
Das BOYA Magic ist eine faustdicke Revolution. Unglaublich vielseitig, vergleichsweise günstig und mit beeindruckendem Klang lässt dieses kabellose Mikrofon die gesammelte Konkurrenz ziemlich alt aussehen. Unser Test verrät mehr.
Technische Daten
| Produkt: | Magic |
| Anschluss: | USB-Type-C; Lightning |
| Abtastrate: | 48 kHz / 24 Bit |
| Richtcharakteristik: | Omnidirektional |
| Größe: | 35 mm x 15,2 mm x 13 mm (Empfänger); 141,3 mm x 26,5 mm x 21 mm (Ladecase) |
| Gewicht: | 7 Gramm (Empfänger); 62,5 Gramm (Ladecase) |
| Akkulaufzeit: | 6 Stunden (Sender und Empfänger); insgesamt 30 Stunden im Ladecase |
| Reichweite: | 100 Meter |
| Besonderheiten: | 4-in-1-Mikrofon; Safety Track; Noise Cancelling-Funktion |
| Preis: | € 108,98 * |
BOYA Magic Test: Dieses Mikrofon kann einfach alles
- minimalistisches Design
- vielseitige Verwendung
- durchdachter, einzigartiger Aufbau
Content-Creator auf der Suche nach einem kabellosen Mikrofon haben etliche Optionen. Vom DJI Mic 2 (unser Test) und Mic Mini über das Rode Wireless Pro oder Micro, bis hin zum AnkerWork M650 (unser Test) und wie sie nicht alle heißen. Sie alle klingen gut und erfüllen, als kabelloses Ansteck-Mikrofon, absolut ihren Zweck.
Das brandneue BOYA Magic hingegen ist eine unglaublich flexible und vielseitige Revolution. Dank des cleveren, einzigartigen Designs fungiert das Magic nicht nur als Wireless Mikrofon, sondern agiert wahlweise auch als Handheld-Shotgun-Mikrofon, Kameramikrofon, Desktop Mic und eben Clip-on-Gerät.

Dies realisiert der Hersteller durch einen unglaublich klugen Aufbau: Denn das BOYA Magic setzt auf einen länglichen Korpus, der 141,3 mm lang, 26,5 mm breit und 21 mm tief ist. Ein klassisches, längliches Shotgun-Mikrofon also? Ha, denkste!
An der Vorderseite bietet das Mikrofon eine aufklappbare Öffnung, die die beiden kabellosen Clip-on-Mikrofone-Empfänger enthält. Diese fallen mit jeweils 7 Gramm unglaublich leicht aus und sind mit 35 mm x 15,2 mm x 13 mm sogar deutlich kompakter als die meisten Konkurrenten. Das Shotgun-Mikrofon fungiert dabei gleichzeitig als Ladecase für die kabellosen Mikrofone
Diese verfügen, neben einem Clip zur Befestigung an der Kleidung, zudem über einen Magneten, mit denen sie ebenfalls an Oberteilen und anderen Materialien befestigt werden können.
Okay, das ist schon mal ziemlich cool. Was noch? Dank des 1/4-Zoll-Gewindes an der Rückseite des Shotguns lässt sich das Magic aber auch auf einem Stativ oder Standfuß befestigen und wird so kurzerhand zu einem kabellosen Tischmikrofon.
Damit eignet sich das BOYA Magic nicht nur für Content Creator oder Journalisten, die im Außeneinsatz eine überzeugende Soundqualität brauchen, sondern gibt auch im Heimgebrauch eine exzellente Figur ab.

Achso: Ein Receiver mit Cold Shoe-Anschluss liegt im üppigen Lieferumfang ebenfalls gleich bei. Damit lässt sich das Mikrofon auch an professionellen Systemkameras nutzen. Damit deckt das BOYA Magic also unglaubliche vier Szenarien ab.
