Der Dreame Pocket Neo 2 bringt auf Reisen nur wenig Gewicht mit, muss im Test aber trotzdem zeigen, ob 1.300 Watt und bis zu 70 m/s für mehr reichen als einen kompakten Notfallföhn. Laut Hersteller wiegt er gerade einmal 300 Gramm, lässt sich in drei verschiedene Formen klappen und bringt neben einer Anti-Frizz-Düse sogar zwei Auto-Wrap-Aufsätze mit. Mein Testgerät in Titanium Gold sieht dabei eher nach kompaktem Styling-Gadget als nach klassischem Reiseföhn aus. Aber reicht die Leistung auch aus, wie sinnvoll ist das Faltkonzept tatsächlich und sind die Lockenaufsätze mehr als ein nettes Gimmick für unterwegs?
| Modell | Dreame Pocket Neo 2 |
| Gerätetyp | faltbarer Haartrockner mit Stylingaufsätzen |
| Leistung | 1.300 Watt |
| Motor | bis zu 110.000 U/min |
| Luftstrom | bis zu 70 m/s |
| Luftstromstufen | 2 |
| Temperaturmodi | Kaltluft, Warmluft, Heißluft, Heiß-/Kalt-Zyklus und Sofort-Kaltluft |
| Ionisierung | 300 Millionen negative Ionen/cm³ laut Hersteller |
| Aufsätze | Anti-Frizz-Düse und 2 Auto-Wrap-Aufsätze |
| Gewicht | ca. 300 g ohne Netzkabel |
| Spannung | 220–240 V, 50/60 Hz |
| Farbe Testgerät | Titanium Gold |
| UVP | 129 Euro |
Der Name Pocket passt wie die Faust aufs Auge
Der auffälligste Unterschied zu einem normalen Haartrockner ist weniger der Motor als das Gelenk im Griff. Der Pocket Neo 2 lässt sich nicht nur einmal einklappen, sondern in drei unterschiedliche Positionen bringen. Dreame spricht von N-, 1- und 7-Form: Zusammengefaltet wird er möglichst kompakt, zum normalen Föhnen erinnert die Form an eine 7 und für die Lockenaufsätze lässt sich das Handstück gerade ausrichten.
Das klingt zunächst ein wenig nach Produktmarketing für ein Scharnier, ergibt beim Benutzen aber durchaus Sinn. Gerade zusammengefaltet nimmt der Neo 2 erheblich weniger Platz ein als ein klassischer Haartrockner mit festem Griff.
Mit 300 Gramm ohne Kabel ist er außerdem ausgesprochen leicht. Spannender als die Zahl auf der Waage ist für mich allerdings das Gelenk selbst. Schließlich wird genau dieses Bauteil beim Ein- und Ausklappen ständig beansprucht.
Lieferumfang: Dreame hält sich beim Pocket Neo 2 diesmal zurück
Nach den großen AirStyle-Sets mit sieben oder acht Aufsätzen wirkt der Lieferumfang des Pocket Neo 2 fast schon übersichtlich. Neben dem Föhn landen lediglich eine Anti-Frizz-Düse und zwei Auto-Wrap-Aufsätze in der Tasche.
Im Lieferumfang des Pocket Neo 2 enthalten sind:
- Dreame Pocket Neo 2
- Anti-Frizz-Düse
- 2 Auto-Wrap-Aufsätze für unterschiedliche Drehrichtungen
- Aufbewahrungstasche
- Benutzerhandbuch
- Sicherheitsinformationen
Bei einem Gerät, das ausdrücklich wenig Platz beanspruchen soll, finde ich diese Beschränkung gar nicht verkehrt. Ein Diffusor, mehrere Bürsten und zusätzliche Stylingdüsen würden zwar auf dem Datenblatt besser aussehen, gleichzeitig aber den halben Vorteil des Pocket-Konzepts wieder zunichtemachen.
Titanium Gold steht dem kleinen Föhn ziemlich gut
Optisch kann sich der Pocket Neo 2 von typischen Reiseföhnen deutlich absetzen. Mein Testgerät kommt in Titanium Gold und wirkt dadurch eher wie ein kleiner Ableger der größeren Dreame-Styler. Das Design ist zurückhaltend, aber nicht langweilig, und der vergleichsweise schmale Griff passt gut zum geringen Gewicht.
Auch bei den Aufsätzen bleibt Dreame beim unkomplizierten Konzept. Sie werden magnetisch am Luftauslass befestigt, wodurch beim Wechseln nicht geschraubt oder entriegelt werden muss.
