Trackballs nutze ich bereits seit den 90ern – sowohl am Amiga als auch am ersten Windows-PC. Und bei Trackballs gibt es zwei grundsätzlich unterschiedliche Konstruktionsweisen. Mit dem Ball in der Mitte, wie beim ProtoArc EM03 NL aus diesem Test, zur Steuerung mit Zeige- und Mittelfinger – und mit dem Ball an der Seite zur Steuerung mit dem Daumen, wie es bei den Schwestermodellen EM01 und EM05 NL der Fall ist. Wer welche Konstruktionsweise lieber mag, ist eine sehr persönliche Sache. Ich zum Beispiel komme mit dem „Center-Ball“ besser klar – Gewohnheit vermutlich.
Da gab es jedoch ein großes Problem: Es hat sich auf dem Markt seit Jahrzehnten kaum etwas getan mit neuen Produkten. So hatte ich den Kensington Orbit Trackball with Scroll Ring bereits vor 15 Jahren im Einsatz – und dieser wird auch heute noch weitestgehend identisch verkauft. Vorher hatte ich die Version ohne Scroll Ring verwendet – und auch dieser ist noch in der Form erhältlich. Später kam noch der Expert Trackball von Kensington dazu, den es ebenso lang gibt und der mich trotz des hohen Preises nicht überzeugen konnte. Und damit kommt man bereits schnell ans Ende der Angebote. Oder KAM. Denn mit dem ProtoArc EM03 NL gibt es nach vielen Jahren tatsächlich mal wieder etwas Bewegung auf dem Markt und ich bin sehr auf den Test gespannt – gerade auch im Vergleich zur älteren Konkurrenz.
Spezifikationen
| Größe | 16,8 x 10,5 x 5,5 cm |
| Kugel-Größe | 44 mm |
| Verbindung | Drahtlos via USB und Bluetooth 5.0 |
| Kompatibilität | ab Win XP (USB), ab Win 8 (Bluetooth), ab Mac OS X 10.12, ab Android 4.3 (Bluetooth), iOS |
| Empfindlichkeit | 200 / 400 / 800 / 1200 / 1600 DPI |
| Akku | 500 mAh |
| Drahtlos-Reichweite | 10 m |
| Garantie | 2 Jahre |
| Preis | 53,99 € |
Verpackung und Lieferumfang
- Verpackung im seriösen Design
- Anleitung ist mehrsprachig und gut übersetzt
- Ein Ladekabel ist im Lieferumfang enthalten
Der ProtoArc EM03 NL kommt in einer dunkelgrauen Verpackung, die designmäßig eine edle und seriöse, aber wenig auffällige Sprache spricht. Der Karton ist einfach zu öffnen und man wird von einem kleinen, schwarzen Umschlag begrüßt sowie einer Schnellanleitung. Im Umschlag findet man einen Serviceaufkleber und ein paar Informationen zu ProtoArc. Wenig hilfreich, aber den edlen Eindruck unterstützend.
Weiter unten stößt man auf den Trackball selbst, der von einer Kunststofffolie geschützt wird. Und auf eine Zubehörschachtel, die neben einem Ladekabel die Bedienungsanleitung enthält. Diese ist mehrsprachig ausgelegt – Englisch, Deutsch, Französisch, Italienisch, Spanisch und Japanisch. Und es ist auch eine ganz brauchbare, verständliche Übersetzung.
Design
- Mattschwarze Oberfläche
- Recht groß gehalten
- Scrollrad sticht optisch heraus
Der ProtoArc EM03 NL ist ein mattschwarzer, ergonomischer Trackball. Wo man farblich variieren kann, das ist bei der Kugel. Im Test habe ich die Version mit der dunkelgrauen Kugel, aber es gibt diese noch in rot und lila. Was etwas heraussticht, das ist das orangene Scrollrad, das mit der grauen Kugel der einzige Farbakzent ist und nicht optimal zu den anderen Kugelfarben passt. Ich denke, ich hätte hier das Farbschema der anderen Modelle EM01 und EM05 NL beibehalten und ein schwarz-silbernes Rad montiert.
