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OBSBOT Tiny 2 Test: Herausragende 4K-Webcam mit KI-Funktionen

Kleiner als eine Handfläche, schärfer als die Konkurrenz: Die OBSBOT Tiny 2 markiert die aktuell vielleicht fortschrittlichste Webcam, die man für Geld kaufen kann. Mit einzigartigen KI-Funktionen und innovativen Features will die Kamera ihren hohen Preis rechtfertigen, was ihr auch wirklich gelingt, wie unser Test verrät. Lediglich eine Windows Hello-Funktionalität fehlt.

Technische Daten

Modell Tiny 2
Abmessungen (ohne Halterung) 47 x 44 x 62 mm
Gewicht (ohne Halterung) 95,6 g
Gewicht (inkl. Halterung) 143,3 g
Anschluss USB Typ C
Max. Videoauflösung 4K/30 Bilder pro Sekunde
Unterstützte Auflösungen 4K 30/ 29.95/25/24/20/15,
1080p 60/59.94/50/30/29.97/25/24/20/15,
720p 60/59.94/50/30/29.97/25/24/20/15
Objektiv 1/1,5 Zoll CMOS (50 MP); f/1.9
Sichtfeld: 85,5 Grad
Software OBSBOT Center
Kompatibilität ab Windows 10 (64-Bit), macOS 1 oder höher
Mikrofone 2x Beamforming-Mikrofone mit KI-Geräuschunterdrückung
Halterung magnetisch; 1/4-Zoll-Gewinde
Besonderheiten Autofokus, HDR, Weißabgleich, 2-Achsen-Gimbal, Tischmodus, Sprachsteuerung, Gestensteuerung, Schönheitsmodus
Preis € 369,00 *

OBSBOT Tiny 2 Test: Design und Verarbeitung

  • ansprechendes Design
  • unglaublich klein und leicht
  • tadellose Verarbeitung

Obwohl die OBSBOT Tiny 2 weitestgehend aus Kunststoff gefertigt hat, fühlt sich die Webcam wirklich äußerst hochwertig an und sieht noch dazu sehr edel aus. Die Kunststoff-Bauweise soll natürlich das Gewicht niedrig halten und mir gerade einmal rund 96 Gramm ist die kleine Kamera wirklich ein Leichtgewicht.

Mit Abmessungen von 47 mm x 44 mm x 62 mm macht die Tiny 2 ihrem Namen auch wirklich alle Ehre. Ich war erstaunt, wie winzig die Webcam wirklich ist. Und wie stark sie dabei performt, doch dazu später mehr.

Das Design unterscheidet sich von vielen anderen Webcams, denn die Tiny 2 ruht auf einer quadratischen Basis, anderen Vorderseite neben dem Herstellerlogo zwei Mikrofone zu finden sind.

Von dort aus geht ein dreh- und schwenkbarer Gimbal samt Steg zur hoch zur Kameralinse, die an der Front in einen roten Rahmen gefasst ist. In der Basis sitzt zudem eine LED-Leuchte, die beispielsweise über die aktive Aufnahme oder aktive Tracking informiert.

An der Rückseite findet sich der USB Type-C 3.2 Gen 1-Port, an dem der Anschluss mithilfe des beiliegenden, 1,8 Meter langen, Kabels erfolgt. Unterhalb der Basis findet sich, neben einem 1/4-Zoll-Gewinde zur Montage an einem Stativ der magnetische Anschluss, mit dem die OBSBOT Tiny 2 an der beiliegenden Halterung angedockt wird.

Die Halterung ist verstell- und schwenkbar und erlaubt einen wirklich festen Halt am Monitor, ohne dass die Webcam dabei verrutschen würde. Abgerundet wird der Lieferumfang durch ein äußerst hochwertiges Hardcover-Case, das die Mitnahme erleichtert. Wer keinen USB-C-Port frei hat, findet im Case zudem einen USB-C- auf USB-A-Adapter. Sehr praktisch.

Inbetriebnahme und Software-Anbindung

  • benutzerfreundliche Software
  • hervorragender Funktionsumfang
  • exzellente und präzise KI-Funktionen

Dank Plug-and-Play-Konnektivität ist die OBSBOT Tiny 2 nach dem Anschluss sofort einsatzbereit. Dabei arbeitet die Webcam mit Windows 10 oder höher, sowie macOS 11 oder höher zusammen.

