
Neben der Gaming-Maus Lifte Elite Wireless (unser Test) und der Tastatur Function Elite MiniTKL bildet das USB-Mikrofon NZXT Capsule Elite die dritte Neuheit des Herstellers im Elite-Line-up, das hochwertige Technik mit einem fairen Preis kombinieren will. Für rund 100 Euro erhaltet ihr hier ein optisch ansprechendes, modern ausgestattetes Mic. Aber reicht das auch, um es mit den besten USB-Mikrofonen aufzunehmen? Das klären wir in unserem Test.
Technische Daten
Produkt: | Capsule Elite |
Anschluss: | USB-Type-C |
Mikrofon-Membran: | 25 mm (Kondensator) |
Frequenzgang: | 20 Hz – 20.000 Hz |
Abtastrate: | 192 kHz / 24 Bit |
Richtcharakteristik: | Niere |
SPL: | 120 dB |
Abmessungen | 241 mm x 97 mm x 97 mm |
Gewicht: | 295 Gramm (nur Mikrofon); 560 Gramm (Mikrofon + Standfuß) |
Anschlüsse: | USB-C; 3,5-mm-Klinke |
Besonderheiten: | RGB-Beleuchtung; Multifunktionstaste, Metall-Standfuß |
Preis: | € 121,84 * |
NZXT Capsule Elite Test: Ansprechender Look mit RGB
- edle Retro-Optik
- hochwertige Verarbeitung, aber Drehregler zu leichtgängig
- ansprechende RGB-Beleuchtung
Im Vergleich zum günstigeren Capsule Mini (unser Test) und dem größeren Geschwisterchen, hat sich das neue NZXT Capsule Elite optisch stark verändert. Die runde Bauweise der Quasi-Vorgänger ist nun einem rechteckigen Design gewichen, das entfernt an das Endorfy Solum Voice (unser Test) erinnert.
Das Mikrofon ist dabei weitestgehend aus Aluminium und etwas Kunststoff gefertigt und bringt ohne den beiliegenden Metall-Standfuß bereits fast 300 Gramm auf die Waage, was von einer absolut robusten und hochwertigen Bauweise zeugt, auch wenn der Großteil des Mikrofones selbst aus Kunststoff ist.
Auffällig ist der rund zehn Zentimer lange Arm an der Rückseite, mit dem das Capsule Elite über ein 3/8-Zoll-Gewinde an einen Mikrofonarm oder Standuß montiert werden kann. Praktischerweise liefert der Hersteller einen passenden Metall-Standfuß im Lieferumfang gleich mit.
Dieser ist quadratisch und weist an der Unterseite vier Gummierungen auf, was für sicheren Halt sorgt. Über die integrierte Schraube sind Mikro und Fuß zudem flott miteinander verbunden.
Die Bedienelemente des Capsule Elite fallen überschaubar aus. Vorne findet ihr einen klickbaren Multifunktionsknopf mit einer hervorragenden Rasterung, der unter anderem für die Einstellung des Gain oder das Stummschalten des Mikrofons zuständig ist.
An der rechten Seite sitzt ein weiterer Drehregler, mit dem ihr die Abhör-Lautstärke angeschlossener Kopfhörer justieren könnt. Diese ist zwar sehr griffig, lässt aber leider jegliche Rasterung vermissen und fällt für meinen Geschmack viel zu leichtgängig aus.
Inbetriebnahme, Positionierung und Praxistest
- Plug and Play
- Standfuß individuell einstellbar
- praktische RGB-Beleuchtung
Als klassisches USB-Mikrofon findet das NZXT Capsule Elite per UCB-C Anschluss mit einem PC, Notebook oder gar der PlayStation 5. Ein zusätzliches Audio-Interface oder weiteres Zubehör wird dabei nicht benötigt.
Wer möchte, kann an der Rückseite zudem einen Kopfhörer anschließen, um die Aufnahmen des Mikrofons direkt abzuhören. Ein 3,5-mm-Klinkenanschluss steht dafür zur Verfügung.