Der EM03 ist ein ziemlich großes Teil und meine Hand (Handschuhgröße 9,5 bzw. L) liegt vollständig auf. Die meisten Mäuse und auch die preisähnlichste Trackball-Konkurrenz von Kensington sind merklich kleiner. Aus optischer Sicht wirkt die Kugel des ProtoArc daher relativ klein, aber sie fällt mit 44 mm tatsächlich recht groß aus. Mit kleinen Händen wird die Bedienung dieses Trackballs schwieriger. Das dürfte dann auch ergonomische Vorteile behindern.
Abgesehen vom orangenen Scrollrad, das optisch besser zu einer Gaming-Maus passen würde, macht der ProtoArc EM03 NL auf jeden Fall einen sehr seriösen „business-like“ Eindruck. Nicht falsch verstehen: Von der Anwendung her ist das Scrollrad voll in Ordnung. Nur aus designtechnischer Sicht wirkt es unpassend.
Verarbeitungsqualität und Handhabung
- Gute Verarbeitung ohne Plastik-Knarzgeräusche
- Zur Reinigung ist die Kugel einfach entnehmbar
- Oberfläche neigt zu dunkel-glänzenden Flecken
Die Verarbeitung des ProtoArc EM03 NL wirkt nach Jahren der Nutzung des Kensington Orbit Trackball with Scroll Ring wirklich sehr gut. Diesen Kensington-Trackball werde ich noch öfter als Referenz heranziehen, denn die Auswahl auf dem Markt ist sehr gering und dieses Modell ist die preisähnlichste und präsenteste Konkurrenz in diesem Bereich. Das Anfassgefühl des EM03 ist merklich besser. Wenn man den Kensington über Jahre gewohnt war, wirkt der ProtoArc wirklich wie ein ordentlicher Schritt in die bessere Richtung, zumal der ProtoArc verstellbare DPI besitzt und Vor- und Zurück-Tasten, was bei der Browser-Steuerung hilfreich ist.
Um noch einmal auf das Scrollrad zu kommen: Die Funktion war problemlos, aber bei mancher schneller Bewegung war ein Quietschen zu hören, das nicht ganz zum ansonsten guten Eindruck passt.
Der ProtoArc EM03 NL besitzt auf der Unterseite drei ordentliche Anti-Rutsch-Gummifüße. Da Trackballs sowieso fest stehen sollen und man auch keinen strukturierten Untergrund braucht, benötigt man kein Mousepad.
Auf der matten Oberfläche des Trackballs sieht man jedoch schnell glänzende Handabdrücke. Diese kann man aber auch als Indikator dafür nutzen, wann man eine Reinigung durchführen sollte.
Zum Thema Reinigung: Hierfür kann man von unten durch das Gehäuse langen, um die Kugel zu entfernen. Dann kann man auch den Innenraum und den Sensor sauber bekommen.
Dieser Trackball macht also generell einen guten Eindruck, was die Verarbeitung angeht, erreicht tatsächlich aber nicht ganz das Gefühl von Robustheit, die die Schwestermodelle EM01 und EM05 mit Daumensteuerung vermitteln.
Einrichtung und Verbindung
- Verbindung über USB-Dongle oder Bluetooth-Verbindungen
- Dongle kann direkt im Trackball gelagert werden
- Zuverlässige Verbindung
Die Einrichtung des ProtoArc EM03 NL aus diesem Test ist simpel, da man keinerlei Software oder manuelle Treiber dazu benötigt. Einfach den USB-Dongle einstecken, Trackball auf der Unterseite einschalten und sehen, ob die LED neben dem Dongle-Zeichen blinkt. Ist das nicht der Fall, sollte man den kleinen Knopf zwischen den drei LEDs und dem On-Off-Schalter drücken, bis der gewünschte Modus blinkt. Alternativ gibt es die Möglichkeit, den EM03 NL auch via Bluetooth zu verbinden. Hierfür gibt es Bluetooth 1 und Bluetooth 2 auszuwählen. Dann muss man in den Bluetooth-Verbindungseinstellungen des zu verbindenden Geräts einfach nach „ProtoArc EM03 NL“ suchen und schon kann man die Kopplung herstellen. So kann man einfach zwischen mehreren Geräten wechseln und beispielsweise den USB-Dongle in den Desktop-Rechner stecken, aber auch zwei weitere Geräte, wie Laptops oder Tablets, via Bluetooth verbinden. Dann kann man mit dem Knopf zur Auswahl zwischen den Geräten hin- und herschalten. Das ist praktisch, wenn man mehrere Computer betreibt und zwischen diesen wechseln möchte, ohne den Schreibtisch mit Mäusen vollzustellen oder ständig USB-Dongles wechseln zu müssen. Außerdem verliert man bei Bluetooth-Nutzung den USB-Dongle nicht, wenn man den Trackball mitnimmt, um ihn unterwegs an einem Laptop einzusetzen.