Alles mit dabei, immer einsatzbereit
- gigantischer Lieferumfang
- USB-C- und Lightning-Receiver
- 100 Meter Reichweite
Hinsichtlich des Lieferunfangs des BOYA Magic hat der Hersteller wirklich an alles gedacht, denn dieser fällt gigantisch aus. Geliefert wird das Mikrofon in einem praktischen Transportcase, das neben dem Mic selbst auch sämtliches Zubehör aufnimmt.
Die angnehm kompakte Tasche erinnert an die des DJI Mic 2 und ist prall gefüllt. BOYA bietet das Magic in verschiedenen Kits an. Für unseren Test haben wir uns das komplette Kit angeschaut, das mit folgendem Zubehör geliefert wird:
- Ladecase
- 2 Transmitter samt Magneten
- Schaumstoff-Windschutz für Charging Case
- Fell-Windschutz für Charging Case
- 2 Fell-Windschutz für Transmitter
- USB-C- auf USB-A-Kabel
- USB-C- auf USB-C-Kabel
- 3,5-mm-TRS- auf TRS-Audiokabel
- USB-C Receiver
- Lightning Receiver
- 3,5-mm-TRS-Kamera-Receiver
- Schnell-Anleitung und Papierkram

Du siehst schon: Der Hersteller hat an absolut alles gedacht. Wer jedoch weiß, dass er das Magic nicht an einer Systemkamera nutzen wird und ohnehin nur USB-C-Geräte nutzt, der kann auch zum günstigeren USB-C-Bundle greifen und etwas Geld sparen.
Unabhängig davon geht meine Begeisterung für das Magic weiter. Das betrifft beispielsweise die Empfänger, die nicht nur extrem kompakt gehalten sind, sondern sich bei Nichtnutzung ganz einfach an die Unterseite des Charging Case stecken lassen, wo sie magnetisch festgehalten werden. Unglaublich smartes Detail, so können die Dinger nicht verloren gehen.
Die Empfänger bieten zudem eine kabellose Reichweite von satten 100 Metern, sodass du dich in Videos ziemlich frei bewegen kannst, ohne dass es zu Soundaussetzern oder Audioproblemen käme. Dabei arbeitet das BOYA Magic dank Plug-and-Play äußerst zuverlässig und ist, nach dem Einschalten, sofort einsatzbereit.
Bedienung und App
- intuitive Bedienung
- übersichtliche App
Etwas, das mich zugegebenermaßen am DJI Mic 2 etwas genervt hat, war die komplizierte Bedienung. Okay, das Ganze bietet dank Touchscreen und Drehregler natürlich eine Fülle an Möglichkeiten, um mal schnell ein Video aufzunehmen war mir das aber alles zu viel, zu komplex.
Ganz anders das Magic, das auf eine simple und intuitive Bedienung setzt. Sowohl das Charging Case als auch die TX-Module und RX-Empfänger verfügen über eine Status-LED, die darüber informiert, wenn das Gerät verbunden oder stummgeschaltet oder die Noise Cancelling-Funktion aktiv ist.
Zudem gibt es pro Gerät einen einzigen Button, der genau zwei Funktionen erfüllt:
- Ein- und Ausschalten
- Nutzung einer Zusatzfunktion
Hältst du eine der Tasten zwei Sekunden lang gedrückt, schalten sich Mikrofon oder Empfänger ein und aus. Ein einfaches Drücken der Taste aktiviert bei den TX-Modulen oder dem Charging Case die Rauschunterdrückung, im Falle des RX-Receivers lässt sich das Mikrofon zudem per Doppel-Tipp stummschalten. Simpler geht es nicht.
Der Kamera-Receiver bietet dasrüber hinaus eine Lautstärke-Taste, mit der die Lautstärke in drei Stufen reguliert werden kann.
