Die japanische Marke AKEEYO ist in Deutschland noch kein großer Name, aber das könnte sich ändern. Das Unternehmen kommt ursprünglich aus der Dashcam-Welt für Autos und hat sich Ende 2024 mit dem AKY-710Pro in den Bereich der Fahrradkameras vorgewagt. Die neue AKEEYO AKY-730PRO kommt mit 4K-Auflösung, EIS und wasserfestem Design. Aber lohnt sich der Kauf? Unser Test verrät mehr.
Technische Daten der AKEEYO AKY-730PRO
| Produkt | AKY-730PRO |
| Sensor | Sony IMX678 (8 MP; 1/1,8 Zoll) |
| Auflösung (maximal) | 4K mit 30 fps; 2K mit 60 fps |
| Stabilisierung | Elektronisch |
| HDR/WDR | Ja (nur in 2K/1080p) |
| Aufnahme-Modi | Loop-Aufnahme / Notfallaufnahme / Parküberwachung / Foto / Voraufnahme Voraufnahme verwendet Echtzeit-Cache mit Trigger-Sperre |
| Bedienung | Touchscreen; 1,14 Zoll |
| Konnektivität | Bluetooth; Wi-Fi |
| Akku | 3.500 mAh (bis zu 3,5h Laufzeit in 4K/30) |
| Preis | 173,95 Euro |
AKEEYO AKY-730PRO Test: Design und Verarbeitung
Die AKEEYO AKY-730PRO macht sofort klar, dass der Hersteller aus dem Automotive-Bereich kommt. Das Gehäuse wirkt nicht wie eine klassische Action-Cam, sondern wie ein Gerät, das tatsächlich für den Einsatz am Lenker entwickelt wurde. Kompakt, ohne unnötige Rundungen, mit einem angenehm matten Finish, das gut vor Fingerabdrücken geschützt ist.
Die Verarbeitung fühlt sich solide an, die Spaltmaße sind gleichmäßig, nichts knarzt oder wackelt. Der auffälligste Unterschied zur 710er-Reihe ist das 1,14-Zoll IPS-Touchdisplay an der Rückseite. Das klingt zunächst nach Spielerei, erweist sich im Alltag aber als echter Mehrwert: Direkt am Gerät lässt sich die Aufnahme starten, stoppen, die Auflösung wechseln oder gespeichertes Material abspielen. Ohne Umweg über die App.
Gerade bei Handschuhen im Winter wäre ein kapazitiver Touchscreen eine Schwachstelle, aber für die meisten Fahrsituationen funktioniert das Display gut.
Die Montage ist flexibel: Lenker, Vorbau, Sattelstütze, Helm oder der vorhandene Garmin-Mount. AKEEYO legt eine gigantische Auswahl an verschiedenen Halterungen bei. Das Anti-Diebstahl-System verhindert, dass die Kamera einfach abgezogen wird, was besonders beim Stadtrad relevant ist.
Ein Kritikpunkt: Die Kamera bringt zwar IP66-Schutz gegen Wasser und Staub mit, eine integrierte Leuchte fehlt jedoch. Konkurrenten wie Cycliq bieten das kombiniert, verlangen dafür aber teils den doppelten Preis. Hinzu kommt, dass sich die Halterungen und Montage-Optionen der AKEEYO AKY-730PRO aufgrund der Kunststoff-Bauweise etwas billig anfühlen. In der Praxis funktionieren aber sämtliche Optionen tadellos.
Löblich zudem: Eine 64 Gigabyte große microSD-Karte ist direkt im Lieferumfang enthalten. Du kannst also mit Aufnahmen direkt loslegen. Was jedoch fehlt, ist eine Bedienungsanleitung. Die muss man sich auf der Website des Herstellers manuell herunterladen. Und das ist auch bitter nötig, denn die Funktionsweise der Cam ist nicht auf den ersten Blick ersichtlich.
Ausstattung der AKEEYO AKY-730PRO
Technisch ist die AKEEYO AKY-730PRO gut bestückt. Das Flaggschiff setzt auf einen 8-Megapixel Sony IMX678-Sensor mit 1/1,8-Zoll, der bis zu 60 fps erlaubt. 60 Bilder pro Sekunde gibt es aber maximal in 2K-Auflösung. Wer in 4K aufnehmen will, bleibt auf 30 fps beschränkt. Ergänzt durch ein eingebautes GPS, ein 1,14-Zoll Touchdisplay, gyroskopegestützte EIS-Bildstabilisierung und einen 3.500-mAh-Akku bei IP66-Wasserdichtigkeit.