Da muss ich sagen, dass ich hier durchaus sehr zufrieden bin mit der Verbindungsherstellung. Das hat sehr leicht und sehr zuverlässig funktioniert. Die Version über den USB-Dongle funktioniert am schnellsten, wogegen Bluetooth typischerweise ein paar Sekunden braucht, bis die Verbindung wieder steht. Ein Vorteil der Bluetooth-Verbindung ist, dass man hierüber den verbleibenden Akkustand auslesen kann. Eine Nutzung über das USB-Kabel ist nicht möglich – dieses ist nur zum Laden des Akkus dabei.
Erster Eindruck und praktischer Einsatz
- Ergonomische Form für eine angenehme Handauflage und -haltung
- Eine gewisse Gewöhnungsphase ist nötig
- Tastendruckpunkt etwas weich
Wenn man über Jahre symmetrische Trackballs von Kensington genutzt hat, fühlt sich der Aufbau des ProtoArc EM03 NL schon merklich anders an. Klar: Dieser Trackball ist ergonomisch auf die Nutzung mit der rechten Hand ausgelegt, wogegen symmetrische Trackballs für Linkshänder, die die Maus tatsächlich mit links bedienen, vorteilhafter sind. Aber realistisch gesehen gibt es einfach mehr Rechtshänder und einige Linkshänder, die dennoch die rechte Hand für die Maus nutzen. Und hier ist es einfach angenehmer, ein darauf optimiertes ergonomisches Design zu haben. Die Hand liegt angenehm auf und ist nicht so weit verdreht, wie es bei nicht-ergonomischen Modellen der Fall ist. Das sorgt für eine Entlastung des Handgelenks.
Die linke Maustaste wird mit dem Daumen gedrückt, die rechte Maustaste mit dem Ringfinger, der, wie der kleine Finger, eine feste Position durch eine sanfte Einbuchtung hält. Scrollring und „Vor- und Zurück-Tasten“ für die Browser-Steuerung werden ebenfalls vom Daumen übernommen. Was das angeht, habe ich das Gefühl, dass ich mir das Scrollrad rechts von der Kugel gewünscht hätte, um hier eine gewohntere Position zur Steuerung mit dem Mittelfinger zu finden, wie man es von Mäusen gewohnt ist. Das wird aber auch eine reine Gewohnheitssache sein.
Bei diesem Test ist mir gelegentlich aufgefallen, dass ich den Druckpunkt der Tasten ein wenig zu „weich“ ausgelegt fand. Insbesondere die „mittlere“ Maustaste, also den Druck auf das Scrollrad, habe ich beim Scrollen öfter ausgelöst als ich es von anderen Modellen gewohnt war. Aber auch die anderen Tasten waren sehr leicht zu drücken, sodass das Ablegen der Finger schon fast zur Betätigung der Tasten geführt hat. Der dann nötige Kraftaufwand ist entsprechend gering. Bei den Vor- und Zurück-Tasten war das allerdings kein Problem.
Nach einiger Zeit der Nichtverwendung geht der Trackball in einen Schlafmodus, um Strom zu sparen. Um diesen zu lösen, muss man klicken – ein einfaches Bewegen der Kugel ist nicht ausreichend.
Arbeit und Gaming
- Optimiert auf Büro-Arbeit
- Sehr leise Tasten
- Gaming möglich und hierfür nutzt man am besten die Verbindung via USB-Dongle
Bereits zu Zeiten mit anderen Trackballs haben Kollegen gemeint, dass sowas ja eher für Gaming geeignet ist und Gamer meinten, dass sowas eher für die professionelle Arbeit geeignet ist. Ich muss sagen, dass es reine Gewöhnungssache ist und alles damit gut funktionieren kann. Der ProtoArc EM03 NL ist dennoch konzeptionell auf den ergonomischen Alltagseinsatz ausgelegt und weniger auf Gaming. Im Büro-Einsatz – gerade, wenn man gemeinsam mit anderen Leuten im Büro sitzt – ist es angenehm, dass die Maustasten sehr leise sind und man die Kollegen nicht durch das Klicken nerven kann. Und hier ist der gesundheitliche Aspekt durch das ergonomische Design auch relevanter als die Performance. Dabei finde ich es mit der großen Kugel auch einfacher, präzise zu arbeiten als mit den kleineren Kugeln der Modelle mit Daumensteuerung. Die Kugel wirkt einfach etwas satter und geschmeidiger.
