Amazfit Cheetah 2 Pro im Test: Die Laufuhr für alle, die es ernst meinen

Philipp Briel
Philipp Briel · 11 Min. Lesezeit
Amazfit Cheetah 2 Pro

Die im April 2026 vorgestellte Amazfit Cheetah 2 Pro ist eine ausgewachsene Laufuhr mit Titangehäuse, 3.000-Nits-Display und einem Funktionsumfang, der selbst Garmin-Fans zum Nachdenken bringt. Das hat seinen Preis… und auch ein paar Haken. Wie schlägt sich die Smartwatch in der Praxis? Ach im Vergleich zur deutlich günstigeren Amazfit Active Max (unser Test). Das verrät unser Amazfit Cheetah 2 Pro Test.

Technische Daten der Amazfit Cheetah 2 Pro

Produktname Cheetah 2 Pro
Betriebssystemkompatibilität Android und iOS
Konnektivität Bluetooth 5.3, BLE, GPS (Dualband und 6 Satellitenortungssysteme), NFC, WiFi 2,4 GHz
Features BioTracker 6.0 PPG-Biometriesensor (5PD + 2LED), Beschleunigung, Gyroskop, Umgebungslicht, Geomagnetisches Feld, Temperatur, Barometrischer Höhenmesser
Display AMOLED (1,32 Zoll, 466 x 466 Pixel, 353 PPI) bis zu 3.000 nits
Akkulaufzeit bis zu 20 Tage
Abmessungen (H x B x T) 48 x 48 x 15,6 mm
Gewicht 5,6 g (ohne Armband)
Wasserdichtigkeitsgrad 5 ATM
Preis € 449,90 *

Amazfit Cheetah 2 Pro Test: Design und Verarbeitung

Die Amazfit Cheetah 2 Pro ist eine echte Laufuhr mit Premium-Anspruch. Das Gehäuse und der mittlere Rahmen bestehen aus einer Titanlegierung in Kombination mit kratzfestem Saphirglas, was in dieser Preisklasse nicht selbstverständlich ist. Das Material macht in der Praxis einen Unterschied: nach Wochen intensiven Trainings, Schweiß, Regen und dem ein oder anderen unfreiwilligen Kontakt mit Türrahmen ist das Gehäuse noch makellos.

Das 1,32-Zoll-AMOLED-Display arbeitet mit einer Auflösung von 466 × 466 Pixeln, einer Bildwiederholrate von 60 Hz und kann bis zu 3.000 nits Helligkeit erreichen. Im direkten Sonnenlicht ist das ein echter Vorteil: Tempo, Puls und Streckendaten sind auch bei hartem Licht auf den ersten Blick ablesbar, ohne mit der Hand abschirmen zu müssen. Verglichen mit dem Vorgänger, der lediglich 1.000 nits schaffte, ist das ein massiver Sprung.

Das Design folgt einer klaren sportlichen Linie: quadratische Form, kein unnötiger Schnickschnack, vier große Drucktasten an der Seite. Statt einer Drehkrone wie beim Vorgänger setzt Amazfit auf vier große Druckknöpfe, die sich auch in Bewegung und mit Handschuhen gut bedienen lassen sollen. Das ist eine bewusste Entscheidung für den Wettkampfeinsatz… und das muss man mögen, doch dazu später mehr.

Amazfit Cheetah 2 Pro

Wo Licht ist, ist aber auch Schatten. Die Cheetah 2 Pro wiegt ohne Armband 45,6 Gramm und ist damit deutlich schwerer als ihr Vorgänger mit 34 Gramm. Zudem ist das Gehäuse mit 13,2 Millimetern merklich dicker geworden. Das ist die direkte Konsequenz aus dem Upgrade auf Titan und dem größeren Akku – physikalisch unvermeidbar, subjektiv aber spürbar. Garmin- und Coros-Nutzern sei gesagt: Die Cheetah 2 Pro ist merklich schwerer und wuchtiger. Für Personen mit kleineren Handgelenken könnte eine kompaktere Uhr die bessere Wahl sein. Wer extrem leichte Uhren gewohnt ist, braucht eine kurze Eingewöhnungsphase. Nach einigen langen Läufen wird das Gewicht weniger präsent – stört aber gerade bei schnellen Tempoeinheiten mehr als bei ruhigen Dauerläufen.

Ausstattung und Features

Die Ausstattung der Cheetah 2 Pro ist eines ihrer stärksten Argumente. Die Uhr bietet über 170 Workout-Modi und liefert fortgeschrittene Laufmetriken wie Tempo, VO₂-max, Laufleistung und Ganganalyse. Zusätzliche Daten zu Herzfrequenzvariabilität, Schlaf und Ermüdungsanalyse helfen dabei, Erholung und Trainingsbelastung im Blick zu behalten.

