Logitech G325 Lightspeed im Test: Komfortables Wireless-Headset für Casual Gamer

Philipp Briel
Philipp Briel · 9 Min. Lesezeit
Logitech G325

Das Logitech G325 Lightspeed tritt in einem schwierigen Markt an. Wer für unter 100 Euro ein kabelloses Gaming-Headset kaufen will, steht vor einem breiten Angebot. Und oft genug vor der enttäuschenden Erkenntnis, dass günstiger Preis und gute Qualität nicht immer zusammenpassen. Logitech verspricht mit dem G325 etwas anderes: ein leichtes, stylisches Headset, das sich genauso gut für den Gaming-Abend eignet wie für den Alltag. Ob dieses Versprechen hält, verrate ich euch im Logitech G325 Lightspeed Test.

Logitech G325 Lightspeed Test: Technische Daten

Produkt G325 Lightspeed
Bauform Over-Ear
Treiber 32 mm
Frequenzbereich (Kopfhörer) 20 – 20.000 Hz
Mikrofontyp Beamforming
Frequenzbereich (Mikrofon) 100Hz – 7kHz
Anschlüsse USB Typ C
Verbindung 2,4-GHz-Funkverbindung; Bluetooth 5.3
Akkulaufzeit Bis zu 24 Stunden
Gewicht 212 g
Kompatibilität PC, PlayStation 4, PlayStation 5, Mac, Nintendo Switch, Mobile
Preis € 92,90 *

Design und Verarbeitung des Logitech G325

Das Logitech G325 fällt sofort auf und zwar positiv, weil es kaum aussieht wie ein Gaming-Headset. Logitech verzichtet bewusst auf den üblichen Gamer-Ästhetik und setzt stattdessen auf ein schlichtes, fast schon alltagstaugliches Erscheinungsbild. Das Headset lässt sich problemlos im Büro oder auf der Straße tragen, ohne deplatziert zu wirken. Wer also nicht mit grellen LEDs und aggressiven Linien auffallen will, ist hier richtig.

Logitech G325

In der Lila-Variante erinnert das G325 mit seinen orangefarbenen Akzenten eher an ein alltägliches Lifestyle-Headset wie die AirPods Max als an klassisches Gaming-Zubehör. Das ist kein Zufall: Logitech positioniert es explizit als Headset, das man überall dabei haben kann. Neben Lila gibt es das Modell noch in Schwarz mit dezenten lila Akzenten sowie in Weiß mit mintgrünen Highlights – für jeden Geschmack ist etwas dabei.

Positiv zudem: Mit nur 212 Gramm ist das G325 bemerkenswert leicht, was sich auf den exzellenten Tragekomfort auswirkt. Die Leichtbauweise hat allerdings ihren Preis: Der Kopfbügel besteht aus dünnem, biegsamem Kunststoff, der sich bei leichtem Druck deutlich verformen lässt und verglichen mit Konkurrenzprodukten weniger hochwertig anfühlt. Tatsächlich lässt sich das G325 in der Hand fast wie ein Brezel verformen. Was einerseits die Flexibilität zeigt, andererseits nicht gerade Vertrauen in die Langlebigkeit weckt.

Logitech G325

Doch zurück zum Komfort. Das Headset sitzt fest und bequem auf dem Kopf, die Größenverstellung bietet ausreichend Spielraum für verschiedene Kopfformen und die Ohrmuscheln verteilen den Druck gleichmäßig. Der Kopfbügel ist mit nahtlosem, atmungsaktivem Strickmaterial ausgestattet, die zweilagigen Ohrpolster bestehen aus Memory Foam. Beides sorgt dafür, dass man das Headset nach Stunden kaum noch spürt. Auch mit Brille gibt es keine unangenehmen Druckstellen, das Tragen von Mützen und Caps ist ebenso problemlos möglich.

Logitech G325
Der Tragekomfort des Logitech G325 gefällt

Alle Bedienelemente sitzen auf der Rückseite der linken Ohrmuschel: ein Power-Schalter mit LED-Indikator für den Akkustand, ein Bluetooth-Pairing-Button, ein Lautstärkeregler sowie ein Mute-Button für das Mikrofon. Die rechte Ohrmuschel bleibt völlig clean mit nur einem kleinen G325-Schriftzug.

Logitech G325 Test: Ausstattung und Bedienung

Das G325 setzt auf das Wesentliche und dann noch ein kleines Bisschen mehr. Verbindung per 2,4-GHz-LIGHTSPEED-Dongle oder Bluetooth 5.3 ist möglich. Das Headset startet automatisch im zuletzt genutzten Modus und der Wechsel zwischen beiden Verbindungsarten erfolgt per Knopfdruck auf der linken Ohrmuschel. In der Praxis funktioniert das tadellos: Dongle einstecken, Headset einschalten, und es geht sofort los. Die Einrichtung ist simpel und Bluetooth findet man gerade in dieser Preisklasse selten.

Logitech G325

Zu beachten: Der LIGHTSPEED-Dongle ist mit Xbox-Konsolen nicht kompatibel. Auf der Xbox muss daher auf Bluetooth oder eine kabelgebundene Verbindung per USB zurückgegriffen werden. Das ist ein echter Wermutstropfen für Xbox-Spieler, die auf die niedrige Latenz des LIGHTSPEED-Standards angewiesen sind.