Dabei kann das Mikrofon nicht nur auf dem beiliegenden Standfuß, sondern auf Wunsch auch an einem Galgenarm montiert werden. Nutzt ihr den Standfuß, lässt sich das Capsule relativ frei bewegen: Sowohl ein Kippen nach vorne und hinten als auch ein Drehen nach links oder rechts in die Horizontale ist möglich. Bei der Positionierung sind euch also nahezu keine Grenzen gesetzt.
Die RGB-Beleuchtung des Mikrofons erstreckt sich auf einen funktionalen Streifen an der Vorderseite, sowie eine RGB-Zone an der Rückseite:
Vorne zeigt der LED-Streifen beispielsweise den eingestellten Gain-Wert (lila), eine Stummschaltung (rot), den Idle-Status (weiß) und die Lautstärke der angeschlossenen Kopfhörer (grün) an. Diese Farben lassen sich softwareseitig auch nicht verändern, aber hinsichtlich der Helligkeit justieren.
Hinten findet ihr die Beleuchtung im obersten Bereich der kreisrunden Öffnungen. Hier stehen euch insgesamt zehn Beleuchtungseffekte zur Verfügung, die von soliden Farben bis hin zu blinkenden Disco-Effekten oder wellen reichen. Eine Deaktivierung der Beleuchtung ist möglich, wenn ihr in der Software die Helligkeit auf 0 Prozent setzt. Zudem ist auch eine Anpassung der Geschwindigkeit der Effekte möglich.
App-Anbindung: NZXT Cam
Die Nutzung der übersichtlichen Begleit-App NZXT Cam ist für das NZXT Capsule Elite nicht zwingend erforderlich. Wir würden aber dennoch dazu raten, die Software zu installieren, denn die Einstellungsmöglichkeiten für das Mikrofon fallen hier gigantisch aus.
Insgesamt stehen euch hier drei Reiter zur Auswahl. Der erste ist für die Anpassung der Beleuchtung, sowie Einstellung der Lautstärke zuständig – wobei letzteres auch am Mikrofon selbst eingestellt werden kann.
Deutlich spannender ist da schon der Bereich „Voice Equalizer“. Hier könnt ihr in einem simplen 3-Band-EQ Einfluss auf den Klang des Mikrofons nehmen oder ihr aktiviert den fortschrittlichen Voice EQ. Dann lassen sich beispielsweise Frequenzen regulieren, ein High Pass- und Low Pass Filter hinzuschalten und auch hier Tiefen, Mitten und Höhen getrennt voneinander feinjustieren.
Praktischerweise könnt ihr mit dem integrierten Aufnahme-Tool selbst sofort hören, welche Auswirkungen die Einstellungen auf eure Stimme haben. In diesen Profi-Einstellung lassen sich beispielsweise Neben- und Hintergrundgeräusche sehr gut herausfiltern und die Darstellung der eigenen Stimme verändern.
Und dann wären da noch die „Advanced Settings“, in denen sich professionelle Optionen wie Geräuschunterdrückung, Noise Gate, Kompressor, Limiter und vieles mehr aktivieren lassen. Diese Tools machen einem professionellen Audio-Interface starke Konkurrenz und eignen sich hervorragend dazu, die Qualität der eigenen Aufnahme feinzutunen.
Da das Capsule Elite zudem über einen integrierten Popschutz verfügt, müsst ihr euch – sofern notwendig – ebenfalls softwareseitig etwas austoben, falls ihr hier den Umgang mit Plosiv- und scharfen S-Lauten noch etwas verbessern wollt. Auch hierzu gibt es Möglichkeiten und zwar in Form eines De-essers (schwächt S-Laute ab) und De-poppers (schwächt P-Laute ab).
Alles in allem gibt euch NZXT hier ein absolut professionelles Feature-Set an die Hand, das es in sich hat. Wer mag, kann natürlich auch mit dem standardmäßig eingestellten Ton arbeiten und muss in der App keinerlei Änderungen vornehmen. Und wie der klingt, klären wir jetzt.
