Nachdem wir mit der Kingston XS1000 (unser Test) und der XS2000 (unser Test) bereits zwei externe Speichermedien in Form von SSDs des Herstellers testen konnten, folgt nun ein Test des IronKey Keypad 200, eines USB-Sticks. Der USB-Stick bietet Übertragungsraten von bis zu 145 MB/s beim Lesen und 115 MB/s beim Schreiben. Die Besonderheit des USB-Sticks ist jedoch nicht seine Geschwindigkeit, sondern seine Sicherheitsfunktionen. Er bietet eine betriebssystemunabhängige hardwarebasierte Verschlüsselung mit PIN-Freigabe. Der USB-Stick ist mit einer Kapazität von 16 bis 512 GB und sowohl mit einem USB-Anschluss vom Typ-A als auch vom Typ-C erhältlich. Im folgenden Test sehen wir uns das 64 GB-Modell des Kingston IronKey Keypad 200 mit mit USB-Anschluss vom Typ-A genauer an.
Technische Daten des Kingston IronKey Keypad 200
| Kapazität | 64 GB |
| Schnittstelle | USB 3.2 Gen 1 (Typ-A) |
| Max. Lese-/Schreibgeschwindigkeit (MB/s) | 145/115MB |
| Betriebstemperatur | 0 °C – 50 °C |
| Besonderheiten | IP68-Zertifizierung, betriebssystemunabhängige hardwarebasierte XTS-AES-256-Bit-Verschlüsselung, PIN-Freigabe, FIPS 140-3 Level 3-Zertifizierung |
| Abmessungen | mit Kappe: 80 x 20 x 11 mm ohne Kappe: 78 x 18 x 8 mm |
| Gewicht | mit Kappe: 26 g ohne Kappe: 17 g |
| Garantie | 3 Jahre eingeschränkte Garantie |
| Preis | € 165,54 * |
Der Kingston IronKey Keypad 200 (Link zum Hersteller) setzt auf USB 3.2 Gen 1. Die Übertragungsraten betragen bis zu 280 MB/s beim Lesen und 200 MB/s beim Schreiben für das 512 GB-Modell mit Typ-A und die 64-512 GB-Modelle mit Typ-C. Die Übertragungsraten der anderen Modelle betragen bis zu 145 MB/s beim Lesen und 115 MB/s beim Schreiben.
Als Alternative mit höherer Kapazität bietet Kingston die IronKey Vault Privacy 80 External SSD (Link zum Hersteller) an. Die Übertragungsraten der IronKey Vault Privacy 80 betragen bis zu 250 MB/s beim Lesen und 250 MB/s beim Schreiben. Die externe SSD ist mit einer Kapazität von 960 GB bis 7,68 TB erhältlich.
Die Garantiedauer des Kingston IronKey Keypad 200 beträgt 3 Jahre. Außerdem ist ein kostenloser technischer Support enthalten.
Lieferumfang
Der Kingston IronKey Keypad 200 wird in einer kompakten Sichtverpackung geliefert. Der USB-Stick mit seiner Tastatur und seine Kappe sind gut sichtbar. Auf der Vorderseite befinden sich Angaben zur Kapazität und Informationen zu den Sicherheitsfunktionen. Auf der Rückseite befinden sich weitere Informationen zur PIN-Freigabe.
Die Sichtverpackung enthält lediglich den USB-Stick und seine Kappe.
Design und Verarbeitung
Der Kingston IronKey Keypad 200 ist ausschließlich in der Farbe Metallicblau erhältlich. Das Gehäuse des USB-Sticks hat mit Kappe eine Grundfläche von 80 x 20 mm und eine Höhe von 11 mm. Das Gewicht des USB-Sticks beträgt mit Kappe 26 g.
Das Gehäuse des IronKey Keypad 200 und seine Kappe sind aus Aluminium gefertigt. Die Enden des USB-Sticks und der Kappe sind aus schwarzem Kunststoff gefertigt. Die metallicblauen Seiten des Gehäuses und der Kappe sind eher glatt und glänzend. Auf der Oberseite des USB-Sticks befinden sich eine alphanumerische Tastatur und drei LEDs. Die Tastatur ist polymerbeschichtet und wird für die PIN-Freigabe benötigt, die LEDs signalisieren unter anderem den Status der Verschlüsselung. Auf der Unterseite des USB-Sticks befinden sich Angaben zum Modell und zur Kapazität. Am Ende befindet sich zudem ein flexibler Ring, mit dem der USB-Stick beispielsweise an einem Schlüsselanhänger befestigt werden kann.
