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Dreame H11 Core Test: Ein solider Saugwischer für unter 200 Euro

Sogenannte Saugwischer trifft man immer häufiger in Haushalten an. Wirklich verwunderlich ist das nicht. Garantieren die smarten Haushaltshelfer doch eine deutlich hygienischere Bodenreinigung als es ein einfacher Staubsauger vermag. Doch die praktischen Geräte haben auch einen gewaltigen Haken. So musst du beim Kauf eines Saugwischers in der Regel mit einer starken Belastung deines Geldbeutels rechnen. Hersteller rufen gerne mal Preise wie 400, 500 oder gar 600 Euro auf. Dafür bekommst du dann aber auch einiges geboten. Doch brauch man das alles in der Praxis auch wirklich? Diese Frage hat sich ganz offensichtlich Dreame gestellt. Der Experte für Haushaltsgeräte mit Sitz in China hat nämlich kurzerhand den Rotstift bei seinen hauseigenen Saugwischern angesetzt, um ein überaus preiswertes Modell an den Start zu bringen. Im Dreame H11 Core Test nehmen wir den Saugwischer zu einem Preis von unter 200 Euro heute einmal genauer unter die Lupe. Kann er im Alltag bestehen?

Lieferumfang

Dass es sich hierbei um eine „Core-Version“ handelt, lässt sich beim ersten Blick in den Lieferumfang nicht erkennen. Wer schon einmal einen Saugwischer ausgepackt hat, wird hier kaum etwas vermissen. So bekommst du zum einen das Herzstück samt Motor, Wassertanks und Reinigungseinheit an der Unterseite. Zum anderen gibt es die Stange, über die du das Gerät bedienst und über deine Böden manövrierst. Darüber hinaus legt Dreame ein Reinigungstool bei, das die Säuberung des smarten Haushaltshelfers erleichtern soll. Eine passende Basis nebst Netzteil zum Laden des Wischers gibt es natürlich auch.

dreame h11 core test

Zu guter Letzt findest du noch den üblichen Papierkram in Form von Bedienungsanleitung und Garantiekarte vor. Leider gibt es keinen Ersatzfilter und auch keine Reinigungslösung. Diese sind bei Saugwischern mittlerweile eigentlich Standard, weshalb ich sie hier doch ein wenig vermisst habe. Wie bei allen kleinen, aber feinen Unterschieden zu „normalen“ Saugwischern, auf die ich später noch eingehen werde, muss man jedoch bereits hier auf den niedrigen Preis hinweisen. Du bekommst hier eine abgespeckte Version geliefert, die vor allem mit ihrem Preisschild punkten möchte.

Dreame H11 Core Test: Design und Verarbeitung

Der Zusammenbau des Dreame H11 Core geht kinderleicht von der Hand. Zunächst steckst du die Griffstange in die Haupteinheit des Saugwischers. Anschließend füllst du den Frischwassertank und suchst du dir noch einen geeigneten Platz für die Basis. Diese verbindest du mittels Netzteil mit dem Strom und es kann losgehen! Beim Aufbau des Saugwischers lassen sich kaum Unterschiede zu anderen Modellen von Dreame ausmachen. Ganz oben befindet sich die Bedienstange. Diese verfügt über drei Knöpfe. Zwei davon (Modus-Wechsel und Start/Stopp) aktivierst du während der Reinigung bequem mit deinem Daumen. Den dritten Knopf für die Selbstreinigung findest du an der Rückseite des Griffes. Die andere Position erklärt sich dadurch, dass du die Selbstreinigung aktivierst, wenn sich der smarte Haushaltshelfer in seiner Basisstation befindet.

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Die Bedienstange ist mit dem Hauptelement des Saugwischer verbunden. Hier befinden sich Display, Motor, Akku und die beiden Wassertanks. Während der Frischwassertank mit einem Volumen von 900 ml aufwartet, bietet der Schmutzwassertank 500 ml. An der Unterseite des Dreame H11 Core befindet sich die Reinigungseinheit. Hier sitzt unter einer Abdeckung die Reinigungswalze, welche über deinen Boden rollt. Bereits auf den ersten Blick fällt auf, dass diese nicht randlos ist. Genauer gesagt setzt Dreame hier auf eine Seite, die nahezu randlos ist und eine Aufhängung, die mit einem dicken Rand daherkommt. Wie sich das in der Reinigungspraxis niederschlägt, nehme ich im späteren Reinigungstest unter die Lupe.

