Beatbot Sora 70 im Test – 4-in-1 Poolroboter, der den Kescher arbeitslos macht

Simon Lüthje
Simon Lüthje · 9 Min. Lesezeit

Der Beatbot Sora 70 Test stand bei uns schon länger auf der Liste: Beatbot hatte auf der CES 2026 einen Poolroboter versprochen, der Boden, Wände, Wasserlinie und Oberfläche in einem einzigen Gerät reinigt – und das kabellos, ohne Schlauch. Das klingt nach dem Versprechen, das Poolbesitzer seit Jahren hören wollen. Die entscheidende Frage: Hält der Sora 70 im Praxisbetrieb, was er auf dem Papier verspricht?

Wir haben ihn gründlich unter die Lupe genommen – mit Blick auf Reinigungsleistung, Akkulaufzeit, App-Bedienung und die Frage, für wen der Kauf wirklich sinnvoll ist. Vorab: Das Ergebnis ist differenzierter als das Marketingbild, aber insgesamt überzeugend.

Technische Daten & Lieferumfang

Eigenschaft Wert
Reinigungsbereiche Boden, Wände, Wasserlinie, Wasseroberfläche, Flachwasser ab 20 cm
Max. Reinigungsfläche 300 m² (ca. 3.230 sq ft)
Saugleistung 25.700 Liter/Stunde (6.800 gal/h)
Filterfeinheit 150 µm Standard; optional: 3 µm Ultra-Fine-Filter
Filtervolumen 6 Liter (Kapazität: ca. 800 Blätter)
Akkukapazität 10.000 mAh
Laufzeit bis zu 5 h (Bodenmodus) / bis zu 7 h (Oberflächenmodus)
Ladezeit ca. 4,5 Stunden (65-W-Ladegerät)
Gewicht ca. 10,4 kg
Abmessungen 434 × 430 × 25 mm
Reinigungsmodi 6 (Boden, Oberfläche, Standard, Eco, Pro, Wand/Wasserlinie)
Hinderniserkennung SonicSense™ (Ultraschall, 18 Sensoren)
Konnektivität WLAN + Bluetooth
Salzwassertauglich Ja
Schutzklasse IP68, UV-geschützt, korrosionsbeständig, frostbeständig
Garantie 3 Jahre
Preis (zum Testzeitpunkt) ca. 1190 €

Lieferumfang: Poolroboter, 65-W-Ladegerät, Standard-Filterkorb (150 µm), Entnahmehaken für Verlängerungsstange, Schnellstartanleitung. Der Ultra-Fine-Filter (3 µm) ist separat erhältlich.

Design & Verarbeitung

Beatbot trifft beim Sora 70 eine bewusste ästhetische Entscheidung: Lavendel-Lila oder Mitternachtsblau statt dem üblichen Schwarz-Grau der Konkurrenz. Wer seinen Poolroboter lieber diskret hält, muss damit leben. Wer ihn als Statement versteht, dürfte gefällt sein.

Die Materialwahl ist durchweg hochwertig. Das Gehäuse ist IP68-zertifiziert, UV-geschützt, korrosionsbeständig und frostbeständig – der Sora 70 ist also für den ganzjährigen Einsatz gebaut. Besonders positiv fällt der Titan-Ladeanschluss auf. Wer schon einmal einen Poolroboter nach zwei Saisonen wegen eines korrodierten Ladekontakts in den Müll gegeben hat, weiß, warum das kein Marketing-Detail ist.

Beim Herausheben zeigt sich ein weiteres durchdachtes Feature: das integrierte Schnellablassventil. Das Wasser läuft innerhalb von Sekunden aus dem Gehäuse, statt dass man 10 Kilogramm vollgesogenen Roboter aus dem Becken wühlt. Praktisch, und auf Dauer rückenfreundlich.

