Edifier hat den WH950NB überarbeitet und schickt 2026 eine neue Version ins Rennen, die vor allem mit drastisch gesteigerter Akkulaufzeit, einem modernen Bluetooth-Standard und verbessertem ANC punkten soll. Ob das Modell hält, was Edifier verspricht, und wo die 2026er-Version gegenüber dem Vorgänger (unser Test) wirklich zulegen konnte, zeigt dieser Edifier WH950NB (2026) Test.
Technische Daten des Edifier WH950NB (2026)
| Produkt | WH950NB (2026) |
| Kopfhörertyp | Over-Ear-Kopfhörer |
| Bluetooth-Version | 5.4 |
| Bluetooth-Codecs | LDAC, SBC |
| Treiber | 40 mm, dynamische Treiber |
| Frequenzbereich | 20 – 40.000 Hz |
| Besonderheiten | Active Noise Cancellation mit Transparenzmodus, LDAC (Hi-Res Audio Wireless), Multipoint (nur ohne LDAC) |
| Akkulaufzeit | ohne ANC: 80 Stunden, mit ANC: 45 Stunden |
| Ladedauer | 1,5 Stunden, 10 Minuten Schnelladen für 7 Stunden Wiedergabe |
| Anschlüsse | 3,5-mm-Klinke, USB-C |
| Größe | 193 x 169 x 82 mm (L x B x H) |
| Gewicht | 296 g |
| Farben | Schwarz, Elfenbein |
| Lieferumfang | Over-Ear-Kopfhörer, USB-C-auf-USB-A-Kabel, Klinkenkabel, Flugzeug-Adapter, Transport-Case, Bedienungsanleitung |
| Preis |
€ 129,99 * |
Edifier WH950NB (2026) Test: Design und Verarbeitung unverändert
Der Edifier WH950NB macht auf den ersten Blick einen soliden, erwachsenen Eindruck. Das matte Gehäuse ist in Schwarz oder Ivory/Weiß erhältlich und trägt nur ein dezentes Edifier-Logo. Keine Hochglanz-Akzente, kein auffälliges Branding. Im Büro oder im Zug fällt der WH950NB kaum auf. Wer einen Hingucker sucht, wird hier nicht fündig, aber genau das wirkt wie eine bewusste Designentscheidung für ein Modell, das im Alltag unauffällig mitlaufen soll.
Optisch hat sich gegenüber der ersten Generation nichts verändert.
Wer die neue Version im Laden erkennen will, muss auf den „80h“-Aufdruck auf der Verpackung achten. Das kann man kritisieren, spricht aber gleichzeitig dafür, dass das ursprüngliche Design bis heute funktioniert und nicht veraltet wirkt. Unter der schlichten Oberfläche steckt ordentliche Ingenieursarbeit. Stahlverstärkungen in Scharnieren und Bügel sorgen für Langlebigkeit. Nichts klappert, nichts wackelt. Die Faltmechanik arbeitet sauber und vermittelt auch nach vielen Klappvorgängen Vertrauen. Die Ohrpolster aus Protein-Leder über Memory-Foam lassen sich per Snap-on-Mechanismus werkzeugfrei austauschen, was die Lebensdauer des Kopfhörers erheblich verlängert. Bei Modellen dieser Preisklasse ist das keine Selbstverständlichkeit.
Eine IP-Zertifizierung fehlt. Bei Regen oder intensivem Sport ist also Vorsicht geboten. Für einen reinen Alltagskopfhörer für Pendler, Homeoffice und Reisen ist das verschmerzbar, für sportliche Nutzung oder unsicheres Wetter schränkt es die Einsatzmöglichkeiten aber ein.
Beim Komfort gehört der WH950NB zum Besten, was die Klasse unter 150 Euro zu bieten hat. Die Memory-Foam-Polster mit weichem Kunstleder und der gepolsterte Bügel verteilen das Gewicht von 296 Gramm gleichmäßig. Der Anpressdruck sitzt genau richtig: fest genug für gute Abdichtung, locker genug für stundenlanges Tragen ohne Druckstellen. Brillenträger kommen problemlos zurecht. Bei schnellen Kopfbewegungen kann der Kopfhörer verrutschen, weshalb er für Jogger nur bedingt geeignet ist. Und wie bei allen Over-Ears wird es im Sommer warm um die Ohren.
Der Lieferumfang überrascht positiv: USB-C-Kabel, 3,5-mm-AUX-Kabel, Flugzeugadapter und Hardcase. Den Flugzeugadapter sucht man selbst bei deutlich teureren Modellen häufig vergeblich.
