Mit dem Einsatz der noch recht jungen mmWave-Radar-Technologie soll der Aqara FP400 Sensor in unserem Test berührungslos agieren. Gleichzeitig möchte das Modell durch eine Abdeckung einer großen Fläche punkten und soll sogar in der Lage sein, bis zu 10 Personen in einem Raum zu erfassen. Wir haben einen genauen Blick auf den Spatial Multi-Sensor geworfen und verraten, ob die Versprechen des Herstellers auch wirklich eingehalten werden.
Lieferumfang in der Übersicht
Der Lieferumfang des Aqara FP400 Sensors fällt denkbar kompakt aus: Neben dem eigentlichen Gerät sind eine Wandhalterung inklusive Schrauben und Dübel sowie eine doppelseitige Klebehalterung im Paket enthalten. Außerdem sind ein Quick Starter Guide sowie ein USB-C auf USB-C Kabel, das die Stromzufuhr garantiert, vorhanden.
Das Kabel selbst hat eine Länge von zwei Metern und dürfte damit für die meisten Einsatzorte problemlos geeignet sein. Wer ein längeres Kabel verlegen muss, kann hierfür jedes herkömmliche USB-C-Kabel nutzen.
Nicht enthalten ist allerdings ein Aqara Hub, der allerdings für einen Einsatz notwendig ist. Für unseren Aqara FP400 Test haben wir den Aqara Hub M100 genutzt. Dieser funktioniert mit allen gängigen KI-Assistenten wie Google Home, Alexa oder Apple Home.
Die technischen Details
| Produkt | Aqara FP400 |
| Größe | 64 x 64 x 29,5 mm |
| Anschlusstyp | USB-C, Bluetooth |
| Funkprotokolle | Zigbee, Thread |
| Sichtfeld | 120° |
| Betriebstemperatur | -10 °C bis 50 °C |
| Schutzart | IPX5 |
| Relative Luftfeuchtigkeit | 0 bis 95 % |
| Produktfarben | Weiß |
| Preis UVP | 79,99 €* |
Aqara FP400 Test: Design & Verarbeitung
Optisch betrachtet gefällt der Sensor durchaus, denn die weiße Farbgebung und das runde Design sorgen dafür, dass er sich hervorragend in eine Vielzahl von Ambientes integriert. Schade ist lediglich, dass eine ständige Stromverbindung via Kabel notwendig ist, denn dadurch wird das elegante Design merklich unterbrochen.
Davon abgesehen gibt es gerade in puncto Verarbeitung jedoch keine Kritikpunkte zu nennen. Auch haptisch gefällt das Produkt, obwohl es natürlich nach dem Anbringen kaum noch berührt werden dürfte.
Punkten kann auch das verbaute Gelenk, das zwischen der Wandhalterung und dem Sensor angebracht ist und für eine optimale Ausrichtung sorgt. So bietet es genügend Widerstand, um den Sensor millimetergenau an der gewünschten Stelle zu halten, lässt sich gleichzeitig jedoch mit wenig Kraft ausrichten.
Der einzige Button auf der Unterseite lässt sich problemlos erreichen, benötigt jedoch etwas mehr Druck, um ausgelöst zu werden. Das ist allerdings nicht weiter schlimm, da er lediglich zum Ein- und Ausschalten betätigt werden muss. Einmal eingeschaltet, kann der Sensor dank Stromanschluss seine Arbeit verrichten.
Aufbau & Installation: Hub-Nutzung ist Pflicht
Die Nutzung eines Aqara-Hubs ist notwendig, um die vom Sensor gesendeten Daten zu empfangen und mit dem eigenen Smart-Home-System zu nutzen. Bevor überhaupt der Aqara FP400 an seinen Platz gehängt wird, sollten Hub und die kostenlose Aqara Home-App vorkonfiguriert werden.
