DJI Osmo Pocket 4P im Test: Die beste Gimbal-Kamera 2026?

Philipp Briel
Philipp Briel · 14 Min. Lesezeit
DJI Osmo Pocket 4P Test

DJI Osmo Pocket 4P Test: Wie gut ist das neue Pro-Modell? 2026 scheint so etwas wie das Jahr der Gimbal-Kameras zu werden. Bereits im April legte DJI mit seiner Neuauflage in Form der Osmo Pocket 4 (unser Test) ein ziemlich spannendes Update auf. Auch Insta360 werkelt mit der Luna Ultra an einem Konkurrenten. Nun folgt eine waschechte Revolution: Die neue DJI Osmo Pocket 4P, offiziell vorgestellt im Juni, soll dank zweitem Objektiv, höherem Dynamikumfang und weiteren Verbesserungen selbst anspruchsvolle Vlogger begeistern. Ich konnte die Kamera nun bereits einige Wochen lang intensiv testen und mit der DJI Osmo Pocket 4 vergleichen. Im Osmo Pocket 4P Test erfährst du alles, was du wissen musst.

Technische Daten der DJI Osmo Pocket 4P

Produkt: Osmo Pocket 4P
Abmessungen: 159,5 × 63,3 × 33,5 mm
Gewicht: 230 g
Sensor: Weitwinkel: 1-Zoll CMOS (f/2,0)
Mittleres Tele: 1/1,28-Zoll CMOS (f/1,8)
Video Modi: 4K (16:9): 3840×2160@24/25/30/48/50/60fps
1080p (16:9): 1920×1080@24/25/30/48/50/60fps
3K (9:16): 1728×3072@24/25/30/48/50/60fps
1080p (9:16): 1080×1920@24/25/30/48/50/60fps
Slow Motion: Weitwinkel: 4K (16:9): 3840×2160@100/120/200/240fps; 1080p: 1920×1080@120/240fps
Mittleres Tele: 4K (16:9): 3840×2160@100/120/200fps; 1080p: 1920×1080@120/240fps
Videoformat: MP4 (HEVC)
Fotoauflösung 7.680 × 4.320 Pixel (≈ 37 MP)
Fotoformat: JPEG, DNG, JPEG+DNG
Speicher: 103 GB interner Speicher
Speichererweiterung: microSD (bis maximal 1 TB)
Display: 2-Zoll-Touchscreen; 556 × 314 Pixel; 1.000 Nits
Akku: Li-Ion; 1.545 mAh; bis zu 210 Minuten Laufzeit
Konnektivität: USB-C, Wi-Fi 802.11 a/b/g/n/ac/ax; Bluetooth LE 5.4
Wasserdicht: Nein
Preis: ab 599 Euro

DJI Osmo Pocket 4P vs. 4 vs. 3: Die Gimbal-Kameras im Vergleich

Bevor wir aber auf die neue DJI Osmo Pocket 4P eingehen, lohnt sich erst einmal ein Blick auf die wichtigsten Neuerungen im Vergleich zur DJI Osmo Pocket 4, aber auch dem Vorgänger in Form der Osmo Pocket 3. Die DJI Osmo Pocket 4P ist die bislang größte Neuerung der Reihe: Statt einer einzelnen Linse setzt sie erstmals auf ein Dual-Kamera-System mit Weitwinkel (20 mm, f/2.0) und Med-Tele-Objektiv (60 mm, f/1.8). Ideal für cineastische Aufnahmen und Porträts mit Tele-Wirkung. Hinzu kommen ein verbesserter 1-Zoll-Sensor mit 17 Blendenstufen Dynamikumfang, das neue 10-Bit-D-Log-2-Farbprofil, ActiveTrack 8.0 mit Telefoto- und Mehrpersonen-Tracking sowie ein optischer 3-fach-Zoom (bis 12-fach digital) über die Med-Tele-Linse.

Damit ist klar: Wer maximale Bildqualität und Porträtoptik sucht, ist mit der 4P am besten bedient. Wer ein günstigeres, kompaktes Allround-Modell will, fährt mit der Osmo Pocket 4 und Osmo Pocket 3 weiterhin sehr gut. Die neue Osmo Pocket 4P bleibt weiterhin erstaunlich kompakt und liefert aus technischer Sicht ein Gesamtpaket, das beeindruckt.