Aber prinzipiell kann man den Trackball natürlich auch zum Spielen nutzen, wenn man sich daran gewöhnt hat. Hier ist dann die Verbindung via USB-Dongle passender, da die Übertragung mit 250 Hz läuft statt mit 125 über Bluetooth, was bei der Arbeit keine wirkliche Relevanz hat. Eine Optimierung auf den Arbeitsbereich steht also dem Gaming nicht prinzipiell im Wege. Auch hier profitiert man von der gesünderen Handhaltung, aber es kann sein, dass die Gewöhnungskurve etwas steiler ist.
Auch die Empfindlichkeit kann man je nach Geschmack einstellen. Das beginnt bei 200 DPI, was für den Alltag zu langsam wirkt, aber man kann damit kleine Bewegungen sehr präzise durchführen. 400 oder 800 DPI halte ich je nach Geschmack und Bildschirmauflösung für die praktischsten Empfindlichkeiten für den Alltag – man kommt recht flott von einer Bildschirmseite zur anderen und kann dennoch auch Details noch gut abarbeiten. 1200 und 1600 DPI lassen den Mauszeiger schnell bewegen, aber das halte ich für Arbeitsszenarien für unpraktisch. Das könnte aber je nach Spiel und Steuerung für Gaming gut funktionieren.
Je nach Arbeitsrechner ist es auch gut, dass die Verbindung via Bluetooth möglich ist, denn so manche besonders flachen Laptops kommen heutzutage bereits nicht mehr mit USB-A, um den Dongle zu verwenden. Diese Verbindungsoption sorgt also auch dafür, dass der Trackball nicht zu schnell obsolet wird, wenn man die Geräte wechselt.
Akkulaufzeit
- Lange Akkulaufzeit
- Akkulaufzeit wird durch automatisch aktivierten Ruhezustand verlängert
- Akku-Ladezustand wird via Bluetooth angezeigt, nicht über USB
Der fest verbaute Akku des ProtoArc EM03 NL bietet eine Kapazität von 500 mAh. Zu Beginn des Testzeitraums habe ich diesen einmal am USB-Anschluss des Computers geladen, was rund eine Stunde gedauert hat. Anschließend habe ich ihn nur noch verwendet. Über den USB-Anschluss kann man keinen Akkustand auslesen, aber via Bluetooth bekommt man eine Akkustandsanzeige. Hier bin ich mir jedoch nicht sicher, wie präzise diese ist. Auch nach zwei Wochen intensiver Testphase wurde hier noch immer 100% angezeigt. Selbst, wenn das nur auf die nächsten 10% gerundete Werte sind, wäre das aber absolut super. Hier muss man sich also keine Sorgen machen, dass man ständig nachladen muss. Man hat nach einem Ladevorgang also voraussichtlich ein paar Monate lang Ruhe.
Auf der ProtoArc-Produktseite heißt es, dass der Akku eine Laufzeit von bis zu ca. 1440 Stunden hat. Selbst das wären zwei Monate – bei Dauerverwendung. Aber nach ein paar Minuten der Inaktivität geht der Trackball ja in den Ruhezustand. Bei einer üblichen Verwendung sollte man den Akku also kaum öfter als 2-3x im Jahr laden müssen.
Vergleich mit der Konkurrenz
- Ähnliche Preisklasse und Zielgruppe
- ProtoArc EM03 NL ist in den meisten Punkten bezüglich Bedienung und Verarbeitung überlegen
- Kensington ist kompakter und als symmetrisches Modell auch mit der linken Hand nutzbar
In vielen Produktkategorien gibt es so viel Auswahl, dass es kaum sinnvoll ist, Vergleiche anzustellen. Im Bereich der Trackballs mit mittiger Kugel ist die Konkurrenz jedoch gering, sodass die Wahrscheinlichkeit hoch ist, dass man auf den Kensington-Trackball with Scroll Ring stößt, der in derselben Preisklasse liegt und den ich im ProtoArc EM03 NL Test jetzt auch schon genannt habe. Hier halte ich einen direkten Vergleich für sinnvoll.
