Mit dem Romo P sorgte DJI im vergangenen Jahr für einiges Aufsehen in der Welt der Saugroboter. Starke Saugleistung, eine für Drohnenbauer typisch präzise Navigation und ein unverwechselbares transparentes Design ließen den Neuling direkt zu einem ernstzunehmenden Konkurrenten für etablierte Hersteller wie Roborock, Dreame oder MOVA werden. Ganz ohne Kritik blieb der Erstling allerdings nicht. Mit Dingen wie einer deutlich stärkeren Saugleistung, einem weiter ausfahrbaren Wischmopp und einer Kletterhilfe will DJI nicht nur Neukunden gewinnen, sondern auch bereits vorhandene Kunden zum Upgrade bewegen. Im Test des DJI Romo P2 zeigen wir euch, wo sich der Nachfolger spürbar verbessert hat und welche Schwächen des Romo P auch beim P2 weiterhin bestehen bleiben.
Technische Daten
| Modell | DJI Romo P2 |
| Saugleistung | 36.000 Pascal |
| Maße Saugroboter | 35,1 x 35,1 x 9,8 cm |
| Wischfunktion | – Mopp ausfahrbar (rechts, 123°-Winkel) – Reinigung mit Reinigungslösung – Hauptbürste anhebbar |
| Navigation und Hinderniserkennung | – LiDAR- und ToF-Sensoren – Dual-Fisheye-Kameras + LED-Licht (2.000 cm² Beleuchtungsfläche) |
| Weitere Funktionen | – Kletterhilfe mit Steigrädern (Schwellen bis 8,5 cm) – Automatische Beigabe von Reinigungsmittel – Teppicherkennung – DJI-Home-App mit Kamerazugriff – Moppwäsche mit bis zu 80 °C – UV-Sterilisation des Staubbeutels |
| Preis | € 999,00 * |
Lieferumfang des DJI Romo P2
- Saugroboter
- AiO-Reinigungsstation
- Netzkabel
- Reinigungsmittellösung
- Raumduftlösung
- Ersatzfilter
- Ersatzwischmopps
- Ersatzstaubbeutel
- Ersatzhauptbürsten
Design und Verarbeitung des DJI Romo P2
Auf den ersten Blick lässt sich der DJI Romo P2 kaum vom Vorgänger unterscheiden. Das transparente, futuristische Design bleibt Markenzeichen der Baureihe, und auch die Maße des Saugroboters sind mit 35,1 x 35,1 x 9,8 cm praktisch identisch mit denen des DJI Romo P (Test).
Wer schon beim Vorgänger ein Fan des Glasgehäuse-Looks war, wird sich also sofort zuhause fühlen. Mit knapp 9,8 cm Bauhöhe zählt der Romo P2 für ein Modell mit rotierenden Wischpads dennoch zu den eher hochbauenden Vertretern seiner Klasse.
Wer maximalen Wert auf eine niedrige Bauhöhe legt, findet mit dem Roborock Saros 10R (Test) ein Beispiel dafür, wie flach ein aktuelles Flaggschiff ausfallen kann.
Dank Verzicht auf den klassischen LiDAR-Turm kommt der Saros 10R auf gerade einmal 7,98 cm und fährt damit noch unter niedrigere Möbel als der DJI. Ein Wermutstropfen bleibt allerdings auch beim Nachfolger bestehen: Das transparente Gehäuse zeigt sich im Alltag weiterhin recht kratzanfällig.
Wer den Romo P2 also nicht nur bewundern, sondern auch über Jahre hinweg makellos aussehen lassen möchte, sollte insbesondere beim Rangieren um Möbelkanten und Türschwellen etwas Vorsicht walten lassen. Auch die Basisstation hat sich optisch kaum verändert und bleibt der bewährten Formensprache treu.
DJI Romo P2 Test: Navigation und Hinderniserkennung
Schon beim Romo P war die Hinderniserkennung ein echtes Highlight – und DJI legt beim P2 noch eine Schippe drauf. Zu den Dual-Fisheye-Kameras gesellen sich nun zusätzliche LiDAR- und ToF-Sensoren (Time of Flight), die bei Dunkelheit von einer LED mit satten 2.000 cm² Beleuchtungsfläche unterstützt werden.
In der Praxis zahlt sich das aus: Die Hinderniserkennung ist hervorragend, und selbst kleinste Objekte umfährt der Romo P2 zuverlässig. Damit bestätigt der Nachfolger, was schon beim Vorgänger auffiel, der bereits Karteikarten und Kabel zuverlässig erkannte und in einer Liga mit einem Narwal Flow (Test) spielte.
DJI selbst wirbt zudem damit, dass die verbesserte Sensorik jetzt auch transparente Gegenstände und sogar transparente Kabel zuverlässig erkennen soll – in unserem Test hatten wir damit keine Probleme mehr. Die Wegplanung basiert weiterhin auf den Algorithmen aus DJIs Drohnen-Sparte und funktioniert entsprechend zügig und durchdacht.
