Anthbot Genie 800 im Test: Viel Technik, wenig Aufwand

Jens Scharfenberg
Jens Scharfenberg · 9 Min. Lesezeit
Anthbot Genie 800

Die Gartensaison 2026 ist im vollen Gange, was nicht zuletzt durch die zunehmende Werbung für Mähroboter deutlich wird. Egal, ob Dreame, Ecovacs oder Roborock – Mittlerweile hat so ziemlich jeder Smart-Home-Riese gleich mehrere Modelle im Angebot. Doch es gibt auch Hersteller, die sich ausschließlich auf das Metier der smarten Gartenhelfer konzentrieren. So zum Beispiel Anthbot. Im Anthbot Genie 800 Test durften wir uns ein Modell genauer ansehen, das mit unkomplizierter Inbetriebnahme, toller Hinderniserkennung und vor allem einem beeindruckenden Mähbild überzeugen möchte.

Technische Daten des Anthbot Genie 800

Modell Anthbot Genie 800
Maße und Gewicht 63 x 41 x 27cm und 12,5 kg
Empfohlene Mähfläche 800 m²
Positionierung und Navigation Full-Band RTK + 3D Vision (4 Kameras)
Hinderniserkennung 3D KI-Vision (4 Kameras) -> erkennt bis zu 1000 Objekte
4G-Service 1 Jahr kostenlos
Steigfähigkeit max. 45%
Akku – 72 Wh
– 130 min Ladezeit
– 150 m² pro Stunde
Geräuschpegel max. 58 dB
Mähteller 20 cm breit mit 5 Klingen
Schnitthöhe 3 – 7 cm (einstellbar in App)
Sicherheit GPS-Tracking, Diebstahlalarm, Find my, PIN-Code
Wetterfestigkeit IPX6
Preis € 912,92 *

 

Lieferumfang des Anthbot Genie 800

Anthbot Genie 800

Anthbot Genie 800 Test: Design & Verarbeitung

Der ANTHBOT Genie 800 macht im ersten Moment einen modernen und technisch hoch entwickelten Eindruck. Das Design ist funktional statt verspielt: Die glatten, leicht abgerundeten Flächen bestehen aus robustem Kunststoff, der im Test bei mehreren Nutzungstagen in Gartenumgebung weder sichtbare Kratzer noch strukturelle Schwächen zeigte. Mit etwa 12,5 kg ist der Roboter für seine Klasse vergleichsweise leicht.

Anthbot Genie 800

Dabei wirkt er aber keineswegs billig – die Materialien vermitteln vielmehr Wertigkeit und Stabilität. Die Verarbeitung wirkt insgesamt gut abgestimmt, Spaltmaße sind gleichmäßig und auch die Lackierung in neutralem Grau ist unempfindlich gegen Schmutz und Grasreste. Die Bedienelemente sind durchdacht platziert und fühlen sich sehr gut an. Hier knackt und knarzt nichts.

Ich will hier aber nicht außen vor lassen, dass einige Nutzer von Feuchtigkeitsproblemen im Kamerabereich berichten. So soll sich bei manch einem Wasser im Kamerabereich angesammelt haben, wenn das Gerät mit einem starken Wasserstrahl gereinigt wurde. Daraus könnte man eine gewisse Undichte bei der Sensorabdeckung schließen. Bei mir kam es zu keinerlei Feuchtigkeitsproblemen. Selbst Regen hielt der Roboter problemlos stand.

Anthbot Genie 800

Mit dem Wissen im Hinterkopf würde ich bei der Reinigung allerdings eher zum Lappen, als zum Kärcher greifen. Highlight des Designs ist die Kombination aus funktionalem Look und cleverer Integration technischer Komponenten wie KI-Kameras und Sensortechnik, die dem Genie 800 seine fortschrittlichen Navigationsfähigkeiten verleihen. Dabei wirkt der Roboter nicht überladen und wirkt keineswegs fehl am Platze im Garten.

Anthbot Genie 800 Test: Inbetriebnahme & Einrichtung

Einer der größten Vorteile, den der ANTHBOT Genie 800 im Test auf den Tisch bringt, ist die extrem einfache Inbetriebnahme. Statt mühseligem Verlegen von Begrenzungskabeln, wie bei klassischen Mährobotern, nutzt der Genie eine moderne RTK-GPS-Positionierung kombiniert mit KI-basierter Kartierung über vier Kameras. Laut Hersteller soll die Einrichtung in etwa 10 Minuten erledigt sein. Und das bestätigte sich auch in meinem Praxistest.

Allerdings lässt sich das nicht pauschal sagen. Schließlich bestimmen verschiedene Faktoren, wie viel Zeit die Einrichtung in Anspruch nimmt. Nicht nur Gartengröße, sondern auch Anzahl der Mähzonen und die Komplexität des Gartengrundrisses sind dabei ausschlaggebend. Hierbei nutzt man vornehmlich die Smartphone-App. Nachdem man den Anthbot Genie 800 als neues Gerät hinzugefügt hat, folgt die Kartierung.

