SteelSeries Aerox 3 Wireless Gen 2 Test: Starke Mittelklasse-Gaming-Maus

Philipp Briel
Philipp Briel · 9 Min. Lesezeit
SteelSeries Aerox 3 Wireless Gen 2

Die SteelSeries Aerox-Linie gehört seit Jahren zu den gefragtesten Gaming-Mäusen im Mittelklassesegment und das aus gutem Grund. Mit der SteelSeries Aerox 3 Wireless Gen 2 schickt der Hersteller nun eine überarbeitete Version ins Rennen, die innen ordentlich aufgerüstet wurde, während die bewährte Optik weitgehend erhalten bleibt. Nach ausgiebigem Alltagseinsatz kann ich sagen: Das Update trifft genau da, wo es zählt. Aber fangen wir vorne an.

Technische Daten der SteelSeries Aerox 3 Wireless Gen 2

Produkt Aerox 3 Wireless Gen 2
Ergonomie Symmetrisch (für Rechtshänder)
Sensor SteelSeries TrueMove
Sensortyp Optisch
DPI 100 – 26.000
IPS 400
Beschleunigung 40G
Abfragerate 4.000 Hz
Tastenzahl 6 (6 programmierbar)
Material ABS-Kunststoff
Schalter Mechanisch
Gewicht 68 Gramm
Abmessung  120,55 mm x 67,03 mm x 37,98 mm
Länge / Material des Kabels 1,8 Meter / Stoffummantelung
Anschluss USB-Typ-A auf USB-Typ-C
Konnektivität Kabellos (2,4-GHz-Empfänger); kabelgebunden
Akkulaufzeit
  • Bis zu 120 Stunden mit 1000 Hz
  • Bis zu 35 Stunden mit 4000 Hz
Preis € 109,99 *

SteelSeries Aerox 3 Wireless Gen 2 Test: Design und Verarbeitung

Wer die Aerox 3 aus der Vorgängergeneration (unser Test) kennt, wird die neue Gen-2-Version auf Anhieb wiedererkennen. Das äußere Design hat sich im Vergleich zum Original und dem 2022er-Refresh kaum verändert. Das Gewicht bleibt bei leichten 68 Gramm, die das Gerät agil und wendig wirken lassen.

Die symmetrische Form der mit wabenförmigen Öffnungen versehenen Gaming-Maus liegt angenehm in der Hand, ohne zu ermüden. Aber: Das löchrige Design ist und bleibt zweifellos Geschmackssache. Mir persönlich ist der Look meiner Maus relativ egal, solang das Teil beim Zocken abliefert (was die Aerox 3 Gen 2 definitiv tut). Aber… sie wird sicherlich nicht jedem gefallen.

Das flache, symmetrische Design der Aerox 3 ist fantastisch und komfortabel. Bei nur 68 Gramm lässt sie sich problemlos greifen und schnell über den Bildschirm bewegen. Wer kleinere Hände hat, wird das besonders zu schätzen wissen. Für Palm-Grip-Nutzer mit größeren Händen ist eher die Aerox 5 von SteelSeries geeignet, die Aerox 3 richtet sich eher an Fans des Claw- und Fingertip-Grip.

Die Verarbeitungsqualität überzeugt: hochwertige Kunststoffe, sorgfältig zusammengebaute Elemente und ein insgesamt solides Gehäuse, das trotz seines geringen Gewichts keine Kompromisse bei der Haptik eingeht.
Das markante Wabenmuster auf der Gehäuserückseite ist ein Markenzeichen der Aerox-Linie. Es ist seit der Einführung ein Erkennungsmerkmal und erfüllt einen funktionalen Zweck. Ich persönlich finde, dass es dem Gerät Charakter verleiht, auch wenn modernere Konkurrenzmodelle im gleichen Preissegment optisch cleaner daherkommen. Wer damit leben kann, bekommt dafür ein durchsichtiges Gehäuse, das die anpassbare RGB-Beleuchtung in drei Zonen sehr gut zur Schau stellt.