5 Modi, aber keine Knopfsammlung
Bei der Bedienung hält Dreame den Pocket Neo 2 vergleichsweise übersichtlich. Zwei Luftstromstufen stehen zur Verfügung, dazu kommen fünf Temperaturvarianten: Kaltluft, warme Luft, heiße Luft, ein wechselnder Heiß-/Kalt-Zyklus und Sofort-Kaltluft.
Gerade letzteres ist für die Lockenaufsätze interessant. Eine zuvor erwärmte Strähne lässt sich direkt abkühlen, bevor sie vom Aufsatz genommen wird. Der wechselnde Warm-/Kalt-Modus ist dagegen eher fürs normale Trocknen gedacht, wenn nicht dauerhaft mit hoher Temperatur gearbeitet werden soll.
Dreame Pocket Neo 2 im Test: Was taugt der Föhn in der Praxis?
Klein und leicht ist schön, hilft mir bei einem Haartrockner aber nur begrenzt, wenn ich anschließend eine halbe Ewigkeit vor dem Spiegel stehe. Meine vielen Haare sind deshalb wieder ein ganz guter Belastungstest. Meine vielen Haare sind deshalb ein ganz guter Belastungstest für die angegebenen 70 m/s. Und tatsächlich wirkt der kleine Neo 2 beim Trocknen deutlich kräftiger, als man es von einem klassischen Reiseföhn erwarten würde.
70 m/s aus einem 300-Gramm-Föhn
Für den ersten Durchgang starte ich mit frisch gewaschenem und handtuchtrockenem Haar. Auf einen Aufsatz verzichte ich zunächst komplett und lasse den Pocket Neo 2 einfach zeigen, was aus dem kleinen Gehäuse herauskommt.
Dreame selbst wirbt damit, kurzes Haar innerhalb von rund 40 Sekunden trocknen zu können. Meine Haare sind dafür offensichtlich nicht das passende Testszenario. Bei mir hat es eher etwa 3 bis 4 Minuten gedauert, bis sie weitgehend trocken waren. Für meine Haarmenge ist das trotzdem ein starkes Ergebnis und praktisch auf dem Niveau eines normalen Hochgeschwindigkeitsföhns. Der kleine Neo 2 wirkt beim Trocknen deshalb deutlich weniger nach Reiseföhn, als es seine Größe vermuten lässt.
Die Anti-Frizz-Düse macht aus dem Reiseföhn einen kleinen Styler
Die mitgelieferte Anti-Frizz-Düse ist der Aufsatz für glattere Längen und weniger abstehende Haare. Sie bündelt beziehungsweise führt den Luftstrom gezielter als der offene Föhn und ist damit vor allem fürs Finish gedacht.
Bei meinen Haaren funktioniert das richtig gut. Gerade am Deckhaar merkt man beim Darüberfahren deutlich, wie die Düse die Strähnen glättet und abstehende Haare sichtbar beruhigt. Der Effekt ist nicht nur im direkten Vergleich zu sehen, sondern während der Anwendung auch spürbar. Für mich ist die Anti-Frizz-Düse deshalb ein echt cooles Tool.
Auto-Wrap ausgerechnet beim kleinen Reiseföhn
Die beiden anderen Aufsätze machen den Pocket Neo 2 interessanter als einen gewöhnlichen kompakten Föhn. Wie beim AirStyle wird eine Haarsträhne durch den Luftstrom an den Zylinder gezogen und automatisch darum gewickelt. Für die jeweils andere Richtung muss der Aufsatz gewechselt werden.
Der Unterschied liegt diesmal im Gerät selbst. Für Auto-Wrap wird der Pocket Neo 2 komplett gerade gestellt. Aus der klassischen Föhnform wird damit ein längliches Stylinggerät, das sich beim Wickeln deutlich natürlicher halten lässt.
Für den Versuch habe ich etwas Lockengel in die noch feuchten Haare eingearbeitet. Bei meinen eher schweren Haaren hilft das deutlich bei der Haltbarkeit. Auto-Wrap funktioniert mit dem Pocket Neo 2 sehr gut, allerdings braucht das Handling ein wenig Übung. Gerade am Anfang muss man erst ein Gefühl dafür bekommen, wie nah die Strähne an den Aufsatz geführt werden sollte und wie man das Gerät dabei hält. Hat man den Dreh raus, wickelt der Luftstrom die Haare zuverlässig um den Aufsatz. Bei meinem Haargewicht fallen die Wellen eher weich aus, halten mit Lockengel aber deutlich besser.