Für ambitionierte Läufer stehen Metriken wie Laktatschwellentempo und -herzfrequenz, Laufleistung, Ganganalyse und eine Echtzeit-Zielzeitvorhersage zur Verfügung, die beim Pacing und der Leistungsverbesserung helfen. Das ist das Niveau, das man sonst nur von Garmin-Uhren der Forerunner-9xx-Reihe kennt, aber zu einem deutlich günstigeren Preis.

Der neue Herzfrequenzsensor soll während des Trainings sekundengenaue Messungen liefern. Im Praxistest zeigte sich, dass die Werte bei gleichmäßigem Tempo sehr zuverlässig waren. Bei hochintensiven Intervallen mit schnellen Pulswechseln dauerte die Anpassung vereinzelt etwas länger. Ein bekanntes Problem optischer Sensoren, das aber kein Alleinstellungsmerkmal der Cheetah 2 Pro ist. Der interne Speicher wächst von 4 GB auf üppige 32 GB, wodurch sich mehr Offline-Karten und längere Audioinhalte direkt auf der Smartwatch speichern lassen. Das ist im Alltag ein echter Unterschied: Routen vorbereiten, Musik laden, Karten herunterladen – und dann ohne Smartphone loslaufen.

Die Uhr unterstützt strukturierte Trainingspläne aus TrainingPeaks, Runna und Intervals.icu, die sich automatisch synchronisieren und abgeschlossene Aktivitäten direkt mit Strava verbinden. Wer sein Training ohnehin über solche Plattformen plant, wird die nahtlose Integration zu schätzen wissen. Über Zepp OS 5 und die vollständige Integration mit Drittplattformen wie Strava, TrainingPeaks und Komoot lässt sich die Cheetah 2 Pro universell einsetzen. Eigene Trainingsvorlagen können importiert und Zubehör wie Stryd oder der Helio Strap eingebunden werden.

Neben den Laufdaten bietet die Uhr NFC für kontaktlose Zahlungen über Zepp Pay, einen integrierten Lautsprecher mit Mikrofon für Bluetooth-Anrufe sowie Amazon Alexa. Selbst ein Jet-Lag-Manager ist an Bord – eine durchdachte Ergänzung für Athleten, die zu Wettkämpfen reisen und die Auswirkungen von Zeitzonen auf Training und Performance minimieren wollen. Dazu kommt eine LED-Taschenlampe mit Stroboskop-Funktion für Läufe in der Dämmerung.

Akkulaufzeit der Amazfit Cheetah 2 Pro

Die Akkulaufzeit ist ein zentrales Kriterium für Ausdauersportler und hier liefert die Cheetah 2 Pro solide Zahlen. Die Akkukapazität beträgt 540 mAh, was im aktiven GPS-Modus für bis zu 29 Stunden Dauerbetrieb ausreicht. Bei moderater täglicher Nutzung hält die Smartwatch laut Herstellerangaben bis zu 20 Tage durch.

In der Praxis sehen die Zahlen deutlich anders aus, das ist bei fast jeder Smartwatch so. Beim GPS-getrackten Training mit rund fünf Einheiten pro Woche muss die Uhr nach etwa sieben Tagen an den Strom. Bei konstantem GPS-Tracking gibt Amazfit 29 Stunden an. Das deckt sich mit meiner Erfahrung: Mit täglichem Schlaftracking, Benachrichtigungen, zwei bis drei Trainingseinheiten pro Woche mit GPS und Pulsmessung kam ich locker über eine Woche ohne Laden. Ich habe sie mehr als eine Woche nicht aufgeladen. Das ist im Alltag ein echter Komfortvorteil gegenüber Uhren, die täglich oder jeden zweiten Tag ans Kabel müssen.

Amazfit Cheetah 2 Pro

Für Marathon-Training ist die GPS-Laufzeit entscheidend: 29 Stunden bedeuten, dass selbst Ultra-Distanzen und mehrstündige Einheiten kein Problem sind. Wer sich für einen Ironman oder Halbmarathon vorbereitet, muss zwischendurch nicht nachladen. Das macht einen Unterschied, wenn man Morgen- und Abendeinheiten kombiniert oder mal einfach vergisst, die Uhr aufzuladen.

Ein kleiner Kritikpunkt: Das Ladekonzept setzt auf eine proprietäre Ladestation. Im Reisegepäck bedeutet das ein zusätzliches Teil. Ein USB-C-Kabel wäre praktischer gewesen. Aber: Der Ladepuck bei Amazfit bleibt dabei immer derselbe. Egal ob Cheetah 2 Pro, Active Max oder Helio Strap (unser Test). Wer mehrere Geräte des Herstellers nutzt, kann den Puck also kombinieren.