Merkmal Osmo Pocket 4P (Dual-Kamera) Osmo Pocket 4 (1 Zoll) Osmo Pocket 3 (1 Zoll)
Bildsensor Neuer 1-Zoll-CMOS, 17 Blendenstufen Dynamik Neuer 1-Zoll-CMOS, 14 Blendenstufen Dynamik 1-Zoll-CMOS
Objektiv Dual: Weitwinkel 20 mm f/2.0 (0,2 m–∞) + Med-Tele 60 mm f/1.8 (0,3 m–∞) Einzel: 20 mm f/2.0 (0,2 m–∞) Einzel: 20 mm f/2.0 (0,2 m–∞)
Max. Aufnahme Weitwinkel bis 4K/240fps, Med-Tele bis 4K/200fps 4K/240fps 4K/120fps
Farbmodus 10-Bit D-Log 2 10-Bit D-Log HLG / D-Log M
ActiveTrack 8.0 (mit Tele- & Mehrpersonen-Tracking) 7.0 6.0
Zoom Med-Tele 3-fach optisch, bis 12-fach digital; Zoom während Aufnahme, ActiveTrack, D-Log & Fotos 2-fach verlustfrei; Zoom während Aufnahme, ActiveTrack, D-Log & Fotos 2-fach verlustfrei; eingeschränkt (nicht bei Low-Light, Slow-Mo, Timelapse, ActiveTrack, D-Log, Fotos)
Glamour-Effekte & Filter App-Glamour-Effekte, In-Camera Skin Softening, Film-Töne App-Glamour-Effekte, In-Camera Skin Softening, Film-Töne App-Glamour-Effekte
Speicher & Transfer 103 GB intern; Wi-Fi 6 & USB 3.1 (drahtlos bis 90 MB/s, kabelgebunden bis 800 MB/s) 107 GB intern; Wi-Fi 6 & USB 3.1 (bis 90 / 800 MB/s) Kein interner Speicher; Wi-Fi 5.0 & USB 2.0
Fotoauflösung 37 MP, 4K Live Photo 37 MP, 4K Live Photo ca. 9,4 MP
Akku 1545 mAh 1545 mAh
Gewicht 230 g 190,5 g 179 g

DJI Osmo Pocket 4P Test: Kaum größer als die Osmo Pocket 4

Als ich die Osmo Pocket 4P auf meiner letzten Reise auspackte und direkt mit der erst kürzlich getesteten Osmo Pocket 4 verglich, spürte ich sofort den Unterschied in der Hand. DJI bewirbt das Gerät selbstbewusst als „Dual-Lens Cinematic Pocket Gimbal Camera“. Dieser Anspruch spiegelt sich natürlich auch in den Abmessungen wider: Während die reguläre Pocket 4 schlanke 190,5 Gramm wiegt und 144,2 mm lang ist, bringt die Pocket 4P exakt 230 Gramm auf die Waage und wächst auf Abmessungen von 159,5 × 63,3 × 33,5 mm an. Diese leichte Zunahme an Volumen ist der komplexeren Optik geschuldet, fühlt sich aber extrem hochwertig und perfekt ausbalanciert an.

DJI Osmo Pocket 4P

Identisch, und das ist ein großer Pluspunkt, bleibt das fantastische Display. Beide Modelle setzen auf den leuchtstarken 2,0-Zoll-Touchscreen, der mit 556 × 314 Pixeln auflöst und brillanten 1000 Nits Helligkeit trotzt. Eine signifikante Verbesserung in der täglichen Handhabung sind die physischen Tasten unter dem Display. Die linke Zoom-Taste erlaubt durch einfachen Klick den sofortigen Wechsel zwischen dem Weitwinkel und dem Teleobjektiv (1x auf 3x). Ein Doppelklick springt auf einen 6x-Zoom, während ein langes Gedrückthalten für seidenweiche, gleichmäßige Zoomfahrten sorgt.