Die elektronische Bildstabilisierung sorgt für ruhiges Footage, auch auf unebenen Straßen und das integrierte GPS zeichnet Standort und Geschwindigkeit direkt in die Videodatei. Besonders praktisch: Das GPS ist nicht wie bei der 710Pro ein optionales Zubehörmodul, sondern fest verbaut. Routen, Durchschnittsgeschwindigkeit, Höhenprofil – alles wird automatisch mit aufgezeichnet und lässt sich später in der App auswerten.
Für Pendler, die Beweismaterial brauchen und für Touren-Enthusiasten, die Fahrten dokumentieren wollen, ist das eine ernsthafte Aufwertung. Die Windrauschreduzierung der verbauten Mikrofone ist ein weiterer Punkt, den AKEEYO bei der 730PRO aktiv bearbeitet hat. Wer schon mal Kameraaufnahmen vom Rad kennt, weiß: Ohne gutes Windschutzmanagement ist der Ton meist eine einzige Rauschkulisse. Ob die Lösung auf langen Abfahrten wirklich überzeugt, hängt von der tatsächlichen Windexposition ab.
Der G-Sensor schützt wichtige Clips bei einem Sturz oder Aufprall automatisch vor dem Überschreiben durch die Loop-Aufnahme. Das funktioniert im Hintergrund, ohne dass man etwas konfigurieren muss – genau so soll das sein. Abgerundet wird die Ausstattung durch Bluetooth- und Wi-Fi-Konnektivität, um die Aufnahmen bei Bedarf schnell auf das Smartphone übertragen zu können.
Akkulaufzeit und Bedienung
Der Akku war einer der größten Kritikpunkte der Vorgänger und der Hersteller hat sich das Feedback zweifellos zu Herzen genommen: In puncto Akkulaufzeit legt die AKEEYO AKY-730PRO spürbar nach. Der Akku selbst ist nun auf 3.500 mAh angewachsen und soll bis zu 3,5 Stunden Video in 4K mit 30 fps sowie bis zu 6 Stunden im Energiesparmodus durchhalten.
Für Pendler, die täglich eine oder zwei Stunden fahren, ist selbst die 710Pro mehr als ausreichend. Aber wer längere Ausfahrten, 200-km-Touren oder mehrtägige Bikepacking-Trips macht, wird die verbesserte Laufzeit der 730PRO zu schätzen wissen. Hier kann die Powerbank jedenfalls deutlich länger in der Tasche bleiben.
Geladen wird über eine proprietäre Ladelösung, die an der Rückseite der Fahrradkamera angeschlossen wird. Dafür muss einfach die (etwas schwergängige) Wasserschutz-Abdeckung geöffnet werden, damit das Ladegerät Anschluss findet.
Die Bedienung der AKEEYO AKY-730PRO über das Touchdisplay ist intuitiv und selbsterklärend. Das Einschalten, die Auflösungswahl und das Starten der Aufnahme gehen in wenigen Sekunden. Zumindest, wenn man die Bedienung erstmal kapiert hat- doch dazu gleich mehr. Wer mehr Einstellungen braucht, wechselt in die AKEEYO-App, die per Dual-Band-WLAN verbindet. Das Pairing klappt schnell, und die App erlaubt unter anderem Live-Vorschau, Firmware-Updates und die Wiedergabe gespeicherter Clips direkt auf dem Smartphone.
AKEEYO AKY-730PRO im Praxistest
Der Praxistest der AKEEYO AKY-730PRO startet zunächst einmal mit einem kleinen Ärgernis. Denn: Ohne ein Wälzen der (nicht beiliegenden) Anleitung macht die 4K-Fahrradkamera nicht unbedingt klar, wie sie überhaupt zu nutzen ist. Was ich meine? Die Bedienung erfolgt über eine einzige Taste, die nicht nur die Cam anschaltet, sondern auch die Aufnahme startet.
Letzteres wird aber wiederum nur durch eine kleine Status-LED signalisiert, deren Bedeutung nicht wirklich offensichtlich ist. Immerhin nehmen die Funktionen der LED aber ganze zwei Seiten in der Anleitung ein:
- An/aus drei Sekunden drücken: LED blinkt rot – Kamera einschalten
- An/aus eine Sekunde drücken: LED blinkt rot – Aufnahme startet oder wird beendet
- An/aus eine Sekunde drücken: LED leuchtet dauerhaft rot – Aufnahme beendet
Hinzu kommt, dass die LED aber auch rot leuchten kann, wenn eine Loop-Aufnahme läuft ODER die Kamera ein Problem festgestellt hat. Welches Blinken/Leuchten nun was aussagt, ist nicht offensichtlich. Und es gibt keine andere Information darüber, ob die 730PRO jetzt gerade aufzeichnet oder nicht. Das hätte man besser lösen müssen.
