2.048 Wh Akku und 2.800 W Dauerleistung klingen erst einmal nach einer Powerstation, die so schnell nichts aus der Ruhe bringt. Ganz mobil ist diese Leistungsklasse allerdings nicht mehr: Die AFERIY P280 wiegt 21,6 kg und damit genug, dass wir für den Weg in den Park lieber die Sackkarre genommen haben. Dort liefen Laptop, Smartphone und Glätteisen gleichzeitig, zu Hause haben wir uns Ladegeschwindigkeit, Anschlüsse und App genauer angesehen. Unterm Strich steckt viel brauchbare Hardware in der P280 – bei Material und Software merkt man aber, wo AFERIY gespart hat.
Technische Daten der AFERIY P280 im Überblick
| Kapazität | 2.048 Wh |
| Akkutyp | LiFePO₄ |
| Lebensdauer | über 4.000 Ladezyklen bis 80 % Restkapazität |
| AC-Ausgangsleistung | 2.800 W Dauerleistung, reine Sinuswelle |
| AC-Steckdosen | 3 |
| USB-C | 2 x PD 140 W, 2 x 20 W |
| USB-A | 2 x 5 V / 2,4 A |
| Weitere Ausgänge | 2 x DC5521, 1 x XT60, 1 x 12-V-Kfz-Anschluss |
| AC-Ladeleistung | bis 1.800 W |
| Solareingang | 2 x XT90 mit jeweils bis 600 W, insgesamt bis 1.200 W |
| USV-Umschaltung | 10 ms laut Hersteller |
| Erweiterbarkeit | bis 10,24 kWh mit vier Zusatzakkus |
| App | AFERIY App über Bluetooth/WLAN |
| Abmessungen | 398 x 280 x 315 mm |
| Gewicht | 21,6 kg |
| Betriebstemperatur | -10 bis 40 °C |
| Garantie | 7 Jahre laut Hersteller |
| Preis (UVP) | 1.299 Euro |
Lieferumfang ohne unnötigen Ballast
Beim Auspacken gibt es keine große Überraschung. Neben der P280 liegen das AC-Ladekabel, ein MC4-auf-XT90-Kabel für Solarmodule und die üblichen Unterlagen im Karton.
Im Lieferumfang der Powerstation befinden sich:
- AFERIY P280
- AC-Ladekabel
- MC4-auf-XT90-Solarkabel
- Bedienungsunterlagen
Viel Energie in 35 Litern Gehäuse
Mit 398 x 280 x 315 mm ist die P280 für 2.048 Wh nicht ungewöhnlich groß, kompakt fühlt sie sich mit 21,6 kg trotzdem nicht an. Das Gehäuse ist breit und ziemlich kantig, wirkt dafür aber stabil. Nichts wirkte lose oder gab beim Anheben nach, auch die beiden eingelassenen Griffe machen einen vertrauenerweckenden Eindruck.
Gerade die Griffe haben uns gefallen. Sie sind breit genug, ordentlich abgerundet und schneiden beim Tragen nicht unangenehm in die Hände. Das hilft, macht aus 21,6 kg aber natürlich keine leichte Powerstation.
Beim Kunststoff sind wir weniger begeistert. Vor allem die große Oberseite wirkt eher zweckmäßig als hochwertig und zeigte bei unserem Gerät recht schnell Gebrauchsspuren. Für die Funktion spielt das keine Rolle, bei einer Powerstation dieser Preisklasse darf die Oberfläche aber gern etwas wertiger wirken. Einen Vorteil hat die Fläche immerhin: Smartphone, Kabel und unterwegs sogar das Glätteisen fanden dort problemlos Platz.
21,6 kg setzen dem Begriff „tragbar“ Grenzen
Die P280 kann man alleine tragen, das haben wir ausprobiert. Spaß macht es über längere Strecken nicht. Vom Haus zum Auto oder vom Kofferraum zum Stellplatz passt das, für den Weg in den Park haben wir doch lieber die Sackkarre genommen.
Das ist für uns auch die sinnvollste Erklärung zur Mobilität. Im Camper, Wohnmobil oder als Stromreserve zu Hause stören knapp 22 kg kaum. Wer seine Powerstation regelmäßig ein paar hundert Meter durch die Gegend tragen will, landet dagegen schnell bei der Frage, ob ein kleineres Modell nicht sinnvoller wäre. Mit den optionalen Zusatzakkus wird das System ohnehin immer stationärer.
