LC-Power LC-M27QO im Test: Weißer QD-OLED-Gaming-Monitor mit 240 Hz und 0,03 ms

Philipp Briel
Philipp Briel · 10 Min. Lesezeit
LC-Power LC-M27QO

Weiße Gaming-Hardware ist längst kein Nischentrend mehr und LC-Power springt mit dem im Mai vorgestellten LC-M27QO mitten in diesen Trend hinein. Der 26,5 Zoll große QD-OLED-Monitor kombiniert eine WQHD-Auflösung mit 240 Hz Bildwiederholrate und einer Reaktionszeit von 0,03 Millisekunden. Auf dem Papier also Werte, die sich sonst eher in deutlich teureren Modellen finden. Wir haben uns Panel, Ausstattung und Praxistauglichkeit des LC-Power LC-M27QO im Test angeschaut und verraten dir, für wen sich der Monitor eignet.

Technische Daten des LC-Power LC-M27QO

Produkt LC-M27QO
Bildschirmgröße 26,5 Zoll / 67,31 cm
Panel-Typ QD-OLED (Non-Glare)
Auflösung 2.560 × 1.440 Pixel (QHD)
Bildwiederholrate 240 Hz
Reaktionszeit 0,03 ms (GtG)
Kontrastverhältnis 1.500.000:1
Helligkeit 200 (±30) cd/m²
Farbraum 99 % sRGB, 99 % DCI-P3, 98 % Adobe RGB
Farben 1,07 Milliarden (10 Bit)
Anschlüsse 2× HDMI 2.1, 2× DisplayPort 1.4, 1× Audio-Out 3,5 mm
Sync-Technologie Adaptive Sync, HDR10
Ergonomie Höhenverstellung 120 mm, Pivot ±90°, Schwenk ±22,5°, Neigung -5°~20°
VESA 100 × 100 mm
Energieklasse F
Gewicht (mit Standfuß) 7,4 kg
Garantie 3 Jahre inkl. Burn-In-Protection
Preis (UVP) € 899,00 * (499 Euro)

LC-Power LC-M27QO Test: Design und Verarbeitung

Schon beim Auspacken macht der LC-M27QO deutlich, worauf LC-Power hinaus will: ein minimalistisches, modernes Erscheinungsbild statt aggressivem Gaming-Look. Das Gehäuse ist komplett in einem schnörkellosen Weiß gehalten und wird durch dunkelgraue Akzente sowie einen dezenten LED-Ring auf der Rückseite ergänzt. Wer RGB-Beleuchtung in Regenbogenfarben erwartet, wird hier bewusst enttäuscht. Bunte Beleuchtung hinten: Ja, aber nur einfarbig. Dafür aber anpassbar.

Das Konzept setzt stattdessen auf ein aufgeräumtes, fast schon minimalistisches Auftreten, das sich eher an Schreibtischen mit heller oder neutraler Einrichtung orientiert als an klassischen RGB-Setups. Der Lieferumfang liest sich unspektakulär, lässt aber Nichts vermissen: Standfuß, DisplayPort-Kabel, externes Netzteil samt Kabel, Anleitung und das nötige Montagematerial liegen bei. Sogar an die Schrauben für eine VESA-Montage an Wand oder Monitorarm hat der Hersteller gedacht. Damit ist alles vorhanden, um direkt nach dem Auspacken loslegen zu können, ohne zusätzliche Kabel besorgen zu müssen.

Verarbeitungsseitig macht der Monitor einen soliden Eindruck. Die Materialwahl bleibt zwar im preislich zu erwartenden Rahmen, wirkt aber keineswegs billig. Mit einem Gewicht von 5,7 Kilogramm für das reine Panel liegt der LC-M27QO im für 26,5-Zoll-OLED-Monitore üblichen Bereich. Das Einzige, was mir nicht gefällt ist, dass der Monitor recht wackelig ausfällt. An sich wirkt der Standfuß zwar robust, hat aber ordentlich Spiel nach links und rechts, wenn man daran stößt. Da wirkt ein ASUS ROG Strix XG27UCGR (unser Test) in einer ähnlichen Preisklasse deutlich wertiger. Ansonsten gibt es aber nicht viel auszusetzen.