Praxis-Test: Reinigungsleistung

Boden & Wände

Der Sora 70 arbeitet mit einer S-förmigen Pfadplanung: Er fährt das Becken in parallelen Bahnen ab, ähnlich einem Rasenroboter – nur eben unter Wasser. Vier Bürstenwalzen und eine Saugleistung von 25.700 Litern pro Stunde können sich dabei sehen lassen. Sand, Gröberes und festgesetzte Algenränder an der Wasserlinie räumt der Sora 70 zuverlässig ab.

Was auffällt: Der Roboter arbeitet spürbar leise. Gegenüber lautstarken Konkurrenzmodellen – vor allem kabelgebundenen Saugern mit externem Aggregat – ist der Unterschied deutlich. Für Pools in Terrassennähe oder in belebten Gartenumgebungen ist das ein echter Pluspunkt.

Eine Einschränkung gibt es beim Thema Ecken: In Pools mit vielen rechten Winkeln hinterlasst der Pro-Modus im Bereich enger Winkel und Kanten gelegentlich Reste. Die Sensorik arbeitet gut, die Physik setzt aber Grenzen. Wer ein eckiges Becken hat, sollte bei Bedarf einen zweiten kurzen Bodenzyklus einplanen oder die betroffenen Stellen gelegentlich manuell nacharbeiten.

Flachwasser: Treppenabsatze und Sitzbänke ab 20 cm Wassertiefe reinigt der Sora 70 problemlos. Das ist nicht selbstverständlich – viele Poolroboter ignorieren den Flachwasserbereich vollständig.

Oberflächenreinigung: das Alleinstellungsmerkmal

Hier trennt sich der Sora 70 klar vom Feld. Das JetPulse™-System kombiniert vier Wasserstrahlen: Die inneren beiden saugen Schmutz zur Einlassseite, die äußeren beiden verhindern, dass Debris seitlich ausweicht. Blätter, Insekten, Pollen und selbst dünne ölige Oberflächenfilme werden dabei aktiv eingefangen – nicht nur verschoben.

Ein Unterschied zu älteren Generationen von Poolrobotern, der im Alltag auffällt: Viele klassische Modelle haben einen Reinigungsschlauch, der beim Betrieb an der Wasseroberfläche rhythmisch spritzt – den sogenannten Tail Splash. Der Sora 70 kommt ohne Schlauch aus und arbeitet deshalb unaufdrünglich. Das Wasser bleibt ruhig, auch wenn Gäste am Pool sitzen oder schwimmen.

Wichtig ist, die Funktionsweise richtig einzuordnen: Der Sora 70 reinigt die Oberfläche in einem dedizierten Zyklus – er arbeitet die Fläche gezielt ab und ist danach fertig. Er skimmt nicht dauerhaft wie ein fest installierter Skimmer. Wer einen Pool hat, in den ständig frisches Laub fällt, wird deshalb regelmäßige kurze Reinigungsläufe einplanen müssen. Ein Rhythmus von alle drei bis vier Tage hat sich in der Praxis als sinnvoll erwiesen. Sehr feine, leichte Partikel wie Seidenpappelwolle oder dünne Blütenblätter können durch den Wasserstrahl sinken, bevor sie erfasst werden – das ist eine physikalische Grenze, keine Fehlfunktion.

Wer Schmutz manuell gezielt abräumen möchte – etwa eine Laubansammlung in einer Ecke – kann den Sora 70 per App an die gewünschte Stelle steuern. Das funktioniert allerdings nur solange der Roboter an der Oberfläche arbeitet.

Surface Parking: stets griffbereit

Nach Abschluss eines Reinigungsprogramms oder wenn der Akku unter 12 % fällt, fährt der Sora 70 selbstständig an die Beckenoberfläche und bleibt am Rand schwimmen. Das Herausheben mit dem mitgelieferten Entnahmehaken ist dadurch unkompliziert – kein Tasten im Trüben.

Einen Hinweis für Pools mit laufender Umwälzpumpe: Läuft die Pumpe während des Betriebs parallel, kann der Roboter beim Parken an der Oberfläche leicht abdriften. Das ist keine Fehlfunktion, sondern die Folge der Wasserströmung. Wer ihn exakt am Rand parken möchte, schaltet die Pumpe vor Ende des Zyklus kurz ab.