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Natürlich wäre ein randloses Design, wie es beispielsweise ein Tineco Floor One S7 Pro (Test) bietet, schön gewesen. Allerdings kostet das Flaggschiff auch etwa viermal soviel wie der Dreame. Besonders erfreut hat mich die gute Verarbeitungsqualität, die Dreame mit seinem H11 Core abliefert. Das Haushaltsgerät kommt in einem edlen Grauton daher, der mir wirklich gut gefällt. Hier muss man schon ganz genau hinsehen, um den niedrigen Preis erahnen zu können. Ein Anhaltspunkt ist dabei sicherlich der Verzicht auf ein Sieb im Schmutzwassertank. Dieses soll in der Praxis eigentlich feste Stoffe von Flüssigkeiten trennen, um die getrennte Entsorgung zu erleichtern. Doch das ist bei dem Preis ebenfalls Meckern auf hohem Niveau.

Dreame H11 Core Test: Display und Bedienung

Trotz seines niedrigen Preises bietet auch der Dreame H11 Core ein ansehnliches Display in Kreisform. Dieses erinnerte mich stark an die Ausführung im Geschwistermodell Dreame H12 Pro (Test). Hier bekommst du nicht nur in stylischen Digitalzahlen den übrigen Akkustand angezeigt. Obendrein gibt der Bildschirm Auskunft über den gegenwärtigen Reinigungsmodus. Wie bereits erwähnt, kannst du diesen über einen entsprechenden Knopf am Haltegriff wechseln. Zur Wahl stehen dir die Modi Eco und Max. Weiterhin gibt der Saugwischer über das Display wichtige Statusinformationen aus. Ein Beispiel ist der volle Schmutzwassertank. Solltest du nicht rechtzeitig reagieren und den Tank vergessen zu entleeren, ist aber auch das kein Problem.

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Schließlich verweigert der Saugwischer ganz einfach den Dienst, wenn der Schmutzwassertank sein Maximum erreicht hat. Das bewahrt dich und deine Böden vor etwaigen Schäden und verhindert ein unhygienisches Austreten des Schmutzwassers. Ansonsten läuft die Bedienung des Saugwischers wunderbar elegant ab. So lässt er sich mit nur einem Finger im Haltegriff wunderbar über den Boden bugsieren. Und das, obwohl er mit seinen 4,65 kg keineswegs ein Leichtgewicht ist. Grund dafür ist die rotierende Reinigungswalze. Diese gibt dir nämlich den notwendigen Vortrieb. Ein Problem teilt sich der Dreame mit dem Großteil seiner Kollegen. Und das ist das wuchtige Design.

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So wirst du mit diesem Saugwischer keineswegs die Böden unter flachen Möbeln mit einer gewissen Tiefe reinigen können. Das solltest du im Hinterkopf behalten. Sollte dir das allerdings wichtig sein, solltest du einmal einen Blick auf die Modelle von Osotek wie zum Beispiel einen Osotek H200 Lite (Test) oder einen H200 Horizon (Test) werfen. Eine App-Anbindung, wie es zum Beispiel bei den Geräten von Tineco Standard ist, bekommst du nicht. Wirklich vermisst habe ich das Ganze in der Praxis allerdings nicht wirklich. Schließlich ist die Smartphone-Anbindung eines Saugwischers aus meiner Sicht ohnehin eher eine kleine Spielerei, denn ein wirklich sinnvolles Feature. Regelmäßige Sprachansagen des Saugwischers geben einem dann aber doch ein kleines Feeling von Smart-Home-Gadgets.

Dreame H11 Core Test: Reinigungsleistung

Kommen wir zur Königsdisziplin eines jeden Saugwischers – der Reinigungsleistung. Ich wendete den smarten Haushaltshelfer in verschiedenen Szenarien an, um seine Reinigungsqualitäten auf Herz und Nieren zu testen. Lasst mich aber zunächst ein paar kurze Worte zu den technischen Details verlieren. Die Reinigungswalze am unteren Ende des Saugwischers rotiert mit 540 Umdrehungen in der Minute. Damit sollen selbst eingetrocknete Flecken weggeschrubbt werden können. Für Feststoffe wie Staub und anderen Schmutz steht wiederum eine Saugleistung von guten 6.000 Pascal zur Verfügung. In der Praxis nutzte ich ausschließlich den Eco-Modus um meine Böden zu reinigen. Und dieser glänzte mit einer guten Performance. Flüssigkeiten verschwanden in Windeseile und landeten im Schmutzwassertank. Eingetrocknete Flecken waren ebenfalls kein Problem. So ließen sich zuckerhaltige Lebensmittel wie Ketchup und Marmelade selbst nach einigen Stunden eintrocknen gut entfernen.

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Feststoffe wie Reis und Haferflocken waren für den Saugwischer ebenfalls kein Problem. Allerdings musste ich hier schon drei- bis viermal rüberfahren, um auch wirklich alles zu erwischen. Ein wenig mehr Power wäre hier sicher nicht schlecht gewesen. Solltest du diese wollen, kannst du bei Bedarf aber auch einfach in den Max-Modus wechseln. Dann musst du aber wohl oder übel mit einer deutlich kürzeren Akkulaufzeit leben. Im Eco-Modus gibt Dreame für seinen H11 Core eine Laufzeit von 22 Minuten an. Damit hält er weniger durch als andere Saugwischer. Der Dreame H12 Pro stemmt im Vergleich dazu 35 Minuten im Eco-Modus. Auch der Vergleich bei der Ladedauer fördert einen deutlichen Unterschied zutage. Während der H12 Pro knapp 3 Stunden für eine vollstände Ladung benötigt, dauert es beim H11 Core 4,5 Stunden. An dieser Stelle spürt man die Ersparnis am deutlichsten. Für kleine Wohnungen dürften die 22 Minuten aber dennoch ausreichen.