Bedienung und App-Anbindung

Die Bedienung der Cheetah 2 Pro ist durchdacht. Die vier Drucktasten lassen sich auch mit nassen Fingern oder Handschuhen zuverlässig betätigen, ein echter Vorteil bei Regen oder winterlichen Bedingungen. Das Display reagiert im Alltag auch per Touch, während des Trainings schaltet sich diese Funktion ab, um versehentliche Eingaben zu vermeiden. Sinnvoll. Aber ich muss halt auch sagen, dass ich die Button-Bedienung als weit weniger intuitiv empfinde als beispielsweise bei einer Huawei Watch FIT 5 Pro (unser Test) mit Krone. Das geht einfach komfortabler von der Hand.

Die Uhr läuft auf Zepp OS 5.0 und unterstützt Zepp Flow AI-Sprachsteuerung sowie Bluetooth-Anrufe über eingebautes Mikrofon und Lautsprecher. Die Zepp Flow Sprachsteuerung funktioniert gut für kurze Befehle, stößt bei komplexeren Abfragen aber an ihre Grenzen – für unterwegs aber vollkommen ausreichend.

Die Zepp App ist das Herzstück der Datenauswertung. Gepaart mit der Zepp App wird die Uhr zu einem vollständigen Trainings- und Lifestyle-System. Workouts werden tiefgehend ausgewertet, fortgeschrittene Metriken wie Bodenkontaktzeit, Schrittlänge und Laktatschwellentempo stehen zur Verfügung. Die App ist übersichtlich strukturiert und liefert nach jeder Einheit eine detaillierte Auswertung. Von der Herzfrequenzkurve über die Kadenz bis zur prognostizierten Wettkampfzeit. Die Ernährungsverfolgung über die Zepp App funktioniert einfacher als jede andere Nutrition-App. Mahlzeiten lassen sich direkt per Sprache erfassen, Kalorien und Makronährstoffe werden automatisch berechnet. Die App passt Empfehlungen zudem an das jeweilige Aktivitätsniveau an, schlägt etwa an intensiveren Trainingstagen eine höhere Kohlenhydrataufnahme vor.

Das Schlaftracking geht über das reine Protokollieren von Stunden hinaus. Die Cheetah 2 Pro erkennt Muster und Gewohnheiten, die die Erholung beeinflussen, sei es späte Bildschirmzeit, Alkohol oder Abendtraining. Sie meldet auch verlängerte Einschlafdauer oder häufiges Aufwachen und gibt praktische Verbesserungsvorschläge.

Das BioCharge-Feature berechnet täglich einen Bereitschaftswert. Das Feature verknüpft Schlaf, Stress und Aktivität zu einem einzigen, leicht lesbaren Wert. Es berücksichtigt dabei auch ungewöhnliche Aktivitäten wie Beachvolleyball oder Schnee schippen, die sich ebenfalls auf die Erholung auswirken. An Tagen mit niedrigerem Bereitschaftswert schlägt die Uhr leichtere Alternativen vor, etwa einen Radausflug statt eines Runs.

Die Anbindung an externe Plattformen klappt zuverlässig. Strava-Sync läuft automatisch, TrainingPeaks-Pläne landen direkt auf der Uhr. Einziger Wermutstropfen: Die Zepp App wirkt an einigen Stellen noch etwas überladen, und die Lernkurve ist für Neueinsteiger steiler als bei der Garmin Connect App.

Praxistest der Amazfit Cheetah 2 Pro

Nach intensiver Nutzung im täglichen Einsatz, von lockeren Regenerationsläufen über Intervalleinheiten bis zu einem längeren Lauf, hat die Cheetah 2 Pro ein klares Bild gezeichnet. Insbesondere das GPS-System überzeugt. Das GPS erlaubt das Herunterladen von Karten zur Offline-Nutzung, das Vorausplanen von Routen oder den Import von Strecken. Ideal für lange Läufe, bei denen man neue Wege erkunden möchte, ohne sich zu verlaufen.

Die Streckenmessung wirkte in der Praxis präzise, auch in dichter bebauten Gebieten mit schlechterem Satellitenkontakt blieben Abweichungen gering. Das Zepp-Coach-System und integrierte Workouts bieten strukturierte Trainingspläne, die sich an den eigenen Zielen orientieren, egal ob Marathon-Vorbereitung oder allgemeine Fitness.