Beim Lieferumfang zeigt sich SteelSeries großzügig: Im Karton befinden sich die Maus selbst, der 4K USB-C-Dongle, ein USB-C-zu-C-Adapter sowie ein USB-C-Ladekabel aus Super-Mesh-Material, das sich flexibel und leichtgängig über den Tisch bewegen lässt.

SteelSeries Aerox 3 Wireless Gen 2

In Sachen Haltbarkeit hinterlässt die Aerox 3 Gen 2 ebenfalls einen starken Eindruck: Dazu trägt auch die IP54-Schutzklasse bei, die SteelSeries unter dem Begriff „AquaBarrier“ vermarktet und die das Eindringen von Staub, Schmutz und Feuchtigkeit verhindert.

Die SteelSeries Aerox 3 Wireless Gen 2 verteilt ihre Tasten auf die Oberseite, linke Seite und den Unterboden: zwei Haupttasten, Scrollrad und DPI-Taste oben, zwei Navigationstasten links in Daumenreichweite.  Auf der Unterseite befindet sich ein Verbindungsschalter für Bluetooth und den 2.4-GHz-Empfänger.

Ausstattung der SteelSeries Aerox 3 Wireless Gen 2

Aus technischer Sicht hat die SteelSeries Aerox 3 Wireless Gen 2 deutlich zugelegt. Das Herzstück ist der TrueMove-26K-Sensor, der bis zu 26.000 DPI, eine Trackinggeschwindigkeit von 400 IPS und eine Beschleunigung von 40G bietet. Dazu kommen bis zu 5 speicherbare Onboard-Profile, sechs programmierbare Tasten sowie mechanische Switches, die für bis zu 80 Millionen Klicks ausgelegt sind.

Das entspricht einem Sprung von 8.000 DPI gegenüber dem Vorgängermodell und eine Geschwindigkeit, die im vergangenen Jahr noch der Oberklasse vorbehalten blieb. Das absolut größte Upgrade ist jedoch die Polling-Rate. Neu ist eine 4K-Polling-Rate, die im Vergleich zur bisherigen 1.000-Hz-Rate eine spürbare Verbesserung darstellt.

Ja, es gibt keine 8.000 Hz. Aber die sind in meinen Augen eh meist nur ein Marketing-Gag, den in der Realität wohl nur echte Esports-Pros ausnutzen dürften. Wer schon einmal eine Maus mit höherer Polling-Rate ausprobiert hat, wird wissen, was gemeint ist. Denn der Unterschied zwischen 1.000 Hz und 4.000 Hz ist im direkten Vergleich tatsächlich spürbar.

SteelSeries Aerox 3 Wireless Gen 2

Die Verbindungsoptionen umfassen 2.4-GHz-Funk, Bluetooth 5.0 sowie kabelgebundenen Betrieb via USB-C. Während 2.4 GHz und der Kabelmodus die volle 4K-Polling-Rate unterstützen, sind einige der fortgeschrittenen Einstellungen im Bluetooth-Modus nicht verfügbar. Dennoch schön zu sehen, dass SteelSeries hier Bluetooth integriert, wenn man den Nager mal unterwegs oder am Tablet nutzen möchte. Die PTFE-Gleitfüße sorgen für ein angenehm glattes Gleiten auf dem Mauspad. Ein Detail, das man erst dann richtig wertschätzt, wenn man es nicht mehr hat.

Akkulaufzeit der SteelSeries Aerox 3 Wireless Gen 2

Auch in puncto Akkulaufzeit legt die SteelSeries Aerox 3 Wireless Gen 2 spürbar zu. Im 2.4-GHz-Modus mit 1000-Hz-Polling soll die Maus bis zu 120 Stunden durchhalten, über Bluetooth sogar bis zu 200 Stunden. Wechselt man zur 4000-Hz-Polling-Rate, sinkt die Laufzeit auf etwa 35 Stunden. Aber das reicht immer noch für die meisten einer Arbeitswoche, wenn die Maus durchgängig genutzt wird.

