ANTHBOT M9 Pro im Test: Mähroboter mit KI-Funktion und HoloSense Quad-Fusion-Technologie

Simon Lüthje
Simon Lüthje · 10 Min. Lesezeit
Anthbot M9 Pro Test

Grundstücke sind verschieden und nicht selten gibt es eine Hanglage, die von einem Mähroboter mehr abverlangt, als gerade Rasenstücke. Genau an dieser Stelle möchte der ANTHBOT M9 Pro ansetzen, der nicht nur ohne Begrenzungskabel funktioniert und ohne jegliche Orientierungslosigkeit agieren soll, sondern sogar Steigungen bis 45 % (24°) schafft. Ob das wirklich stimmt, haben wir in unserem Test herausgefunden.

Der Lieferumfang des ANTHBOT M9 Pro

Neben dem eigentlichen Mähroboter findet sich in dem großen Paket die Ladestation inklusive eines Installationssets. Dazu gehören sechs Befestigungsschrauben, zehn verschiedene Befestigungsheringe für das Adapterkabel, ein Ladegerätadapter sowie ein Verlängerungskabel, um einen Stromanschluss über bis zu zehn Meter zu erreichen.

Außerdem enthalten ist das Real-Time-Kinematic- (RTK‑)Installationskit, das neben der RTK-Referenzstation einen Befestigungsstake bietet, um die Station mit einem Montagepfahl fest in der Erde zu verankern. Zudem gibt es hier ein zusätzliches Stromkabel und ein ebenfalls zehn Meter langes RTK-Verlängerungskabel.

Abgerundet wird das Gesamtpaket durch zwei Kabelbinder, ein Sicherheitsschloss und einen Sechskantschlüssel sowie einen kleinen Schraubendreher und eine ausführliche Bedienungsanleitung.

Technische Daten

Modell ANTHBOT M9 Pro
Navigation HoloSense Quad-Fusion, 360° LiDAR, RTK/NetRTK & Dual AI Vision
Begrenzung kabellos, ohne Begrenzungsdraht
Schnittbreite 20 cm
Schnitthöhe 30 bis 70 mm
Mähwerk Klingenteller mit 5 Klingen
Antrieb Hinterradantrieb (RWD), Traktionskontrolle (TCS)
Max. Steigung 45 % (24°)
Hindernisüberwindung bis zu 3 cm
Empfohlene Rasenfläche bis zu 1.000 qm
Flächenleistung bis zu 150 qm/Stunde
Lautstärke bis zu 58 dB
Zonenmanagement bis zu 32 Mähzonen
Schutzart IPX6
Konnektivität WLAN, Bluetooth & 4G
Sicherheit KI-Hinderniserkennung (1.000+ verschiedene Objekte), Notstopp, GPS-Tracking
App ANTHBOT App
Preis 1.299 €*

Design & Verarbeitung

Optisch betrachtet gefällt der ANTHBOT M9 Pro echt gut, zeigt er sich doch kompakt und in einem unscheinbaren Grau-Schwarz, das jedoch durch die lilafarbenen Highlights an den Hinterreifen und den großen roten STOP-Button auf der Oberseite aufgelockert wird. Auch das einfache Bedienfeld auf der Oberseite erfüllt seinen Zweck und bietet eine gute Übersicht über die wichtigsten Funktionen.

In puncto Verarbeitung gibt es ebenfalls keine negativen Aspekte zu nennen. Ganz im Gegenteil sogar: Sämtliche Elemente wurden IPX6‑zertifiziert und sind somit vor Regen geschützt. Außerdem haben sämtliche Steuerknüppel eine angenehme Haptik mit starkem Feedback. Gerade der große STOP-Button lässt sich zudem auch während des Einsatzes sofort finden und betätigen, sodass er seine Aufgabe perfekt erfüllen kann.

Einen weiteren Pluspunkt gibt es für die großen Hinterreifen, die nicht zuletzt dank des starken Profils auch Steigungen bis zu 45 % überwinden können. In unserem Test wurden sogar leicht steinige Abschnitte, kleinere Äste und einige größere Löcher einfach durchfahren. Wer also ein etwas unwegsames Gelände besitzt, muss sich keine Sorgen machen, dass etwas am ANTHBOT M9 Pro kaputtgehen könnte.

Einrichtung des ANTHBOT M9 Pro im Test

Beim Öffnen des Pakets erscheint zunächst eine Kurzanleitung im DIN-A5-Format, die optional auch auf das Smartphone oder Tablet geladen werden kann und die zur Anthbot-Webseite weiterleitet. Hier verspricht ANTHBOT, dass der Mähroboter innerhalb von 3 Minuten via Plug-and-Play einsatzbereit ist.

In unserem Test dauerte es allerdings deutlich länger, den ANTHBOT M9 Pro in Betrieb zu nehmen. Schließlich muss zunächst einmal die Ladestation einen Platz finden und gegebenenfalls mit den Befestigungsschrauben befestigt werden. Danach muss die RTK-Referenzstation auf den Pfahl und das Stativ gedreht werden, bevor diese dann per Kabel an die Ladestation angeschlossen werden. Letztere benötigt zudem Strom, bevor das Einrichten via App beginnen kann.