Amazfit Cheetah 2 Pro

Bemerkenswert ist auch, dass die Uhr nicht nur im Training funktioniert. Zepp Pay ermöglicht Zahlungen direkt von der Uhr, praktisch unterwegs ohne Smartphone für einen Kaffee oder anderes. Und To-Do-Listen, Bewegungserinnerungen und der Jet-Lag-Manager machen die Cheetah 2 Pro zu einem Allroundbegleiter, der über den reinen Sport hinausgeht. Auch wenn die klassischen Smartwatch-Funktionen doch deutlich abgespeckt sind, gerade, was das App-Angebot angeht. Das ist nämlich äußerst überschaubar.

Was weniger überzeugend war: Das Gewicht bleibt eine echte Frage der Gewöhnung. Auf kurzen Einheiten und Läufen spürt man die Uhr deutlich mehr. Wer von einer deutlich leichteren Uhr kommt, braucht ein paar Trainingseinheiten, bis sich das normal anfühlt. Außerdem gilt: Ob GPS, Herzfrequenz und Trainingsmetriken im echten Training wirklich sauber arbeiten, ist der entscheidende Prüfstein. Die kurze Testphase deutet auf Ja. Damit ist die Amazfit Cheetah 2 Pro zweifellos eine interessante Fitness-Smartwatch, die nicht nur Läuferinnen und Läufer ansprechen dürfte. Zumindest, wenn sie mit dem hohen Gewicht leben können.

Rein technisch gibt es an der Uhr wenig auszusetzen und Amazfit hat insbesondere in den vergangenen Monaten eindrucksvoll unter Beweis gestellt, wie schnell man Firmware-Updates und gänzlich neue Funktionen nachreicht. Da können sich auch viele große Hersteller noch eine Scheibe von abschneiden.

Amazfit Cheetah 2 Pro Test: Fazit

Die Amazfit Cheetah 2 Pro ist eine ernstzunehmende Laufuhr, die in vielen Bereichen oberhalb ihres Preispunkts spielt. Das Upgrade auf Titan und Saphirglas, das 3.000-Nits-Display und der massive Speichersprung auf 32 GB sind in dieser Preisklasse starke Argumente. Dazu kommt ein Funktionsumfang, der mit Plattformen wie TrainingPeaks, Strava und Runna das gesamte Trainingsökosystem abdeckt – und eine App, die deutlich mehr kann als nur Schritte zählen.

Kritik gibt es aber auch: Das Gewicht und die Dicke des Gehäuses sind gegenüber dem Vorgänger deutlich gewachsen. Wer ultraleichte Laufuhren bevorzugt, wird sich nicht wohlfühlen. Die Zepp App hat Potenzial, wirkt aber noch etwas komplex in der Bedienung. Und 449,90 Euro sind kein Schnäppchenpreis. Hinzu kommt das Bedienkonzept über die vier Tasten, das… man mögen muss. Und die Smartwatch-Funktionen sind im Vergleich zu Apple, Samsung oder Google eben auch deutlich abgespeckt. Hier geht’s um Sport, Laufen und Training. Und nicht um Spotify oder andere Lifestyle-Apps.

Für wen lohnt sich die Amazft Cheetah 2 Pro? Für ambitionierte Läufer und Läuferinnen, die strukturiert trainieren, Wert auf präzise Daten legen und bereit sind, sich tiefer mit der eigenen Performance auseinanderzusetzen. Als Garmin-Alternative bietet sie mehr Speicher, ein helleres Display und eine wettbewerbsfähige Ausstattung zu einem Preis, der deutlich unter vergleichbaren Garmin-Modellen liegt. Amazfit baut keine extrem reduzierte Laufuhr für Puristen, sondern versucht, Sport, Smartwatch-Funktionen und Alltag zusammenzubringen und das klappt erstaunlich gut.

Gold Award für Amazfit Cheetah 2 Pro - 05/2026AmazfitCheetah 2 Pro05/2026

VORTEILE

  • 3000 Nits Helligkeit
  • Titangehäuse mit Saphirglas
  • 32 GByte Speicher
  • Gute Akkulaufzeit
  • Präzise Sensorik
  • NFC
  • LED-Taschenlampe

NACHTEILE

  • Ziemlich schwer
  • Recht klobiges Gehäuse
  • Zepp-App weiter ausbaufähig
  • Bedienung (aber Geschmackssache)
  • Hoher Preis

Detailbewertung

Verarbeitung91
Hardware87
Ausstattung90
Funktionen & Sensoren94
Akku91
Preis-Leistungs-Verhältnis87

Fazit

Die Amazfit Cheetah 2 Pro ist eine leistungsstarke Laufuhr, die mit Titangehäuse, 3.000-Nits-Display und umfangreichen Trainingsmetriken deutlich über ihrem Preispunkt von 449,90 Euro spielt. Das gestiegene Gewicht und die klobigere Bauform gegenüber dem Vorgänger sind der einzige echte Wermutstropfen.

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