Hinzu gesellen sich einige praktische Zusatzfunktion, die das Fehlen eines dedizierten Privacy Shutters verschmerzen lassen. Soll das Bild ausgeschaltet werden, könnt ihr das Objektiv der Kamera einfach nach unten drücken, womit die Tiny 2 in den Schlafmodus wechselt. Oder ihr sagt einfach „Sleep, Tiny“, um die Kamera schlafenzulegen.

OBSBOT Tiny 2

Als optionale, aber absolut empfehlenswerte, Software kommt OBSBOT Center zum Einsatz, die mit einem klar verständlichen und übersichtlichen Layout aufwartet. So kompakt die Software auch anmuten mag, so mächtig ist ihr Funktionsumfang.

Auf der Startseite könnt ihr zwischen bis zu vier aktiven Kameras des Herstellers wählen und beispielsweise schnell Fotos oder Videos aufzeichnen. Das gefällt mir schon mal ausgesprochen gut, da beispielsweise die Software der Logitech MX Brio (unser Test) keine Möglichkeit mitbringt, Aufnahmen direkt anzufertigen.

Leider werden nicht alle (aber immerhin die meisten) Symbole durch Tooltips erklärt, sodass hier Ausprobieren angesagt ist. Das ist mithilfe der Videovorschau aber ebenfalls kein Problem, da man hier sofort sehen kann, wie sich die Einstellungen auf das Bild auswirken.

Das Haupt-Menü der Software unterteilt sich in drei Bereiche: Konsole, Abbildung und Mehr.

Im Segment der Konsole lassen sich verschiedene Einstellungen vornehmen. Darunter beispielsweise eine KI-Verfolgung inklusive der Möglichkeit, Tracking-Zonen festzulegen. Zudem kann hier eingestellt werden, ob das Bild sich auf den Kopf, Oberkörper oder andere Bereiche des Körpers fokussieren soll.

OBSBOT Tiny 2 OBSBOT Center
Die OBSBOT Center-Software bringt viele starke Anpassungen mit.

Verschiedene einzigartige KI-Modi stehen ebenfalls zur Wahl. Im Tisch-Modus schwenkt die Tiny 2 auf den Schreibtisch, was natürlich vor allem für Aufnahmen von Werkarbeiten oder beim Zeichnen und Malen interessant ist. Hinzu kommen ein Whiteboard-Modus, ein Handtracking für Produktpräsentationen und ein Gruppen-Modus für Aufnahmen mit mehreren Personen.

Zudem kann der Gimbal in zwei Achsen frei angepasst und maximal um den Faktor 4x in das Bild hineingezoomt werden. Alternativ entscheidet ihr euch für drei Betrachtungswinkel: Weit, Mittel und Eng.

Gelungene Gesten- und Sprachsteuerung

Im Bereich Abbildung lässt sich beispielsweise HDR hinzuschalten, der Autofokus justieren oder mithilfe von Belichtung, Weißabgleich und anderen Parametern Einfluss auf das Bild nehmen. Spannend wird es auch nochmal unter „Mehr“. Hier lassen sich Gesten- und Sprachsteuerung anpassen, mit denen die OBSBOT Tiny 2 auf Handbewegungen zoomen, sowie das Tracking an- und ausschalten kann.

OBSBOT Tiny 2
Mit kreativen Effekten und Filtern lässt sich das Bild anpassen.

Mithilfe von Sprachbefehlen (in englischer oder chinesischer Sprache) lässt sich die Webcam ein- und ausschalten, das Tracking aktivieren oder der Zoom regulieren. Zudem kann zwischen drei verschiedenen Presets gewählt werden, die sich in der Software festlegen lassen, um schnell zwischen unterschiedlichen Einstellungen und Positionen zu wechseln.

OBSBOT Tiny 2
Aufwecken, tracken oder zoomen per Sprach- und Gestensteuerung beherrscht die Tiny 2 hervorragend,

Das alles funktioniert erstaunlich präzise und zuverlässig und erweist sich als echter Game-Changer. Hinzu kommt ein Filter-Menü, in dem unter anderem ein Bokeh hinzugefügt, verschiedene Schönheits-Filter oder mit anderen Bild-Filtern wie Klar, Film oder Schwarz/Weiß Einfluss auf den Look genommen werden kann.