Auffällig ist außerdem die schnelle Arbeitsweise des Romo P2, der spürbar zielstrebiger durch die Wohnung navigiert als so mancher Konkurrent.
Der Markt der Saugroboter kennt derzeit kein anderes Gerät, das eine derart genaue, zuverlässige, aber eben auch schnelle Hinderniserkennung bietet. Tolle Arbeit DJI!
DJI Romo P2 Test: Die große Neuerung – Kletterhilfe
Die vielleicht wichtigste Neuerung gegenüber dem Vorgänger betrifft ein Manko, das wir beim Romo P noch bemängeln mussten: Fehlende Kletterhilfen. Mit dem P2 spendiert DJI seinem Flaggschiff nun zusätzliche Steigräder, die laut Hersteller Doppelschwellen von bis zu 8,5 cm Höhe überwinden sollen. In unserem Praxistest konnten wir das weitestgehend bestätigen.
Endlich können Hindernisse erklommen werden, die dem Romo P noch Kopfzerbrechen bereitet hätten. Egal ob Türschwellen oder höhere Teppichkanten – der Romo P2 meistert diese Hürden meist ohne Probleme. Das ist ein handfester Fortschritt, der im Alltag tatsächlich einen Unterschied macht, gerade in Wohnungen mit unterschiedlichen Bodenniveaus zwischen den Räumen.
DJI Romo P2 Test: Saugleistung
Beim Thema Saugkraft hat DJI ordentlich nachgelegt: Statt der bereits potenten 25.000 Pascal des Vorgängers kommt der Romo P2 nun auf 36.000 Pascal und spielt damit auf Augenhöhe mit aktuellen Flaggschiffen wie dem MOVA V70 Ultra Complete (Test).
Diese Mehrleistung spürt man auch im Alltag deutlich. Das Saugergebnis auf Hartboden und kurzflorigen Teppichen ist sehr gut, und auch schwerer Schmutz wie Kaffeebohnen stellt für den Romo P2 kein Problem dar. Damit bestätigt und übertrifft der Nachfolger die bereits starken Werte des Romo P, der auf unserem Vinylboden unsere Schmutzmischung nahezu vollständig aufnahm.
Doch auch auf Teppichböden zeigt sich ein positives Bild. Hier lässt der Romo P2 auf kurzfloriger Auslegware nur wenig Rest zurück. Bei längerflorigen Teppichen blieb entsprechend mehr liegen, aber das lässt sich bei nahezu allen Saugrobotern beobachten – auch bei den Flaggschiffen.
Auch bei der Randreinigung bleibt DJI seiner Linie treu und baut sie sogar weiter aus: Die Seitenbürste wird nicht nur in Ecken, sondern auch entlang von Möbelkanten oder Fußbodenleisten ausgefahren. In Kombination mit der weiterhin zweigeteilten Hauptbürste, die zuverlässig gegen das Verheddern von Haaren schützt, ergibt sich so eine hervorragende Eckenreinigung, die bereits beim Vorgänger überzeugte und beim P2 noch konsequenter umgesetzt wird.
DJI Romo P2 Test: Wischleistung
Auch bei der Wischfunktion hat sich beim Romo P2 einiges getan. Die auffälligste Neuerung: Der rechte Wischmopp lässt sich jetzt in einem 123°-Winkel zur Seite ausfahren. In der Praxis bedeutet das, dass sich der Wischmopp sehr weit ausfahren lässt, wodurch der Romo P2 optimal um Tisch- und Stuhlbeine herumwischen kann.
Das ist eine deutliche Verbesserung gegenüber dem Vorgänger, bei dem der Wischmopp lediglich entlang von Möbelkanten oder Fußbodenleisten wischen konnte. Ein ähnliches Prinzip zur seitlichen Mopp-Ausfahrt kennen wir bereits vom MOVA V70 Ultra Complete (Test), der mit seinem „langen Arm“ bereits Maßstäbe in diesem Bereich gesetzt hat.
Die Seitenbürste des Romo P2 lässt sich zwar nicht so weit ausfahren, wie die des MOVA V70, aber dafür hat DJI ihr ein anderes Upgrade spendiert. Sie lässt sich jetzt nämlich endlich anheben, wodurch sie weder Flecken verwischt, noch den frisch gewischten Boden mit ärgerlichen Streifen übersät. Eine wirklich sinnvolle Verbesserung.
Ein Kritikpunkt bleibt allerdings bestehen und wurde vom Romo P direkt übernommen: Die Wischmopps können nach wie vor nicht in der Station abgelegt werden. Zwar lassen sich die Mopps anheben, doch für längerflorige Teppiche reicht das nicht aus.
