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Anker Solix EverFrost 2 23L Test: Was kann die kompakte Box?

Mobile Kühlung ohne Eis und Schmelzwasser – das versprechen Kompressorkühlboxen schon seit Jahren. Mit der EverFrost-2-Serie legt Anker nun die zweite Generation seiner Kühlbox-Serie vor und will für 799 Euro UVP überzeugen: Kompressorkühlung bis -20°C, entnehmbarer LiFePO4-Akku und moderne App-Steuerung sollen das Camping-Leben erleichtern. Wir haben die kompakte Version, die Anker Solix EverFrost 2 23L, unter die Lupe genommen und zeigen, ob sie in unserem Test hält, was der Hersteller verspricht – und wo noch Nachholbedarf besteht.

Anker Solix EverFrost 2 23L: Technische Daten im Überblick

Volumen 23 Liter nutzbar
Abmessungen 67 x 40 x 39 cm (BxTxH)
Gewicht 16,8 kg (mit Akku)
Temperaturbereich -20°C bis +20°C
Kühlzeit 25°C auf 0°C in 15 Minuten (Herstellerangabe)
Akku 288Wh LiFePO4, abnehmbar
Laufzeit bis zu 52 Stunden (je nach Leistung)
Lademöglichkeiten AC-Netzteil, 12V Auto, USB-C, Solar (100W)
Besonderheiten IPX3-Schutz, ausklappbarer Tisch
App-Steuerung Bluetooth, iOS/Android
Preis 799 € UVP

Auspacken und Verarbeitung: Solider Eindruck mit kleinen Schwächen

Der Lieferumfang präsentiert sich übersichtlich organisiert: Die Kühlbox selbst kommt gut geschützt im Karton, dazu gesellen sich der entnehmbare 288Wh-Akku (der sich bereits in der Box selbst am richtigen Platz befindet), AC-Netzteil mit Ladekabel, Autoladekabel, Radkeile sowie die üblichen Sicherheitsanweisungen und Schnellstartanleitung. Alles ist sauber verpackt und macht einen durchdachten Eindruck.

Bei der Verarbeitung zeigt sich insgesamt ein positiver Eindruck: Die EverFrost 2 23L macht einen soliden Eindruck und fühlt sich wertig an. Das graue Gehäuse mit schwarzen Akzenten sieht robust aus, die Materialstärke passt und die Proportionen stimmen. Wer sehr genau hinschaut, entdeckt hier und da kleinere Ungenauigkeiten – mal eine Kante, die nicht ganz perfekt sitzt, mal ein Übergang, der etwas unsauberer verarbeitet ist. Das sind aber eher Kleinigkeiten, die im Alltag nicht weiter stören und die Funktion nicht beeinträchtigen.

Diese kleinen Mängel sind zwar kein Beinbruch und beeinträchtigen die Funktion nicht, bei einem Gerät dieser Preisklasse hätte man sich aber etwas mehr Liebe zum Detail gewünscht. Die Räder laufen ohne Widerstand und der ausklappbare Tisch macht einen stabilen Eindruck. Clever gelöst: Der Tisch dient gleichzeitig als Ziehgriff – so spart Anker Platz und Gewicht. Das Display ist gut ablesbar und die Bedienelemente haben einen angenehmen Druckpunkt.

Ausgeklappter Tisch der Anker Solix EverFrost 2 23L auf einer Wiese, der gleichzeitig als Griff dient
Der stabile Tisch funktioniert auch als Tragegriff – eine clevere 2-in-1-Lösung.

Inbetriebnahme und Setup: Schnell startklar, aber App-Versteckspiel inklusive

Die erste Inbetriebnahme gestaltet sich erfreulich unkompliziert: Netzkabel anschließen, einschalten – schon springt der Kompressor an und beginnt mit der Kühlung. Der Akku ist bereits eingebaut und einsatzbereit. Soweit läuft alles intuitiv und selbsterklärend.

Ein kleines Aber kommt bei der App-Installation, denn wer die Smartphone-Steuerung nutzen möchte, muss erst mal die richtige App finden. Auf der Kühlbox befinden sich zwei QR-Codes – einer führt zum Benutzerhandbuch, der andere zum „Battery User Guide“. Den Code für die eigentliche App haben wir zunächst übersehen und erst nach einigem Suchen in den gedruckten Dokumenten entdeckt. Vielleicht waren wir auch einfach zu ungeduldig, aber ein etwas prominenterer Hinweis auf die App wäre durchaus hilfreich gewesen.