Das QD-OLED-Panel im Detail

Das Herzstück des LC-M27QO ist sein 26,5 Zoll großes QD-OLED-Panel, das WQHD-Auflösung (2560 x 1440 Pixel) auf einer für diese Panel-Klasse recht kompakten Diagonale unterbringt. Daraus resultiert eine Pixeldichte von 111 ppi, die für ein scharfes Bild ohne störende Pixelstruktur sorgt.

Wer auf der Suche nach kompromissloser Bildqualität ist, landet früher oder später bei QD-OLED-Technologie und die technischen Daten des LC-M27QO sprechen zunächst für sich: 10-Bit-Farbtiefe mit 1,07 Milliarden Farben, eine Farbraumabdeckung von 99 % DCI-P3, 99 % sRGB und 98 % Adobe RGB sowie ein Kontrastverhältnis von 1.500.000:1. Dank echtem Schwarz, wie man es nur von selbstleuchtenden OLED-Panels kennt, wirken dunkle Szenen in Spielen und Filmen besonders plastisch. Für die Bild- und Videobearbeitung ist die breite Farbraumabdeckung ebenfalls interessant, auch wenn ein Gaming-Monitor dieser Preisklasse selten primär für Farbmanagement-Aufgaben angeschafft wird.

Ein Wert weckt beim Blick aufs Datenblatt allerdings Aufmerksamkeit: Die maximale Helligkeit liegt bei lediglich 200 cd/m² (±30). Für ein QD-OLED-Panel ist das ein vergleichsweise niedriger Wert. Viele aktuelle QD-OLED-Monitore anderer Hersteller erreichen im SDR-Betrieb 250 bis 300 cd/m² und im HDR-Peak deutlich höhere Spitzenwerte. Eine offizielle DisplayHDR-True-Black-Zertifizierung, die bei vielen Konkurrenzmodellen mit vergleichbarem Panel für nachvollziehbare HDR-Werte steht, weist LC-Power für den LC-M27QO nicht aus. Doch dazu später mehr.

Gaming-Features des LC-Power LC-M27QO

Bei der Geschwindigkeit und den Gaming-Features spielt der LC-Power LC-M27QO klar in der oberen Liga: 240 Hz Bildwiederholrate gepaart mit einer Reaktionszeit von 0,03 Millisekunden (Grau-zu-Grau) sind Werte, die den Monitor für schnelle Competitive-Titel prädestinieren. Unterstützt wird das durch Adaptive Sync zur Vermeidung von Tearing sowie den herstellerspezifischen Game Plus-Modus, der typischerweise Zusatzfunktionen wie Fadenkreuz-Overlays, Timer oder FPS-Anzeigen bereitstellt.

Für längere Sessions vor dem Bildschirm sind Low Blue Light und Flicker-Free-Technologie an Bord, die die Augenbelastung reduzieren sollen. Praktisch für Multitasking ist außerdem der Picture-in-Picture- beziehungsweise Picture-by-Picture-Modus, mit dem sich zwei Quellen gleichzeitig auf dem Panel anzeigen lassen.

Ein wichtiges Sicherheits-Plus, gerade für OLED-Skeptiker: LC-Power gibt 3 Jahre Garantie, die explizit auch einen Burn-in-Schutz abdeckt. Einbrennerscheinungen sind bei OLED-Panels grundsätzlich ein Thema, mit dieser Garantieregelung nimmt der Hersteller potenziellen Käufern zumindest einen Teil der Kaufhemmschwelle.

Anschlüsse, Ergonomie und Konnektivität

Bei der Konnektivität setzt der LC-M27QO auf ein klassisches Anschlusspaket: 2x HDMI 2.1 und 2x DisplayPort 1.4, jeweils mit voller Unterstützung von WQHD-Auflösung bei 240 Hz. Dazu kommt ein 3,5-mm-Klinkenausgang für Kopfhörer oder externe Lautsprecher. Auf integrierte Boxen verzichtet der Monitor, was angesichts der ohnehin meist zum Einsatz kommenden Headsets oder Desktop-Lautsprecher in der Gaming-Zielgruppe verschmerzbar ist.