Eine Integration des Sensors in die App ist dank entsprechender QR-Codes direkt am Gerät sowie in der Bedienungsanleitung innerhalb von wenigen Sekunden durchgeführt. Dazu muss der Sensor zunächst per Kabel an eine Stromquelle angeschlossen werden, bevor der entsprechende QR-Code per Smartphone oder Tablet gescannt wird. Via Bluetooth wird dann eine Anbindung an die App und direkt an den Aqara Hub ermöglicht.
Für die Anbringung an einer Wand oder Decke lohnt es sich, den entsprechenden Schritten der App zu folgen. Hier wird genau abgeklärt, wie und wo der Sensor angebracht wurde und auf welche Details (Höhe, Ausrichtung, genauer Platz an Wand oder Decke) zu achten ist.
In meinem Test habe ich mich für die Anbringung der magnetischen Scheibe entschieden: Loch in die Wand bohren, Dübel einstecken und Scheibe per Schraube festziehen. Danach konnte die magnetische Rückseite des Sensors an die Metallscheibe gehalten werden. Zum Schluss folgt eigentlich nur noch die entsprechende Anpassung in der App.
Zigbee & Thread: Die richtige Netzwerktechnologie wählen
Noch bei der Einrichtung müssen sich Nutzer entscheiden, ob sie als Geräteprotokoll Thread oder Zigbee installieren möchten. Erstere ist eine Netzwerktechnologie, die speziell für Geräte in Smart-Home-Systemen entwickelt wurde. Im Klartext bedeutet das: Wer den Aqara FP400 Sensor mit dem eigenen Smart-Home-Ökosystem wie Apple Home, Alexa, Google Home oder Home Assistant verbinden möchte, sollte dieses Protokoll verwenden.
Zigbee ist ein ähnliches Protokoll, das allerdings von anderen Smart-Home-Netzwerken unterstützt wird. Dazu gehören neben Aqara selbst auch Signify (Philips Hue), das IKEA Home Smart System, FRITZ! Smart Home sowie Samsung SmartThings und Amazon Alexa (über entsprechende Zigbee-Hub-Systeme).
Wer also die nativen Funktionen der Aqara App nutzen möchte oder gar ein entsprechendes Aqara-Smart-Home-System besitzt, sollte unbedingt Zigbee wählen. Der Hersteller weist sogar selbst darauf hin, dass die größte Funktionsvielfalt nur dann gegeben ist, wenn das native Aqara-Home-Smart-System genutzt wird.
Für unseren Test über Google Home haben wir uns jedoch für Thread entschieden. Die Installation hierfür hat etwa zehn Minuten gedauert, da die entsprechende Firmware-Software via Aqara App heruntergeladen und dann per Bluetooth an den FP400-Sensor übertragen werden musste. Bei jedem Wechseln von Zigbee zu Thread (und umgekehrt) muss diese Software erneut übertragen werden.
Danach gibt es noch eine kurze Einrichtung, die jedoch nur etwa eine Minute dauert, bevor dann die Nutzung starten kann. Über die Google Home App folgte zum Schluss noch eine weitere kurze Einrichtung, die ebenfalls etwa eine Minute gedauert hat. Danach ließen sich sofort erste Automatisierungen einrichten.
Aqara FP400 im Praxistest
Fairerweise möchten wir darauf hinweisen, dass es am Anfang einige Probleme gab, den Aqara FP400 in Google Home zu integrieren und die damit verbundenen Funktionen zu nutzen. Mittlerweile hat ein Software-Update das Problem anscheinend behoben, denn sämtliche Features standen uns danach zur Verfügung.
Im Büro sorgt der Aqara FP400 jetzt etwa dafür, dass die abgespielte Musik automatisch pausiert wird, wenn keine Personen mehr im Raum erkannt werden. Wird dann erneut eine Person erkannt, wird die Musik erneut gestartet. Außerdem wird das Licht automatisch eingeschaltet, sobald der Lux-Wert, der ebenfalls vom Sensor gemessen wird, unter einen bestimmten Wert fällt – allerdings nur, wenn auch wirklich eine Person im Raum ist.