13 Ausgänge lassen kaum Wünsche offen
Bei den Anschlüssen gibt sich die P280 deutlich großzügiger. Auf der rechten Seite sitzen drei Schuko-Dosen mit zusammen bis zu 2.800 W Dauerleistung. Damit bewegt sich die Powerstation bereits in einem Bereich, in dem auch größere Haushaltsgeräte grundsätzlich interessant werden. Die reine Sinuswelle gehört in dieser Klasse ohnehin dazu und macht die P280 auch für empfindlichere Elektronik brauchbar.
Vorn gefallen uns vor allem die beiden USB-C-Ports mit bis zu 140 W. Ein kräftigeres Notebook kann damit direkt an die Powerstation, ohne dass noch ein Netzteil die Schuko-Dosen belegt. Dazu kommen zwei weitere USB-C-Ports mit 20 W sowie zwei USB-A-Anschlüsse.
Für 12-V-Geräte stehen vorn zwei DC5521-Buchsen, eine Kfz-Steckdose und ein XT60-Ausgang bereit. Die rechte Gehäuseseite trägt die drei Schuko-Steckdosen sowie den Anschluss für den P280-B-Erweiterungsakku; links sitzen der AC-Netzeingang und die beiden XT90-Eingänge. Auf beiden Seiten ist jeweils ein Lüfterpaar verbaut. Die Gruppen sind nachvollziehbar angeordnet und lassen sich direkt an der Powerstation ein- und ausschalten. Genau so sollte es sein: Für die normale Bedienung braucht niemand erst das Smartphone aus der Tasche zu holen.
Auch das Display passt. Akkustand sowie Ein- und Ausgangsleistung sind schnell erfasst, und draußen konnten wir die Anzeige trotz Spiegelungen gut ablesen. Nach einiger Zeit dimmt sie herunter, bleibt aber sichtbar.
Outdoor-tauglich, aber kein Fall für Dauerregen
Die P280 schreit mit Griffen, Solareingängen und ordentlich Kapazität förmlich nach Camping. Beim Wetterschutz würden wir trotzdem nicht zu sorglos werden. Im Handbuch nennt AFERIY IP54, im deutschen Produktshop taucht die Schutzart dagegen nicht auf. Selbst überprüft haben wir sie ebenfalls nicht.
Dazu kommt ein ganz praktischer Punkt: Einige Anschlüsse sitzen hinter Abdeckungen, andere nicht. Sobald rechts Schuko-Stecker stecken, stehen dort ohnehin offene Verbindungen im Raum. Unter dem Vorzelt, im Camper oder bei trockenem Wetter hätten wir damit keine Bauchschmerzen. Im Regen würden wir die P280 aber nicht einfach stehen lassen.
Mit bis zu 1.800 W ist der Akku schnell wieder voll
Beim Laden an der Steckdose legt die P280 ordentlich los. Um 12:11 Uhr stand der Akku bei 27 %. Kurz darauf zeigte die App rund 1.800 W Eingangsleistung, um 12:26 Uhr waren bereits 47 % erreicht. Das ist genau die Art von Schnellladen, die bei so einem großen Akku im Alltag einen Unterschied macht.
Auf einem späteren Screenshot um 14:01 Uhr stand die Powerstation bei 100 %. Wann sie dazwischen exakt voll war, haben wir nicht gestoppt und erfinden deshalb auch keine minutengenaue Ladezeit. AFERIY nennt 55 min von 0 auf 80 %, unsere Messwerte passen zumindest gut dazu, dass die ersten Prozentpunkte ziemlich flott in den Akku wandern.
Wer nicht ständig mit voller Leistung laden möchte, kann den AC-Eingang in der App begrenzen. Das ist zum Beispiel an schwächer abgesicherten Anschlüssen oder dann sinnvoll, wenn Zeit gerade keine Rolle spielt.
Im Park waren 2.048 Wh fast schon überdimensioniert
Unser Plan für den Praxistest war simpel: Laptop, Smartphone und Glätteisen mit in den Park nehmen und schauen, was die P280 daraus macht. Der Laptop lag im Betrieb meist ungefähr bei 200 W, dazu kamen Smartphone und Glätteisen. In der Spitze sahen wir grob 900 W auf dem Display.

Das Glätteisen war als Dauerlast allerdings ein ziemlich schlechter Kandidat. Beim Aufheizen zieht es ordentlich Strom, danach schaltet die Heizung immer wieder ab und nur kurz zum Nachheizen zu. Statt einer konstant hohen Last sprang die Anzeige deshalb regelmäßig hoch und wieder runter.
