Die Elektromobilität nimmt rasant an Fahrt auf, und mit ihr wächst der Bedarf an effizienten Ladelösungen für zu Hause. Mit dem Anker SOLIX V1 betritt ein vielversprechender Kandidat den Markt der smarten Wallboxen. In unserem ausführlichen Test untersuchen wir, ob die intelligente Ladestation hält, was der Hersteller verspricht: Bis zu 83% Stromkostenersparnis, nahtlose Integration mit Solaranlagen und intuitive Bedienung. Wir haben die Wallbox mehrere Wochen im Alltag genutzt und zeigen dir, für wen sich die Investition wirklich lohnt.
Unboxing & Erster Eindruck
Der Anker SOLIX V1 wird in einer stabilen Kartonverpackung geliefert, die alle Komponenten sicher schützt. Im Lieferumfang enthalten sind die Wallbox selbst, eine Wandhalterung, eine RFID-Karte für die Zugangskontrolle sowie eine ausführliche Bedienungsanleitung. Je nach gewähltem Modell ist entweder ein fest installiertes 5-Meter-Ladekabel mit Typ-2-Stecker integriert oder eine Typ-2-Buchse verbaut.
Der erste Eindruck ist durchweg positiv: Die Wallbox präsentiert sich in einem schlichten, modernen Design mit hochwertiger Verarbeitung. Mit Abmessungen von etwa 21 × 36 × 12 cm und einem Gewicht von rund 4,5 kg (Variante ohne Kabel) bzw. 5,6 kg (mit Kabel) wirkt das Gerät kompakt, aber robust. Die Materialqualität macht einen wertigen Eindruck – die Kunststoffoberfläche ist matt und kratzfest, während die Verarbeitung keine Grate oder unsaubere Übergänge aufweist.
Besonders ins Auge fällt das innovative Touch-Display an der Frontseite, das mit der IntelliGesture™-Technologie ausgestattet ist. Hiermit lässt sich der Ladevorgang per Wischgeste starten, stoppen oder auf Schnellladen umschalten – ein Feature, das wir im Praxistest genauer unter die Lupe nehmen werden.
Technische Spezifikationen
Der Anker SOLIX V1 ist in verschiedenen Leistungsvarianten erhältlich, die sich an unterschiedliche Anforderungen anpassen. Hier die wichtigsten technischen Daten im Überblick:
| Spezifikation | Modell 7,4 kW | Modell 11 kW | Modell 22 kW |
| Nennleistung | 7,4 kW | 11 kW | 22 kW |
| Nennspannung | 230V (1P+N+PE) | 400V (3P+N+PE) | 400V (3P+N+PE) |
| Nennstrom | 32A | 16A | 32A |
| Phasen | Einphasig | Dreiphasig | Dreiphasig |
| Ladezeit (60 kWh Batterie) | ca. 8 Stunden | ca. 6 Stunden | ca. 3 Stunden |
| Reichweite pro Stunde | ca. 40-50 km | ca. 60-70 km | ca. 120 km |
Alle Modelle verfügen über folgende gemeinsame Eigenschaften:
- Fahrzeuganschluss: Typ-2-Stecker (fest verbaut oder als Buchse)
- Kommunikation: WLAN, Ethernet/LAN, Bluetooth, RS485
- Protokoll: OCPP 1.6J (offener Standard)
- Authentifizierung: RFID, App, Bluetooth
- Schutzklasse: IP65 (staub- und strahlwassergeschützt)
- Stoßfestigkeitsklasse: IK10 (höchste Stufe)
- Betriebstemperatur: -30°C bis +50°C
- Abmessungen: ca. 21 × 36 × 12 cm
- Gewicht: 4,5 kg (ohne Kabel) / 5,6 kg (mit Kabel)
Installation & Inbetriebnahme
Die Installation des Anker SOLIX V1 sollte grundsätzlich durch eine Elektrofachkraft erfolgen. Anker bietet über seine Webseite einen Installationsservice an, alternativ kann auch ein Elektriker des eigenen Vertrauens beauftragt werden. Die Montage selbst ist unkompliziert und folgt einem klaren Schema:
- Standort für die Wallbox auswählen (idealerweise auf Brusthöhe)
- Mit der beiliegenden Bohrschablone Löcher anzeichnen und bohren
- Wandhalterung montieren
- Kabeleinführung wählen (unten, hinten oder oben)
- Elektrischen Anschluss herstellen (Festverdrahtung oder CEE-Stecker)
- Wallbox auf die Wandhalterung setzen und sichern
- Optional: Kabelhalterung montieren
Nach der Hardware-Installation folgt die Einrichtung über die Anker-App. Diese erkennt die Wallbox automatisch und führt durch den Einrichtungsprozess. Dabei werden WLAN-Verbindung, Firmware-Updates und grundlegende Einstellungen konfiguriert. Besonders praktisch: Bei den Zugriffseinstellungen kann zwischen Auto-Start, Zeitplan und RFID-Karten-Authentifizierung gewählt werden.
