Fenster sind so eine Fläche, die man erstaunlich lange ignorieren kann, bis das Licht ungünstig steht oder man plötzlich merkt, wie viel „Film“ sich da eigentlich sammelt – in unserem Test soll der Ecovacs WINBOT W3 OMNI zeigen, ob er wirklich mehr abnimmt als nur „Scheibe abfahren“. Der Fensterputzroboter wurde erst zu Beginn des Jahres auf der CES 2026 in Las Vegas vorgestellt und ist bereits erhältlich. Wir haben ihn auf typischen Glasflächen fahren lassen, uns gezielt an Problemzonen herangetastet und uns genau angesehen, wie viel Technik im Alltag tatsächlich hilft und wo man als Nutzer trotzdem noch nachhaken muss.
Technische Daten des Ecovacs WINBOT W3 OMNI
| Modell | Ecovacs WINBOT W3 OMNI |
|---|---|
| Navigation | WIN-SLAM 5.0 |
| Betriebsart | Netzbetrieb oder Akkubetrieb |
| Akkulaufzeit | bis zu 70 Minuten |
| Sicherheitskonzept | 12-stufiges Schutzsystem |
| Unterdruck / Haftung (je nach Kommunikation) | bis 10.000 Pa, teils bis 8.000 Pa angegeben |
| Randtechnik | TruEdge-Kantenreinigung, Randnähe bis ca. 1,1 mm |
| Stromausfall-Sicherung | Notfall-Haftung bis zu 30 Minuten |
| Verbindungs-/Sicherungskabel | 2-in-1 Verbundkabel zur Station, ca. 5,5 m |
| Tank am Roboter | ca. 80 ml (Tank für Reinigungslösung) |
| Frischwassertank (Station) | etwa 1,3 l |
| Schmutzwassertank (Station) | etwa 1,3 l |
| Fensterabmessung (max/min) | bis ca. 8,0 m × 2,5 m / ab 30 cm x 40 cm |
| Basisstation | Station mit Pad-Waschfunktion („Vortex Wash“), ca. 10 kg |
| Preis | 699 Euro (UVP) |
Roboter plus Station, so kommt der W3 OMNI an
Im Karton steckt neben dem WINBOT selbst alles, was man für den Betrieb braucht. Roboter, Station, Kabel, Pads und Reinigungsflüssigkeit sind so zusammengestellt, dass man nach dem Auspacken direkt loslegen kann.
Im Lieferumfang des Ecovacs WINBOT W3 OMNI sind enthalten:
- WINBOT W3 OMNI
- Basisstation
- Netzkabel für die Station
- kombiniertes Verbindungs- und Sicherungskabel (Roboter ↔ Station)
- 2 Wischpads
- 230 ml Reinigungsflüssigkeit
- Kurzanleitung und Handbuch
Erster Eindruck: Aufbau, Verarbeitung, Bedienlogik
Der Aufbau geht zügig: Station platzieren, Strom anschließen, Reinigungsflüssigkeit und Frischwasser einfüllen, Pad befestigen – nach wenigen Minuten ist der W3 OMNI einsatzbereit.
Was man in den Händen hält, macht einen ganz soliden Eindruck. Das Pad-System lässt sich problemlos abnehmen und wieder anbringen, ohne dass man das Gefühl hat, bei jedem Handgriff etwas zu beschädigen. Auch die Station steht stabil und wirkt robust – optisch bleibt sie eher zweckorientiert als designbewusst, was für ein Gerät, das man regelmäßig auf- und abbaut, aber die richtige Gewichtung ist. Ein bisschen erinnert sie an eine Frontlader-Waschmaschine im Miniaturformat.
Zur Bedienung braucht es dann eine kurze Eingewöhnungszeit, aber nicht lange. Das Display führt strukturiert durch den Startvorgang und zeigt immer an, was als Nächstes ansteht, heißt, Rätselraten bleibt aus. Wer die Kontrolle lieber über die App behält, kann dort dieselben Schritte abbilden und zusätzlich Modi wechseln oder Statusmeldungen abrufen. Für den Routinebetrieb reicht aber oft die Geräteführung allein, der Ablauf sitzt schnell.
Technik: Was der W3 anders macht als klassische Fensterroboter
Bei Fensterrobotern entscheiden oft die Details. Nicht weil die Grundidee kompliziert wäre, sondern weil sich die typischen Schwachstellen durch die ganze Kategorie ziehen: Randbereiche die ausgelassen werden, Unterdruck-Abbrüche, Schlieren, unerklärliche Stops, zu viel oder zu wenig Wasser. Ecovacs adressiert das beim W3 OMNI mit drei technischen Schwerpunkten, nämlich Navigation über WIN-SLAM 5.0, Randbearbeitung über TruEdge sowie dem Zusammenspiel aus Sprühen, Wischen und Pad-Pflege über die Station.