Die Bedienelemente funktionieren grundsätzlich gut, haben aber Eigenheiten. Statt eines Lautstärkereglers gibt es zwei Tasten, die durch wiederholtes Drücken die Lautstärke schrittweise anpassen. Das ist weniger intuitiv als ein Drehrad, aber durch die Beschleunigung bei mehrfachem Drücken zumindest tolerabel.

Logitech G325

Ebenfalls etwas störend: Der Mute-Button am Mikrofon sitzt unauffällig an der linken Ohrmuschel und ist kaum zu erfühlen. Es gibt keinen LED-Indikator auf dem Headset selbst, der anzeigt, ob das Mikrofon aktiv oder stumm geschaltet ist. Was die Kompatibilität angeht, ist das G325 breit aufgestellt: PC, PS5, Nintendo Switch und mobile Geräte werden unterstützt. Das macht es zu einem Headset, das man tatsächlich plattformübergreifend nutzen kann, ohne mehrere Geräte kaufen zu müssen.

Akkulaufzeit des Logitech G325

Logitech gibt eine Akkulaufzeit von mehr als 24 Stunden bei normaler Nutzung an. Im Alltag zeigt sich das G325 hier solide. Im Test hielt das Headset bei normaler Nutzung problemlos rund 20 Stunden durch, was für ausgedehnte Gaming-Sessions oder mehrere Arbeitstage hintereinander mehr als ausreicht. Im direkten Praxistest kamen andere Tester auf rund 22 Stunden, bevor das Headset ans Ladekabel musste – nah an der Herstellerangabe.

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Eine vollständige Aufladung dauert laut Hersteller etwa 1,5 Stunden. Das Verhältnis von Laufzeit zu Ladezeit ist damit deutlich im grünen Bereich. Die G-Hub-Software zeigte bei 50 Prozent Akkustand sogar noch rund 30 Stunden Restlaufzeit an – ein bemerkenswerter Wert. Das Laden geht zügig, und während des Ladevorgangs lässt sich das Headset weiterhin verwenden. Für den Preis und die gebotene Ausstattung ist die Laufzeit jedoch absolut in Ordnung. Ein Headset, das nach einem langen Spieleabend nicht still ausgeht. Mehr verlangt man im Einstiegsbereich nicht.

App-Anbindung per G-Hub

Das Logitech G325 ist vollständig mit der Logitech G Hub-Software kompatibel, die sowohl auf PC als auch als mobile App verfügbar ist. G Hub zeigt den aktuellen Akkustand an und bietet einige Einstellungsmöglichkeiten, die über das hinausgehen, was direkt am Headset zugänglich ist. Computerworld
Im Detail lassen sich in G Hub unter anderem folgende Dinge anpassen: Im Headset-Tab kann der Equalizer angepasst, benutzerdefinierte Profile gespeichert und aus zuvor angelegten Voreinstellungen gewählt werden.

Logitech G325

Im Mikrofon-Tab ist die Empfindlichkeit einstellbar und der Klang lässt sich direkt testen. Zusätzlich lässt sich dort die KI-Geräuschunterdrückung aktivieren. Außerdem gibt es eine Sidetone-Funktion, mit der man die eigene Stimme beim Sprechen über das Headset hören kann. Allerdings ist der Funktionsumfang insgesamt begrenzt. Der Equalizer bietet lediglich wenige Voreinstellungen; individuelle Frequenzen lassen sich nicht manuell einstellen. Wer aus anderen Headsets eine vollwertige EQ-Kurve gewohnt ist, wird hier Abstriche machen müssen.

Logitech G325

Logitech stellt einige Audiopresets zur Auswahl, wobei der Standard-Preset bereits gut ausbalanciert ist und für die meisten Anwendungsfälle gut passt. Für Casual Gamer reicht G Hub vollkommen aus. Die wichtigsten Stellschrauben sind vorhanden, die Bedienung ist unkompliziert. Wer jedoch eine tiefgreifende Klangkontrolle oder aufwendige Profilverwaltung erwartet, findet bei der Konkurrenz mehr Möglichkeiten.

Audioqualität und Mikrofon

Was den Klang betrifft, so hat mich das Logitech G325 durchaus positiv überrascht. Tiefen, Mitten und Höhen sind alle im Mix vorhanden und gut verständlich, das Klangbild ist relativ neutral. Das klingt deutlich besser und angenehmer als die meisten Bassbrummen, die man sonst so für rund 100 Euro vorgesetzt bekommt. Laut kann der Bass werden, doch er wummert nicht. Stattdessen gibt es einen detailreichen, lebendigen Klang, der gut gefällt und auch hinsichtlich der räumlichen Darstellung Akzente setzen kann.

Logitech G325

Im Spielealltag funktioniert das gut genug. In Counter-Strike 2 bereitet die Ortung von Gegnern keine Probleme, der Klang ist präzise genug für ein befriedigendes Spielerlebnis. Atmosphärische Soundtracks in Spielen wie Red Dead Redemption 2 oder Hellblade II kommen klar und detailliert durch, ohne wesentliche Details zu verschlucken.

