Ecovacs Ultramarine P1 im Test – lohnt sich der Poolroboter für 549 Euro?

Simon Lüthje
Simon Lüthje · 8 Min. Lesezeit
Ecovacs Ultramarine P1 Poolroboter

Der Ecovacs Ultramarine P1 ist der erste Poolroboter des Herstellers. Ecovacs kennt man bislang als Anbieter von Saug- und Wischrobotern – mit dem Ultramarine P1 wagt das Unternehmen nun den Schritt ins Wasser. Für knapp 550 Euro tritt der kabellose Roboter gegen Konkurrenten an, die teils mehr als das Dreifache kosten. Wir haben den Ecovacs Ultramarine P1 auf Herz und Nieren geprüft und klären, ob der Einstieg ins Poolreinigen gelungen ist.

Ecovacs Ultramarine P1 Poolroboter Frontansicht im Pool

Technische Daten & Lieferumfang

Eigenschaft Wert
Saugleistung bis zu 18.200 l/h
Akku 5.200 mAh
Laufzeit bis zu 3 h (Eco-Modus)
Ladezeit bis zu 4 h
Reinigungsfläche bis zu 180 m²
Filter Doppelschicht: 180-µm-Außennetz + 3-µm-Innenfilter
Filterkorb 4 Liter Fassungsvermögen
Navigation SmartNavi (IMU-Sensor)
Bürsten 4 unabhängige Bürstenrollen
Motoren 2 Antriebsmotoren + 1 Pumpenmotor
Hindernisse bis zu 5,5 cm Höhe
Geräuschpegel bis zu 60 dB
Pooloberflächen Beton, Vinyl, Fiberglas, Fliesen
Schutzklasse IP68
Gewicht ca. 10,5 kg
UVP 549 Euro

Der Lieferumfang überrascht positiv: Neben dem Roboter und dem Netzteil liegt dem Paket ein Rückholhaken sowie – das ist bei dieser Preisklasse keine Selbstverständlichkeit – ein Satz Ersatz-Walzenbürsten und Kletterringe bei. Wer Zubehör erst teuer nachkaufen muss, wird das zu schätzen wissen. Eine eigene Poolstange ist nicht enthalten, aber jede handelsübliche Kescherstange passt an den Haken.

Der Filterkorb mit 4 Litern Fassungsvermögen ist für die meisten Gartenpools großzügig bemessen. Bei einem normalen Reinigungslauf muss man nicht zwischendurch unterbrechen, um ihn auszuleeren – das hält den Aufwand gering.

Design & Verarbeitung

Schon beim ersten Anfassen vermittelt der Ultramarine P1 einen soliden Eindruck. Das Kunststoffgehäuse ist verwindungssteif, die Spaltmaße gleichmäßig, die Verarbeitung auf dem Niveau, das man bei Ecovacs aus dem Saugroboterbereich kennt. Für ein Gerät, das dauerhaft unter Wasser arbeitet, ist die IP68-Zertifizierung Pflicht – und hier erfüllt der P1 diese Erwartung.

Die rund 10,5 Kilogramm Gewicht sind zweischneidig: Beim Einsetzen in den Pool ist das kein Problem, beim Herausnehmen – vor allem, wenn noch Wasser im Gerät verbleibt – ist Kraft gefragt. Der beiliegende Rückholhaken löst das Problem geschickt, weil man den Roboter damit heranziehen kann, ohne selbst über den Beckenrand zu greifen.

Der 4-Liter-Filterkorb lässt sich von oben entnehmen, ohne das Gerät öffnen zu müssen. Kurz unter den Gartenschlauch halten, einsetzen, fertig. Die Filtermaterialien sind langlebig und mehrere Saisons nutzbar, solange man sie regelmäßig reinigt.

Besonders relevant für viele Poolbesitzer: Laut Hersteller ist der Ultramarine P1 für Salzwasserpools geeignet. Das ist kein Standard bei günstigen Poolrobotern und macht das Gerät deutlich breiter einsetzbar.

Ecovacs Ultramarine P1 Unteransicht Bürstenrollen Detail

Praxis-Test: Reinigungsleistung im Pool

Die Kernaufgabe eines Poolroboters: den Boden sauber halten. Der Ecovacs Ultramarine P1 geht das mit einer Saugleistung von 18.200 Litern pro Stunde und einem Doppelschicht-Filtersystem an. Das Außennetz mit 180 Mikron hält groben Schmutz zurück, der 3-Mikron-Innenfilter – er liegt im Lieferumfang bei – erfasst auch feinere Partikel.

Grober Schmutz ist die Stärke des Geräts. Blätter, Sand, kleine Zweige und Insekten verschwinden zuverlässig im Filterkorb. Nach einem vollständigen Durchlauf ist der Unterschied auf hellem Poolboden deutlich sichtbar – der P1 erledigt diese Aufgabe ohne Diskussion.