DJI Osmo Pocket 4P

Die rechte, frei programmierbare Custom-Taste lässt sich im Dropdown-Menü für Einfach-, Zweifach- oder Dreifachklicks konfigurieren – von der Gimbal-Zentrierung über das Umschalten der C1/C2-Profile bis hin zur Aktivierung des Aufstecklichts. Dieses haptische Feedback, gepaart mit einem mechanischen Schwenkbereich (Pan) von -240° bis 90° bei einer rasanten Kontrollgeschwindigkeit von 180°/s, macht den Einsatz im Vlogging-Alltag unfassbar intuitiv. Im Standard-Combo-Paket liefert DJI zudem direkt nützliches Zubehör wie ein 1/4-Zoll-Gewinde-Griffstück und eine kompakte Transporttasche mit.

DJI Osmo Pocket 4P
Der Lieferumfang der Vlog Combo

Das Einzige, was mich an der Osmo Pocket 4P wirklich ärgert, ist das Fehlen eines Gimbal-Schutzes. Der hielt in der Osmo Pocket 4 erstmals Einzug und erlaubte es, mithilfe einer kleinen Plastik-Klemme, den Gimbal festzustellen. Damit war das Objektiv während des Transports geschützt. Wer noch die Osmo Pocket 3 kennt weiß, wie schnell sich der kleine Kamerakopf beim Transport in einer Tasche oder einem Rucksack von allein verstellen kann. Eine entsprechende Klemme und/oder Abdeckung fehlt der 4P leider. Beide Objektive liegen immer offen, was mitunter schnell zu Schrammen und Kratzern führen kann.

Ausstattung und Neuerungen der Osmo Pocket 4P

Hier liegt der fundamentale Unterschied zwischen den beiden Geschwistern. Die DJI Osmo Pocket 4 lieferte in meinem Test bereits herausragende Ergebnisse mit ihrem 1-Zoll-Sensor und der 20-mm-Festbrennweite. Die Osmo Pocket 4P rückt dies jedoch beinahe in den Schatten, denn sie integriert ein echtes physikalisches Dual-Kamerasystem, bei dem beide Linsen eigenständig arbeiten und fließend umschalten, ohne jedoch jemals gleichzeitig aufzuzeichnen.

Das Kamerasystem im Detail:

  • Das Weitwinkel-Objektiv: Nutzt einen massiven 1-Zoll-CMOS-Sensor mit einer äquivalenten Brennweite von 20 mm und einer Lichtstärke von f/2.0. Es fokussiert bereits ab 0,2 Metern und ist ideal für weite Landschaften und Gruppen-Vlogs.
  • Das Tele-Objektiv: Für filmische Porträts und weit entfernte Details steht ein brandneues 60-mm-Mitteltel-Objektiv (optisch, kein digitaler Crop!) mit einem eigenen 1/1,28-Zoll-Sensor zur Verfügung. Eine besonders lichtstarke f/1.8-Blende mit einem Fokusbereich ab 0,3 Metern erzeugt hierbei eine natürliche Hintergrundunschärfe, die den Protagonisten extrem professionell freistellt.

Ein weiterer massiver Sprung: Während die Osmo Pocket 4 den Dynamikumfang im Vergleich zu ihren Vorgängern bereits auf sehr gute 14 Blendenstufen anhob, explodiert die Leistung bei der Pocket 4P förmlich. Satte 17 Blendenstufen Dynamikumfang holt die Kamera aus den Sensoren.

DJI Osmo Pocket 4P
Das zweite Objektiv der 4P bietet zahlreiche neue Möglichkeiten

Zusätzlich unterstützt die 4P nun dynamische „Live Photos“ direkt aus der Kamera. Da dies ein dynamisches Format ist, erlaubt DJI hier eine gewaltige Flexibilität mit bis zu 12-fachem Zoom. Bei klassischen, statischen Fotos greift hingegen ein strengerer Qualitätsstandard, weshalb der Zoom hier zum Erhalt der Bildschärfe auf 9-fach limitiert wurde.

Für eine sorgenfreie Datenverwaltung bringt die 4P neben dem microSD-Slot (bis 1 TB) auch einen gigantischen 107-GB-Festspeicher mit, der per Kabel Raten von bis zu 800 MB/s für rasante Backups liefert. Für Vlogger ist zudem die neue „Selfie Flip“-Funktion Gold wert, die das Bild bei Selbstaufnahmen horizontal spiegelt.