Klangqualität des NZXT Capsule Elite
- 192 kHz in 24 Bit
- detailreicher, neutraler Klang
- anfällig für scharfe S-Laute
Bei den klanglichen Spezifikationen legt das NZXT Capsule Elite am deutlichsten zu. Maximal nimmt es in 192 kHz mit 24 Bit auf, womit theoretisch auch professionelle Aufnahmen problemlos möglich sein sollten. Gleichzeitig fällt das abgebildetete Frequenzband mit 20 Hz bis 20.000 Hz merklich größer aus als bei vielen Konkurrenten. Liest sich also schon mal äußerst positiv und wie sieht es in der Praxis aus?
https://www.youtube.com/watch?v=ZmR0abf_gfk
Klang begeistert das NZXT Capsule Elite mit einem hervorragenden und detailreichen, ziemlich neutralen Sound. Es nimmt die Stimme angenehm klar und ohne Störgeräusche auf, Nebengeräusche filtert die Nierencharakteristik ebenfalls sehr gut heraus, wenn ihr frontal in das Mikrofon sprecht.
Die Schwachstelle des Mics ist aber schnell ausgemacht: Denn bei scharfen S-Lauten offenbart das Capsule Elite einen merklichen Hang zur Schärfe, womit Aufnahmen schnell anstrengend klingen können. Das lässt sich aber sehr gut durch das Hinzuschalten des De-essers in den Griff bekommen. Plosivlaute hat es dafür ziemlich gut im Griff.
Mikrofon-Testaufnahme NZXT Capsule Elite:
Mikrofon-Testaufnahme Endorfy Solum Voice:
Mikrofon-Testaufnahme Maono PD300X (USB):
Wie man an der obigen Testaufnahme sehr gut hören kann, hat das Capsule Elite klanglich wirklich einiges zu bieten. Im Vergleich zu unserem Preis-Leistungs-Tipp in Form des Endorfy Solum Voice, klingt das Pendant von NZXT etwas basslastiger, dafür nicht ganz so voll.
Mir persönlich gefällt da das Endorfy klanglich etwas besser, aber das ist sicherlich Geschmackssache und hängt auch von der eigenen Stimme und den eigenen Vorlieben ab. Mithilfe der Begleit-App könnt ihr hier natürlich sehr viel verändern. Hier ein Beispiel:
Der Unterschied ist durchaus hörbar finde ich. Wer sich etwas Zeit nimmt und mit der Materie auseinandersetzt, kann natürlich noch bessere Resultate erzielen.
NZXT Capsule Elite Test: Fazit
Mit dem NZXT Capsule Elite liefert der Hersteller ein überzeugendes USB-Mikrofon ab, das nicht nur mit seinem edlen Retro-Design, sondern auch mit praktischem Standfuß und ansprechender RGB-Beleuchtung begeistert.
Klanglich ist das Capsule Elite ebenfalls sehr gut aufgestellt, zumal ihr hier mit der NZXT Cam-Software zahrliche Profi-Einstellungsmöglichkeiten an die Hand bekommt, um den Sound feinzutunen.
Dennoch kann sich das Mikrofon in meinen Augen nicht über die Konkurrenz in dieser Preisklasse hinwegsetzen. Denn ein Endorfy Solum Voice liefert für weniger Geld einen ebenfalls hervorragenden Klang.
Für gerade einmal 10 Euro mehr erhaltet ihr mit dem Maono PD300X zudem ein deutlich vielseitigeres Mikrofon mit einer hervorragenden Software und nochmals besserer Verarbeitung. Und dennoch lässt sich abschließend festhalten, dass das NZXT Capsule Elite ein absolut überzeugendes USB-Mikrofon zu einem fairen Preis geworden ist. Gerade wenn der Preis noch etwas sinken sollte, wird das Teil noch einmal attraktiver.
- Edler Look
- Praktischer Standfuß
- Sehr guter Klang
- Vielseitige Software
- Probleme bei S-Lauten
- Rechtes Drehrad zu leichtgängig
NZXT Capsule Elite
Verarbeitung
Aufnahmequalität
Ausstattung
Preis-Leistungs-Verhältnis
90/100
Gut klingendes USB-Mikrofon mit edlem Design und ansprechender Verarbeitung, das vor allem von seiner mächtigen Software profitiert, aber durchaus Probleme bei scharfen S-Lauten offenbart.