Wer einen USB-Hub oder eine USB-C-Verbindung mit Power Delivery erwartet, um etwa ein Notebook mit einem Kabel zu verbinden und gleichzeitig zu laden, wird beim LC-M27QO nicht bedient. Das ist angesichts des Preispunkts kein Ausschlusskriterium, aber ein Punkt, den man bei einem direkten Vergleich mit anderen Modellen im Blick haben sollte.

Was ich aber sehr angenehm finde ist, dass die Anschlüsse rückseitig gerade in das Gehäuse des Monitors geführt werden. Das ist deutlich praxistauglicher als bei vielen Konkurrenten bei denen man sich halb verbiegen muss, um die mitunter steifen Kabel in ihre Buchsen zu befördern. Gut gelöst, LC-Power! Der mitgelieferte Standfuß deckt die Grundlagen solide ab: 120 mm Höhenverstellung, Neigung von -5° bis +20°, Pivotfunktion mit ±90° für den Hochformat-Einsatz und ein Schwenkbereich von ±22,5°. Für die meisten Schreibtisch-Setups reicht das völlig aus.

Bildqualität des LC-Power LC-M27QO

Die reinen Eckdaten des LC-M27QO – 240 Hz, 0,03 ms, satter Kontrast und breite Farbraumabdeckung, lesen sich auf dem Papier stark und in dunkleren bis normal beleuchteten Räumen dürfte das QD-OLED-Panel genau die knackigen Schwarzwerte und satten Farben liefern, für die diese Panel-Technologie bekannt ist. Schnelle Bewegungen in kompetitiven Shootern sollten dank der niedrigen Reaktionszeit ohne sichtbares Schlieren-Bild ankommen. Und tatsächlich meistert der Monitor den Praxistest hervorragend.

Hinsichtlich der Bildqualität muss sich der LC-Power QD-OLED-Monitor nicht vor der Konkurrenz namhafter Hersteller wie beispielsweise dem ASUS ROG Strix OLED XG27AQDMES (Test) verstecken. Auch wenn mir hier keine offizielle Bestätigung vorliegt, gehe ich fast schon davon aus, dass sich beide Displays dasselbe Panel teilen – denn die Werte sind nahezu identisch. (Mit dem Unterschied, dass der LC-Power LC-M27QO anschlussseitig breiter aufgestellt ist und zumindest auf dem Papier eine bessere Farbraumabdeckung liefert.)

Die Praxiseindrücke gefallen mir jedenfalls ausgesprochen gut. Das Bild ist angenehm scharf und detailreich und selbst bei schnellen Szenen in Shootern oder Rennspielen zeigen sich keine Schlieren. Insbesondere die Farbdarstellung und Kontraste sind, OLED-typisch, exzellent. Lediglich die, selbst für OLEDs, niedrige Spitzenhelligkeit von nur 200 cd/m² stößt hier sauer auf: Gerade in helleren Räumen merkt man das schon deutlich.

Es gibt zudem keine hellere Peak-Brightness und entsprechend keinerlei HDR-Features. In der Praxis bedeutet das: In gedimmten oder normal beleuchteten Zimmern, wie sie beim Gaming ohnehin üblich sind, dürfte die Helligkeit nur gering stören. Wer den Monitor aber in einem sehr hellen, sonnendurchfluteten Raum oder tagsüber direkt am Fenster betreibt, könnte an heißen Sommertagen oder bei starkem Gegenlicht an die Grenzen des Panels stoßen.

LC-Power LC-M27QO im Labortest

Der LC-Power LC-M27QO kommt mit einem Kalibrierungsbericht (seltsamerweise dreimal in derselben Ausführung, aber nun gut), der bereits darauf hoffen lässt, dass das Display werksseitig sehr gut eingestellt ist. Und tatsächlich kann das QD-OLED-Display in unserem Labortest mithilfe des SpyderX Elite auch wirklich überzeugen.

LC-Power LC-M27QO

Besonders gut gefällt die Farbtreue des Monitors mit einem Delta E-Mittelwert von 0,45, womit er sich auch hervorragend für farbkritische Arbeiten eignet. Das ist erstaunlich, denn eine derart exakte Farbgenauigkeit bekommen mitunter selbst Monitore nicht hin, die das Dreifache kosten.

