DJI Power 1000 Mini im Test: 1 kWh im kompakten „DJI-Format“?

Simon Lüthje
Simon Lüthje · 10 Min. Lesezeit
Karton der DJI Power 1000 Mini steht draußen auf Laub und Moos, im Hintergrund Zaun und Bäume.

Im Test mit der DJI Power 1000 Mini zeigt sich schnell: Sie ist ein Mittelding, das eine echte Nische trifft – zwischen Powerbank und klassischer 1-kWh-Powerstation. 1008 Wh (LiFePO4) und 1000 Watt Ausgangsleistung stehen hier einem vergleichsweise kompakten Format gegenüber. Auffällig ist vor allem das USB-C-Setup, inklusive integriertem, ausziehbarem 100-Watt-Kabel. Wer dagegen viele Standard-DC-Anschlüsse „direkt am Gerät“ erwartet, muss sich mit DJIs SDC-Ansatz und passenden Adaptern arrangieren.

Technische Daten der DJI Power 1000 Mini

Modell DJI Power 1000 Mini
Kapazität 1008 Wh (LiFePO4 / LFP)
Ausgangsleistung 1000 W (Boost bis 1200 W)
AC-Ausgänge 2× AC (EU: 230 V)
USB-C 1× USB-C bis 100 W (bidirektional) + integriertes USB-C-Kabel bis 100 W (bidirektional)
USB-A 2× USB-A (je 12 W)
SDC SDC-Port für Zubehör / Laden (u. a. schneller Kfz-Eingang bis 400 W)
Ladezeit 0–80 % in ca. 58 Minuten (Fast-Recharge)
Abmessungen ca. 314 × 212 × 216 mm
Gewicht ca. 11,5 kg
USV / UPS Umschaltung bei Stromausfall in 0,01 s
Akku-Lebensdauer bis 4000 Zyklen bis ca. 80 % Restkapazität (Herstellerangabe)
Preis 579 €

Lieferumfang & Unboxing

Beim Auspacken bleibt DJI beim Wesentlichen. Im Karton liegen die Powerstation, das Netzkabel und der übliche Papierkram, mehr nicht. Beim Zubehör setzt DJI generell eher auf „Basis statt Bundle“. Das passt zur Zielgruppe, denn wer die Power 1000 Mini für ein bestimmtes Setup nutzt, hat meist schon im Kopf, was zusätzlich gebraucht wird, etwa Solar, Laden im Auto oder Zubehör über SDC.

DJI Power 1000 Mini mit Lieferumfang: Powerstation im Vordergrund, daneben Netzkabel im Beutel und Handbuch auf Laub.
Lieferumfang der DJI Power 1000 Mini: Powerstation, Netzkabel und „Papierkram“.

Das Format der Powerstation ist wirklich kompakt für 1 kWh. Mit 11,5 kg bleibt es natürlich nichts, was man „mal eben“ in einer Umhängetasche verstaut – aber es ist eben auch weit weg von den 20-Kilo-Klassen, bei denen man schon ganz automatisch über zusätzliche Rollen oder eine Sackkarre nachdenkt. Der integrierte Tragegriff sitzt sinnvoll, wodurch sich die Station angenehm sicher greifen lässt.

Design & Verarbeitung der Powerstation

Optisch bleibt DJI bei einem schlichten Look in Grautönen. Das erinnert an die meisten Powerstations, die der Markt so hergibt – und genau so soll es vermutlich auch sein: unauffällig, funktional, ohne große optische Highlights.

Im Test hat uns vor allem die Verarbeitung überzeugt: Die Power 1000 Mini wirkt stabil, die Gehäuseflächen sind sauber verarbeitet und die Passungen rund um Ports und Abdeckungen sind geometrisch beinahe perfekt. Auch nach einem Einsatz bei Regen und matschigem Untergrund (und anschließendem Abwischen/Reinigen) sah die Station bei uns weiterhin sehr ordentlich aus – keine sichtbaren Spuren, keine Kanten und auch keine Schrammen oder Abschürfungen.

DJI Power 1000 Mini Detailaufnahme der Passungen am Gehäuse und Griffbereich
Saubere Gehäuse-Passungen der DJI Power 1000 Mini im Detail.