In unserem Test verlief die Installation problemlos. Von der Montage bis zur ersten Ladung vergingen etwa 90 Minuten, wobei der Großteil der Zeit für die fachgerechte elektrische Installation benötigt wurde. Die App-Einrichtung selbst dauerte nur etwa 10 Minuten und war auch für technisch weniger versierte Nutzer gut nachvollziehbar.
Leistung im Praxistest
Für unseren Test haben wir die 11-kW-Variante ohne verbautem Kabel verwendet und mit verschiedenen Elektrofahrzeugen getestet. Die Wallbox lieferte durchgehend die versprochene Ladeleistung und zeigte sich auch bei längeren Ladevorgängen zuverlässig.
Ladegeschwindigkeit
Die gemessenen Ladegeschwindigkeiten entsprachen den Herstellerangaben. Bei einem Testfahrzeug mit 77,4-kWh-Batterie konnten wir folgende Werte ermitteln:
- Ladezeit von 20% auf 80%: ca. 4,5 Stunden
- Durchschnittliche Ladeleistung: 10,8 kW
- Gewonnene Reichweite pro Stunde: etwa 65 km
Besonders beeindruckend ist die Effizienz der Wallbox. Mit einem Wirkungsgrad von über 95% geht nur wenig Energie beim Ladevorgang verloren – ein Spitzenwert in dieser Preisklasse.
Intelligentes Laden mit Anker Intelligence™
Ein Hauptmerkmal des SOLIX V1 ist die intelligente Ladesteuerung. In Verbindung mit einem Smart Meter (seperat erhältlich) analysiert die Wallbox kontinuierlich den Stromverbrauch und die Solarproduktion. In unserem Test haben wir folgende Szenarien untersucht:
Szenario 1: Nur Wallbox
Auch ohne Solaranlage bietet der SOLIX V1 Vorteile durch die zeitgesteuerte Ladung. Bei einem dynamischen Stromtarif können Einsparungen von etwa 25% gegenüber ungeplanten Ladevorgängen erzielen, da die Wallbox automatisch in den günstigsten Stunden lädt.
Szenario 2: Mit Solaranlage
In Kombination mit einer Solaranlage stieg die Ersparnis deutlich. Die Wallbox priorisierte den Solarstrom und ergänzte nur bei Bedarf mit Netzstrom.
Die von Anker beworbenen Einsparungen von bis zu 58% (ohne Speicher) bzw. 83% (mit Speicher) erscheinen nach unseren Tests durchaus realistisch, hängen aber stark von individuellen Faktoren wie Solaranlagengröße, Fahrprofil und Stromtarif ab.