Was auf dem Bild nicht so herauskommt: Der ProtoArc EM03 NL ist deutlich größer. Der Kensington-Trackball war zu Beginn auch mit einer Handballenauflage ausgeliefert worden, aber diese hat mit der Zeit Verfärbungen angenommen, die sich nicht entfernen lassen haben, zumal sie auch nicht fest montiert war und oft verrutscht ist. Außerdem war hier eine Kante spürbar. Dementsprechend habe ich die Handballenauflage des Kensington-Trackballs irgendwann entsorgt. Hier ist die gesamte ergonomische Form des ProtoArc EM03 NL doch praktischer als das Zusatzteil.
Der EM03 hat noch weitere Vorteile: Die Tasten sind leiser und er besitzt nicht nur zwei Tasten, wie der Kensington, sondern auch die Vor- und Zurücktaste und die „mittlere“ Maustaste durch das Drücken auf das Scrollrad. Außerdem kann man am ProtoArc die DPI einstellen, was am Kensington nicht geht: Zu schnelle oder zu langsame Bewegung? Pech. Hier ist nur die limitierte Einstellung im Betriebssystem möglich. Dann die Verbindung: Der Kensington hat ein fest verbundenes USB-Kabel, wogegen der ProtoArc EM03NL trotz des vergleichbaren Preises ein Wireless Trackball ist – und das sogar mit mehreren Verbindungsmöglichkeiten.
Außerdem macht der ProtoArc verarbeitungsmäßig einen etwas besseren Eindruck: Der Kensington knarzt gelegentlich und auch die Gummifüße sind deutlich dünner – keine Probleme bei ProtoArc. Und dessen Kugel ist auch etwas größer und läuft dadurch sauberer.
Aber dennoch kann ich dem EM03 keinen Sieg auf ganzer Ebene zugestehen, auch wenn es nicht weit entfernt ist. Der Kensington-Trackball ist kompakter und lässt sich daher einfacher in eine Laptoptasche drücken, dazu ist die symmetrische Bauweise auch für Linkshänder geeignet und der Scrollring um die Kugel ist angenehm in der Handhabung, zumal man sich entscheiden kann, ob man diesen mit Daumen, Mittel- oder Ringfinger dreht.
Fazit
Super. Wer als Rechtshänder einen Trackball mit mittiger Kugel sucht, hatte bisher eine sehr magere Auswahl und musste hier auf ziemlich kompromissbelastete Modelle zurückgreifen. Ein Modell mehr auf dem Markt stellt zugegebenermaßen nicht gerade eine gewaltige Mehrauswahl dar. Aber mit dem ProtoArc EM03 NL habe ich das Gefühl, die Vorteile eines Trackballs nicht mit den Nachteilen einer mäßigen Verarbeitung, begrenzten Tasten oder limitierter Ansteuerung erkaufen zu müssen. Dazu kommen die sehr leisen Tasten, das ergonomische Design und das zu einem Preis, der nicht abgehoben wirkt.
Es gibt durchaus ein paar Details, die ich mir ein bisschen anders wünschen würde, aber in der Gesamtheit ist der ProtoArc EM03 NL ein Trackball, dessen Existenz ich mir schon vor Jahren gewünscht hätte. Von meiner Seite aus gibt es also durchaus eine Kaufempfehlung für die, die in diesem Bereich suchen. Kleine Einschränkung: Zur Nutzung mit der linken Hand bleiben weiterhin nur die symmetrischen Modelle.
VORTEILE
- Gute Verarbeitungsqualität
- Extrem leise Tasten
- Sehr ergonomisches Modell
- Gute Akkulaufzeit
- Neues Modell in einem statischen Markt
- Viele Verbindungsmöglichkeiten
- DPI-Wahlschalter
NACHTEILE
- Scrollrad-Farbe wirkt unpassend
- Man sieht schnell dunkel-glänzende Stellen, wo die Hand aufliegt
Fazit
Der ProtoArc EM03 NL bringt frischen Wind in den stagnierten Center-Ball-Markt und überzeugt mit guter Verarbeitung sowie zeitgemäßer Ausstattung. Für rund 54 Euro eine klare Empfehlung.