Filterkorb: großzügig dimensioniert

Der 6-Liter-Filterkorb gehört zu den größten, die aktuell in dieser Geräteklasse verbaut werden. Er fasst bis zu 800 Blätter – was im Praxisbetrieb bedeutet, dass man ihn nicht nach jedem Lauf entleeren muss. Eine Woche intensiver Einsatz in einem laubnahen Pool füllt ihn allerdings messbar.

Wenn der Korb voll ist oder durch große Blätter blockiert wird, sinkt die Saugleistung spürbar. Die Lösung ist einfach: regelmäßig entleeren und den Filtereinsatz durchspülen. Was man nicht vom Sora 70 erwarten sollte: Er ist ein Wartungsroboter. Wer nach der Winterpause einen Becken voller Winterschmutz vor sich hat, greift zunächst selbst zum Kescher für die Grundreinigung – erst danach übernimmt der Sora 70 die laufende Pflege.

Akkuleistung & Ladezeit

Der 10.000-mAh-Akku hält, was Beatbot verspricht. Für ein typisches Haushaltsbecken bis 80 m² reicht ein vollständiger Reinigungszyklus locker. Größere Becken um die 300 m² sind machbar, erfordern aber einen vollen Ladezyklus und entsprechend Zeit. Der reine Bodenmodus zieht mehr Strom als der Oberflächenmodus – wer das Gerät intensiv nutzt, plant am besten: abends laden, morgens einsetzen.

Die Ladezeit beträgt ca. 4,5 Stunden über das beiliegende 65-Watt-Ladegerät. Eine Ladestation gehört nicht zum Lieferumfang – für den Preis von 1.499 € hätte man das erwarten dürfen.

Firmware-Update beim Erstbetrieb: Frühe Auslieferungschargen enthielten einen Software-Bug, der dazu führte, dass der Roboter nach etwa drei Stunden statt der vollen Laufzeit abschaltete. Beatbot hat das Problem per Firmware-Update geschlossen. Beim ersten Einrichten über die App lädt das Update automatisch – das dauert rund 5 Minuten. Wer unsicher ist, ob sein Gerät aktuell ist: Firmware-Version in der App unter Geräteeinstellungen prüfen.

Software & App

Die Beatbot-App macht einen ordentlichen Eindruck. Das Interface ist aufgeräumt, die Reinigungsmodi lassen sich intuitiv auswählen und starten. Wer den Roboter manuell steuern möchte, kann das – allerdings nur solange der Sora 70 an der Wasseroberfläche ist. Unter Wasser bricht die WLAN-Verbindung aus physikalischen Gründen ab. Das ist bei allen Poolrobotern dieser Art so und kein Mangel.

Ein praxisrelevanter Hinweis: Modus wählen und das Programm starten, bevor das Gerät ins Wasser geht. Nachträgliche Änderungen am laufenden Modus sind erst möglich, wenn der Roboter wieder auftaucht. Wer das nicht weiß, ärgert sich beim ersten Mal.

Preis-Leistungs-Verhältnis

Zum Testzeitpunkt kostet der Beatbot Sora 70 1.499 € UVP; auf Amazon.de ist er aktuell für rund 1.189 € verfügbar. Im Marktvergleich ist das Premium-Territorium – aber weit unterhalb von Beatbots eigenem AquaSense Ultra, der bei rund 2.700 € startet.

Wer regelmäßig einen Reinigungsservice beauftragt – marktüblich 80 bis 120 € pro Besuch – kann den Kaufpreis bei zweimaligem monatlichen Einsatz in einer bis zwei Saisonen herausrechnen. Dazu kommt ein weniger offensichtlicher Vorteil: Weil der Roboter die Wasseroberfläche aktiv sauber hält, muss die Umwälzanlage weniger schwer arbeiten. Über eine Saison lässt sich damit messbar Strom sparen.