Hier würden wir uns wünschen, dass Anker den App-Code etwas sichtbarer platziert. Ist die richtige App erst einmal gefunden, klappt die Bluetooth-Verbindung allerdings problemlos.

Features der Anker Solix EverFrost 2 23L: Durchdachte Ausstattung mit praktischen Details

Die EverFrost 2 23L wartet mit einer ganzen Reihe durchdachter Features auf. Das Herzstück bildet der entnehmbare 288Wh LiFePO4-Akku, der als kompakter Würfel aus der Box genommen werden kann – praktisch zum separaten Laden oder als mobile Powerbank. Diese Flexibilität ermöglicht wirklich autarken Betrieb, ohne auf externe Stromquellen angewiesen zu sein.

Besonders clever gelöst sind die vier verschiedenen Lademöglichkeiten: Unterhalb einer Schutzklappe befinden sich ein DC-Anschluss für AC-Netzteil und Autoladegerät sowie ein XT60-Anschluss für Solarpanels bis 100W. Als vierte Option bietet der herausnehmbare Akku einen eigenen USB-C-Anschluss für moderne Powerstations. Diese Flexibilität macht die Box für verschiedenste Einsatzszenarien tauglich.

Ladeanschlüsse der Anker Solix EverFrost 2 23L mit DC-In und XT60 unter Schutzklappe
Unter der Klappe finden sich DC- und XT60-Anschluss – ideal für Netzteil, Auto oder Solarpanel.

Neben dem ausklappbaren Tisch, der sich gut als Abstellfläche für Getränke oder kleine Gegenstände eignet, sind weitere praktische Details der integrierte Flaschenöffner an der Gehäuseseite und das Metermaß am Deckel (inch oben, cm unten) – letzteres sorgt zum Beispiel bei Angelausflügen für weniger Diskussionen über die tatsächliche Größe des Fangs.

Der IPX3-Schutz macht die Box wetterfest genug für normale Outdoor-Einsätze, auch wenn man sie nicht komplett im Regen stehen lassen sollte. Über USB-C (60W) und USB-A (12W) können zudem andere Geräte geladen werden – die Kühlbox wird so zur mobilen Stromversorgung für Smartphone, Tablet oder andere kleine Verbraucher.

Die wichtigsten Features der ANKER EverFrost 2 23 L im Überblick:

  • Entnehmbarer 288Wh LiFePO4-Akku
  • Vier Lademöglichkeiten (AC, 12V, USB-C, Solar)
  • Ausklappbarer Tisch
  • IPX3-Wasserschutz
  • Powerbank-Funktion
  • App-Steuerung über Bluetooth

Kühlleistung der Anker Solix EverFrost 2 23L im Test: Hier überzeugt die EverFrost 2 vollends

Der wichtigste Test jeder Kühlbox ist natürlich die tatsächliche Kühlleistung – und hier kann die EverFrost 2 wirklich glänzen. Unsere Messungen bestätigten sogar die optimistischen Herstellerangaben: Von 20°C Starttemperatur auf 7°C benötigte die Box in unserem Test gerade mal 12 Minuten. Der weitere Weg von 7°C auf frostige -7°C dauerte etwa genauso lange – beeindruckende Werte für eine Kühlbox dieser Größe.

Laut Hersteller verhindert die FrostFlow-Technologie dabei für gleichmäßige Luftzirkulation und verhindert die gefürchteten warmen Ecken, die bei günstigeren Modellen auftreten. Egal wo im Kühlraum man misst – die Temperatur bleibt konstant und erreicht auch in den Ecken die gewünschten Werte. Das ist besonders wichtig für verderbliche Lebensmittel, die durchgehend gekühlt werden müssen.

Innenansicht der EverFrost 2 23L zeigt den mit LED-Beleuchtung ausgeleuchteten Kühlraum
23 Liter Nutzvolumen mit LED-Beleuchtung – kompakt, aber gut geeignet für Wochenendtrips zu zweit.