Bei feinem Schmutz wird es differenzierter. Pollen, sehr feiner Sand oder Staubeintrag werden zwar teilweise aufgenommen, bleiben aber manchmal als leichter Film zurück. Wer einen Pool in einem pollenintensiven Umfeld betreibt oder viele Bäume in der Nähe hat, sollte mit einem zweiten Durchlauf rechnen oder öfter reinigen lassen.

Wichtig zu wissen, bevor man kauft: Der Ultramarine P1 reinigt keine Treppen – er kann sie zwar erklimmen, nicht aber die Stufenflächen säubern. Für Bereiche mit weniger als 50 Zentimeter Wassertiefe ist er ebenfalls nicht ausgelegt. Bodenabläufe mit mehr als 5,3 Zentimeter Durchmesser sollten abgedeckt werden, damit der Roboter sich nicht festsaugt. Die Wasseroberfläche – schwimmende Blätter, Pollen auf dem Wasserspiegel – ist kein Arbeitsbereich des P1; dafür braucht man weiterhin den Kescher.

Ecovacs Ultramarine P1 im Einsatz

Navigation: SmartNavi im Praxischeck

Ecovacs bringt hier seine jahrelange Erfahrung mit IMU-basierter Navigation aus dem Saugroboterbereich ins Wasser. Das SmartNavi-System arbeitet nach einem erkennbaren Muster: Am Boden fährt der P1 in S-förmigen Bahnen, an Wänden und Wasserlinie in V-förmigen Mustern. Das führt zu einer systematischeren Abdeckung als bei günstigeren Poolrobotern, die schlicht zufällig durch den Pool navigieren.

Auf geraden Flächen und in rechteckigen Becken funktioniert das gut. In Ecken, an Übergängen und in komplexeren Poolgeometrien zeigt das System seine Grenzen – hier braucht der Roboter manchmal mehrere Anläufe, um die Fläche vollständig abzudecken. In der App lässt sich die Poolform grob konfigurieren, damit der P1 seinen Fahrweg besser anpasst. Das verbessert das Ergebnis, löst das Problem in sehr unregelmäßigen Becken aber nicht vollständig.

Ein gelungenes Detail: Nach dem Reinigungszyklus parkt sich der Roboter automatisch an einer vordefinierten Stelle. Man muss also nicht rätseln, wo im Pool er sich gerade befindet – er wartet an einem bekannten Punkt, was das Herausnehmen deutlich komfortabler macht.

Das Zusatzrad hilft dabei, Hindernisse bis 5,5 Zentimeter Höhe zu überwinden – Übergänge und kleine Stufen im Pool stellen kein Problem dar.

Bedienung, App & Reinigungsmodi

Die Ersteinrichtung ist unkompliziert. QR-Code scannen, App verbinden, Poolform konfigurieren, einsetzen – das ist in unter 20 Minuten erledigt. Wer keine App nutzen möchte, startet den Roboter einfach per Knopfdruck am Gerät.

Am Gerät gibt es drei Reinigungsmodi: nur Boden, nur Wände und Wasserlinie, oder den Vollmodus für beides. Für den Alltag reicht das völlig aus.

In der App kommen zwei praktische Zusatzfunktionen dazu. Der Eco-Modus verlängert die Laufzeit auf Kosten der Saugleistung – sinnvoll, wenn der Pool wenig verschmutzt ist. Der Wochentimer ist das eigentlich interessante Feature: Einmal eingerichtet, startet der P1 an festgelegten Tagen automatisch. Wer den Pool dauerhaft pflegen will, ohne täglich daran denken zu müssen, schätzt diese Funktion.

Eine technische Eigenschaft sollte man kennen: Die Bluetooth-Verbindung zwischen App und Roboter funktioniert nur, solange der P1 an der Wasseroberfläche ist. Unter Wasser ist keine Verbindung möglich – Statusabfragen oder Eingriffe während des laufenden Betriebs sind nicht vorgesehen. Das ist bei kabellosen Poolrobotern dieser Kategorie üblich, aber sollte bewusst sein.

Zwei kleinere Punkte, die fehlen: Eine Akkuanzeige am Gerät selbst gibt es nicht – man ist auf die App angewiesen oder muss schätzen. Und eine Dockingstation ist nicht dabei. Nach dem Reinigungslauf zieht man den Roboter heraus und hängt ihn manuell ans Netzteil.

Akku & Laufzeit

Der 5.200-mAh-Akku liefert laut Hersteller bis zu 3 Stunden Laufzeit im Eco-Modus. Damit kommt der P1 in der Praxis mit typischen Gartenpools bis etwa 60 Quadratmeter problemlos durch einen vollständigen Reinigungsdurchgang – ohne Pause, ohne Nachladen. Für größere Becken plant man am besten zwei Ladezyklen ein oder nutzt den Wochentimer für eine Aufteilung über mehrere Tage.