Hierbei fährt man mit dem Gerät einmal um die zu befahrende Rasenfläche herum und erfasst so die Grenzen und Zonen. Dieses Mapping-Verfahren funktioniert in der Praxis recht zuverlässig, ermöglicht Multi-Zone-Management und kann an unterschiedliche Rasenformen angepasst werden. Bei manch komplexem Garten muss man hierfür zwar eher 30 als 10 Minuten in Kauf nehmen, aber dies ist immer noch deutlich einfacher als klassische Begrenzungskabel-Setups.

Anthbot Genie 800 Test: Steuerung & Bedienkomfort

Die ANTHBOT-App ist das Herzstück der Bedienung des Genie 800: Hier wird das Mapping erstellt, hier lassen sich Zonen planen und Zeitpläne einstellen, und hier kann man auch direkt eingreifen, wenn der Mäher einmal festhängt oder seinen Kurs ändern soll. Die App ist funktional aufgebaut und deckt alle notwendigen Steuer- und Planungsfunktionen ab. Im Test zeigt sie vor allem Stärken bei:

  • Multi-Zone-Management – verschiedene Bereiche des Gartens lassen sich separat planen und schwach signalisierte Bereiche können besser verwaltet werden.
  • Mapping-Visualisierung – nach dem Kartieren zeigt die App eine klare Vorstellung der erfassten Fläche und der Routenplanung.
  • Zeitplanerstellung – Programmierung von Mähzeiten je Tag und je Zone ist intuitiv.

Allerdings wirkt die App optisch etwas aus der Zeit gefallen. Auch das Look & Feel im Allgemeinen dürfte dem einen oder anderen missfallen. Hier haben die großen Marken aus meiner Sicht auf jeden Fall noch die Nase vorn. Beste Beispiele sind die Software beim MOVA 600 (Test | € 1.099,00 *), ECOVACS Goat G1 (Test | € 1.312,08 *) oder Segway Navimow i105E (Test | € 699,00 *).

Einen kleinen Grund zum Meckern gibts auch im Rahmen der Firmware-Updates. Obwohl Anthbot betont, dass es sich beim Genie 800 um eine plug&play Lösung handeln soll, ist ein Update häufig nur mit aktiver WiFi-Verbindung möglich. Das 4G-Modul an Bord genügt dafür meist nicht aus. In meinem Test war die App aber insgesamt stabil, und regelmäßige Firmware-Updates dürften perspektivisch dazu beitragen, dass sich Bedienkomfort und Funktionalität mit der Zeit verbessern.

Anthbot Genie 800 Test: Navigation & Hinderniserkennung

Eines der zentralen Features des ANTHBOT Genie 800 ist seine kabellose Navigation kombiniert aus Full-Band-RTK-GPS und vier KI-gestützten Kameras. Dabei sitzen zwei der Kameras an der Front und jeweils eine links und rechts. Statt sich an klassischen Begrenzungskabeln entlang zu hangeln, kartiert und navigiert der Roboter vollautonom und erkennt Hindernisse und passt seine Route an.

anthbot genie 800

Im Test funktionierte dies beeindruckend gut:

  • Mählinien fährt der Genie 800 zuverlässig in parallelen Bahnen.
  • Ecken und Ränder werden zuverlässig erfasst, ohne dass lange Begrenzungskabel verlegt werden müssen.
  • Hinderniserkennung erkennt eine Vielzahl von Objekten – Gartenmöbel, Bäume, Spielzeug, sogar Haustiere – und umfährt sie vorausschauend, was für Sicherheit und weniger Unterbrechungen im Mähprozess sorgt.

anthbot genie 800

Die Hinderniserkennung funktionierte im Test größtenteils sehr gut. Ich warf dem Roboter beispielsweise immer wieder mal einen kleinen Handbesen in den Weg. Jedes Mal umfuhr er diesen zuverlässig. Lediglich bei sehr flachen Hindernissen sollte man etwas Vorsicht walten lassen.

Anthbot Genie 800
Die RTK-Antenne sollte freie Funkverbindung zum Himmel haben.

Diese könnten mitunter übersehen werden. Dennoch hat mich die Hinderniserkennung im großen und Ganzen wirklich überzeugt. Der Satellitenempfang war während des Tests erstaunlich zuverlässig. Das galt auch für schattige Bereiche ohne direkte Verbindung zum Himmel. Hier schwächeln leider viele Mähroboter, die GPS-basiert arbeiten.