Bild- und Tonqualität der OBSBOT Tiny 2

Die OBSBOT Tiny 2 wartet mit einem 1/1,5 Zoll großen CMOS-Sensor mit 50 Megapixeln und einer Blendenöffnung von f/1.9 auf. Maximal sind Aufnahmen in 4K-UHD (3.840 x 2.160 Pixel) mit 30 fps oder in 1080p mit 60 fps möglich. Und das wahlweise mit oder ohne HDR.

Das allein ist in Anbetracht der äußerst kompakten Abmessungen der Kamera schon ziemlich beeindruckend.

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Verbaut sind zudem zwei omnidirektionale Mikrofone, die eine in mehreren Stufen anpassbare Rauschunterdrückung und automatische Verstärkungsregelung mitbringen. Für Webcam-Mikrofone liefern diese einen wirklich guten Klang, der auch mehrere Stimmen bei Gruppenaufnahmen klar darstellt.

Die Bildqualität der Tiny 2 ist schlicht hervorragend. Aufnahmen erfolgen mit einer überzeugenden Bildschärfe, exzellenten Ausleuchtung und überzeugender Farbdarstellung. der Dynamikbereich liegt mit deaktiviertem HDR etwas hinter anderen hochpreisigen Webcams zurück, liefert mit aktivem HDR aber keinerlei Anlass zur Kritik.

Dabei gilt es jedoch zu beachten, dass eine Aktivierung des hohen Dynamikbereichs die maximale Bildrate auf 30 fps limitiert. Wer also in 1080/60 aufnehmen will, kann dies nur ohne HDR tun.

Besonders beeindruckt hat mich, wie die OBSBOT Tiny 2 mit verschiedenen Lichtsituationen zurechtkommt. Auch mit nahezu nicht vorhandenem Umgebungslicht liefert die Webcam noch immer angenehm detailreiche und scharfe Bilder.

Der Autofokus arbeitet dabei äußerst zuverlässig und bildet Personen oder fokussierte Objekte scharf ab. Wenn der Fokus aber mal verrutschen sollte, genehmigt sich die OBSBOT Tiny 2 etwas mehr Zeit, den Fokus wiederzufinden, als andere Premium-Webcams. Gelingen tut es ihr allerdings immer und das noch immer recht schnell.

Was die allgemeine Bildqualität anbelangt, so rangiert die OBSBOT Tiny 2 auf wirklich sehr gutem Niveau. Allerdings liefern andere Mitbewerber wie beispielsweise die Elgato Facecam Pro oder Razer Kiyo Ultra ein nochmal detailreicheres Bild – aber eben auf Kosten des Gimbals und der kompakten Bauweise, was die Tiny 2 natürlich deutlich vielseitiger einsetzbar macht.

OBSBOT Tiny 2 Test: Fazit

Die OBSBOT Tiny 2 macht mit ihren winzigen Abmessungen und dem niedrigen Gewicht ihrem Namen alle Ehre, was sie zu einem hervorragenden Begleiter für unterwegs macht. Trotzdem gibt die Webcam auch bei stationärer Nutzung eine exzellente Figur ab und punktet mit einer sehr guten Bildqualität, flüssigem und sehr genauem Tracking und einzigartigen KI-Features samt praktischem Gimbal-Design.

Lediglich der Dynamikumfang könnte, bei deaktiviertem HDR, gerne etwas weiter ausfallen, während der Autofokus zwar genau arbeitet, aber nicht unbedingt zu den schnellsten gehört. Leichten Punktabzug gibt es zudem für den fehlenden Windows Hello-Support und den recht hohen Preis.

Wer sich daran aber nicht stört, der erhält mit der OBSBOT Tiny 2 eine wirklich exzellente Webcam mit einzigartigen Funktionen, die so ziemlich alle an sie gestellten Ansprüche problemlos meistert.

OBSBOT Tiny 2 Test: Gold Award

OBSBOT Tiny 2

Verarbeitung
Ausstattung
Bildqualität
Audioqualität
Software
Preis-Leistungs-Verhältnis

93/100

Unglaublich kompakte und leichte 4K-Webcam mit starker Bild- und Audioqualität und exzellenten KI-Fähigkeiten. Der Autofokus dürfte etwas schneller arbeiten, zudem fehlt der Windows Hello-Support.

Philipp Briel

Ich bin leidenschaftlicher Gamer seit meiner frühen Kindheit und habe neben dem PC nahezu jede Spielekonsole bereits besessen. Auch Technik begeistert mich, vor allem brenne ich für Peripherie, PCs, Notebooks und Gadgets.

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