Am Smartphone kommt als Begleit-App BOYA Central zum Einsatz, die mit einem aufgeräumten Interface und überzeugenden Funktionsumfang aufwartet. Hier siehst du den Gain der Mikrofone, kannst den Pegel in drei Stufen anpassen, Noise Cancelling aktivieren, zwischen Mono- und Stereo-Aufnahme wechseln, einen Safety-Track hinzufügen, den Klang per Equalizer anpassen und vieles mehr. Simpel, übersichtlich, intuitiv.
Akkulaufzeit des BOYA Magic
- 6 Stunden Laufzeit für die Empfänger
- 30 Stunden Nutzung mit Ladecase
Trotz der kompakten Größe der Transmitter, kann sich die Akkulaufzeit des BOYA Magic absolut sehen lassen. Die Empfänger selbst bieten eine Laufzeit von bis zu 6 Stunden – identisch mit dem merklich teureren DJI Mic 2.
Das Ladecase verfügt über einen integrierten 500-mAh-Akku, der die Akkulaufzeit auf beeindruckende 30 Stunden erhöht. Somit steht auch langen Drehtagen nichts mehr im Wege.
Praxistest und Audioqualität
- unbglaublich flexibel und vielseitig
- zuverlässige Magneten
Es dauerte nur wenige Minuten, bis mich das BOYA Magic mit seinem intuitiven Design und den vielseitigen Möglichkeiten absolut weggeblasen hat. Kennst du diese YouTube-Videos, in denen Creator ein kabelloses Ansteckmikrofon in der Hand halten statt es, wie vorgesehen, an die Kleidung zu clippen? Ziemlich lächerlich das Ganze.
Nutzt du das Magic als Shotgun-Mikrofon, lässt es sich wunderbar in der Hand halten. Für Videos, Umfragen auf Messen oder auf der Straße oder wo auch immer. Oder du clippst es dir einfach an die Kleidung – funktioniert genauso gut.
Die Besonderheit liegt natürlich in der Flexibilität, die in der Form absolut einzigartig ist. Und dank zweier enthaltener Windschutz-Varianten bist du im Outdoor-Einsatz auch gegen starken Wind bestens gewappnet. Das Charging Case liegt wirklich sehr angnehm in der Hand und lässt sich tadellos verwenden.
Die Magneten der Wireless-Empfänger sitzen zudem unglaublich fest und würden vermutlich auch Receiver halten, die drei oder vier Mal so viel wiegen. Doch genug geredet: Wie klingt das BOYA Magic denn nun?
Beeindruckender Klang
- 48 kHz / 24 Bit
- hoher Dynamikbereich
- sauberer, hochauflösender Klang
Schauen wir uns erst einmal die Specs an und die liegen absolut auf Profi-Niveau: Das BOYA Magic zeichnet in einer Sampling-Rate von 48 kHz bei einer Bitrate von 24-bit auf. Es bildet einen Frequenzgang von 20 Hz bis 20.000 Hz ab und liefert einen eindrucksvollen Dynamikbereich von 144 dB, sodass leise und laute Passagen klar und verzerrungsfrei dargestellt werden. Es gibt zudem einen integrierten Limiter der sicherstellen soll, dass die aufgenommene Stimme nicht übersteuert.
Wem das nicht reicht, der aktivier zusätzlich den Safety-Track, wodurch das Mikrofon eine zweite Tonspur aufzeichnet, diese aber um -12 dB leiser aufgenommen wird. Sollte in der Aufnahme also doch mal etwas zu laut sein, hat man in der Nachbearbeitung immer noch eine zweite, saubere Backup-Spur zur Verfügung.
Wenn du im Freien aufnimmst, kann es natürlich immer zu unvorhersehbaren Geräuschen kommen. Ein vorbeifahrendes Motorrad beispielsweise, oder andere Nebengeräusche, die man nicht in der Aufnahme haben will. Hier greift die KI-gestützte, in zwei Stufen einstellbare, Geräuschunterdrückung ein und die fällt hervorragend aus. Die eigene Stimme bleibt klar verständlich, während Umgebungslärm mit einer Lautstärke von bis zu 40 dB zuverlässig verringert wird.