SteelSeries Aerox 3 Wireless Gen 2

Im Praxiseinsatz bestätigt sich dieses Bild. Mit 73 Prozent Akku kam die Maus bei mir an und hielt im Praxiseinsatz problemlos mehrere Tage lang durch. Bluetooth beansprucht generell weniger Energie, weshalb die höheren Stundenangaben darauf basieren. RGB-Beleuchtung, höhere Polling-Raten und Energieeinstellungen wirken sich natürlich auf die tatsächliche Laufzeit aus. Wer also maximale Akkulaufzeit will, schaltet die Beleuchtung aus und nutzt Bluetooth – die maximale Performance gibt’s aber nur via Funkverbindung.

App-Anbindung via SteelSeries GG

Die Software-Seite der Aerox 3 Wireless Gen 2 wird über die SteelSeries-GG-Suite realisiert und die hat sich in den letzten Jahren zu einem der besseren Peripherie-Ökosysteme am Markt entwickelt. Wenngleich man sagen muss, dass Steelseries mittlerweile einer der wenigen Hersteller ist, die (bisher) keine Anpassung per Browser ermöglichen.

In der Begleit-App finden sich DPI-Profile, die Auswahl der Polling-Rate, Beschleunigungs- und Präzisionsoptionen sowie erweiterte Einstellungen. Wer tiefer einsteigen möchte, wird mit dem neuen Sensitivity Tool fündig, das den Aim Trainer direkt in die App integriert. Besonders cool für Shooter-Fans, die ihr Aiming trainieren wollen.

SteelSeries Aerox 3 Wireless Gen 2

Über die GG-App lassen sich Liftoff-Distanz, Rotation, Scroll-Jump-Schutz, Wireless-Stability-Modus und Bluetooth-Smoothing anpassen. Bis zu fünf Profile können direkt auf der Maus gespeichert werden, was plattformübergreifenden Einsatz ohne Software erleichtert.

Wichtig zu wissen: Einige der fortgeschrittenen Funktionen stehen zudem nur im 2.4-GHz- oder Kabelmodus zur Verfügung, nicht über Bluetooth, aber das ist bei den meisten Gaming-Mäusen mit Bluetooth-Funktion so und beileibe kein Beinbruch.

SteelSeries GG gefällt als übersichtliche und intuitiv zu bedienende Software mit stimmigem Funktionsumfang, die einige spannende Alleinstellungsmerkmale mitbringt. Ich würde mir nur wünschen, dass auch der dänische Hersteller zeitnah eine Browser-basierte Lösung an den Start bringt. Denn Maus-Software ist soooo 2023.

Performance und Praxistest

Im Gaming- und Praxistest spielt die SteelSeries Aerox 3 Wireless Gen 2 konsequent ihre Stärken aus und präsentiert sich als akkurate und zuverlässige Gaming-Maus, die die meisten Spieler begeistern dürfte. Auf dem Schreibtisch fühlt sich die Aerox 3 Wireless Gen 2 von der ersten Sekunde an vertraut und sicher an.

Der Sensor liefert im Alltag das, was man von einer Maus dieser Klasse erwartet: echte Eins-zu-eins-Präzision, bei der jede Mausbewegung sauber übertragen wird. Unterstützt durch eine Trackinggeschwindigkeit von 400 IPS und 40G Beschleunigung, was für die meisten absolut ausreichend sein dürfte. Wenngleich kompetitive Pros bei den 930 IPS einer Razer Viper V4 Pro (unser Test) natürlich in ganz andere Regionen vordringen.