Die Neuerungen des Edifier WH950NB (2026)
Die 2026er-Version, auch Gen 2 oder New Version genannt, bringt Bluetooth 5.4 statt des älteren Standards der ersten Generation. Das sorgt in der Praxis für eine stabilere Verbindung und etwas geringeren Energieverbrauch, ohne dass der Unterschied im Alltag dramatisch ausfällt.
Die gravierendste Verbesserung ist die Akkulaufzeit. Ohne aktiviertes ANC sind es bis zu 80 Stunden, mit ANC rund 45 bis 50 Stunden. Damit liegt der WH950NB weit vor dem Vorgänger und gehört in seiner Preisklasse zur Spitzengruppe. Die Schnellladefunktion wurde ebenfalls überarbeitet: 10 Minuten an der Steckdose sollen für 7 Stunden Betrieb reichen, eine volle Ladung dauert 1,5 Stunden.

Das ANC wurde auf bis zu 49 dB Dämpfung ausgebaut und ist laut Edifier eine der deutlichsten Verbesserungen gegenüber der ersten Generation. Hinzu kommen ein überarbeiteter Transparenzmodus und ein neu integrierter Windgeräuschmodus, der bei Telefonaten im Freien deutliche Vorteile bringt. Neu in der Gen 2 ist außerdem Spatial Sound. Google Fast Pair vereinfacht die Erstverbindung auf Android-Geräten erheblich: Smartphone in die Nähe halten, Verbindungsvorschlag bestätigen, fertig. Ein kleines Feature, das im Alltag aber echte Zeit spart.
Ausstattung des Edifier WH950NB (2026)
In den Ohrmuscheln arbeiten 40-mm-Dynamic-Treiber mit titanbeschichteter PET-Verbundmembran. Der Frequenzbereich reicht von 20 Hz bis 40 kHz, was die Grundlage für die Hi-Res Audio Wireless-Zertifizierung bildet.
Bei den Codecs setzt Edifier auf LDAC für Hi-Res-Audio mit bis zu 990 kbps und SBC. AAC fehlt. Auch aptX in allen Varianten sucht man vergeblich. Für iPhone-Nutzer bedeutet das: Ohne AAC bleibt nur der Basis-Codec SBC übrig, ein echtes Manko. Android-Nutzer mit LDAC-fähigem Smartphone profitieren dagegen von spürbarem Klanggewinn.
Multipoint-Verbindungen zu zwei Geräten gleichzeitig sind möglich, allerdings muss dafür LDAC deaktiviert werden. Wer täglich zwischen Laptop und Smartphone wechselt, muss also entscheiden, ob ihm Klangqualität oder Komfort wichtiger ist. Im Homeoffice-Alltag hat sich Multipoint mit SBC für die meisten Szenarien als praktischer Kompromiss erwiesen. Vier ENC-Mikrofone übernehmen die Spracherfassung bei Telefonaten, ergänzt durch einen Windgeräuschmodus, der störendes Rauschen bei Outdoor-Calls reduziert.
Die Begleit-App Edifier ConneX ist übersichtlich aufgebaut und selbsterklärend. Die ANC-Anpassung bietet in der Gen 2 nun acht Stufen. Für die meisten Nutzer sind drei davon relevant: volles ANC, Transparenz und ANC aus. Wer möchte, kann tiefer einsteigen. Der 4-Band-Equalizer bietet Presets wie Classic und Dynamic sowie eine Custom-Option, wobei die Wirkung begrenzt bleibt. Audiophile, die an jedem Frequenzgang schrauben wollen, werden sich mehr Bänder wünschen. Für den Alltag reicht es aber.
Weitere App-Funktionen umfassen Modi für Musik, Game mit niedriger Latenz und Theater, dazu Multipoint-Verwaltung, LDAC-Umschaltung, Safe-Volume-Funktion, Timer und Firmware-Updates.
Akkulaufzeit und Bedienung
Edifier setzt konsequent auf physische Bedienelemente. An der rechten Ohrmuschel sitzen Lautstärke- und Track-Tasten: kurzes Drücken regelt die Lautstärke, langes Drücken wechselt den Track. Die zentrale Multifunktionstaste übernimmt Play/Pause, Power, Pairing und den Aufruf des Sprachassistenten. An der linken Seite sitzt eine separate ANC-Taste zum schnellen Wechsel zwischen den Modi.