Gerade was das Tracking anbelangt, hat die DJI Osmo Pocket 4P ein zusätzliches Ass im Ärmel. Denn die neue Gimbal-Kamera unterstützt den kompakten FrameTap-Bildschirm, den wir bereits aus dem Osmo Mobile 8P Gimbal (unser Test) kennen und der praktischerweise in der Vlog Combo gleich enthalten ist. Dabei handelt es sich um eine abnehmbare Fernbedienung, mit der du die Kamera aus der Distanz verwenden und das Framing anpassen kannst. Das Modul verfügt über ein kleines Touchscreen-Display und ermöglicht aus bis zu zehn Metern Entfernung das Auslösen von Fotos und Videos, das Umschalten zwischen Portrait- und Landscape-Modus und das Anpassen von Gimbal-Parametern.

DJI Osmo Pocket 4P: Akkulaufzeit

Wer viel auf Reisen filmt, muss sich kompromisslos auf sein Equipment verlassen können. In der Osmo Pocket 4P arbeitet, wie schon bei der Pocket 4, ein fest integrierter Akku. Obwohl die aufwendige Dual-Sensor-Architektur und die Motorik zur Umschaltung Energie fordern, haben meine Praxistests gezeigt, dass DJI das Energiemanagement meisterhaft im Griff hat.

DJI Osmo Pocket 4P

Besonders bemerkenswert ist die Energieeffizienz bei den neuen Smart-Funktionen. Nutzt man die automatische Hintergrundübertragung (Seamless Transfer) zum Smartphone, bleibt der Stromverbrauch bemerkenswert gering. Sobald die Dateien übertragen sind, fällt die Kamera in einen sparsamen Tiefschlaf. Selbst wenn eine Übertragung aufgrund eines Verbindungsabbruchs fehlschlagen sollte, greift ein Sicherheitsmechanismus, der sicherstellt, dass der durch den Versuch entstandene Akkuverlust bei unter 5 Prozent bleibt.

Dennoch zeigt sich das Dual-Lense-Setup natürlich etwas energiehungriger als im Falle der Osmo Pocket 4 sodass die Laufzeit hier von 240 Minuten auf rund 210 Minuten sinkt. Noch immer ein sehr guter Wert. Vollgeladen ist die Kamera dafür rasant schnell. Ein vollständiger Ladevorgang nimmt lediglich 32 Minuten in Anspruch (ein entsprechendes 65-Watt-Netzteil vorausgesetzt). In 18 Minuten lädt die Osmo Pocket 4P von 0 auf 80 Prozent Kapazität.

App-Anbindung: DJI Mimo

Die Verbindung zum Smartphone über die DJI Mimo App ist für moderne Creator durchaus praktisch, wenngleich die App für die Verwendung der Kamera nicht notwendig ist. Hier präsentiert die Pocket 4P ihr wohl größtes Software-Ass: Die „Seamless Transfer“-Funktion. Anders als bei der regulären Pocket 4, bei der beide Geräte aktiv gekoppelt und eingeschaltet bleiben müssen, baut die Pocket 4P im Hintergrund völlig lautlos eine Verbindung auf. Selbst bei ausgeschaltetem Kamerabildschirm werden frisch aufgenommene Live Photos in winzigen 0,5 Sekunden und reguläre, extrem hochauflösende Fotos in rund 1,5 Sekunden auf das Handy übertragen.

Um den Speicher des Smartphones nicht unbeabsichtigt lahmzulegen, lässt sich in der App eine Schutzgrenze definieren, bei der die Übertragung rechtzeitig pausiert. Einziger Wermutstropfen: Zum Launch ist diese bahnbrechende Funktion offiziell nur für iPhones mit iOS 26 oder neuer verfügbar. Ansonsten bietet die App die bereits bekannten Funktionen wie erweiterte Kameraeinstellungen, Livestreaming, direktes Überspielen von Clips und die Steuerung via Smartphone.

Wer mag, kann die DJI Osmo Pocket 4P auch gänzlich ohne App verwenden, was ebenfalls tadellos funktioniert. Ich persönlich habe die App während meines Tests eigentlich gar nicht genutzt, da ich meine Videos eher am PC oder Notebook bearbeite. Wer möchte, kann das aber auch in Mimo erledigen.