Auch bei höheren Außentemperaturen zeigt sich die Box von ihrer besten Seite: Selbst bei sommerlichen 30°C Umgebungstemperatur erreichte sie problemlos die beworbenen -20°C Innentemperatur – ein beeindruckender Wert, mit dem sich auch Tiefkühlkost sicher transportieren lässt. Die rund 6 cm dicke Isolierung sorgt dafür, dass die Kühlleistung auch bei Hitze konstant stark bleibt.

Erfreulich leise arbeitet dabei der Kompressor: Nur ein dezentes Brummen ist hörbar. Der Kompressor schaltet sich intelligent ein und aus, um Energie zu sparen – das verlängert die Akkulaufzeit erheblich und reduziert die Geräuschentwicklung weiter.

Akku und Laufzeit: Autark unterwegs

Der herausnehmbare 288Wh LiFePO4-Akku macht im Alltag richtig Spaß. Bei 4°C Kühltemperatur und sommerlichen 25°C Außentemperatur lief unsere Box tatsächlich über 48 Stunden durch – Ankers Versprechen von 52 Stunden ist also durchaus realistisch. Damit ist man wirklich unabhängig von Steckdosen und kann entspannt ein ganzes Wochenende durchhalten.

Das Aufladen dauert mit dem mitgelieferten Netzteil rund 3,6 Stunden – also nachmittags angesteckt und zum Abendessen wieder voll. Über die 12V-Buchse im Auto geht es genauso schnell. Richtig praktisch wird es mit der USB-C-Buchse: Dadurch lässt sich die Box an jede moderne Powerstation anschließen. Und wer richtig autark unterwegs sein will, hängt einfach ein 100W-Solarpanel dran – dann läuft das Ding ewig weiter, solange die Sonne scheint.

Optionales Road Trip Kit: Teilweise kompatibel mit der Anker Solix EverFrost 2 23L

Anker stellte uns das Road Trip Kit zusammen mit der Anker Solix EverFrost 2 23L zum Test zur Verfügung – dabei zeigten sich schnell die Grenzen der Kompatibilität. Von den drei mitgelieferten Komponenten (Getränkehalter, Messerhalterung und Angelrutenhalter) lassen sich immerhin zwei gleichzeitig an der Seite der Kühlbox befestigen.

Welche beiden das sind, bleibt dem Nutzer überlassen – mehr Platz gibt die kompakte Box aber nicht her.
Leider fehlt am ausklappbaren Tisch die nötige Befestigungsschiene, die bei den größeren 40L und 58L Modellen vorhanden sind. Wer alle drei Zubehörteile gleichzeitig nutzen möchte, schaut bei der 23L Version (sicher aus Platzgründen) leider in die Röhre.

Zwei montierte Halter des Road Trip Kits an der Anker Solix Kühlbox
Einfach einhaken: Zwei der Halter lassen sich ganz einfach seitlich in die Schiene schieben – welche du nutzt, ist ganz dir überlassen.

Diese Einschränkungen sind im Grunde nachvollziehbar, da das Kit primär für die größeren Modelle entwickelt wurde. Dass zwei von drei Komponenten auch an der kompakten 23L Version funktionieren, zeigt immerhin eine gewisse Flexibilität. Wer mit diesem Kompromiss leben kann, bekommt durchaus praktische Erweiterungen  auch für den kleinen Bruder.

App-Steuerung der Anker Solix EverFrost 2 23L im Test: Nützlich, aber nicht essentiell

Ist die App erst einmal gefunden und installiert, zeigt sie ihre Stärken: Temperaturüberwachung in Echtzeit, Akkustand-Anzeige und detaillierte Verbrauchsstatistiken. Die Bluetooth-Verbindung funktioniert stabil im Umkreis von etwa 10 Metern, die Reaktionszeiten sind akzeptabel.

Besonders praktisch ist die Fernüberwachung: Man kann bequem vom Zelt oder Wohnmobil aus checken, ob die Temperatur stimmt und gegebenenfalls nachjustieren. Auch Firmware-Updates lassen sich über die App einspielen – ein modernes Feature, das die Lebensdauer des Geräts verlängern kann.

Das Beste an der App-Steuerung ist aber, dass sie optional bleibt: Die Menüführung direkt am Gerät ist selbsterklärend und total übersichtlich. Alle wichtigen Funktionen lassen sich auch ohne Smartphone bedienen – ein wichtiger Pluspunkt für alle, die es unkompliziert mögen oder bei denen das Handy mal streikt.