Mikrofon-Testaufnahme BOYA Magic:
Mikrofon-Testaufnahme DJI Mic 2:
Wie du schon hören kannst, liefert das BOYA Magic aus klanglicher Sicht kaum Anlass zur Kritik. Im Vergleich zum wesentlich teureren DJI Mic 2 klingt das Magic in meinen Augen etwas realistischer und bietet detailliertere Höhen und Mitten, zeigt sich aber auch etwas anfälliger gegenüber Umgebungsgeräuschen, wobei sich dies durch Hinzuschalten der Noise Cancelling-Funktion in den Griff bekommen lässt.
Das KI-gestützte Noise Cancelling arbeitet dabei sehr zuverlässig, ohne den Klang zu stark zu beeinflussen. Im hohen Modus für -40dB ist zwar durchaus das Processing zu hören, die Aufnahmen klingen aber noch immer äußerst detailreich.
BOYA Magic Test: Fazit
Das BOYA Magic macht seinem Namen alle Ehre und verwandelt sich auf magische Art und Weise in vier verschiedene Mikrofone. Das macht das Teil zu einem der spannendesten Wiress-Mikrofon-Systeme auf dem Markt. Vor allem die Vielseitigkeit ist beeindruckend: Egal ob Shotgun-Mic, kabllose Mini-Mikrofone, im Studio oder an der Systemkamera: Das Magic lässt sich einfach überall verwenden.
Das wäre nur halb so gut, wenn das Ganze nicht auch klanglich überzeugen würde. Doch das tut es. Die Stimmwiedergabe erfolgt angenehm dynamisch und detailreich und wer mag, kann per Equalizer noch detailliertes Feintuning betreiben.
Kombiniert mit einem gigantischen Lieferumfang, einer wirklich starken Akkulaufzeit und der intuitiven Bedienung ist das BOYA Magic eine herausragende Option für alle, die ein vielseitiges kabelloses Mikrofonsystem suchen. Und das zu einem unschlagbaren Preis.
- Vier Mikrofon-System in einem
- Einzigartige Flexibilität
- Hervorragender Klang
- Starke Akkulaufzeit
- Intuitive Bedienung
- Vergleichsweise günstig
- Verarbeitung könnte besser sein
- Reichweite etwas niedriger als bei Konkurrenz
BOYA Magic
Design & Verarbeitung
Aufnahmequalität
Reichweite
Ausstattung
Preis-Leistungs-Verhältnis
94/100
Unglaublich vielseitig verwendbar, hervorragender Klang, lange Akkulaufzeit und intuitive Bedienung: Das BOYA Magic ist ein exzellentes kabelloses Mikrofonsystem.















Der einzige Wermutstropfen ist die nicht vorhandene Trennung der Audiosignale des Kamerareceivers, der beide Mikrofone auf beide Kanäle mischt und somit kein echtes Stereosignal ausgibt. Offensichtlich lässt sich keine Mono/Stereo Ausgabe am Receiver einstellen.
Hiermit möchte ich meinen vorausgehenden Kommentar erweitern:
Zum Nachtrag möchte ich einen Workflow erwähnen, der nicht im Usermanual steht.
Der Kamera Receiver RX ist mit der Boya App modifizierbar, indem man die Verbindung zum Smartfone mit dem beiliegenden USB-C – USB-C Kabel herstellt.
Nachdem die Verbindung bestätigt ist, kann der Modus von „Mono“ auf „Stereo: geändert werden.
Zudem ist eine Auswahl der verwendeten Kamera möglich, wobei der Ausgangspegel des Receivers (1, 2 oder 3) eingestellt wird.
Ein Firmwareupdate des Receivers ist über diese Verbindung ebenfalls möglich.
Somit ist der von mir erwähnte „Wermutstropfen“ aus der Welt.
Die Audioleistung des Systems ist fantastisch und der Dynamikumfang kann sich durchaus mit hochwertigen Mikrofonsystemen messen.