Anthbot M9 Pro Test
Der Untergrund für die Basisstation sollte möglichst gerade sein.

Hier muss der Roboter als Nächstes per Bluetooth verbunden werden, bevor dann eine Anbindung via WLAN möglich wird. Letzteres ist manchmal etwas schwierig, denn abhängig davon, wie weit die Ladestation vom Router oder dem nächsten Repeater steht, ist der Empfang im Garten nicht immer ideal. In unserem Test haben allerdings selbst nahe Bäume das Signal nur minimal reduziert.

Zum Schluss muss das neueste Firmware-Update aufgespielt werden, bevor dann ein erster Einsatz möglich wird. Allerdings sollten die Mähzonen vor dem ersten wirklichen Mähen eingerichtet werden. Dies wird über die App gestartet und grundsätzlich gibt es hier auch einen automatischen Modus, doch abhängig von den Gegebenheiten ist eine manuelle Eingrenzung sinnvoll. Hier kommt ebenfalls die kostenlose App zum Einsatz.

Der Aufbau beziehungsweise die Installation ist tatsächlich unkompliziert, dauert jedoch merklich länger als die angepriesenen 3 Minuten. Wer sich die Zeit nimmt, wird bei der späteren Nutzung jedoch entsprechend bessere Ergebnisse erzielen. Wer sich erst einmal einen Einsteigermähroboter holen möchte, sollte hingegen einen Blick auf den Eufy C15 (zu unserem Test) werfen.

Erste Schritte mit der App

Um eine Zone optimal einzugrenzen, sollte der Roboter die entsprechenden Grenzen abfahren. Hierbei wird das Smartphone oder Tablet zur Steuereinheit, über die der ANTHBOT M9 Pro dann an den Rändern der gewünschten Zone gesteuert wird. Diese Grenzen werden gespeichert und das Mähen findet nur innerhalb dieser Grenzen statt.

Das hat in unserem Test recht gut funktioniert, auch wenn wir an einzelnen Stellen nacharbeiten mussten, da wir über Begrenzungssteine gefahren sind. Das lässt sich ebenfalls über die App anpassen, sodass mit etwas Zeit und Übung die Mähzone perfekt eingegrenzt wurde. Danach wurde der Mähvorgang gestartet und der Mähroboter konnte seine Arbeit gänzlich autonom und automatisch erledigen.

Hilfreich ist, dass die Zonen beziehungsweise Karten lokal in der App gespeichert werden und somit eine ständige WLAN-Anbindung nicht notwendig ist.

Viele Möglichkeiten vorhanden: Die ANTHBOT App

Wer den ANTHBOT M9 Pro Mähroboter zum ersten Mal einrichtet, sollte sich etwas Zeit nehmen und die Einstellungen in der App genau erkunden. Hier verstecken sich nämlich einige hilfreiche Zusätze, die den Einsatz verbessern können. So lässt sich hier unter anderem die Schnitthöhe von 30 bis 70 Millimetern in 5-Millimeter-Schritten auswählen, ein Zeitplan für das automatische Rasenmähen erstellen oder der Diebstahlschutz-Modus aktivieren.

Wir raten außerdem dazu, den “Anormaler Objektiv-Arbeitsmodus” auszuschalten. Sollte es einmal zur schlechten Sicht der KI-Kamera kommen – etwa aufgrund von Regen, Nebel oder Verschmutzungen an der Kamera -, fährt der Roboter trotzdem weiter, bis seine Arbeit erledigt ist. Hierbei können die Zonengrenzen überfahren oder Störobjekte nicht erkannt werden, sodass es sicherer ist, diesen Modus lieber auszuschalten.

Über die App lassen sich Karten und Zonen erweitern, ein neuer Pfad kann hinzugefügt oder die Grenzen können angepasst werden. Ebenso ist es möglich, die Mähwerk-Reinigung zu starten, bei der die Klingen ganz nach unten gefahren werden, bevor sich das Gerät automatisch ausschaltet. Zudem gibt es einen Modus zur manuellen Steuerung.

Navigation und Hinderniserkennung

Die Navigation innerhalb der markierten Zonen funktioniert wirklich einwandfrei. So beginnt der ANTHBOT M9 Pro seine Arbeit in der Nähe der Basisstation und fährt dann in Streifen die Zone auf und ab. Da die Ladestation in unserem Test recht mittig an der Zone stand, mähte er zunächst die linke Seite, navigierte dann vollautomatisch zurück zur Mitte, um dann die rechte Seite abzufahren. Hier leistet die RTK-Station wirklich hervorragende Arbeit, denn der Mähroboter verließ nicht einmal die markierte Zone und ließ sich auch von herabhängenden Ästen oder Baumstämmen nicht beirren.

Anthbot M9 Pro Test
Die Kamera hilft dabei, Objekte zu erkennen und besser zu navigieren.