Der Kingston IronKey Keypad 200 bietet mit Kappe einen IP68-Schutz gegen Staub und Untertauchen in Wasser. Das heißt, dass der USB-Stick vollständig vor Berührung und Staubeintritt sowie gegen dauerhaftes Untertauchen in Wasser mit bis zu 1 m Wassertiefe geschützt ist.
Die Material- und Verarbeitungsqualität des IronKey Keypad 200 sind sehr gut. Das Gehäuse und die Kappe hinterlassen einen sehr guten Eindruck und weisen keine Mängel auf. Die Kappe ist sehr fest auf dem USB-Stick und schützt diesen mit Hilfe einer Gummidichtung zuverlässig vor Wasser.
Praxistest des Kingston IronKey Keypad 200
Im ersten Teil des Praxistests gehen wir auf die Performance des Kingston IronKey Keypad 200 ein. Um die Performance zu ermitteln, verwenden wir, wie aus den SSD-Tests gewohnt, die Benchmarks der Tools AS SSD, CrystalDiskMark, ATTO Disk und HD Tune Pro. Im zweiten Teil gehen wir ausführlich auf die Sicherheitsfunktionen ein.
Performancetest
Der Kingston IronKey Keypad 200 erreicht im Seq-Test des AS SSD Benchmark 162,88 MB/s beim Lesen und 136,80 MB/s beim Schreiben. Die Ergebnisse liegen damit 18 MB/s (~12 %) bzw. 22 MB/s (~19 %) über den Herstellerangaben. Im 4K-Test erreicht der USB-Stick 14,64 MB/s beim Lesen und 14,86 MB/s beim Schreiben. Aufgrund fehlender Vergleichswerte anderer USB-Sticks mit hardwarebasierter Verschlüsselung ist eine Einordnung der Performance hier nicht möglich. Beim Benchmark-Score erreicht der IronKey Keypad 200 120 Punkte, beim Kopierbenchmark erreicht der USB-Stick 131,97 MB/s (ISO), 72,67 MB/s Programm bzw. 113,10 MB/s (Spiel).
Im CrystalDiskMark erreicht der Kingston IronKey Keypad 200 171,06 MB/s beim sequenziellen Lesen und 142,09 MB/s beim sequenziellen Schreiben. Die Ergebnisse liegen damit 26 MB/s (~18 %) bzw. 27 MB/s (~23 %) über den Herstellerangaben. Im 4K-Test erreicht der IronKey Keypad 200 18,44 MB/s beim Lesen und 16,12 MB/s beim Schreiben. Aufgrund fehlender Vergleichswerte anderer USB-Sticks ist eine Einordnung der Performance auch hier nicht möglich.
Im ATTO-Benchmark erreicht der USB-Stick bis zu ~144 MB/s beim Lesen und 168 MB/s beim Schreiben. Im HD Tune-Benchmark erreicht er 137,30 MB/s.
Die technischen Daten deuten bereits darauf hin, dass die Performance des Kingston IronKey Keypad 200 aufgrund der Echtzeitverschlüsselung der Daten eher gering ist. Die Ergebnisse des Performancetests bestätigen dies, wobei die Herstellerangaben erreicht bzw. sogar übertroffen werden. Wie anfangs erwähnt, sind die Besonderheiten dieses USB-Sticks jedoch nicht seine Geschwindigkeit, sondern seine Sicherheitsfunktionen. Wer lediglich einen schnellen externen Speicher sucht, für den können die Kingston XS1000, XS2000 oder auch die Dual Portable SSD (Link zum Hersteller) ohne hardwarebasierte Verschlüsselung eine bessere Alternative sein.
Sicherheitsfunktionen
Wie anfangs erwähnt, bietet der Kingston IronKey Keypad 200 eine betriebssystemunabhängige hardwarebasierte Verschlüsselung. Da keine zusätzliche Software notwendig ist, werden viele Betriebs- und Datensysteme unterstützt. Kingston nennt Microsoft Windows, macOS, Linux, ChromeOS, Android 5 sowie jedes System, das ein USB-Massenspeichergerät unterstützt, als kompatibel. Die Daten werden hardwarebasiert automatisch mit XTS-AES-256-Bit verschlüsselt.
Die Freigabe erfolgt durch die Eingabe einer PIN. Die Eingabe der PIN erfolgt bereits vor dem Einstecken, ein integrierter Akku versorgt den IronKey Keypad 200 mit Strom. Nach Eingabe der PIN ist der USB-Stick für 30 Sekunden entsperrt, wird er innerhalb dieser Zeit nicht eingesteckt, wird er wieder gesperrt. Die Tastatur ist polymerbeschichtet, wodurch die Tasten geschützt und Fingerabdrücke und eine sichtbare Abnutzung der Tasten vermieden werden sollen. Der Druckpunkt der Tasten ist sehr gut.