Das Konzept funktioniert zuverlässig und ohne Fehlbedienungen. Die Tasten lassen sich blind erfühlen. Keine versehentlichen Pausen, kein ungewolltes Springen zwischen Liedern, was ein klarer Vorteil gegenüber den oft frustrierenden Touch-Flächen mancher Konkurrenten ist. Wer auf Gestensteuerung steht, wird sich damit nicht anfreunden. Wer zuverlässige Bedienung priorisiert, wird es zu schätzen wissen.
Die versprochenen 80 Stunden Laufzeit ohne ANC lassen sich im Alltag kaum vollständig ausreizen, weil ANC fast immer zumindest teilweise aktiv ist. Mit dauerhaft aktiviertem ANC lagen die tatsächlichen Laufzeiten bei rund 45 bis 50 Stunden, was bedeutet, dass der Kopfhörer über eine gesamte Arbeitswoche hinweg kaum ans Ladekabel muss. Für Vielreisende ist das ein echtes Argument. Die Bluetooth-Reichweite beträgt bis zu zehn Meter, was für alle gängigen Alltagssituationen ausreicht. In Räumen mit Wänden zwischen Kopfhörer und Quelle gehen erfahrungsgemäß ein bis zwei Meter verloren, was kein Spezifikum des WH950NB ist.
Soundqualität, ANC und Mikrofone
Die 40-mm-Treiber mit titanbeschichteter PET-Verbundmembran liefern eine ausgewogene Signatur, die sich nach mehreren Wochen intensiver Nutzung als durchweg angenehm erwiesen hat. Der Bass drückt sauber und kontrolliert, ohne sich in den Vordergrund zu drängen. Viele Mittelklasse-Kopfhörer blähen den Tieftonbereich maßlos auf, der WH950NB tut das nicht. Die Basslinien in elektronischer Musik kommen mit echter Substanz, ohne dabei Mitten und Höhen zu übertönen. Wer auf der Suche nach einem Bassmonster ist, wird hier nicht fündig, und das ist ausdrücklich als Lob gemeint.
Die Mitten bleiben klar und präsent, Stimmen klingen natürlich und gut durchgezeichnet. Podcasts und Hörbücher profitieren davon ebenso wie Vokalmusik. Die Höhen klingen detailliert ohne zu stechen, was bei längeren Sessions wichtig ist: Der WH950NB ermüdet nicht. Die Bühne fällt für einen geschlossenen Over-Ear überraschend breit aus, einzelne Instrumente lassen sich gut im Raum orten.
Per LDAC auf Android-Geräten entfaltet der Kopfhörer sein volles Potenzial. Die Hi-Res-Übertragung mit bis zu 990 kbps und einem Frequenzgang bis 40 kHz bringt hörbar mehr Feinzeichnung als der Basis-Codec SBC, besonders in den Höhen und bei Transienten. Wer Tidal, Amazon Music HD oder Qobuz nutzt und ein LDAC-fähiges Android-Gerät besitzt, wird den Unterschied bei guten Aufnahmen tatsächlich wahrnehmen. An die Detailauflösung und Luftigkeit eines Sony WH-1000XM6 reicht der WH950NB nicht heran, was bei einem Preisunterschied von deutlich über 300 Euro aber schlicht unfair zu erwarten wäre. Für die eigene Preisklasse klingt der Edifier breiter und natürlicher als viele direkte Konkurrenten.
iPhone-Nutzer müssen sich allerdings mit SBC begnügen, da weder AAC noch aptX unterstützt werden. Das ist ein echtes Manko, das Apple-Nutzer vor dem Kauf kennen sollten. Der Klangunterschied zwischen SBC und LDAC ist hörbar, auch wenn der WH950NB selbst mit SBC noch gut klingt. Wer lieber am Klang schraubt, kann über die ConneX-App auf den 4-Band-Equalizer zugreifen und Presets wie Classic, Dynamic oder Bass abrufen. Die Wirkung ist vorhanden, aber begrenzt. Audiophile werden sich mehr Bänder wünschen, für den durchschnittlichen Nutzer reicht das Angebot aber aus.
Starke aktive Geräuschunterdrückung
Beim ANC liefert die 2026er-Generation den spürbarsten Sprung gegenüber dem Vorgänger. Edifier gibt eine Dämpfung von bis zu 49 dB an, und im Alltag merkt man das. Tieffrequente Dauerlärm-Quellen wie Zugmotoren, Klimaanlagen, Flugzeugkabinen und Straßenverkehr werden effektiv auf ein angenehmes Minimum reduziert. Wer täglich pendelt oder viel in Großraumbüros arbeitet, wird das ANC schnell zu schätzen lernen. Das Rauschen des Lüfters im Homeoffice verschwindet beinahe vollständig, das Surren der U-Bahn wird zur fernen Kulisse.