Dank der verbauten KI-Kamera, die laut Hersteller über 1.000 verschiedene Objekte erkennt, wurde selbst ein herabgefallener großer Ast, der etwas in die Mähzone hineinragte, perfekt umfahren. Kleinere Äste hingegen überfuhr der Mähroboter und zerkleinerte diese. Auch Menschen oder Spielzeug, die auf der Wiese liegen gelassen wurden, wurden erkannt und umfahren.

Eine wirklich starke Leistung zeigte der ANTHBOT M9 Pro in unserem Test zudem an engen Passagen. Da er sich fast auf der Stelle um 180° drehen kann, wurden auch enge Rasenstücke zwischen zwei Blumentöpfen gemäht, ohne dass es zu Problemen kam.

Unterschiede zum ANTHBOT M9

Der größte Unterschied zum “kleinen Bruder”, dem ANTHBOT M9 (zu unserem Test), ist in der Navigation zu finden. Denn das 360°-LiDAR-System gab es beim Vorgänger noch nicht, ist in der Pro-Version allerdings integriert worden. Dadurch ist der ANTHBOT M9 Pro weniger stark auf die RTK-Nutzung und Positionierung via Satellit angewiesen. Stattdessen nutzt er zur räumlichen Erfassung die Lasertechnologie und kombiniert diese mit den RTK‑Daten. ANTHBOT nennt diese Technologie “HoloSense Quad-Fusion”.

Tatsächlich ist dies auch der einzige wesentliche Unterschied zum M9-Modell, denn beim Mähen selbst gibt es keine Unterschiede festzustellen.

ANTHBOT M9 Pro im Praxistest: Die Mähleistung

In unserem ANTHBOT M9 Pro Test wurde das Gerät an einem Hang mit einigen Unebenheiten getestet und konnte trotz der schwierigen Umstände seine volle Mähleistung abrufen. Der Rasen wurde wie gewünscht gekürzt, allerdings wurden die vom Hersteller angegebenen 150 Quadratmeter pro Stunde nicht erzielt. Diese dürften wohl nur unter absoluten Idealbedingungen erreicht werden. Wir konnten immerhin einen Wert von etwa 70 Quadratmetern pro Stunde erzielen.

Echt praktisch ist die Möglichkeit, nach dem Mähen selbst noch einmal die Grenze abfahren zu lassen. Hier lässt sich auswählen, wie weit der Rasenmäherroboter über die Zonengrenze fahren soll, bevor er dann automatisch die Ränder noch einmal mäht. Dadurch werden auch die Kanten sauber abgemäht.

Im Vergleich zum M9-Modell hatten wir in unserem Test mit der Pro-Variante nicht das Problem, dass ungemähte Bahnen entstehen. Stattdessen wurde der Rasen gleichmäßig und lückenlos geschnitten.

Gut gefällt außerdem die niedrige Lautstärke, denn mit maximal 58 Dezibel agiert der Roboter echt leise und stört auch etwaige Nachbarn nicht. So ist ein Einsatz am Morgen oder in den Abendstunden möglich.

ANTHBOT M9 Pro Test: Unser Fazit

Die wichtigste Frage ist letztendlich, ob sich der Aufpreis von derzeit über 600 Euro des ANTHBOT M9 Pro im Vergleich zum ANTHBOT M9 lohnt. Die Antwort ist „vielleicht“, denn die robustere und saubere Navigation stellt eine tatsächliche Verbesserung dar. Alles andere ist im Vergleich gleich geblieben.

Ob sich das LiDAR-Sensorik-Upgrade also lohnt, hängt somit von den eigenen Wünschen und der Rasenfläche ab. Wer ein starkes RTK-Signal erhält, dürfte mit dem M9 zufrieden sein. Wer jedoch aufgrund von Bäumen, Häusern oder anderen Hindernissen mit einer schlechten Signalqualität rechnen muss und sich von dem Aufpreis nicht abschrecken lässt, bekommt hier ein sinnvolles Upgrade geboten.

Gold Award für ANTHBOT M9 Pro - 09/2026ANTHBOTM9 Pro09/2026

VORTEILE

  • Installation ohne Begrenzungskabel in 30 Minuten
  • Multi-Zonen-Funktion für getrennte Rasenflächen
  • Hervorragende Hinderniserkennung
  • Bewältigt bis zu 45 % Steigung
  • Individuelle Schnitthöhe pro Zone wählbar

NACHTEILE

  • WLAN und Bluetooth zwingend für Einrichtung

Detailbewertung

Design und Verarbeitung95
Navigation95
Hinderniserkennung100
Bedienkomfort87
Mähleistung95
Preis-Leistungs-Verhältnis85

Fazit

Der ANTHBOT M9 Pro überzeugt mit starker Steigfähigkeit, präziser Navigation und robuster Verarbeitung. Für anspruchsvolle Hanglagen bis 1.000 qm eine klare Empfehlung, auch wenn die Einrichtung länger dauert.

93