Bild- und Audioqualität der Osmo Pocket 4P

Wenn es einen Bereich gibt, in dem die DJI Osmo Pocket 4P ihren „Pro“-Namenszusatz auf beeindruckende Weise rechtfertigt und den Unterschied zur bereits exzellenten Osmo Pocket 4 verdeutlicht, dann ist es die kompromisslose Bild- und Audioqualität. Hier hat DJI ein wahres filmisches Kraftpaket geschnürt, das die Grenzen dessen sprengt, was wir bisher von Kameras im Hosentaschenformat gewohnt waren. Grundsätzlich gilt: Die 4P kann alles, was die Osmo Pocket 4 auch kann – und dann eben noch deutlich mehr.

DJI Osmo Pocket 4P
Die Abdeckung über den Linsen ist abnehmbar

Der Kern dieses Qualitätssprungs ist das echte physikalische Dual-Kamerasystem, das zwei dedizierte optische Linsen mit jeweils eigenen Hochleistungssensoren kombiniert. Die 20-mm-Weitwinkelkamera können wir dabei recht schnell abhaken, da diese (mit Ausnahme des verbesserten Dynamikumfangs) dem Pendant aus der Osmo Pocket 4 entspricht. Deutlich interessanter ist da natürlich das neue Zoom-Objektiv.

Dies ist der eigentliche Star für Content Creator. Statt eines digitalen Zooms greift die Pocket 4P auf ein echtes optisches Objektiv mit einem eigenen 1/1,28-Zoll-CMOS-Sensor zurück. Dank der sehr großen f/1.8-Blende entsteht eine butterweiche, völlig natürliche Hintergrundunschärfe (Bokeh), die den Protagonisten gerade bei Porträtaufnahmen fantastisch vom Hintergrund separiert. Der typische, flache „Smartphone-Look“ ist damit Geschichte.

Natürlich eignet sich das Objektiv aber auch hervorragend für Zoom-Aufnahmen. Gerade, wer sich beispielsweise in der Landschaft filmen will, musste bislang durch die Weitwinkel-Linse… nun ja… sehr nah an der Kamera stehen. Das entfällt nun durch den optischen dreifach Zoom und digitalen 12x Zoom natürlich, was viele neue Möglichkeiten eröffnet.

Ein großes Lob gebührt den Ingenieuren für die werksseitige Kalibrierung: Die Farbprofile beider Sensoren sind so strikt und präzise aufeinander abgestimmt, dass beim fließenden Wechsel zwischen den Linsen nahezu keine visuellen Sprünge in der Bildstimmung oder beim Weißabgleich entstehen. Während die reguläre Osmo Pocket 4 mit ihrem 10-Bit D-Log-Profil bereits beachtliche 14 Blendenstufen Dynamik liefert, zündet die Pocket 4P hier den Nachbrenner. Das Weitwinkelobjektiv profitiert von dem brandneuen D-Log 2 Farbprofil und entfesselt einen gewaltigen Dynamikumfang von bis zu 17 Blendenstufen.

Was bedeutet das in der Praxis? Wenn ich mittags in einer dunklen Gasse filme und der helle Himmel im Hintergrund prangt, reißen die Lichter in den Wolken nicht mehr aus (keine rein weißen Flächen), während das Gesicht im Schattenbereich alle Details behält. Für professionelle Editoren bietet dieses D-Log 2 Material beim Color-Grading unglaubliche Reserven, um den perfekten, kinoreifen „Cinematic Look“ zu kreieren.

DJI Osmo Pocket 4P

Action- und Sport-Vlogger werden die Frameraten lieben. DJI hat die ohnehin schon absurden Zeitlupen-Fähigkeiten der Serie weiter optimiert. Mit dem Weitwinkelobjektiv lassen sich knackscharfe 4K-Videos mit sagenhaften 240 Bildern pro Sekunde aufzeichnen, was einer extrem weichen, 8-fachen Slow-Motion entspricht. Die 60-mm-Mitteltellinse steht dem kaum nach und liefert in der 4K-Auflösung immer noch flüssige 200 fps (ebenfalls für eine 8-fache Verlangsamung).