Für den eigentlichen Alltagstest war das fast interessanter. Alle Geräte liefen ohne Aussetzer und am Ende fehlten im Akku gerade einmal rund 1 bis 2 %. Die 2.800 W Dauerleistung haben wir damit ausdrücklich nicht ausgereizt. Was wir sagen können: Mit typischer mobiler Elektronik hatte die P280 bei uns sehr viel Luft nach oben.
Die Lüfter halten sich meistens zurück
Beim schnellen Laden hört man die Lüfter. Überraschend ist das bei rund 1.800 W Eingangsleistung nicht, störend laut fanden wir die P280 dabei aber ebenfalls nicht. Bei unserem Park-Setup blieb die Kühlung deutlich unauffälliger.
Etwas kurios ist der kurze Nachlauf nach dem Ausschalten. Teilweise drehen die Lüfter dann noch einmal hoch, bevor Ruhe ist. Draußen oder im normalen Haushalt fällt das kaum ins Gewicht. Steht die P280 nachts direkt neben dem Bett im stillen Camper, würde man davon vermutlich deutlich mehr mitbekommen.
Was kann die App?
Die Verbindung zur P280 war in unserem Test stabil. Das Problem war eher die App selbst. Sie synchronisiert sich beim Öffnen und beim Wechsel zwischen Funktionen immer wieder neu, und genau diese Wartezeiten wurden irgendwann lästig.
Besonders deutlich fiel das bei der integrierten Leuchte auf. Dauerlicht, Blinkmodus und SOS lassen sich per App schalten, nur reagierte die Powerstation teilweise erst nach einigen Sekunden. Für eine Funktion, die direkt am Gerät sofort erreichbar ist, fühlt sich das unnötig zäh an.
Immerhin hängt die P280 nicht an ihrer Software. Die wichtigen Ausgänge und die Leuchte lassen sich direkt am Gerät bedienen, und genau das haben wir nach kurzer Zeit bevorzugt. Die App ist praktisch für Einstellungen und Leistungswerte, sie entscheidet aber zum Glück nicht darüber, ob die Powerstation angenehm zu nutzen ist.
Solar, Zusatzakkus und USV erweitern den Einsatzbereich
Wer die P280 länger abseits einer Steckdose betreiben möchte, kann über zwei XT90-Eingänge insgesamt bis zu 1.200 W Solarleistung einspeisen. Das passende MC4-auf-XT90-Kabel liegt bei. Praktisch getestet haben wir die Solarladung nicht, deshalb bleibt es hier bei den technischen Daten.
Dasselbe gilt für die USV-Funktion. AFERIY nennt eine Umschaltzeit von 10 ms, vermessen haben wir sie nicht. Spannender fanden wir ohnehin die Erweiterbarkeit: Jeder P280-B-Zusatzakku bringt weitere 2.048 Wh mit, mit vier Stück wächst das System auf 10,24 kWh. Dann reden wir allerdings endgültig nicht mehr über etwas, das man mal eben zum Picknick trägt.
Wo steht die AFERIY P280 in der 2-kWh-Klasse?
Bei 2.048 Wh ist die Auswahl inzwischen groß. Die EcoFlow DELTA 2 Max, BLUETTIs AC200L und die von uns ebenfalls getestete DJI Power 2000 spielen in derselben Kapazitätsklasse. Auf dem Papier sieht die P280 dabei keineswegs wie die günstige Sparvariante aus.
| AFERIY P280 | EcoFlow DELTA 2 Max | BLUETTI AC200L | DJI Power 2000 | |
|---|---|---|---|---|
| Kapazität | 2.048 Wh | 2.048 Wh | 2.048 Wh | 2.048 Wh |
| AC-Dauerleistung | 2.800 W | 2.400 W (3.100 W mit X-Boost) | 2.400 W (3.600 W im Power-Lifting-Modus) | 3.000 W |
| AC-Ladeleistung | bis 1.800 W | bis 2.300 W | bis 2.400 W | ca. 2.300 W |
| Solareingang | 1.200 W (2 x 600 W) | 1.000 W (2 x 500 W) | 1.200 W | nur über Zubehör-Adapter |
| Max. Erweiterung | 10,24 kWh (4 Zusatzakkus) | 6,14 kWh (2 Zusatzakkus) | 8,19 kWh (2 x B300) | 22,5 kWh (bis 10 Zusatzakkus) |
| Ladezyklen bis 80 % | über 4.000 | 3.000 | 3.000+ | 4.000+ |
| Gewicht | 21,6 kg | 23 kg | 28,3 kg | ca. 22 kg |
| Preis im Hersteller-Shop | 889 Euro | ab 999 Euro | 882 Euro | 1.099 Euro |
Wir vergleichen hier bewusst die Preise der Hersteller-Shops. Im freien Handel geht es je nach Aktion teils deutlich günstiger, bei der P280 zeitweise bis in den Bereich um 660 Euro (Stand September 2026).