Praktisch sind die Schutzklappen dort, wo es am ehesten kritisch wird. Der Kaltgerätekabel-Eingang sitzt hinter einer Klappe, ebenso der SDC-Port. Die beiden 230-V-Steckdosen selbst sind nicht abgedeckt, und auch die USB-Ports liegen offen. Draußen ist das nicht automatisch ein Problem, aber bei Staub, feiner Erde oder Spritzwasser stellt man die Station besser entsprechend geschützt hin. Dazu kommt eine integrierte LED-Leuchte mit Dauerlicht sowie Blink-/SOS-Modus. Das ist kein Hauptkaufgrund, aber abends beim Suchen oder Anklemmen durchaus praktisch.

DJI Power 1000 Mini mit eingeschalteter LED-Leuchte an der Front, Powerstation liegt draußen im Laub
Die integrierte LED-Leuchte der DJI Power 1000 Mini im eingeschalteten Zustand.

Anschlüsse: sinnvoll gewählt, mit einem echten Highlight

Vorne sitzt ein Display, das die wichtigen Werte direkt zeigt: Akkustand, Eingangsleistung, Ausgangsleistung. Darunter sind die zwei AC-Buchsen. Rechts davon ist das Detail, das wir im Test schneller liebgewonnen haben als gedacht: das integrierte, ausziehbare USB-C-Kabel.

Front der DJI Power 1000 Mini mit Display, zwei AC-Buchsen, USB-Ports und ausziehbarem USB-C-Kabel
Frontansicht der DJI Power 1000 Mini mit Display, AC-Steckdosen und integriertem USB-C-Kabel

Das Kabel ist nicht einfach „irgendein Zusatz“, sondern ein vollwertiges USB-C mit bis zu 100 Watt – und es funktioniert bidirektional. Heißt: Du kannst damit Geräte laden, aber je nach Setup auch die Powerstation selbst über USB-C nachladen. In der Praxis ist das extrem bequem, weil genau dieses „Mist, USB-C-Kabel vergessen“ plötzlich wegfällt. Gerade für Laptop, Kamera-Akkus, Controller oder ein schnelles Smartphone-Top-Up ist das Gold wert.

Hand hält einen USB-C-Stecker vor der DJI Power 1000 Mini, im Hintergrund Display und Anschlüsse der Powerstation
Das integrierte USB-C-Kabel der DJI Power 1000 Mini ist bis 100 Watt nutzbar und funktioniert bidirektional.

Zusätzlich gibt es einen weiteren USB-C-Port (ebenfalls bis 100 W, bidirektional) und zwei USB-A-Ports. Die USB-A-Ports sind eher für klassische Verbraucher gedacht, die keine hohe Leistung brauchen – also Smartphone, Lampen, Receiver, kleine Gadgets. Für moderne Setups spielt sich das meiste ohnehin über USB-C ab, und da ist DJI hier gut aufgestellt.

Einordnung: Wer viele klassische 12-V-Verbraucher (Kfz-Stecker) erwartet, muss bei DJI immer kurz hinschauen. DJI setzt stark auf SDC und Adapter/Zubehör. Das kann super sein, wenn man in diesem Ökosystem mitgeht – ist aber eben ein anderer Ansatz als bei Powerstations, die ab Werk mehrere 12-V-Buchsen und Standardports mitbringen.

Laden: schnell genug, dass man es wirklich nutzt

Die Ladezeit ist einer der Punkte, die die Power 1000 Mini klar positionieren. Im LiFePO4-Akku stecken 1008 Wh, und der Hersteller nennt 0–80 % in 58 Minuten im Fast-Recharge-Modus. Genau das ist die Größenordnung, bei der Powerstations plötzlich viel öfter geladen werden, weil es nicht mehr nach „Heute Abend muss das noch laufen“ wirkt, sondern eher nach „Ich hänge sie kurz an, während ich packe“.

Neben dem Laden per Steckdose sind auch weitere Wege vorgesehen: über USB-C sowie über Auto und Solar. Gerade der schnelle Kfz-Input (bis 400 W) ist interessant, wenn man Roadtrip-/Van-Szenarien im Kopf hat und nicht nur „Notstrom zuhause“.

DJI Power 1000 Mini lädt draußen am faltbaren Solarpanel
Laden per Solar im Freien: Panel aufstellen, Kabel dran, fertig

Wie bei praktisch allen Powerstations gilt: Schnellladen ist praktisch, aber es ist auch der Modus, in dem Lüfter und Wärmeentwicklung am ehesten auffallen. Wer Zeit hat, nutzt entspannter die normaleren Ladeprofile. Wer es eilig hat, nimmt den Turbo – gut, dass es die Option überhaupt gibt.