Die Einrichtung gestaltet sich einfach. Vor der Ersten Verwendung muss man eine PIN (Admin-PIN) festlegen. Dazu muss man zweimal eine 8-15-stellige PIN eingeben und diese mit zweimal Schlüsseltaste drücken bestätigen. Anschließend wird der IronKey Keypad 200 mit einmal Schlüsseltaste drücken, PIN eingeben und noch einmal Schlüsseltaste drücken entsperrt (Kurzanleitung, Link zum Hersteller).
Insgesamt können eine Admin-PIN und bis zu 10 Benutzer-PINs festgelegt werden. Der Administrator kann bspw. eine Benutzer-PIN wiederherstellen, wenn die Benutzer-PIN zehnmal hintereinander falsch eingegeben und der USB-Stick anschließend gesperrt wurde. Wenn die Admin-PIN zehnmal hintereinander falsch eingegeben wird (bzw. die Benutzer-PIN zehnmal und anschließend die Admin-PIN zehnmal), wird der USB-Stick nicht einfach gesperrt, sondern ein Brute-Force-Angriffsschutz zerstört die gespeicherten Daten kryptografisch und setzt den USB-Stick anschließend auf den Werkszustand zurück. Darüber hinaus bietet der IronKey Keypad 200 zwei Stufen von Schreibschutz-Modi für den Admin und die Benutzer, die die gespeicherten Daten bspw. vor Malware schützen sollen.
Zusätzlich wird wird auch ein zerstörungsfreier Zugriff auf die elektronischen Bauteile durch Epoxidharz im Inneren des USB-Sticks verhindert.
Kingston IronKey Keypad 200 Test: Fazit
Der Kingston IronKey Keypad 200 überzeugt im Test durch seine umfangreichen Sicherheitsfunktionen. Der USB-Stick bietet eine hardwarebasierte Verschlüsselung mit PIN-Freigabe über eine alphanumerische Tastatur. Wird die Admin-PIN zehnmal hintereinander falsch eingegeben, werden die gespeicherten Daten kryptografisch zerstört und der USB-Stick auf den Werkszustand zurückgesetzt. Zusätzlich wird auch ein zerstörungsfreier Zugriff auf die elektronischen Bauteile verhindert. Die Einrichtung und die Verwendung des USB-Sticks gestalten sich einfach. Darüber hinaus überzeugen auch die Material- und Verarbeitungsqualität des IronKey Keypad 200.
Die Performance des IronKey Keypad 200 ist aufgrund der Echtzeitverschlüsselung der Daten eher gering. Die Herstellerangaben werden erreicht bzw. sogar übertroffen. Aufgrund fehlender Vergleichswerte anderer USB-Sticks mit hardwarebasierter Verschlüsselung ist eine Einordnung der Performance hier nicht möglich.
Das 64 GB-Modell des Kingston IronKey Keypad 200 ist sowohl mit einem USB-Anschluss vom Typ-A als auch vom Typ-C derzeit für 155 € erhältlich (Stand 17.05.2026). Der Preis ist für einen USB-Stick mit einer Kapazität von 64 GB sehr hoch, aufgrund der Sicherheitsfunktionen jedoch gerechtfertigt, sofern man diese hohen Sicherheitsstandards benötigt. Andere USB-Sticks mit hardwarebasierter Verschlüsselung wie der Kingston IronKey Locker+ 50 G2 (Link zum Hersteller) sind für 60 € zu haben und können eine Alternative sein, wenn geringere Sicherheitsstandards ausreichen und die PIN-Freigabe nicht direkt über den USB-Stick erfolgen muss.
VORTEILE
- betriebssystemunabhängige hardwarebasierte Verschlüsselung
- PIN-Freigabe über alphanumerische Tastatur
- einfache Einrichtung
- sehr gute Material- und Verarbeitungsqualität
NACHTEILE
- sehr hoher Preis
Fazit
Der Kingston IronKey Keypad 200 bietet umfangreiche Sicherheitsfunktionen wie eine eine hardwarebasierte Verschlüsselung mit PIN-Freigabe. Die Performance des USB-Sticks ist aufgrund der Echtzeitverschlüsselung der Daten eher gering, wobei die Herstellerangaben erreicht bzw. sogar übertroffen werden. Der Preis ist sehr hoch, aufgrund der Sicherheitsfunktionen jedoch gerechtfertigt,