Das Grundprinzip ist dabei vertraut. Der Roboter haftet per Unterdruck an der Fläche, fährt strukturierte Bahnen, dosiert Reinigungsmittel gezielt und wischt mit dem Pad. Der Unterschied liegt im Drumherum, konkret in der Station, die das Pad zwischendurch waschen kann, damit es nicht einfach immer dreckiger wird. Wie viel das in der Praxis bringt, hängt vom Verschmutzungsgrad der Scheiben ab, aber nicht nach jedem Fenster manuell auswringen zu müssen ist schon ein Zugewinn.
Besonders ins Gewicht fällt dabei die Kantenlogik. Viele Geräte arbeiten in der Fläche solide, lassen am Rahmen aber sichtbare Streifen stehen, und genau da setzt TruEdge an. Im Test hat sich die Kantenfunktion als einer der auffälligsten Unterschiede zu älteren Lösungen gezeigt, die am Rand oft eher zurückhaltend agieren als konsequent sauber arbeiten.
Setup und App
Die App erfüllt ihren Zweck. Wie bereits angeschnitten, taugt sie vor allem wenn man Modi wechseln, den Status im Blick behalten oder bei besonderen Flächen etwas mehr Kontrolle haben möchte. Gleichzeitig ist das System nicht darauf ausgelegt, dass man dauerhaft am Smartphone hängt. Wer einmal in der Routine ist, erledigt vieles direkt am Gerät und merkt schnell, dass der Ablauf nach ein paar Einsätzen fast von selbst läuft.
Die Fernsteuerung ist kein Feature, das man zwingend braucht, aber eines, das man gelegentlich zu schätzen weiß. Gerade wenn man eine bestimmte Stelle gezielt anfahren will oder erst mal testen möchte, wie der Roboter auf einer unbekannten Fläche reagiert, ist es unter Umständen praktischer als gleich den kompletten Automatiklauf zu starten.
Pad-System und Station: so läuft es wirklich
An dieser Stelle lohnt sich eine kurze Klarstellung, weil das Konzept schnell falsch verstanden wird. Ja, die Basisstation kann Pads waschen. Aber der Schritt dahin ist manuell. Man nimmt das Pad vom Roboter ab, setzt es in die Waschaufnahme der Station, und nach dem Waschvorgang hat man wieder ein Pad, das sinnvoll weiterverwendet werden kann.
Was dabei im Inneren passiert, ist technisch durchdacht. 16 Hochdruckdüsen arbeiten laut Hersteller mit 20 kPa, vier Scheiben rotieren mit 200 Umdrehungen pro Minute durch die Fasern, und ein Präzisionsschaber entfernt anschließend das Schmutzwasser und hinterlässt genau die Restfeuchte, die das Pad für den nächsten Einsatz braucht. Zur Auswahl stehen zwei Modi: Die Standardwäsche erledigt das in einer Minute, die Vollwäsche braucht etwa eineinhalb Minuten und arbeitet gründlicher. Wer danach auch die Station selbst sauber halten möchte, kann optional eine Selbstreinigung starten.
Das bringt zwei konkrete Vorteile: Einerseits entfällt das klassische Auswringen unter fließendem Wasser, gerade wenn man mehrere Flächen nacheinander abarbeitet ein echter Unterschied. Andererseits bleibt es trotzdem ein System, bei dem man selbst Hand anlegt.
Wer erwartet, dass ein Fensterroboter zum jetzigen Stand der Dinge vollständig ohne Eingreifen auskommt, wird vermutlich enttäuscht sein. Der W3 OMNI reduziert den Aufwand zwar deutlich, er macht ihn aber nicht überflüssig.
Ecovacs WINBOT W3 OMNI im Praxis-Test: Fenster, Spiegel, Türen und Problemflächen
Für den Test haben wir den W3 OMNI nicht nur auf einer Standard-Scheibe laufen lassen, sondern auf mehreren Flächen, bei denen Fensterroboter gerne ihre Eigenheiten zeigen: normale Fensterflächen, große Spiegel, glatte Türen, Fliesenbereiche mit Fugen sowie eine Scheibe mit statisch haftender Sichtschutzfolie, die wir bewusst nur unter Aufsicht getestet haben.
Auf normalen Fenstern zeigt sich schnell, wie der Roboter arbeitet. Er fährt strukturiert, bleibt im Muster, korrigiert sich an Kanten und arbeitet die Fläche nachvollziehbar ab. Gleichzeitig wird klar: Komplett schlierenfrei ist das Ergebnis nicht in jeder Situation. Die Scheibe ist sauber, aber wer nach dem Durchgang genauer hinsieht, findet hier und da gelegentlich feine Spuren – vor allem an der Stelle, an der der Roboter nach dem Arbeitsdurchgang stehen bleibt.