Leistung der DJI Power 1000 Mini im Test: Toaster mit 1000 Watt

Wir haben die Power 1000 Mini unter anderem mit einem Toaster getestet, der beim Heizen über die Zeit um die 1000 Watt zieht. Genau solche Geräte sind für Powerstations oft ein guter Realitätscheck, weil hier nicht „Laptop 60 Watt“ passiert, sondern kurzzeitig richtig Last anliegt.

Die DJI hat das sauber mitgemacht. Keine Aussetzer, keine Zickereien, und die Leistung blieb stabil. Damit ist auch klar, wo die Power 1000 Mini am stärksten wirkt: bei typischen mittleren bis höheren Verbrauchern, die man nicht stundenlang laufen lässt, aber eben zuverlässig betreiben will – Toaster, kleine Küchengeräte, Lade-Setups, Licht, Technik.

Wichtig ist trotzdem die Einordnung: 1 kWh ist eine starke Größe, aber Heizgeräte ziehen Energie sehr schnell leer. Wer erwartet, einen Heizlüfter oder eine große Kochplatte lange zu betreiben, braucht eine andere Klasse – entweder deutlich mehr Kapazität, oder ein anderes Setup. Für „kurz Leistung abrufen“ und für Technik-Setups ist die Power 1000 Mini dagegen genau in ihrem Element.

USV/UPS: interessant für Router, PC und Co.

DJI nennt eine Umschaltzeit von 0,01 Sekunden. Das ist vor allem dann spannend, wenn man empfindliche Verbraucher absichern will – Router, NAS, PC, Monitoring-Equipment. In solchen Fällen ist es angenehm, wenn die Station als Puffer arbeitet, ohne dass man bei einem kurzen Stromausfall direkt einen Neustart kassiert.

Ob man diese Funktion braucht, hängt stark vom eigenen Einsatz ab. Für Camping und Mobile-Setups ist es eher „nice to have“. Für Home-Office und Technik-Ecken kann es ein echter Vorteil sein.

App & Bedienung der DJI Power 1000 Mini im Test

Steuern lässt sich die Power 1000 Mini über die DJI-Home-App. Nach der Bluetooth-Kopplung landet man auf einer sehr aufgeräumten Startseite, die im Prinzip genau das zeigt, was man unterwegs wirklich sehen will: Ladestand, Restzeit und die Temperatur des Geräts. Darunter trennt die App sauber zwischen Eingang und Ausgang, sodass du sofort erkennst, ob gerade geladen wird oder ob du Energie ziehst – und in welcher Größenordnung.

Praktisch ist auch die Aufteilung nach Bereichen. AC, USB und SDC werden jeweils separat geführt, inklusive Schaltern zum Aktivieren oder Deaktivieren einzelner Ausgänge. Wenn du zum Beispiel nur kurz den AC-Ausgang brauchst, lässt er sich gezielt einschalten, ohne dass du dich durch Untermenüs hangeln musst. Die integrierte Leuchte ist ebenfalls direkt erreichbar und lässt sich über die App steuern, inklusive SOS-Modus.

Spannender wird es im Menü „Energie Management“. Dort kannst du Lade- und Entladegrenzen festlegen, eine Backup-Reserve definieren und den Lademodus auswählen. Zusätzlich gibt es ein paar Sicherheits- und Komfortoptionen, etwa die automatische Wiederherstellung des AC-Ausgangs nach dem Einschalten oder eine Prüfung des AC-Ladekabels. Insgesamt wirkt das nicht überladen, sondern eher wie eine sinnvolle Ergänzung zur Bedienung am Gerät, vor allem dann, wenn die Station nicht direkt neben dir steht.

Für wen lohnt sich die DJI Power 1000 Mini?