Klanglich spielt das Logitech G325 klar über seiner Preisklasse und muss sich auch vor Mittelklassemodellen wie dem SteelSeries Arctis Nova 3P Wireless (unser Test) nicht verstecken. Das Cherry XTRFY H3 Wireless (unser Test) agier klanglich etwa auf Augenhöhe und bietet eine bessere Akkulaufzeit, fällt im Tragekomfort aber deutlich ab. Wer rund 170-200 Euro zur Verfügung hat bekommt natürlich nochmal eine ganz andere Güteklasse. Aber gemessen am Preis des G325 klingt das Headset erstaunlich überzeugend.

Wer in G Hub mit dem Bass Boost-Preset experimentiert, wird feststellen, dass dieser eher Lautstärke und Mix verändert als echten Nachdruck im Tieftonbereich zu erzeugen. Die Gaming-Presets funktionieren im Vergleich besser. Einziger echter Kritikpunkt ist die Geräuschisolation: Das G325 dämpft Umgebungsgeräusche kaum, was bedeutet, dass beim Musikhören auch Außenstehende etwas mitbekommen und man selbst bei halber Lautstärke die Umgebung noch gut wahrnimmt.

Mikrofon

Das integrierte Beamforming-Mikrofon ist einer der stärksten Kompromisse des G325 und gleichzeitig eines seiner größten Alleinstellungsmerkmale im Budget-Segment. Der Vorteil liegt auf der Hand: Es ist immer vorhanden, unsichtbar und erfordert keinerlei Auf- oder Einbauaufwand. Einfach Headset aufsetzen und losreden. Kein Arm, den man vergisst anzustecken oder verliert.

Die Kehrseite ist ebenso eindeutig, was die Limitierung des Klangs anbelangt. Das Mikrofon nimmt viele Hintergrundgeräusche auf, trotz der beworbenen KI-Geräuschunterdrückung. Die eigene Stimme klingt leiser als bei Headsets mit dedizierten Armmikrofonen und hat eine merkliche körnige Qualität. Im Klang ist das Mikrofon leicht blechern.

Für einen einfachen In-Game-Chat ist es knapp brauchbar, für Streaming oder Sprachaufnahmen definitiv ungeeignet. Wer in Discord oder ähnlichen Anwendungen die dort eingebaute Rauschunterdrückung (z. B. Krisp) nutzt, kann die Schwächen des Mikrofons gut kaschieren. Für Gelegenheitsspieler, die mit Freunden kommunizieren wollen, erfüllt es seinen Zweck. Viel mehr sollte man aber auch nicht erwarten.

Logitech G325 Test: Fazit

Das Logitech G325 Lightspeed ist ein Headset, das seine Zielgruppe sehr genau kennt und sie konsequent bedient. Mit der neuen G3-Serie will Logitech G vor allem das Einsteigersegment bedienen und das gelingt mit dem neuen Headset hervorragend. Für 79,99 Euro UVP bekommt man ein Gaming-Headset, das man jedem Casual Gamer empfehlen kann: einfache Einrichtung, zuverlässige Wireless-Verbindung, langer Akku und hervorragender Tragekomfort. Wer stundenlang spielen oder arbeiten will, ohne ans Headset zu denken, wird hier glücklich.

Trotz des erschwinglichen Preises liefert das G325 erfreulich guten Klang und dank der leichten Bauweise ist es angenehm zu tragen. Die Plastik-Verarbeitung, das schwache Mikrofon für anspruchsvollere Anwendungen und die fehlende manuelle EQ-Kontrolle zeigen jedoch klar, wo Kompromisse eingegangen wurden.

Für Hardcore-Gamer, Streamer oder alle, die auf Klangdruck und Mikrofon-Qualität nicht verzichten wollen, gibt es bessere Alternativen. Zumindest wenn man bereit ist, tiefer in die Tasche zu greifen und mehr Geld in die Hand zu nehmen. Wer aber ein leichtes, stylisches, unkompliziertes Wireless-Headset sucht, das genauso gut am PC wie im Alltag funktioniert, trifft mit dem G325 eine gute Entscheidung.

Silver Award für Logitech G325 - 06/2026LogitechG32506/2026

VORTEILE

  • Exzellenter Tragekomfort
  • Stimmiges Design
  • Gute Akkulaufzeit
  • Duale Verbindung
  • Guter Klang

NACHTEILE

  • Verarbeitung aus Kunststoff
  • Mikrofon nur okay
  • Kaum Geräuschisolierung
  • Keine manuellen EQ-Einstellungen

Detailbewertung

Verarbeitung75
Tragekomfort92
Soundqualität80
Ausstattung85
Preis-Leistungs-Verhältnis87

Fazit

Das Logitech G325 Lightspeed ist kein Headset für audiophile Ansprüche, aber ein ausgezeichnetes Budget-Wireless-Headset für Casual Gamer: federleicht, komfortabel, unkompliziert. Wer das Mikrofon nicht für Streams braucht, bekommt für rund 80 Euro sehr viel geboten.

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