Die drei Formen sind tatsächlich sinnvoll
Nach mehreren Anwendungen ist das Gelenk für mich mehr als nur ein netter Kniff. Zum normalen Föhnen nutze ich den Pocket Neo 2 in der klassischen 7-Form, für Auto-Wrap lässt er sich gerade deutlich angenehmer führen. Komplett eingeklappt spielt er schließlich seinen eigentlichen Vorteil aus und braucht in der Tasche erstaunlich wenig Platz.
Die gerade 1-Form ist anfangs allerdings etwas gewöhnungsbedürftig, weil der schwerere Föhnkopf seitlich versetzt über dem Griff sitzt. Dadurch fühlt sich die Balance erst einmal anders an als bei einem klassischen Styler. Nach kurzer Eingewöhnung stört das beim Arbeiten aber kaum noch und nimmt dem Konzept nichts von seinem Nutzen.
Man wird also nicht ständig zwischen allen drei Positionen wechseln. Jede davon hat aber einen nachvollziehbaren Zweck – und genau deshalb wirkt das Faltkonzept im Alltag weniger verspielt, als es zunächst klingt.
Wie reisefreundlich ist der Pocket Neo 2 wirklich?
Beim Gewicht macht Dreame vieles richtig. 300 Gramm sind für einen Haartrockner wenig, und zusammengefaltet benötigt der Neo 2 deutlich weniger Raum als ein Gerät mit starrem Griff. Die mitgelieferte Tasche hält Föhn und die drei Aufsätze außerdem zusammen.
Einen Punkt sollte man bei der Reiseplanung allerdings kennen: Dreame spezifiziert den Pocket Neo 2 für 220 bis 240 Volt bei 50/60 Hz. Einen umschaltbaren Dual-Voltage-Betrieb nennt der Hersteller nicht. Für Reisen innerhalb vieler europäischer Länder ist das kein Problem, für Länder mit anderen Netzspannungen sollte man sich aber vorher informieren. Ein einfacher Steckeradapter verändert die Netzspannung schließlich nicht.
Für mich gehört das bei einem ausdrücklich mobilen Föhn zur Bewertung dazu. Klein genug für den Koffer ist der Pocket Neo 2 ohne Frage – weltweit bedenkenlos an jede Steckdose anschließen sollte man ihn deshalb aber nicht.
Lautstärke und Temperatur beim Trocknen des Dreame Pocket Neo 2 im Test
Der Pocket Neo 2 ist angenehm leicht und wirkt beim Föhnen trotzdem erstaunlich kräftig. Auf der höchsten Luftstufe spürt man den Luftstrom sogar ein wenig in der Hand, weil der kleine Föhn leicht gegen die eigene Bewegung arbeitet. Unhandlich wird er dadurch nicht – eher merkt man schnell, dass in den rund 300 Gramm ordentlich Leistung steckt. Beim Ablegen wurde das sogar ziemlich deutlich: Auf höchster Stufe bewegte sich der Pocket Neo 2 auf der Unterlage ein Stück von selbst.
Trotz dieser Kraft bleibt der Klang angenehm. Meine Hündin kannte Föhnen bisher gar nicht und ließ sich mit dem Pocket Neo 2 trotzdem erstaunlich entspannt daran heranführen. Auch für mich wirkt das Geräusch weder besonders schrill noch aufdringlich.
Ähnlich unauffällig verhält sich der Neo 2 bei der Temperatur. Der NTC-Sensor regelt die Wärme im Hintergrund, während sich die einzelnen Stufen am Kopf klar voneinander unterscheiden. Auch bei längerer Nutzung wurde es für mich nicht unangenehm heiß. Insgesamt passt das gut zum Charakter des kleinen Föhns: viel Luftdruck, wenig Gewicht und dabei angenehm kontrollierbar.
So viel Geld für einen Reiseföhn?
Der Pocket Neo 2 kostet laut UVP 129 Euro und ist damit deutlich teurer als die kleinen Klappföhne, die man für ein paar Euro in nahezu jedem Elektronikmarkt findet. Genau mit denen möchte Dreame technisch allerdings auch nicht konkurrieren. Motorleistung, Luftstrom und Auto-Wrap rücken den Neo 2 eher in Richtung eines kompakten Hochgeschwindigkeitsföhns mit ein paar Stylingtalenten.