Dreame H11 Core Test: Keine randlose Bürste

Wie bereits erwähnt, kommt der H11 Core mit keinem randlosen Walzendesign daher. Das spiegelt sich darin wieder, dass hier lediglich eine Seite einen schmalen Rand bietet, während die andere Seite mit einem dicken Rand daherkommt. Doch selbst bei der Seite mit kleinem Rand musst du dir darüber im Klaren sein, dass der Bereich unmittelbar neben der Fußleiste ungereinigt bleiben wird. Im Test konnte ich einen ungereinigten Bereich von 6 bis 7 mm messen. Ob dich das stört, musst du selbst wissen.

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Wer penibel ist und den Rand nicht hinnehmen möchte, kommt um das anschließende Feintuning mit einem Lappen oder Wischmopp nicht umhin. Ist die Reinigung deiner Böden abgeschlossen, kümmert sich der H11 Core um die eigene Reinigung. Die Selbstreinigungsfunktion startest du bequem per Knopfdruck am Haltegriff. Allerdings muss sich der Saugwischer dabei in der Basisstation befinden. Während der Selbstreinigung wird die Reinigungswalze das Saugwischers noch einmal kräftig durchgespült und rotiert dabei.

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Anschließend saugt der Wischer das Schmutzwasser ab und speichert es im eigenen Schmutzwassertank. Viele Saugwischer beginnen im Anschluss daran mit einer Selbsttrocknung der Walze. Dabei wird die Walze mit Heißluft belüftet, damit sie trocknet. Das soll der Bildung von Bakterien und damit auch üblen Gerüchen vorbeugen. Leider bietet der H11 Core keine Trocknungsfunktion. Wer üblen Gerüchen vorbeugen möchte, sollte die Walze deshalb im Anschluss an die Reinigung bestenfalls ausbauen und an der Raumluft trocknen lassen.

Fazit

Der Dreame H11 Core ist ein wirklich spannender Saugwischer, der von großem Mut seitens Dreame zeugt. Schließlich hat das Unternehmen hier rigoros seinen Rotstift angesetzt, um ein Haushaltsgerät auf die Beine zu stellen, das zum erschwinglichen Preis daherkommt. Und der Plan geht durchaus auf. Aus meiner Sicht hat Dreame nämlich an den richtigen Stellschrauben gedreht.  Du bekommst hier einen erstaunlich hochwertig verarbeiteten Saugwischer geboten, den man auf den ersten Blick nicht von seinen teuren Konkurrenten unterscheiden kann. Selbst ein großformatiges Display mit Blick auf die wichtigsten Geräteinformationen bekommst du hier spendiert. Auch die Reinigungsleistung kann sich sehen lassen. Natürlich wäre hier und da ein wenig mehr Leistung schön gewesen, aber das hätte die ohnehin schwache Akkulaufzeit noch einmal weiter gekürzt.

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Im fehlenden Durchhaltevermögen des H11 Core liegt meines Erachtens nach nämlich die größte Schwachstelle. Die Konkurrenz bietet hier mitunter 50% mehr Akkulaufzeit. Das solltest du unbedingt im Hinterkopf behalten, wenn du eine große Wohnung oder gar ein Haus besitzt. Anwender mit einer Zweiraumwohnung wird das Ganze aber womöglich gar nicht stören. Schließlich genügt hier meist schon eine Viertelstunde, um alle Bodenabschnitte mit dem Saugwischer erreicht zu haben. Andere Nachteile wie der Verzicht auf ein randloses Bürstendesign sowie eine fehlende Trocknung nach der Selbstreinigung sind verkraftbar und ganz klar dem niedrigen Preis geschuldet. Und dieser ist das Hauptargument für den Kauf des Saugwischers. Denn für einen Preis von unter 200 Euro bekommst du hier einen echten Preis-Leistungs-Kracher geboten.

Dreame H11 Core

Verarbeitung und Design
Reinigungsleistung
Bedienkomfort
Preis-Leistungs-Verhältnis

88/100

Saugwischer zum schmalen Taler gesucht? Beim Dreame H11 Core bist du goldrichtig!

Jens Scharfenberg

Gaming und Technik waren stets meine Leidenschaft. Dies hat sich bis heute nicht geändert. Als passionierter "Konsolero" und kleiner "Technik-Geek" begleiten mich diese Themen tagtäglich.

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