Abgesehen von diesem zugegebenermaßen durchwachsenen Bedienkonzept kann die AKEEYO AKY-730PRO aber durchaus überzeugen. Das 4K-Footage ist scharf, der Sony IMX678 liefert selbst bei wechselnden Lichtverhältnissen wie Tunneleinfahrten, Gegenlicht und Abendfahrten eine ausgewogene Belichtung.
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Das weitwinklige Objektiv erfasst die Fahrbahn und einen guten Teil des Umfelds, ohne übermäßige Verzeichnung. Die EIS-Stabilisierung hält, was sie verspricht. Über Kopfsteinpflaster, durch Schlaglöcher, auf unbefestigten Waldwegen bleibt das Bild weitestgehend scharf, auch wenn die Lösung keine optische Bildstabilisierung ersetzen kann.
Das integrierte GPS macht sich angenehm unauffällig. Man merkt es erst, wenn man sich die aufgezeichnete Tour in der App ansieht und dann ist der Mehrwert sofort klar. Streckenführung, Geschwindigkeitsprofil, alles in einem Package. Was mich persönlich am meisten überzeugt hat: Die Kombination aus langer Laufzeit und robustem Wetterschutz nimmt jegliche Nervosität aus dem Einsatz. Ob Sprühregen, Pfütze oder plötzlicher Schauer – IP66 bedeutet, dass die Kamera schlicht weiterläuft. Was fehlt ist eine integrierte Leuchte. Wer auch abends oder nachts unterwegs ist, braucht weiterhin ein separates Licht. Das ist kein gravierender Fehler, aber ein verpasstes Feature, das die Kamera zu einem echten Allround-Begleiter gemacht hätte.
Aufgezeichnete Videos überträgt die AKEEYO AKY-730PRO wahlweise per microSD-Karte auf den PC oder via Wi-Fi ans Smartphone, wo die Dateien in der Begleit-App weiterverarbeitet werden können. Lediglich die Audioqualität kann bei den Aufnahmen nicht wirklich überzeugen. Mal abgesehen von der zuverlässigen Windgeräusch-Unterdrückung liefern die integrierten Mikrofone einen eher flachen Klang, der kaum Details aufzeichnet. Das ist okay, wer aber Wert auf guten Ton legt, sollte ein externes Mikrofon nutzen.
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AKEEYO AKY-730PRO Test: Fazit
Die AKEEYO AKY-730PRO ist kein Produkt für Gelegenheitsfahrer, die ab und zu ein Instagram-Clip brauchen. Sie ist ernsthaftes Equipment für Menschen, die täglich oder auf langen Touren unterwegs sind und dabei Bildqualität, Sicherheitsaufzeichnung und volle Tageslaufzeit in einem kompakten Gehäuse vereinen wollen. Der Sony IMX678-Sensor, das integrierte GPS, der 3.500-mAh-Akku und die gyroskopegestützte Stabilisierung setzen klare Akzente gegenüber günstigeren Alternativen.
Dafür leistet sich die 4K-Fahrradkamera insbesondere bei der Bedienung und App-Anbindung einige Patzer und fällt vergleichsweise groß aus. So muss man sich schon die Frage stellen: Warum nicht einfach auf eine kompaktere, günstige Actioncam zurückgreifen? Die AKEEYO AKY-730PRO bietet im direkten Vergleich den Vorteil der GPS-Anbindung und zeichnet nicht nur die Route auf, sondern stellt auch die aktuelle Geschwindigkeit auf dem Touchdisplay dar, was sie von klassischen Actioncams abhebt.
VORTEILE
- 4K mit 30 fps
- Gute Bildstabilisierung
- GPS-Integration
- IP66
NACHTEILE
- Vergleichsweise klobig
- Bedienung nicht intuitiv
- Verarbeitung könnte besser sein
- App-Anbindung etwas konfus
Fazit
Gute Fahrradkamera mit überzeugendem 4K-Bild, GPS-Integration und guter elektronischer Bildstabilisierung, die insbesondere beim Bedienkonzept und der App-Anbindung jedoch Federn lässt.


