
DJI legt nach und präsentiert, relativ kurz nach der 7. Generation des Smartphone-Gimbals, bereits eine Neuauflage. Der DJI Osmo Mobile 8 bringt ein paar spannende Neuerungen mit. Darunter eine um 360° drehbare Pan-Achse, mehr Tracking-Features und Apple DockKit-Unterstützung. Das macht ihn zum derzeit vielseitigsten Smartphone-Gimbal und das zu einem attraktiven Preis. Unser Test verrät mehr.
Technische Daten
| Produkt | Osmo Mobile 8 |
| Typ | 3-Achsen-Gimbal |
| Abmessungen | 190 mm × 95 mm × 46 mm (zusammengefaltet); 288 mm 107 mm × 96 mm (ausgeklappt) |
| Gewicht | 370 Gramm |
| Neigen | -20° bis 40° |
| Rollen | -67° bis 245° |
| Schwenken | 360° |
| Anzahl Modi | 4 |
| Akkulaufzeit | bis zu 10 Stunden |
| Ladezeit | maximal 2,5 Stunden |
| Handygewicht | maximal 300 Gramm |
| Licht | 40 Lux; 2500K – 6000K |
| Besonderheiten | KI Tracking, integriertes Aufhelllicht, Bedienfeld mit Joystick, Stabilisator, DJI Mic Mini-Transmitter; Apple DockKit |
| Preis | € 159,00 * |
DJI Osmo Mobile 8 Test: Beim Aussehen nur wenig Neues
- identisches Design zum Vorgänger
- hochwertige Verarbeitung
Beginnen wir unseren DJI Osmo Mobile 8 Test mit einem Suchspiel: Das folgende Bild zeigt den DJI Osmo Mobile 7P und den Osmo Mobile 8. Welcher Smartphone-Gimbal ist welcher?

Hast du es gewusst? Okay, ist schwierig. Hier nochmal ein zweites Bild. Vielleicht fällt die Entscheidung dann ja leichter?

Immer noch keine Ahnung? Okay, das ist nachvollziehbar, denn optisch liegen DJI Osmo Mobile 8 und 7P sehr dicht nebeneinander. Man könnte fast sagen: Sie sind nahezu identisch. Die Abmessungen, Bedienelemente, der Gimbal und die Teleskopstange mit einer Länge von 67 mm sind… gleich. Der Osmo Mobile 8 wiegt allerdings zwei Gramm mehr, einen Unterschied macht das in der Praxis allerdings nicht.
ABER: Der Osmo Mobile 8 legt vor allem aus technischer Sicht zu. Doch bleiben wir erstmal beim Design. Auch das neue Modell wirkt ausgesprochen hochwertig und robust, was vor allem an der soliden Materialwahl und der durchdachten Formgebung liegt. Der Griff ist mit einer teflonbeschichteten, leicht strukturierten Oberfläche versehen, die selbst bei längeren Sessions sicheren Halt bietet. Die Verarbeitungsqualität erinnert klar an andere aktuelle DJI-Produkte, die ebenfalls für ihre robuste, praxistaugliche Bauweise bekannt sind.
Das gesamte System bleibt trotz der Funktionsfülle kompakt: Zusammengefaltet misst der Gimbal nur etwa 190 × 95 × 46 mm und passt damit problemlos in eine kleine Tasche oder einen Rucksack. Mit rund 370 g (Gimbal ohne Smartphone) ist er leicht genug für mobiles Filmen. DJI setzt weiterhin auf eine magnetische Smartphone-Halterung, die sich schnell anbringen lässt und Geräte zwischen 67 und 84 mm Breite, 6,9 bis 10 mm Dicke und einem Gewicht von 170 bis 300 g sicher aufnimmt, was typische moderne Smartphones wie iPhone 17 Pro Max oder Google Pixel 10 Pro problemlos abdeckt.