Auf großen Spiegeln arbeitet der W3 OMNI insgesamt am stabilsten, weil die Oberfläche glatt und homogen ist und er weniger „Entscheidungen“ treffen muss als bei wechselnden Materialien. Er fährt hier strukturiert, setzt an Kanten nachvollziehbar nach und deckt die Fläche sauber ab. Trotzdem zeigte sich eine typische Schwachstelle: In der oberen Ecke blieb ein kleiner Bereich sichtbar unrein, auch nachdem wir ihn mehrfach erneut über die Fläche geschickt hatten. Für ein wirklich sauberes Finish musste man diese Ecke händisch nachwischen – der Rest des Spiegels war dagegen überzeugend ordentlich.
Glatte Türen funktionieren grundsätzlich ebenfalls, allerdings mit einer Einschränkung, die man kennen sollte. Auf Höhe von Scharnieren gab es wiederholt Aussetzer, weil der W3 OMNI die Geometrie dort manchmal falsch interpretiert und mit einer Luftdruck-Meldung reagiert. Mit einer kleinen temporären Barriere lässt sich das beherrschbar machen, aber wer Türen regelmäßig reinigen möchte, sollte diesen Workaround von Anfang an einplanen.
Bei Fliesen hängt alles an der Fugenstruktur. Große Fliesen mit dünnen Fugen meistert der Roboter deutlich besser als kleinformatige Fliesen mit vielen und tiefen Fugen. Das ist nachvollziehbar, denn viele Fugen bedeuten viele minimale Kanten, potenzielle Luftkanäle und insgesamt weniger stabile Bedingungen für Unterdruck und Bewegung. Wer das System auf stark strukturierten Flächen einsetzen möchte, sollte die Erwartungen entsprechend anpassen.
Interessant war schließlich der Versuch mit der statisch haftenden Sichtschutzfolie. Der Roboter ist darauf gefahren und hat gehalten, ohne dass Folie und Gerät gemeinsam abgegangen wären. Da Folien sich aber stark in Haftung, Alterung und Kantenverhalten unterscheiden, würden wir das nicht als generelle Empfehlung formulieren, und unbeaufsichtigt haben wir den Lauf in diesem Fall bewusst nicht laufen lassen.
Reinigungsergebnis: was überzeugend ist – und was man akzeptieren muss
Wer vom Ausgangspunkt „Scheiben müsste man mal wieder“ startet, wird mit dem Ergebnis in den meisten Fällen zufrieden sein. Der W3 OMNI nimmt Schmutzfilm weg, reduziert sichtbare Flecken und sorgt dafür, dass Glasflächen wieder deutlich klarer wirken. Das ist für uns die Kernleistung eines Fensterroboters: keine Laborperfektion, sondern eine spürbare Verbesserung ohne den klassischen Aufwand.
Einen Punkt sollte man aber realistisch einordnen: Schlierenfreiheit ist nicht in jeder Situation garantiert. Wie sauber das Ergebnis am Ende wirkt, hängt vom Verschmutzungsgrad, vom Lichtwinkel und davon ab, ob man eine Fläche einmal oder zweimal fahren lässt. Auch bestimmte Beschichtungen reagieren empfindlicher als andere. Das schmälert das Gesamtbild nicht grundlegend, gehört aber zur vollständigen Einordnung.
Bei Fenstern direkt an einer viel befahrenen Straße hat sich außerdem gezeigt, dass ein einzelner Durchgang je nach Zustand der Scheibe nicht immer ausreicht. Ein zweiter Lauf verbessert das Ergebnis sichtbar, kostet aber entsprechend Zeit. Genau in solchen Situationen zahlt sich das Stationskonzept aus, weil man das Pad zwischendurch auffrischen kann, ohne es händisch auswaschen zu müssen.
Kabel, Handling und Sicherheit des Ecovacs WINBOT W3 OMNI im Test
Beim W3 OMNI steckt Sicherheit nicht nur im Konzept, sondern auch in den kleinen Details. Das kombinierte Verbindungs- und Sicherungskabel läuft beim Einsatz sauber mit und lässt sich danach per Knopfdruck wirklich smooth wieder einfahren, was nach ein paar Einsätzen so selbstverständlich wirkt, dass man gar nicht mehr drüber nachdenkt.
Auf der Konzeptebene setzt Ecovacs auf mehrere Ebenen. Das Hauptkabel ist auf Zugkräfte bis 100 kg ausgelegt, die Station saugt sich per Saugnapf am Boden fest und bringt mit ihren 10 kg genug Eigengewicht mit, um den Roboter im Ernstfall zu halten. Hinzu kommen Unterdrucküberwachung und automatischer Druckausgleich.