Anthbot Genie 800 Test: Mähleistung

Die Mähleistung eines Roboters ist natürlich sein wichtigstes Ausstattungsmerkmal. Hier setzt Anthbot auf einen Mähteller, der über fünf Klingen verfügt und einen Durchmesser von 20 cm hat. Bei der Schnitthöhe habt ihr die Wahl zwischen 30, 40, 50, 60 oder 70 mm. Und hier liefert der ANTHBOT Genie 800 eine solide, wenn auch nicht spektakuläre Vorstellung. Mit seiner Schnittbreite von 20 cm und fünf scharfen Klingen erzielt der Genie ein gleichmäßiges Schnittbild ohne große Ausreißer.

Anthbot Genie 800

Die Schnitthöhe lässt sich individuell einstellen, was in unterschiedlichen Jahreszeiten und für verschiedene Rasenarten ausreichend flexibel ist. Das Schnittbild ist dabei selbst bei dichterem Rasen überraschend ordentlich. Es entstehen keine unschönen Streifen oder Höhenunterschiede, wenn das Gelände nicht allzu uneben ist. Außerdem arbeitet der Gartenrobo nach einem nachvollziehbaren System. Dabei fährt er optimale Parallelbahnen, die sich im Nachhinein wirklich sehen lassen können.

Anthbot Genie 800

Was mir besonders gut gefällt, ist auch die Möglichkeit, die Mährichtung festlegen zu können. Mit einer maximalen empfohlenen Rasenfläche von etwa 800 m² eignet sich der Genie 800 besonders für mittelgroße Gärten. Laut Hersteller sollen hier aber auch theoretisch 1.500 m² möglich sein. Die Akkukapazität beträgt etwa 4.000 mAh, was laut Hersteller für Laufzeiten bis zu 130 Minuten reicht, bevor eine Aufladung notwendig wird.

anthbot genie 800

Dank eines bürstenlosen Motors und robuster Räder meistert der Roboter Steigungen bis zu 45 % (rund 24 ° Neigung) relativ problemlos – ein klarer Pluspunkt gegenüber vielen Mitbewerbern, die bei solchen Neigungen schnell an ihre Grenzen stoßen. Der Geräuschpegel während des Mähens liegt laut Hersteller bei rund 58 dB, was im Alltag kaum störend ist und ein ruhiges Mähen ermöglicht. Zudem reagiert der Roboter auf Regen, indem er sich automatisch zur Ladestation zurückzieht.

Ihr braucht eine Kaufempfehlung? Hier gehts zu unserer Liste der besten Mähroboter.

Fazit

Der Anthbot Genie 800 überzeugt im Test vor allem durch seine einfache Einrichtung, moderne Navigation und zuverlässige Hinderniserkennung. Dank kabelloser RTK-GPS-Technologie und KI-gestützter Kameras gelingt die Inbetriebnahme deutlich unkomplizierter als bei klassischen Mährobotern mit Begrenzungskabel. Besonders positiv fällt die präzise Navigation mit sauberem Mähbild und intelligenter Routenführung auf, ebenso wie die Fähigkeit, Hindernisse sicher zu erkennen und zu umfahren. Auch bei Verarbeitung und Design hinterlässt der Mähroboter einen hochwertigen Eindruck. Die App bietet alle wichtigen Funktionen, wirkt optisch jedoch etwas veraltet und könnte in puncto Nutzererlebnis verbessert werden.

Kleine Schwächen zeigen sich zudem bei sehr flachen Hindernissen. Die Mähleistung ist insgesamt solide: Der Schnitt ist gleichmäßig und für mittelgroße Gärten absolut ausreichend, ohne jedoch herausragend zu sein. Mitunter bleiben hier und da ein paar Halme stehen und eine zweite Runde ist vonnöten. Positiv hervorzuheben sind die leise Arbeitsweise, die gute Steigfähigkeit und flexible Einstellungsmöglichkeiten. Unterm Strich ist der Anthbot Genie 800 ein leistungsstarker und benutzerfreundlicher Mähroboter, der besonders durch seine smarte Navigation und einfache Handhabung punktet.

Gold Award für ANTHBOT Genie 800 - 04/2026ANTHBOTGenie 80004/2026

VORTEILE

  • Schnelle und einfache Inbetriebnahme
  • Präzise Navigation dank RTK-GPS
  • Gute Hinderniserkennung mit KI-Kameras
  • Gutes Mähbild
  • Gute Steigfähigkeit und leiser Betrieb
  • Flexibles Multi-Zonen-Management

NACHTEILE

  • App optisch und vom Bediengefühl her etwas veraltet
  • Mähleistung gut, aber nicht herausragend

Detailbewertung

Design und Verarbeitung92
Navigation92
Hinderniserkennung93
App & Bedienung89
Mähleistung90
Preis-Leistungs-Verhältnis92

Fazit

Der Anthbot Genie 800 überzeugt mit einfacher Einrichtung ohne Begrenzungskabel, präziser Navigation und tollem Mähergebnis. Trotz verbesserungswürdiger App ein empfehlenswerter Mähroboter.

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