Konkurrenz: Unterschiedliche Philosophien

Die EverFrost 2 23L bewegt sich in einem hart umkämpften Markt. EcoFlows neue Glacier Classic 35L beispielsweise bietet mehr Volumen und kommt nach dem Verzicht auf die Eiswürfelmaschine deutlich praktischer daher – braucht aber einen separaten Akku, der extra kostet.

Dometic und Truma setzen weiterhin auf ihre bewährten Kompressorboxen ohne integrierten Akku. Die laufen zuverlässig, sind aber auf externe Stromversorgung angewiesen und damit weniger flexibel. Günstigere Anbieter wie Alpicool locken mit niedrigen Preisen, können aber bei Verarbeitung und Laufruhe nicht mithalten.

Ankers größter Vorteil liegt im Komplett-Paket: Kühlbox und Akku kommen aus einer Hand, die App funktioniert anständig und wer schon andere Anker-Geräte hat, kennt sich sofort aus.

Fazit: Solide Technik mit Luft nach oben

Die Anker Solix EverFrost 2 23L kühlt richtig gut – sogar besser als versprochen. In 12 Minuten von 20°C auf 7°C ist schon beeindruckend für so eine kompakte Box. Der Akku hält tatsächlich fast zwei Tage durch und lässt sich auf vier verschiedene Arten laden.

Die kleinen Extras machen Spaß: Der ausklappbare Tisch ist praktisch, der integrierte Flaschenöffner spart Sucherei und das Metermaß am Deckel freut jeden Angler. Dazu kann der Akku auch als Powerbank herhalten und lädt Smartphone oder Tablet auf. Mit dem optionalen Road Trip Kit wird die Box noch vielseitiger – auch wenn nicht alle Teile an der 23L Version passen.

Klar, bei fast 800 Euro sind ein paar kleinere Verarbeitungsschwächen nicht schön und die Sache mit der Einrichtung per App hätte prominenter platziert werden können. Aber ehrlich: Die Box kühlt zuverlässig, ist leise und macht autarkes Camping richtig entspannt, da kann man über die kleinen Schwächen gern mal hinweg sehen.

Wer eine unkomplizierte Lösung sucht und nicht jeden Euro umdrehen muss, bekommt hier eine richtig praktische Kühlbox. Sicher gibt es günstigere Alternativen, aber dann muss man sich auch mehr Gedanken um Akkus und Kompatibilität machen. Wir sind jedenfalls überzeugt.

PRO

  • herausnehmbarer 288Wh-Akku mit separaten USB-Ports – als mobile Powerbank nutzbar
  • integrierter Flaschenöffner + Metermaß am Deckel – praktische Details, die die Konkurrenz nicht bietet
  • ausklappbarer Tisch als Ziehgriff – platzsparende 2-in-1 Lösung
  • mit dem Anker Solix Road Trip Set erweiterbar (2/3 Teile zeitgleich kompatibel)
Anker Solix EverFrost 2 23L Gold Award
CONTRA

  • 16,8 kg Gewicht bei nur 23L Volumen – deutlich schwerer als klassische Kühlboxen
  • kleine Verarbeitungsmängel bei Premium-Preis – unsaubere Kanten und Übergänge
  • keine Eco/Normal/Max-Modi – Energiemanagement schlechter als bei 40L/58L Versionen

Anker Solix EverFrost 2 23L

Verarbeitung & Design
Bedienung & App
Kühlleistung
Akkulaufzeit
Preis-Leistungs-Verhältnis

91/100

Die Anker Solix EverFrost 2 23L überzeugt mit exzellenter Kühlleistung und durchdachten Features wie dem herausnehmbaren Akku. Kleine Verarbeitungsschwächen und der hohe Preis trüben den ansonsten positiven Eindruck. Wer eine moderne, autarke Kühlbox sucht und bereit ist dafür zu zahlen, bekommt aber ein solides Gerät.

Simon Lüthje

Ich bin der Gründer dieses Blogs und interessiere mich für alles was mit Technik zu tun hat, bin jedoch auch dem Zocken nicht abgeneigt. Geboren wurde ich in Hamburg, wohne nun jedoch in Bad Segeberg.

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