Die Frage nach dem Preis hängt deshalb stark davon ab, wofür man ihn kauft. Soll lediglich zweimal im Jahr ein Föhn mit in den Urlaub, sind 129 Euro schwerer zu rechtfertigen. Wer dagegen häufig unterwegs ist, auch zu Hause ein kleines Gerät bevorzugt und die Lockenaufsätze tatsächlich nutzt, bekommt deutlich mehr als einen einfachen Reiseföhn.
Dreame Pocket Neo 2 oder Pocket Pro 2?
Ganz allein steht der Neo 2 in Dreames neuer Pocket-Serie nicht. Darüber sitzt der Pocket Pro 2. Beide Modelle wiegen rund 300 Gramm, lassen sich in drei Positionen klappen und setzen auf einen Motor mit bis zu 110.000 U/min sowie bis zu 70 m/s Luftstrom. Der Unterschied steckt vor allem im Zubehör.
| Modell | Dreame Pocket Neo 2 | Dreame Pocket Pro 2 |
|---|---|---|
| Gewicht | ca. 300 g | ca. 300 g |
| Motor | 110.000 U/min | 110.000 U/min |
| Luftstrom | bis zu 70 m/s | bis zu 70 m/s |
| Faltpositionen | 3 | 3 |
| Auto-Wrap | Ja, 2 Aufsätze | Ja, 2 Aufsätze |
| Anti-Frizz-Düse | Ja | Ja |
| Styling-Düse | Nein | Ja |
| Diffusor | Nein | Ja |
| Aufsätze insgesamt | 3 | 5 |
| UVP | 129 Euro | 169 Euro |
Wer Diffusor und zusätzliche Styling-Düse ohnehin nicht benötigt, bekommt beim Neo 2 damit die wesentliche Technik für 40 Euro weniger. Der Pro 2 ist dagegen das interessantere Paket für alle, die auch unterwegs mehr Stylingmöglichkeiten möchten. Mehr zur kompletten Pocket-Serie haben wir bereits in unserem Überblick zu Pocket Neo 2 und Pocket Pro 2 zusammengefasst.
Fazit zum Dreame Pocket Neo 2
Der Pocket Neo 2 trifft die Idee eines Reiseföhns ziemlich gut: Er ist leicht, lässt sich klein zusammenklappen und verzichtet auf einen überladenen Lieferumfang. Gleichzeitig steckt mit 1.300 Watt, bis zu 70 m/s Luftstrom und den beiden Auto-Wrap-Aufsätzen deutlich mehr drin als in einem typischen kleinen Hotelföhn.
Die drei Aufsätze finde ich für dieses Konzept passend gewählt. Die Anti-Frizz-Düse ergänzt das normale Föhnen um ein gezielteres Finish, während Auto-Wrap unterwegs ein paar weiche Wellen ermöglicht, ohne noch einen separaten Styler einzupacken. Wer Diffusor und zusätzliche Styling-Düse braucht, muss dagegen zum teureren Pocket Pro 2 greifen.
Für 129 Euro ist der Pocket Neo 2 natürlich deutlich teurer als ein gewöhnlicher Reiseföhn. Dafür bekommt man hier auch keinen zusammengeschrumpften Standardföhn, sondern ein Gerät, das beim Packmaß ungewöhnlich klein bleibt und trotzdem einige Stylingmöglichkeiten mitnimmt. Schade ist nur die Beschränkung auf 220 bis 240 Volt – ausgerechnet auf Fernreisen ist der kleine Dreame damit nicht überall ohne Weiteres nutzbar. Für Reisen innerhalb Europas und als kompakter Föhn für zu Hause finde ich das Konzept aber ziemlich schlüssig.
VORTEILE
- Nur 300 Gramm leicht ohne Kabel
- 3-fach faltbar für kompaktes Reisegepäck
- starker Luftstrom mit bis zu 70 m/s
- magnetische Aufsätze, einfacher Wechsel ohne Schrauben
- Sofort-Kaltluft-Funktion für Lockenaufsätze integriert
NACHTEILE
- Gelenk als mögliche Schwachstelle bei häufiger Nutzung
- nur 1.300 Watt Leistung verbaut
- übersichtlicher Lieferumfang mit 3 Aufsätzen
- für langes Haar deutlich längere Trockenzeit
Fazit
Der Dreame Pocket Neo 2 ist ein starker, kompakter Haartrockner, der trotz seines geringen Gewichts ordentlich Leistung mitbringt. Faltbares Gehäuse, Anti-Frizz-Düse und Auto-Wrap machen ihn besonders für unterwegs interessant, ohne dass er sich wie ein typischer Reiseföhn anfühlt. Der Preis ist nicht niedrig, das Gesamtpaket aber schlüssig.