Ein integrierter Verlängerungsstab im Griff erweitert den Abstand zwischen Nutzer und Smartphone, was besonders für Selfie-Vlogs und Gruppenaufnahmen praktische Vorteile bringt, ohne die Balance des Gimbals negativ zu beeinflussen. Gleichzeitig verbaut DJI ein kleines, klappbares Mini-Stativ direkt im Griff. Ein 1/4-Zoll-Gewinde erlaubt die Anbringung an großen Stativen.
Einrichtung und Bedienung
- intuitive Bedienung
- schnelle Einrichtung
- praktisches Fill-Light
Auch Einrichtung und Bedienung des DJI Osmo Mobile 8 orientieren sich direkt an den Vorgängern. Wer also bereits eines der Vorgängermodelle genutzt hat, wird sich sofort zurecht finden.
Die Einrichtung des DJI Osmo Mobile 8 gestaltet sich für einen modernen Smartphone-Gimbal erfreulich unkompliziert. Nach dem Aufklappen fährt der Gimbal automatisch hoch, das Smartphone wird in die magnetische Halterung gesetzt, und die Verbindung erfolgt wahlweise per Bluetooth 5.3 oder per USB‑C-Kabel direkt am drehbaren Arm.
Beide Varianten arbeiten in den Tests stabil und ohne spürbare Verzögerungen, sodass sich auch spontane Drehs ohne lange Vorbereitung umsetzen lassen. Ergänzend lässt sich das Smartphone bei Bedarf über einen USB‑C-Ausgang am Arm vom Gimbal-Akku mit Strom versorgen, was längere Aufnahmen mit stromhungrigen Geräten erleichtert.
Ein echter Mehrwert ist das sogenannte Multifunctional Module, ein Daumennagel-großer Aufsatz, der via Magnet und Druckknopfverriegelung am Smartphone-Arm sitzt. Dieses Modul vereint mehrere Funktionen: Es ist Tracking-Sensor, LED-Fülllicht und gleichzeitig Empfänger für DJI-Mikrofone wie Mic Mini, Mic 2 oder Mic 3, sodass keine zusätzliche Empfangseinheit mehr am Smartphone benötigt wird. Die kleine LED-Leuchte bietet bis zu 40 Lux und eine Farbtemperatur von etwa 2500 bis 6000 K, die direkt per Tasten am Modul angepasst werden kann, was bei Low-Light-Szenen für sichtbar bessere Gesichtszeichnung sorgt, auch wenn sie natürlich kein großes Videolicht ersetzt.
Die Bedienelemente am Griff sind logisch angeordnet und mit einer Hand gut erreichbar. Neben einem Joystick für die manuelle Steuerung des Arms stehen ein Auslöser für Foto/Video, ein Modus-Knopf zum Durchschalten der Follow-Modi, eine Taste zum Wechsel zwischen Front- und Rückkamera sowie ein seitliches Drehrad für Zoom oder Fokus zur Verfügung.
Ein frontseitiger Trigger übernimmt mehrere Funktionen: Er kann zum schnellen Rezentrieren dienen, den Wechsel zwischen Hoch- und Querformat auslösen und Tracking ein- oder ausschalten, was in der Praxis ein sehr flüssiges Arbeiten erlaubt. Insgesamt wirkt die Bedienlogik vertraut, besonders für Nutzer älterer Osmo-Modelle, und bleibt gleichzeitig zugänglich für Einsteiger.
Praxistest des DJI Osmo Mobile 8
- exzellentes Tracking
- DockKit-Unterstützung
- 360° Drehung der Pan-Achse (endlich)
In der Praxis liefert der DJI Osmo Mobile 8 genau das, was sich Smartphone-Filmer wünschen: stabile, ruhige Aufnahmen in unterschiedlichsten Situationen. Die mechanische Stabilisierung gleicht Gehen, Panning, Tilten und Rolling sehr effektiv aus, wovon vor allem B‑Roll, Vlogs und dynamische Szenen profitieren, bei denen die interne elektronische Stabilisierung des Smartphones an ihre Grenzen käme.
Der Gimbal unterstützt in der nunmehr achten Generation dabei (endlich) 360°-Rotation in der Pan-Achse, sodass fließende, nahezu unbegrenzte Schwenks möglich sind, die besonders bei Landschafts- oder Architekturaufnahmen für cineastische Effekte sorgen. Das ist, soweit ich weiß, derzeit ein Alleinstellungsmerkmal und eröffnet gänzlich neue Möglichkeiten.