SteelSeries Aerox 3 Wireless Gen 2

Aber ganz ehrlich? Als normaler Spieler, der ab und zu mal Counter-Strike 2, Marvel Rivals, Apex Legends oder The Finals rockt… merkt man den Unterschied kaum. Das Tracking ist präzise und zuverlässig und lässt nichts vermissen. Im direkten Spieleinsatz, etwa in Counter-Strike 2, zeigt die 4K-Polling-Rate ihre volle Wirkung. Wer einmal mit höherer Polling-Rate gearbeitet hat, will nicht mehr zurück.

Zielen fühlt sich kontrolliert und direkt an, schnelle Richtungswechsel gehen leicht von der Hand, und die niedrige Latenz über 2.4 GHz macht sich besonders in Momenten bemerkbar, wo es auf Millisekunden ankommt. In hektischen Clutch-Situationen hat die Maus keine einzige Fehleingabe produziert. Außerhalb des Gamings, also im Büro- und Redaktionsalltag, schlägt sich die Maus ebenfalls sehr gut.

Die Seitentasten lassen sich frei konfigurieren und erleichtern so tägliche Workflows beim Schreiben und Office-Aufgaben. Die DPI-Taste auf dem Rücken, die auf den ersten Blick wie ein Nice-to-have wirkt, erweist sich im Alltag als überraschend nützlich – gerade in einer Zeit, in der diese bei vielen Konkurrenten auf die Unterseite wandert und dort nicht verwendbar ist, ohne die Maus anzuheben.

Die mechanischen Switches hinterlassen einen guten Eindruck. Sie sind für bis zu 80 Millionen Betätigungen ausgelegt und fühlen sich taktil und knackig unter den Fingern an. Zwar bieten manche Konkurrenzprodukte im gleichen Preissegment inzwischen hybride optische Switches mit potenziell schnelleren Reaktionszeiten, doch die Schalter gefallen mir wirklich gut.

SteelSeries Aerox 3 Wireless Gen 2 Test: Fazit

Die SteelSeries Aerox 3 Wireless Gen 2 markiert ein gelungenes Update einer Maus, die ohnehin schon überzeugte. SteelSeries hat zweifellos an den richtigen Stellschrauben gedreht: Die Upgrades beim Sensor, der Polling-Rate, der Akkulaufzeit und der Software-Erfahrung helfen, im hart umkämpften Mittelklassesegment wettbewerbsfähig zu bleiben. Hier schließt die Maus zweifellos zu Razer, Corsair und Co auf – wenngleich echte Alleinstellungsmerkmale abseits des Designs ausbleiben.

Wo wir schon beim Design sind: Das offene Lochmuster ist und bleibt Geschmackssache. Wer einen cleanen Nager bevorzugt, wird hier definitiv nicht fündig. Dafür stellt der Look die RGB-Beleuchtung aber sehr gut zur Schau. Hinzu kommt, dass das kompakte Gehäuse nicht für alle Griffstile ideal ist. Wer gerne im Palm-Grip zockt, wird hier nur bedingt glücklich und sollte eher auf ein Upgrade der Aerox 5 warten.

Wer aber eine leichte, schnelle und zuverlässige kabellose Gaming-Maus sucht, die sowohl im kompetitiven Gaming als auch im Büro- und Reiseeinsatz eine gute Figur abgibt, liegt mit der SteelSeries Aerox 3 Wireless Gen 2 goldrichtig.

SteelSeries Aerox 3 Wireless Gen 2 Award

VORTEILE

  • Präziser Sensor
  • Tadellose Performance
  • Schickes RGB
  • Hoher Komfort
  • Gute Software

NACHTEILE

  • Wabendesign Geschmackssache
  • Nicht ideal für Palm-Grip
  • Keine Web-App

Detailbewertung

Verarbeitung90
Ausstattung90
Ergonomie90
Software91
Preis-Leistungs-Verhältnis91

Fazit

Überzeugende Gaming-Maus im Mittelklasse-Segment mit starkem Sensor und tadelloser Performance. Lediglich das Design bleibt Geschmackssache.

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