Ecovacs bewirbt außerdem einen Stromausfallschutz, der den Roboter bis zu 30 Minuten an der Scheibe halten soll, was sich im Test allerdings schwer nachvollziehen ließ. Da der W3 OMNI ohnehin über einen Akku verfügt, läuft er bei einem Netzausfall schlicht weiter, und ein echter Komplettausfall ist im normalen Betrieb wohl eher theoretischer Natur. Insgesamt hat das Sicherheitskonzept im Test keine Schwächen gezeigt, auch wenn man den Roboter trotzdem nicht komplett unbeaufsichtigt lassen sollte, gerade bei Sonderflächen.
Für wen lohnt sich der W3 OMNI, und was gibt es als Alternative?
Mit 699 Euro ist der W3 OMNI kein Impulskauf, und er will es auch gar nicht sein. Das Set ergibt am meisten Sinn, wenn man regelmäßig große Glasflächen reinigt, also raumhohe Fenster, Wintergärten, großflächige Spiegel oder schwer erreichbare Außenscheiben. Wer zwei Standardfenster im Altbau hat, kauft hier deutlich mehr Gerät als nötig.
Wer dagegen tatsächlich in diese Kategorie fällt, bekommt mit dem W3 OMNI das aktuell ausgefeilteste System auf dem Markt. Das Stationskonzept mit Pad-Reinigung ist in dieser Form neu und macht den Unterschied vor allem dann spürbar, wenn man mehrere Flächen in einem Durchgang abarbeiten möchte.
Wer etwas weniger ausgeben möchte, wird im Ecovacs-eigenen Portfolio fündig. Der WINBOT W2S OMNI ist für rund 530 Euro erhältlich und liefert ebenfalls sehr gute Ergebnisse mit TruEdge-Technologie, verzichtet aber auf die Pad-Waschfunktion der Station. Wer noch einen Tick sparen möchte, schaut sich den W2 PRO OMNI an, der für rund 430 Euro eine sehr ähnliche Reinigungsleistung bietet, aber ohne integrierte Aufbewahrungslösung kommt.
Außerhalb des Ecovacs-Universums ist der Dreame C1 mit Station die interessanteste Alternative, die aktuell für rund 470 Euro gehandelt wird. Er setzt ebenfalls auf eine Stationslösung und hat in Tests mit soliden Ergebnissen überzeugt, auch wenn das Gesamtkonzept noch nicht ganz den Reifegrad des W3 OMNI erreicht. Wer einen unkomplizierten Einstieg ohne großes Drumherum sucht, findet in der Hobot-Linie ab etwa 280 Euro vernünftige Geräte, die ohne Station auskommen und für gelegentliche Einsätze auf normalen Fensterflächen gut funktionieren.
Fazit zu unserem Test: Der Ecovacs WINBOT W3 OMNI ist bisher das durchdachteste System seiner Klasse
Der Ecovacs WINBOT W3 OMNI zeigt in unsrem Test ziemlich deutlich, wohin sich Fensterroboter entwickeln: weg vom reinen Scheibeabfahren, hin zu einem System, das Navigation, Randarbeit und Pad-Pflege zusammen denkt. Auf großen Glasflächen, schwer erreichbaren Scheiben und spiegelartigen Oberflächen ist das Setup wirklich richtig sinnvoll, vor allem dann, wenn man solche Flächen nicht nur einmal im Jahr reinigen will.
Was man dabei im Kopf behalten sollte: Handgriffe bleiben, Schlierenfreiheit ist keine Garantie, und 699 Euro sind eine Ansage. Wer das alles einkalkuliert, bekommt aber ein Konzept, das in seiner Kategorie aktuell zu den durchdachtesten gehört, die wir in den Händen hatten. Nicht perfekt, aber nah dran an dem, was heute möglich ist.
Unterm Strich: Für zwei Standardfenster im Altbau ist das Set schlicht überdimensioniert. Für alle anderen, die wissen, warum sie sich einen Fensterroboter holen, gibt es im Moment kaum etwas Ausgefeilteres.
VORTEILE
- Starkes Systemkonzept aus Roboter und Station
- Strukturierte Navigation und überzeugende Kantenfunktion
- Gute Ergebnisse auf großen Glasflächen und Spiegeln
- Station erleichtert die Pad-Pflege deutlich (auch wenn der Schritt manuell bleibt)
NACHTEILE
- Nicht durchgehend schlierenfrei, abhängig von Oberfläche und Situation
- Sonderstellen wie Scharniere können Unterdruck-Meldungen provozieren
- Kleine Fliesen mit vielen Fugen liegen dem System weniger
- Für kleine Fenster-Setups schnell überdimensioniert
Fazit
Der W3 OMNI ist das aktuell durchdachteste System seiner Klasse: großartig auf großen Flächen, ehrlich in seinen Grenzen, und mit einer Stationslösung, die den Alltag spürbar erleichtert. Für die richtige Zielgruppe eine klare Empfehlung.