Mit vier Follow-Modi – PTF (Pan & Tilt Follow), PF (Pan Follow), FPV (Pan, Tilt und Roll) und dem SpinShot-Modus für fast vollständige 360°-Roll-Drehungen deckt der Osmo Mobile 8 ein breites kreatives Spektrum ab. Über den Mode-Button lassen sich diese Modi schnell wechseln, wodurch zwischen klassischer Stabilisierung und experimentelleren Shots mit bewusstem Roll-Einsatz hin- und hergeschaltet werden kann. Besonders in Kombination mit dem ausziehbaren Verlängerungsstab entstehen dadurch Perspektiven, die mit einem reinen Handheld-Setup kaum realisierbar wären, etwa dynamische Selfie-Aufnahmen oder Overhead-Shots in engen Räumen.
Eine seiner größten Stärken spielt der Gimbal in Verbindung mit der DJI-Mimo-App aus. Die App dient nicht nur zur Firmware-Aktualisierung und Konfiguration, sondern bietet eine intuitive Aufnahmeoberfläche mit zahlreichen Tutorials sowie kreativen Aufnahmemodi wie „Dyna-Zoom“, das einen Dolly-Zoom-ähnlichen Effekt ermöglicht.
Besonders gelungen ist das Tracking: Der Osmo Mobile 8 nutzt Tracking 7.0 und ActiveTrack 360°, um Menschen, Tiere und Objekte zuverlässig zu verfolgen, wobei man lediglich auf dem Smartphone-Display einen Rahmen um das gewünschte Motiv ziehen muss. In Tests bleiben selbst schnellere Bewegungen – etwa laufende Personen oder Vögel – bemerkenswert stabil im Bild, da der Gimbal automatisch nachführt und die Grenzen seines Neige- und Schwenkbereichs gut ausnutzt.
Ein kleiner Haken des Systems ist die starke App-Abhängigkeit für die Tracking-Features. Zwar lässt sich der Gimbal grundsätzlich auch mit der nativen Kamera-App des Smartphones verwenden, doch für das volle Funktionsspektrum, insbesondere die intelligente Motivverfolgung und einige Spezialmodi, ist die DJI-Mimo-App Pflicht.

Positiv fällt dagegen auf, dass der Osmo Mobile 8 auch abseits der Mimo-App weiterdenken kann. Zumindest für Apple-User: Über Apple DockKit sowie das Multifunctional Module ist Tracking prinzipiell auch in Drittanbieter-Apps möglich, was die Einsatzmöglichkeiten insbesondere auf iOS und in bestimmten Workflows deutlich erweitert.
Akkulaufzeit
- bis zu 10 Stunden Laufzeit,…
- … aber deutlich reduziert mit aktivem Zubehör
Auch in Sachen Akkulaufzeit zeigt sich der DJI Osmo Mobile 8 sehr alltagstauglich. Der integrierte Akku fasst rund 3.350 mAh und ist für bis zu etwa 10 Stunden Laufzeit im stationären Betrieb mit ausbalanciertem Smartphone ausgelegt. In realen Szenarien mit aktiver Nutzung von Tracking und Fülllicht reduziert sich die Laufzeit zwar deutlich, bleibt mit rund 4 Stunden aber immer noch mehr als ausreichend für typische Dreh-Sessions, Vlog-Tage oder Event-Begleitungen. Für ambitionierte Content-Creator bedeutet das, dass sich ein kompletter Drehtag mit gelegentlichen Pausen meist ohne Nachladen abdecken lässt.

Über USB‑C kann der Gimbal sowohl geladen als auch als Powerbank für das Smartphone genutzt werden, was dessen Laufzeit gerade bei 4K-Aufnahmen oder hoher Bildwiederholrate spürbar verlängert. In der Praxis ergibt sich daraus ein flexibles System, bei dem der Gimbal nicht nur als Stabilisierungstool, sondern auch als Energiepuffer fungiert, solange man den zusätzlichen Akkuverbrauch einkalkuliert. Da der Osmo Mobile 8 insgesamt relativ energieeffizient arbeitet und vor allem im Standby-Betrieb wenig verbraucht, eignet er sich gut für Nutzer, die viel unterwegs sind und nicht permanent nach der nächsten Steckdose Ausschau halten wollen.
DJI Osmo Mobile 8 Test: Fazit
Lieferte DJI bereits mit dem Vorgängermodell einen hervorragenden Smartphone-Gimbal ab, erweist sich der DJI Osmo Mobile 8 vor allem für iOS-Nutzer als sinnvolle Verbesserung. Insbesondere hinsichtlich des Tracking legt die Neuauflage noch einmal deutlich zu und erweitert dieses dank DockKit-Unterstützung auf nahezu alle erdenklichen Kamera-Apps.
Ein Alleinstellungsmerkmal stellt jedoch die 360°-Drehung der Pan-Achse dar, was hinsichtlich der Bildgestaltung ganz neue Möglichkeiten eröffnet. In Kombination mit der exzellenten Verarbeitung, der intuitiven App-Bedienung und der starken Akkulaufzeit spielt der DJI Osmo Mobile 8 ganz weit vorne mit und lässt selbst die merklich teurere Konkurrenz weit hinter sich.
- Horizontales 360°-Tracking
- Tracking auch für Tiere
- Intuitive Bedienung
- Gelungene App
- Attraktiver Preis
- Fill-Light
- Akkulaufzeit mit aktivem Zubehör
- Sehr App-abhängig
DJI Osmo Mobile 8
Design & Verarbeitung
Nutzerkomfort
Features
App & Bedienung
Preis-Leistungs-Verhältnis
94/100
Herausragender Smartphone-Gimbal mit grandiosem Tracking, gelungener Bedienung und 360°-Drehung zum fairen Preis.