Funktionen & Bedienung
IntelliGesture™ Touch-Steuerung
Die innovative Gestensteuerung des SOLIX V1 funktioniert im Alltag überraschend gut. Mit einer einfachen Wischgeste nach rechts startet der Ladevorgang, eine Wischgeste nach links stoppt ihn. Besonders praktisch: Mit einer Wischgeste nach oben aktiviert man den Schnelllade-Modus. Die Gesten werden zuverlässig erkannt und bieten eine intuitive Alternative zur App-Steuerung.
Anker App
Die Anker App überzeugt durch ihre übersichtliche Gestaltung und vielfältigen Funktionen:
- Echtzeit-Überwachung des Ladevorgangs
- Detaillierte Statistiken zu Energieverbrauch und -kosten
- Individuelle Zeitpläne für das Laden
- Einstellung der maximalen Ladeleistung (6A bis 32A)
- Integration von Stromtarifen für Kostenberechnungen
- Verwaltung von RFID-Karten für den Zugriff
- Firmware-Updates
In unserem Test lief die App stabil und reagierte schnell. Die Verbindung zur Wallbox über WLAN war zuverlässig, auch die Bluetooth-Verbindung funktionierte problemlos als Backup, falls das WLAN einmal ausfallen sollte.
Betriebsmodi
Der SOLIX V1 bietet verschiedene Betriebsmodi, die sich flexibel an unterschiedliche Anforderungen anpassen:
Auto-Start
Der Ladevorgang beginnt automatisch, sobald das Fahrzeug angeschlossen wird – ideal für die unkomplizierte Nutzung.
Zeitplan-Laden
Ladevorgänge können für bestimmte Zeitfenster geplant werden, beispielsweise für günstige Nachtstromtarife.
Solar-Modus
Die Wallbox lädt ausschließlich oder vorrangig mit Solarstrom und maximiert so die Nutzung selbst erzeugter Energie.
Besonders beeindruckend ist der intelligente Lademodus, bei dem die Anker Intelligence™ automatisch den optimalen Ladezeitpunkt basierend auf Solarproduktion, Strompreisen und Fahrgewohnheiten ermittelt. In unserem Test funktionierte diese Optimierung erstaunlich gut und passte sich schnell an unsere Nutzungsgewohnheiten an.
Integration ins Energiesystem
Ein besonderer Vorteil des SOLIX V1 ist die nahtlose Integration in bestehende oder geplante Energiesysteme. Wir haben verschiedene Szenarien getestet:
Standalone-Betrieb
Auch ohne weitere Anker-Produkte funktioniert die Wallbox einwandfrei und bietet durch die intelligente Steuerung bereits Vorteile gegenüber herkömmlichen Ladestationen.
Mit Anker SOLIX Solarbank
In Verbindung mit dem Anker SOLIX Solarbank Powerdock Multisystem oder dem X1 Heimspeicher entfaltet der SOLIX V1 sein volles Potenzial. Das System erkennt überschüssige Solarenergie und leitet diese gezielt zum Laden des Elektrofahrzeugs. In unserem Test funktionierte diese Integration reibungslos – die Komponenten kommunizierten zuverlässig miteinander und optimierten automatisch die Energieflüsse.
Kompatibilität mit Fremdsystemen
Dank des offenen OCPP-1.6J-Protokolls lässt sich der SOLIX V1 auch in viele Fremdsysteme integrieren. Wir haben die Wallbox erfolgreich mit einem Shelly Pro 3EM Smart Meter gekoppelt, was eine grundlegende Laststeuerung ermöglichte. Die volle Funktionalität entfaltet sich jedoch erst im Anker-Ökosystem.