Überzeugende Audioqualität

All die visuellen Superlative wären nutzlos, wenn die Kamera wie eine Blechdose klingen würde. Die Osmo Pocket 4P verbaut insgesamt drei Mikrofone, die eine hervorragende Audioqualität sicherstellen. Die Mikrofone fangen den Raumklang präzise ein, isolieren die Stimme des Sprechers sehr klar und dämpfen leichte Umgebungsgeräusche sowie störenden Wind effektiv ab.

Ebenso profitiert die Kamera von der Kompatibilität zum hauseigenen DJI-Ökosystem: Genau wie bei der Basis-Version lassen sich externe Sender wie das DJI Mic 3 nahtlos und ohne lästige Dongles oder Kabel direkt mit der Kamera koppeln. In der Vlog Combo enthalten ist zudem das DJI Mic Mini 2, das im April gelauncht wurde. Es liefert einen exzellenten Klang, wenngleich es mich etwas verwundert, dass der Hersteller hier „nur“ das Mic Mini 2 und nicht, wie bei der Osmo Pocket 4, das wertigere Mic 3 inkludiert. Aber nun gut.

DJI Mic Mini 2

Wer auf Reisen ist, kann sich somit komplett auf das interne Mikrofon-Array verlassen, hat für Interviews oder extrem laute Umgebungen aber jederzeit die Möglichkeit, das Setup blitzschnell um ein professionelles, kabelloses Audio-System zu erweitern.

DJI Osmo Pocket 4P Test: Fazit

Nach unzähligen Reise-Clips, tiefen Einblicken in die Menüstrukturen und dem direkten Vergleich zur Osmo Pocket 4 kann ich ein klares Fazit ziehen. Die Standard-DJI Osmo Pocket 4 bleibt für die allermeisten Content Creator eine revolutionäre und preislich äußerst fair positionierte Kamera, die im Bereich des mobilen Vloggings kaum Wünsche offenlässt.

Die DJI Osmo Pocket 4P hingegen ist ein dediziertes, kompromissloses Produktionswerkzeug für Film-Enthusiasten und anspruchsvolle Profis, die sich mit dem typisch weitwinkligen Smartphone-Look nicht mehr zufriedengeben wollen. Die Integration des echten optischen 60-mm-Objektivs ermöglicht kinoreife Porträts mit einer natürlichen, tiefen Unschärfe, die digital niemals reproduzierbar wäre. Gepaart mit dem exzellenten Dynamikumfang von 17 Blendenstufen durch das D-Log 2 Profil, den genialen Workflow-Verbesserungen wie dem „Seamless Transfer“ und dem weiter verbesserten Tracking, rechtfertigt sich der Premium-Status der 4P in jeder Hinsicht.

Wer nach der ultimativen Kamera im Hosentaschenformat sucht, an der technisch absolut nichts mehr eingespart wurde, greift ohne zu zögern zur DJI Osmo Pocket 4P. Alle anderen sparen mit der „normalen“ Osmo Pocket 4 natürlich bares Geld, während auch die Osmo Pocket 3 weiterhin eine valide Alternative bleibt.

Gold Award für DJI Osmo Pocket 4P - 07/2026DJIOsmo Pocket 4P07/2026

VORTEILE

  • Herausragende Bildqualität
  • Zwei Objektive
  • Flexibler 60-mm-Zoom (3x)
  • Verbesserter Dynamikumfang
  • Überzeugendes ActiveTrack 8.0
  • Gelungenes Zubehör wie Fill-Light und FrameTap
  • Interner Speicher
  • Gute Akkulaufzeit
  • Sehr gute Mikrofone

NACHTEILE

  • Akku fest verbaut
  • Kein Wetterschutz
  • Sehr teuer
  • Kein Gimbal-Schutz

Detailbewertung

Verarbeitung87
Software & Funktionen95
Bildqualität98
Audioqualität95
Preis-Leistungs-Verhältnis90

Fazit

Die Osmo Pocket 4P ist eine herausragende Gimbal-Kamera, die dank zweitem Objektiv und verbessertem Dynamikumfang anspruchsvolle Vlogger begeistert. Erfreulich ist, dass die Cam dabei kaum größer ausfällt. Der Preis ist allerdings sehr hoch angesetzt und der fehlende Gimbal- beziehungsweise Objektiv-Schutz ist ärgerlich.

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