Wer also überwiegend Teppichböden im Zuhause hat und regelmäßig zwischen reinem Saug- und Wischbetrieb wechseln möchte, muss weiterhin ohne diesen Komfort auskommen – anders als etwa bei einem MOVA V50 Ultra (Test), der seine Mopps parken kann.
DJI Romo P2 Test: Reinigungsstation
Die Basisstation des Romo P2 unterscheidet sich äußerlich kaum von der des Vorgängers, hat intern aber nachgelegt: Die Moppwäsche erfolgt jetzt mit bis zu 80 °C heißem Wasser, deutlich mehr als die rund 60 °C, die wir beim Romo P ermitteln konnten.
Das sollte insbesondere hartnäckigem, eingetrocknetem Schmutz in den Wischpads zugutekommen. Ansonsten bleibt sich DJI treu: Es kommen weiterhin zwei herstellereigene Reinigungsmittelkartuschen zum Einsatz, und der Staubbeutel wird per UV-Sterilisation gereinigt.
DJI setzt zum einen auf einen Fleckenreiniger und zum anderen auf einen Raumduft. Nicht zu vergessen: Natürlich wird auch der interne Staubbehälter nach wie vor abgesaugt. Wie der gesammelte Schmutz im Staubbeutel der Station landet, kann man dank des transparenten Designs wunderbar nachvollziehen.
Ein Punkt, den wir allerdings auch beim Nachfolger kritisch anmerken müssen: Selbstreinigung und Trocknung in der Station sind recht laut. Wer die Station also in unmittelbarer Nähe zum Wohn- oder Schlafbereich platziert, sollte die Reinigungszyklen möglichst außerhalb der Ruhezeiten einplanen.
DJI Romo P2 Test: Die DJI-Home-App
Bei der App bleibt DJI seiner Linie treu: Im Grundsatz hat sich die DJI-Home-App gegenüber dem Romo P kaum verändert. Optisch macht sie nach wie vor einiges her und wirkt dank cleanem, aufgeräumtem Look deutlich stylischer als so manche Konkurrenz-App.
Diese Stringenz hat allerdings auch eine Kehrseite: Für den ein oder anderen Nutzer kann die App etwas unübersichtlich geraten, gerade wenn es um tiefer verschachtelte Einstellungen wie Raumzuordnung, No-Go-Zonen oder detaillierte Reinigungspläne geht.
Hier zeigen sich Alternativen wie die Apps von Roborock oder Dreame zugänglicher und intuitiver in der Menüführung. Nutzer, die viel Wert auf eine übersichtliche, selbsterklärende Bedienung legen, müssen sich bei der DJI-Home-App also etwas stärker einarbeiten als bei der Konkurrenz.
Fazit
Mit dem DJI Romo P2 zeigt der Drohnenhersteller, dass er aus dem gelungenen Debüt seines Vorgängers gelernt hat. Statt sich auf den Lorbeeren des Romo P auszuruhen, adressiert DJI gezielt die Schwachstellen und verbessert sie an geeigneter Stelle. Hindernisse können jetzt endlich erklommen werden, die Saugleistung wächst von 25.000 auf 36.000 Pascal und der weiter ausfahrbare Wischmopp sorgt für eine noch bessere Reinigung rund um Tisch- und Stuhlbeine. Obendrein ist die Heißwasserwäsche in der Station nun noch heißer. Auch die Hinderniserkennung wurde nochmals verfeinert und lässt kaum noch ein Hindernis unentdeckt.
Nicht jede Schwachstelle des Vorgängers wurde jedoch beseitigt: Die Wischmopps lassen sich weiterhin nicht ablegen, das transparente Gehäuse bleibt kratzanfällig, die Selbstreinigung in der Station laut und auch Premium-Features wie warmes Wischwasser hätten wir uns in dieser Preisklasse gewünscht. Wer mit diesen Einschränkungen leben kann, bekommt mit dem Romo P2 aber einen in fast allen entscheidenden Punkten verbesserten Nachfolger, der die Position von DJI im Saugroboter-Segment weiter festigt.
VORTEILE
- Hervorragende Hinderniserkennung mit Dual-Fisheye-Kameras und ToF-Sensoren
- Sehr starke Saugleistung mit 36.000 Pascal
- Kletterhilfe überwindet Schwellen bis 8,5 cm
- Schnelle und präzise Navigation durch Drohnen-Algorithmen
- Transparentes, futuristisches Design als Markenzeichen
- Moppwäsche mit bis zu 80°C Heißwasser
NACHTEILE
- hoher Preis
- Wischpads lassen sich nicht ablegen
Fazit
Der DJI Romo P2 verbessert den starken Vorgänger in allen wichtigen Punkten: mehr Saugkraft, Kletterhilfe und noch präzisere Navigation. Bei dem hohen Preis darf man aber weitere Premium-Features wie ablegbare Wischpads erwarten.