Preise & Verfügbarkeit
Der Anker SOLIX V1 ist in sechs Varianten erhältlich, die sich in Leistung und Ausstattung unterscheiden. Aktuell bietet Anker Rabatt auf alle Modelle:
| Modell | Regulärer Preis (UVP) | Aktionspreis |
| 7,4 kW ohne Kabel | 619 € | 399,00 € |
| 7,4 kW mit Kabel | 689 € | 449,00 € |
| 11 kW ohne Kabel | 719 € | 479,00 € |
| 11 kW mit Kabel | 789 € | 529,00 € |
| 22 kW ohne Kabel | 749 € | 519,00 € |
| 22 kW mit Kabel | 819 € | 549,00 € |
Unser Tipp: Für die meisten Haushalte mit Standardanschluss ist die 11-kW-Variante die beste Wahl. Sie bietet einen guten Kompromiss aus Ladegeschwindigkeit und Kosten. Die Variante mit Kabel ist etwas teurer, daher kann es sich lohnen einfach ein Kabel dazuzukaufen. So ist man auch flexibler.
Fazit: Für wen lohnt sich der Anker SOLIX V1?
Der Anker SOLIX V1 ist eine hochwertige Wallbox, die mit intelligenten Funktionen, robuster Verarbeitung und zukunftssicherer Technologie überzeugt. Im Vergleich zu einfachen Ladestationen ist der Preis zwar höher, die Mehrkosten amortisieren sich jedoch durch die möglichen Einsparungen bei den Stromkosten.
Besonders empfehlenswert ist der SOLIX V1 für:
- Besitzer von Photovoltaikanlagen, die ihren selbst erzeugten Strom optimal für das Laden ihres E-Autos nutzen möchten
- Nutzer dynamischer Stromtarife, die von der intelligenten Ladesteuerung profitieren wollen
- Technikaffine Anwender, die Wert auf smarte Funktionen und detaillierte Auswertungen legen
- Kunden, die bereits andere Anker SOLIX Produkte nutzen oder planen, in dieses Ökosystem zu investieren
Weniger sinnvoll ist die Investition für Nutzer, die nur gelegentlich laden oder keine Möglichkeit haben, von den intelligenten Funktionen zu profitieren. Hier könnte eine einfachere Wallbox ausreichend sein.
In unserem Test hat der Anker SOLIX V1 durchweg überzeugt und sich als zuverlässiger, intelligenter Ladepartner für den Alltag erwiesen. Die innovative Gestensteuerung, die durchdachte App und die nahtlose Integration in bestehende Energiesysteme heben die Wallbox deutlich von der Konkurrenz ab. Mit dem aktuellen Rabatt bietet der SOLIX V1 zudem ein attraktives Preis-Leistungs-Verhältnis.
- Intelligente Ladesteuerung mit echter KI-Optimierung
- Innovative Gestensteuerung für einfache Bedienung
- Hohe Verarbeitungsqualität und robustes Design (IP65, IK10)
- Umfangreiche App mit detaillierten Statistiken
- Flexible Betriebsmodi für verschiedene Anforderungen
- Nahtlose Integration in das Anker SOLIX Ökosystem
- Offenes OCPP-1.6J-Protokoll für Zukunftssicherheit
- Breiter Betriebstemperaturbereich (-30°C bis +50°C)
- Hohe Kompatibilität (99,9% aller E-Fahrzeuge)
- Höherer Preis im Vergleich zu einfachen Wallboxen
- Volle Funktionalität erst mit zusätzlichem Smart Meter
- Maximale Einsparungen nur im kompletten Anker-Ökosystem
- Kein integrierter Fehlerstromschutzschalter (separate Installation nötig)
- Kein MID-zertifizierter Stromzähler für Abrechnungszwecke
Anker SOLIX V1
Verarbeitung & Design
Funktionsumfang
Bedienkomfort
App & Konnektivität
Preis-Leistungs-Verhältnis
91/100
Der Anker SOLIX V1 ist eine smarte Wallbox, die besonders im Zusammenspiel mit einer Solaranlage ihre Stärken ausspielt. Intelligente Ladesteuerung, solide Verarbeitung und die nahtlose Integration ins Anker-Ökosystem rechtfertigen den Aufpreis gegenüber einfacheren Modellen – vorausgesetzt, man nutzt die smarten Funktionen auch wirklich aus. Wer nur gelegentlich lädt, ist mit einer günstigeren Lösung besser bedient.