Technisch landet AFERIY ziemlich genau dort, wo es interessant wird. Die P280 liefert mehr Dauerleistung als EcoFlow und BLUETTI, bleibt knapp hinter DJI und bietet mit 1.200 W ordentlich Solarspielraum. Beim AC-Laden ist sie im Vergleich die langsamste, mit 1.800 W aber alles andere als lahm. Dazu kommen das vergleichsweise niedrige Gewicht und der Ausbau auf bis zu 10,24 kWh.
Die Unterschiede merkt man eher abseits der nackten Daten. EcoFlow und DJI wirken bei Software und Ökosystem ausgereifter, beim Gehäusefinish sehen wir die P280 ebenfalls nicht ganz vorne. Wer vor allem viel Kapazität, Leistung und Anschlüsse fürs Geld sucht, bekommt bei AFERIY dafür ziemlich viel Hardware.
Rabattcodes für die AFERIY P280
AFERIY stellt Lesern von Basic Tutorials zwei Gutscheincodes für den offiziellen deutschen Onlineshop zur Verfügung. Beide werden im Bestellvorgang im Feld für Rabattcodes eingelöst, je nachdem, welche Variante im Warenkorb liegt.
| Code | Gilt für | Zum Angebot |
|---|---|---|
| P280BASIC | AFERIY P280 einzeln sowie Sets mit Erweiterungsakku | AFERIY P280 im Shop |
| P280PVBASIC | Sets aus P280 und kompatiblem 200- oder 400-W-Solarpanel | P280-Solarsets im Shop |
Fazit: Viel Powerstation fürs Geld, aber nicht überall Premium
Die P280 kauft man nicht wegen ihrer App. Muss man auch nicht. Ihre Stärke liegt bei der Hardware: 2.048 Wh, 2.800 W Dauerleistung, viele Anschlüsse und eine AC-Ladung, die den großen Akku in überschaubarer Zeit wieder füllt. Genau diese Punkte funktionierten in unserem Test ohne Drama.
Die Abstriche sitzen an anderer Stelle. Das Kunststofffinish wirkt für diese Geräteklasse etwas schlicht, die App braucht zu oft eine Denkpause und beim Outdoor-Einsatz hätten wir gern mehr geschützte Anschlüsse. Nichts davon hat uns beim eigentlichen Betrieb ausgebremst, aber es sind genau die Details, die zwischen einem guten und einem rundum überzeugenden Gerät liegen.
Auch die 21,6 kg sollte man realistisch sehen. Für Camper, Kofferraum oder eine Stromreserve zu Hause passt das. Für längere Wege würden wir wieder die Sackkarre nehmen. Wer damit leben kann und die P280 überwiegend direkt am Gerät bedient, bekommt eine leistungsfähige 2-kWh-Powerstation, die beim Preis ziemlich unangenehm für die bekannteren Konkurrenten werden kann.
VORTEILE
- 2.800 W Dauerleistung mit reiner Sinuswelle
- 2.048 Wh, erweiterbar bis 10,24 kWh
- 13 Ausgänge, darunter zwei USB-C mit 140 W
- AC-Laden mit bis zu 1.800 W, in der App drosselbar
- Über 4.000 Ladezyklen und 7 Jahre Garantie
- Viel Leistung fürs Geld
NACHTEILE
- App reagiert träge
- 21,6 kg erschweren längere Transporte
- Kunststofffinish wirkt wenig hochwertig
- Nicht alle Anschlüsse haben Abdeckungen
Fazit
Die AFERIY P280 liefert 2.048 Wh und 2.800 W an 13 Ausgängen und damit mehr Reserve, als die meisten mobilen Setups je abrufen. Im Test überzeugten vor allem die direkte Bedienung am Gerät und die hohe Ladeleistung an der Steckdose, während Kunststofffinish und die träge App hinter dem stabilen Gesamteindruck zurückbleiben. Wer mit 21,6 kg leben kann, bekommt dafür eine der leistungsstärksten Powerstations ihrer Klasse zum deutlich niedrigeren Preis.