Wirklich gut funktioniert auch die Zonenerkennung, die dank 60‑GHz-mmWave-Radar überraschend präzise arbeitet. So lassen sich in einem Raum bestimmte Zonen einrichten und separate Automatisierungen zuordnen. Ein Beispiel: Befinde ich mich mindestens 15 Sekunden in der Sessel-Zone, wird automatisch das Leselicht eingeschaltet, wenn der Lux-Wert unter einem bestimmten Wert liegt. Befinden wir uns zu zweit in der Spieltisch-Zone, wird die Boardgaming-Playlist via Spotify gestartet und die Lichter am Tisch werden eingeschaltet.
Wie in jedem Smart-Home-System gilt auch hier: Die Möglichkeiten des Aqara FP400 sind nur durch die eigene Fantasy eingeschränkt. Grundsätzlich ist es nämlich auch möglich, die Heizung anzuschalten, sobald Personen im Raum erkannt werden. Oder im Schlafzimmer die Rollläden automatisch zu schließen oder zu öffnen, sobald zu einer bestimmten Uhrzeit Personen erkannt und Lux-Werte über- oder unterschritten werden.
Datenschutz: Weder Kamera noch Mikrofon notwendig
Einen kurzen positiven Punkt wollen wir ebenfalls erwähnen: Da der Aqara FP400 mit Radartechnologie arbeitet, kann das Gerät gänzlich auf den Einsatz von Kameras oder einem Mikrofon verzichten. Gerade in puncto Datenschutz bietet das einen großen Vorteil, da keine Gesichter gespeichert oder Gespräche aufgenommen werden müssen.
Allerdings sollte darauf geachtet werden, dass es zwar keine direkt personenbezogenen Daten gibt, per Funkwellen jedoch festgestellt wird, ob Personen in den entsprechenden Räumen angetroffen werden. Diese Daten werden dann gegebenenfalls über die Cloud gespeichert, wodurch durchaus Muster entstehen können. Wer also besonders vorsichtig mit solchen Daten umgeht, der sollte vorab genau überprüfen, welche Daten hier wie und wo gespeichert werden.
Aqara FP400 Test: Unser Fazit
Am besten lässt sich der Aqara FP400 Sensor als praktische Erweiterung für bereits vorhandene Smart-Home-Systeme beschreiben. Wer schon über smarte Geräte verfügt und diese über Automatisierungen steuern lassen will, bekommt hier einen eleganten und praktischen Sensor geboten. Die Personenerkennung funktioniert echt gut und kann dank 60‑GHz-mmWave-Radar auch in dunklen Räumen seine Aufgabe problemlos erfüllen.
Wer Wert auf möglichst wenig sichtbare Kabel legt, dürfte allerdings von dem ständig sichtbaren Stromanschluss enttäuscht sein. Hier wäre vielleicht ein integrierter Akku hilfreich gewesen, doch hierbei handelt es sich wirklich um Jammern auf hohem Niveau. Außerdem ist er doch etwas teurer als klassische Bewegungssensoren und selbst teurer als der Aqara P100 (zu unserem Test). Doch ansonsten sind wir wirklich von den Funktionen, der Genauigkeit und den wenigen Fehlalarmen des Aqara FP400 Sensors absolut überzeugt.
VORTEILE
- Viele Anbringungsmöglichkeiten
- Unterstützt Zigbee & Thread
- 60‑GHz-mmWave-Erkennung
- Zonenerkennung möglich
- Integrierter Helligkeitsensor
NACHTEILE
- Dauerhafte Stromversorgung notwendig
- Volle Funktionsvielfalt nur über Aqara-Home-System
Fazit
Der Aqara FP400 überzeugt mit zuverlässiger mmWave-Radar-Erkennung und großer Reichweite. Die Einrichtung gelingt einfach, allerdings ist ein Hub zwingend erforderlich. Für 80 Euro ein solider Sensor.
