
Ergonomie
Software
Preis-Leistungs-Verhältnis

94/100

Die Keychron M3 Mini punktet mit einem unvergleichlichen Preis-Leistungs-Verhältnis. Eine Top-Ausstattung für rund 50 Euro - das wird schwer zu schlagen sein. Die wenigen Kritikpunkte fallen dabei kaum ins Gewicht.

Keychron Keychron M3 Mini Wireless Optische Maus,
Dieses Produkt ist nicht verfügbar.

Philipp Briel

Ich bin leidenschaftlicher Gamer seit meiner frühen Kindheit und habe neben dem PC nahezu jede Spielekonsole bereits besessen. Auch Technik begeistert mich, vor allem brenne ich für Peripherie, PCs, Notebooks und Gadgets.

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