Am meisten Sinn ergibt die Power 1000 Mini für alle, die eine tragbare 1-kWh-Powerstation suchen, aber nicht in den „große Box mit viel Zubehör“-Bereich rutschen wollen. Also:

  • Creator-Setups mit Laptop, Kamera-Akkus, Licht, Zubehör – vor allem, wenn USB-C eine große Rolle spielt.
  • Drohnenpiloten, die DJI-Zubehör nutzen oder über SDC schnell und flexibel arbeiten wollen.
  • Roadtrip- und Camping-Setups, bei denen Technik, Licht, Kühlbox & Co. versorgt werden sollen.
  • Backup-Einsatz für Router, Technik, Licht, kleinere Verbraucher – gerade mit USV-Option.

Weniger passend ist sie, wenn du von Haus aus viele Standard-DC-Ports erwartest oder dauerhaft große Heizlasten betreiben willst. Dann gibt es Powerstations, die anders ausgestattet sind – oder schlicht mehr Kapazität mitbringen.

Wenn du statt USB-C-Fokus lieber mehr klassische Anschlüsse und etwas mehr Wechselrichter-Reserve möchtest, lohnt sich ein Blick auf die EcoFlow DELTA 2, die EcoFlow DELTA 3 Classic oder die Anker SOLIX C1000 Gen 2. Wer eine ähnlich kompakte 1-kWh-Powerstation mit mehr klassischen Ports sucht, sollte sich die BLUETTI Elite 100 V2 anschauen. Soll es dagegen noch kompakter bleiben und du kannst mit weniger Kapazität leben, ist die BLUETTI AC70 eine stimmige Option, für reine USB-C-Mobilsetups bietet sich der Anker SOLIX C300 als deutlich leichtere Alternative an. Wer dagegen in der nächstgrößeren Klasse spielen will, findet in der DJI Power 2000 die logische Erweiterung mit doppelter Kapazität. Einen Gesamtüberblick zu allen aktuell empfehlenswerten Modellen liefert unser Ratgeber zur besten Powerstation 2025.

Unser Fazit zur DJI Power 1000 Mini

Die DJI Power 1000 Mini ist eine angenehm kompakte 1-kWh-Powerstation mit sehr hoher Verarbeitungsqualität und einem Fokus auf das, was viele wirklich nutzen: schnelles Laden, USB-C-Power und ein Setup, das man ohne großen Aufwand mitnimmt. Das integrierte, ausziehbare USB-C-Kabel ist dabei nicht nur ein Gimmick, sondern im Test eines der Features, das man nach zwei Tagen ganz selbstverständlich einplant.

Wenn dein Setup viel über USB-C läuft und du eine Powerstation suchst, die nicht sofort „zu groß fürs Mitnehmen“ wirkt, ist die Power 1000 Mini ein spannender Kandidat. Wer dagegen maximale Port-Vielfalt ohne Adapter und Ökosystem-Gedanken will, sollte sich vor dem Kauf Gedanken darüber machen, ob SDC und DJIs Zubehör-Ansatz wirklich zum eigenen Bedarf passen.

Gold-Award für die DJI Power 1000 Mini

VORTEILE

  • Kompakte 1-kWh-Klasse mit gutem Handling dank Tragegriff.
  • Sehr starkes USB-C-Setup mit integriertem, ausziehbarem 100-Watt-Kabel.
  • Schnellladen ist praxisnah und spart spürbar Zeit beim Nachladen.
  • Hohe Verarbeitungsqualität mit sauberen Passungen und stabilem Gehäuse.

NACHTEILE

  • Wenig klassische DC-Ports, vieles läuft über SDC und passende Adapter.
  • USB-Ports und AC-Steckdosen sind offen, draußen besser vor Staub und Spritzwasser schützen.
  • Für lange Heizlasten ist die Kapazität schnell aufgebraucht.
  • Zubehör ist eher Basis, je nach Einsatz kommen zusätzliche Anschaffungen dazu.

Detailbewertung

Leistung & Stabilität94
Ladegeschwindigkeit92
App & smarte Features88
Verarbeitung & Effizienz89
Mobilität & Ökosystem87

Fazit

Die DJI Power 1000 Mini liefert starke Dauerleistung, lädt zügig und punktet mit einer durchdachten App samt Energiemanagement. Verarbeitung und Effizienz wirken hochwertig, dazu ist das System besonders interessant, wenn USB C und DJI Zubehör eine Rolle spielen. Abzüge gibt es vor allem für die eher knappe klassische DC Ausstattung, die begrenztere Wechselrichter Reserve für sehr anspruchsvolle Verbraucher und die teils kostspielige Erweiterbarkeit über Zubehör.

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