Bei mittleren Frequenzen, also menschlichen Stimmen oder klingelnden Telefonen in der Nähe, stößt das ANC erwartungsgemäß an seine Grenzen. Stimmen werden leiser, aber nicht stumm. Das ist kein Versagen des WH950NB, sondern physikalisch bedingt und gilt für Konkurrenten jenseits der 300-Euro-Grenze ebenfalls. Der Bose QuietComfort Ultra 2 (unser Test) oder Sony WH-1000XM6 filtert Umgebungsgeräusche noch effektiver, besonders in den mittleren Frequenzen. Der Sony WH-1000XM6 arbeitet ebenfalls präziser. Wer ein offenes Großraumbüro mit vielen Gesprächen als Arbeitsumgebung hat und vollständige akustische Isolation erwartet, sollte die Preisklasse darüber in Betracht ziehen. Wer gelegentlich Ruhe im Zug oder Homeoffice sucht, bekommt hier ein starkes Werkzeug für das Geld.
Die acht ANC-Stufen in der App klingen nach feiner Dosierbarkeit, in der Praxis sind aber drei Modi ausreichend: volles ANC, Transparenz und ANC aus. Der Ambient-Modus leitet Umgebungsgeräusche natürlich und ohne nennenswerte Färbung durch, was praktisch ist, um kurze Gespräche zu führen oder Durchsagen zu verstehen, ohne den Kopfhörer abnehmen zu müssen. Der Windgeräuschmodus dämpft hochfrequente Windgeräusche bei Telefonaten im Freien spürbar.
Die vier ENC-Mikrofone hinterlassen im Telefon-Alltag einen positiven Eindruck. Gesprächspartner hören die eigene Stimme klar und natürlich, solange man sich in ruhigen bis moderat lauten Umgebungen befindet. In sehr lauten Szenarien, etwa auf einem belebten Bahnsteig oder in einer Gastronomie, nimmt die Qualität ab. Das ist kein Alleinstellungsmerkmal des WH950NB, sondern gilt für nahezu alle Kopfhörer dieser Preisklasse. Wer täglich lange Telefonate führt, ist mit dem WH950NB deutlich besser bedient als mit vielen günstigeren Konkurrenten, die bei der Mikrofonqualität sparen.
Edifier WH950NB (2026) Test: Fazit
Der Edifier WH950NB 2026 ist ein echter Wolf im Schafspelz. Hinter dem unscheinbaren, optisch unveränderten Äußeren steckt ein deutlich gereifteres Produkt als der Vorgänger. Die fast verdoppelte Akkulaufzeit ist das Aushängeschild: Bis zu 50 Stunden mit aktivem ANC bedeuten, dass der Kopfhörer unter der Woche praktisch nie ans Ladekabel muss. Wer pendelt, im Homeoffice arbeitet oder viel reist, wird diesen Vorteil täglich spüren.
Das ANC hat gegenüber der ersten Generation deutlich zugelegt und filtert Alltagslärm zuverlässig auf einem Niveau, das für den Preis beeindruckend ist. Die Konkurrenz von Sony und Bose arbeitet präziser, kostet aber auch drei- bis viermal so viel. Der Klang gefällt mit ausgewogener, nicht auf Schein-Effekte getrimmter Abstimmung, und per LDAC auf Android-Geräten steckt echter Hi-Res-Anspruch dahinter. Der Tragekomfort gehört zum Besten in der Klasse.
Schwächen gibt es dennoch: Der fehlende AAC-Codec macht den WH950NB für iPhone-Nutzer klanglich weniger attraktiv. Der 4-Band-Equalizer bleibt begrenzt. Optisch hat sich gegenüber dem Vorgänger gar nichts getan. Eine IP-Zertifizierung fehlt ebenfalls. Wer damit leben kann, bekommt einen der ausgewogensten Deals im gesamten Over-Ear-Segment.
VORTEILE
- Starke Akkulaufzeit
- Edles Design
- Hi-Res-Audio mit LDAC
- Satter Klang
- Exzellenter Tragekomfort
- Attraktiver Preis
NACHTEILE
- Kein AAC-Codec
- Keine IP-Zertifizierung
- Rudimentäre App
Fazit
Der Edifier WH950NB 2026 liefert außergewöhnlich lange Akkulaufzeit, solides ANC und echten Hi-Res-Klang per LDAC für rund 130 Euro. Wer Ausdauer und Preis-Leistung über Optik und Codec-Vielfalt stellt, macht hier nichts falsch.