LC-Power LC-M27QO

Mit einem Farbumfang von 95 % AdobeRGB und 98 % DCI-P3 erreicht der LC-Power LC-M27QO zwar nicht ganz die Herstellerangaben, kommt diesen aber bereits sehr nahe. Wer zudem im On-Screen-Display den Bildmodus ändert und leicht nachkalibriert, kann den Umfang nochmal spürbar verbessern.

LC-Power LC-M27QO

Auch die Gammakurve hält der Monitor sehr gut ein. Grundsätzlich ist ein Wert von 2.2 voreingestellt, der sich natürlich noch anpassen lässt. Die Abweichungen im Labortest fallen dabei nur minimal aus, während die Gammakurve nahezu perfekt getroffen wird.

LC-Power LC-M27QO

Wie bereits erwähnt, ist die Spitzenhelligkeit der größte Schwachpunkt des LC-Power LC-M27QO. Hier messen wir ganzheitlich 196,6 Nits in der Spitze und über den gesamten Bildschirm, das selbst für ein QD-OLED-Panel recht wenig ist. Zudem zeigt sich, dass sich der Weißpunkt bereits ab 25 Prozent Helligkeit minimal in einen wärmeren Ton verschiebt.

Sehr gut steht es hingegen um die Homogenität des Displays: Sowohl bei der Helligkeit (Luminanz) als auch den Farben zeigt der LC-M27QO über das gesamte Panel hinweg nur minimale Abweichungen. Insbesondere die Luminanzhomogenität ist hier hervorzuheben, da hier bei anderen Monitoren selbst Werte von 10 Prozent normal sind. Beim LC-Power sind ex hingegen maximal 1 % und das sowohl bei maximaler als auch bei minimaler Helligkeit. Auch die gleichmäßige Darstellung der Farben kann über das gesamte Panel hinweg überzeugen. Wirklich gute Arbeit.

LC-Power LC-M27QO Test: Fazit

Der LC-M27QO zeigt, dass sich QD-OLED-Technologie mit hoher Bildwiederholrate und niedriger Reaktionszeit inzwischen auch außerhalb der bekannten Premium-Marken findet und dabei Nichts an Qualität vermissen lässt. Das Panel und die Verarbeitung liefern eine Qualität, die man vor 1-2 Jahren nur bei deutlich teureren Produkten bekommen hat. Verpackt in ein auffällig unauffälliges, elegantes weißes Gehäuse. Kontrast, Farbraumabdeckung und Geschwindigkeit liegen auf einem Niveau, das für kompetitives Gaming und gelegentliche Bildbearbeitung gleichermaßen überzeugt. Die 3 Jahre Garantie inklusive Burn-in-Schutz nimmt zudem einen typischen OLED-Kaufeinwand aus der Gleichung.

Der spürbare Wermutstropfen bleibt die vergleichsweise niedrige Maximalhelligkeit von 200 cd/m². Auch das Fehlen eines USB-Hubs ist schade, stört mich persönlich aber maximal als Randnotiz. Insgesamt ist der LC-Power LC-M27QO ein wirklich überzeugender QD-OLED-Monitor geworden, der sich auch vor großen Marken nicht verstecken braucht.

Gold Award für LC-Power LC-M27QO - 08/2026LC-PowerLC-M27QO08/2026

VORTEILE

  • Kontraststarkes QD-OLED-Panel
  • 240 Hz und 0,03 ms Reaktionszeit
  • Breite Farbraumabdeckung
  • Guter OLED-Schutz
  • Sehr gute Bildqualität
  • Top-Kalibrierung

NACHTEILE

  • Nur 200 cd/m²
  • Kein DisplayHDR
  • Wackeliger Standfuß
  • Kein USB-Hub

Detailbewertung

Verarbeitung82
Bildqualität91
Features88
Bedienung95
Preis-Leistungs-Verhältnis93

Fazit

Der LC-Power LC-M27QO bietet QD-OLED-Qualität mit 240 Hz zu einem fairen Preis, kämpft aber mit geringer Helligkeit und wackeligem Standfuß. Für preisbewusste Gamer eine solide Wahl mit 3 Jahren Burn-in-Schutz.

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