Die Ladezeit beträgt bis zu 4 Stunden. Wer den Roboter direkt nach dem Einsatz ans Netzteil hängt, hat ihn am nächsten Tag wieder voll geladen. Einen automatischen Ladevorgang wie bei Saugrobotern mit Dockingstation gibt es nicht – das ist bei Poolrobotern generell so.

Der kabellose Betrieb ist im Poolalltag ein echter Vorteil. Kein Kabel, das sich im Wasser verdreht oder an der Pumpe verheddert, kein Rückholproblem, keine eingeschränkte Bewegungsfreiheit des Roboters.

Geräuschpegel & Praxisalltag

Mit bis zu 60 Dezibel ist der Ultramarine P1 im Betrieb hörbar – in etwa auf dem Niveau eines normalen Gesprächs. Wer den Roboter laufen lässt, während Freunde oder Familie am Pool sitzen, wird ihn wahrnehmen. Störend ist das nicht, aber es ist da. Für den unbeaufsichtigten Betrieb über den Wochentimer – etwa früh morgens oder abends – spielt der Pegel keine Rolle.

Preis-Leistungs-Verhältnis

Mit einem Verkaufspreis von 549 Euro (UVP, Preis zum Testzeitpunkt) positioniert sich der Ecovacs Ultramarine P1 klar im günstigen Mittelfeld des Poolroboter-Markts. Einfache Einsteigermodelle beginnen bei rund 150 Euro – bieten aber weder strukturierte Navigation noch zuverlässige Wandreinigung. Die Oberklasse von Maytronics, Beatbot und anderen Herstellern kostet 800 bis über 2.000 Euro und liefert dafür deutlich ausgereiftere Navigation, Flächenreinigung oder KI-Funktionen.

Der P1 schlägt einen vernünftigen Kompromiss: Er ist mehr als ein simpler Bodensauger, aber kein vollwertiger Profi-Roboter. Für rechteckige oder ovale Standardpools bis etwa 60 Quadratmeter ist er genau das Richtige. Wer einen Pool mit vielen Stufen, Sitzflächen, Unterwasserbeleuchtung oder komplexen Formen hat, stößt mit dem P1 an Grenzen und sollte mehr Budget einplanen.

Fazit

Der Ecovacs Ultramarine P1 ist ein gelungener Einstieg in einen Markt, der für den Hersteller neu ist. Ecovacs überträgt die Stärken aus dem Saugroboterbereich – strukturierte Navigation, durchdachte App-Integration, einfache Bedienung – konsequent auf den Poolbereich. Das Ergebnis ist ein Gerät, das für den typischen Gartenpool zuverlässig arbeitet, wenig Aufwand macht und deutlich günstiger bleibt als die meisten ernstzunehmenden Konkurrenten.

Die Schwächen sind klar benennbar: Feiner Schmutz erfordert gelegentlich einen zweiten Durchlauf, in Ecken und bei komplexer Poolgeometrie braucht die Navigation Verbesserung, und wer unter Wasser wissen will, was der Roboter gerade macht, wartet vergebens. Das sind aber keine K.-o.-Kriterien für die Zielgruppe.

Für alle, die einen einfachen Garten- oder Erdpool mit klarer Geometrie und bis etwa 60 Quadratmetern haben, ist der Ecovacs Ultramarine P1 eine der besten Optionen in dieser Preisklasse. Wochentimer, Salzwasser-Kompatibilität und der solide Lieferumfang machen das Paket komplett.

Silver Award für Ecovacs Ultramarine P1 - 06/2026EcovacsUltramarine P106/2026

VORTEILE

  • Umfangreiches Zubehör mit Ersatzbürsten und Kletterringen inklusive
  • Großer 4-Liter-Filterkorb ohne Zwischenentleerung
  • Sehr gute Reinigung von grobem Schmutz, Blättern und Sand
  • SmartNavi-Navigation mit systematischen S- und V-förmigen Bahnen
  • Automatische Parkfunktion an vordefinierter Stelle

NACHTEILE

  • Feiner Schmutz wie Pollen bleibt teilweise zurück
  • Reinigt keine Treppen, nur Übersteigen möglich
  • Schwächen in Ecken und komplexen Poolgeometrien
  • Nicht für Wassertiefen unter 50 Zentimeter geeignet
  • Wasseroberfläche wird nicht gereinigt

Detailbewertung

Reinigungsleistung85
Verarbeitung & Design80
Software & Bedienung90
Ausstattung80
Preis-Leistung90

Fazit

Der Ecovacs Ultramarine P1 überzeugt bei grobem Schmutz und bietet für 549 Euro solides Preis-Leistungs-Verhältnis. Wer einen unkomplizierten Bodenreiniger für Standard-Pools sucht, liegt hier richtig.

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