Wer ein kleineres Becken hat oder die Oberflächenreinigung als nachrangig betrachtet, findet mit dem Beatbot Sora 30 oder Sora 10 günstigere Alternativen aus dem gleichen Haus. Als Konkurrenzmodell lohnt ein Blick auf den MOVA Rover X10.

Fazit

Der Beatbot Sora 70 ist kein Allheilmittel, aber ein überzeugend durchdachtes Gerät. Wer täglich gegen Laub, Pollen oder Insekten im Pool kämpft, wird den Unterschied zur reinen Bodenlösung sofort spüren. Die Oberflächenreinigung per JetPulse funktioniert – nicht perfekt bei allerfeinsten Partikeln, aber zuverlässig bei dem, womit Poolbesitzer typischerweise zu tun haben. Dazu kommt ein 6-Liter-Filterkorb, der nicht ärgerlich schnell voll läuft, ein Akku, der hält was er soll, und ein leiser Betrieb, der im Alltag kaum auffällt.

Was man realistisch einplanen sollte: Der Sora 70 ist ein Wartungsgerät. Die Grundreinigung nach der Winterpause macht er nicht – das ist die Arbeit, die man selbst erledigt oder einmalig delegiert. Danach übernimmt er. Ecken werden gelegentlich nicht restlos erfasst, und wer einen stark bewachsenen Pool hat, plant alle paar Tage einen kurzen Lauf ein statt einmal pro Woche einen langen.

Kaufempfehlung: Der Beatbot Sora 70 lohnt sich für Poolbesitzer ab etwa 40 m² Beckenfläche, die regelmäßig mit Oberflächenschmutz zu kämpfen haben und die manuelle Reinigungsroutine gern abgeben würden. Für kleine Becken ohne nennenswerten Laubeintrag greift man besser zum günstigeren Sora 30.

Silver Award für Beatbot Sora 70 - 06/2026BeatbotSora 7006/2026

VORTEILE

  • Echte 4-in-1-Reinigung in einem Gerät: Boden, Wände, Wasserlinie und Oberfläche
  • JetPulse-Oberflächenreinigung funktioniert zuverlässig bei Blättern, Pollen und öligen Filmen
  • Kein Tail Splash: kein Schlauch, kein Spritzen – kann auch bei besetztem Pool laufen
  • Flachwasserreinigung ab 20 cm – erfasst Treppenabsätze und Sitzbänke
  • 6-Liter-Filterkorb mit hoher Kapazität (ca. 800 Blätter)
  • Surface Parking: nach dem Zyklus wartet das Gerät griffbereit an der Oberfläche
  • Salzwassertauglich, geeignet für Pools bis über 300 m²
  • Leiser Betrieb gegenüber kabelgebundenen Konkurrenzgeräten
  • Titan-Ladekontakt, IP68, UV- und Korrosionsschutz
  • Intuitive App mit manueller Oberflächensteuerung
  • 3 Jahre Garantie

NACHTEILE

  • 1.499 € UVP – kein Impulskauf
  • Ecken und enge Winkel werden im Pro-Modus nicht vollständig erfasst
  • Kein Dauer-Skimmen: Oberfläche wird in Zyklen gereinigt, nicht kontinuierlich
  • Sehr feine, leichte Partikel können beim Einsammeln sinken
  • Surface Parking driftet bei laufender Umwälzpumpe geringfügig
  • Kein Ersatz für die Grundreinigung nach der Winterpause
  • Keine Ladestation im Lieferumfang
  • 10,4 kg Gewicht – bei körperlichen Einschränkungen zu bedenken
  • App-Steuerung nur an der Wasseroberfläche möglich

Detailbewertung

Reinigungsleistung90
Verarbeitung & Design90
Software & Bedienung80
Ausstattung90
Preis-Leistung75

Fazit

Der Beatbot Sora 70 überzeugt als erster echter 4-in-1-Poolroboter mit starker Oberflächenreinigung und solider Boden-/Wandleistung. Für 1.499 € eine klare Empfehlung für alle, die Kescher und Bodensauger endlich ersetzen wollen.

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